Frage von CamelWolf, 75

Wie beurteilen die Befürworter des deutschen Austritts aus der EU die aktuelle Katerstimmung im Lager der englischen Brexit Initiatoren?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FragaAntworta, 59

Ist ein Fakt, der nicht in diese Ideologie passt, wird darum komplett ausgeblendet.

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 11

Wie beurteilen die Befürworter des deutschen Austritts aus der EU die aktuelle Katerstimmung im Lager der englischen Brexit Initiatoren?

Eine richtige "Katerstimmung" ist da - zumindest in der Politik - nicht. 

  • Farage (UKIP) fühlt sich auf dem Höhepunkt seiner Ziele angekommen. Immer noch. Und möglicherweise hat er auch einen Plan. ... Nur: Er wird nicht regieren können.
  • Johnson (Tory) wollte nie wirklich regieren. Ihm ging es um einen persönlichen Streit mit Cameron. ... Auch er wird nicht regieren können.
  • Corbyn (Labour) ist zwar auch für den Brexit (gewesen); aber in der eigenen Partei hochgradig umstritten. ... Auch er wird nicht regieren können.

Das eigentliche Problem ist also aus britischer Sicht, dass die Falschen vom Brexit überrascht wurden. Die, die sogar eine "Austritts-Partei" gegründet haben, dürfen nicht; und die anderen sind so sehr über das "Ja-Nein" zerstritten, dass sie nicht können.

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Auch im Volk sieht's nicht viel anders aus: Die "Brexiter" sind größtenteils immer noch voller Zuversicht, dass sie nun goldenen Zeiten entgegen streben. Und die "Bremainer" sind vor allem frustriert, weil nur "soooo wenig" (= knapp 2%) am "Remain" fehlte...

Darüber hinaus gibt es IMMER - und bei jeder Wahl - Wankelmütige, die unmittelbar nach der Verkündung der Wahlergebnisse feststellen, dass sie Mist gebaut haben. Das gilt umso mehr, je knapper das Ergebnis ausfällt.

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Die "Katerstimmung" kommt hingegen aus der EU-Politiker-Riege und der Wirtschaft.

Großbritannien war Vorreiter des "ungebremsten Neoliberalismus" und der (stützenden) "transatlantischen Brücke" in Europa. Und es hatte eine mächtige Stimme und ein breites Kreuz, hinter denen sich vor allem die europäische Sozialdemokratie bisher immer trefflich verstecken konnte: "Wir würden ja gern, aber was sollen wir denn machen?"

Mit dem Abgang Großbritanniens ist also der "größte Neoliberale Europas" vom Mikrofon weggegangen. 

Die "Etablierten" haben nun die Wahl zwischen Pech und Schwefel: 

  • Stützen sie die Rechten und forcieren den Zusammenbruch der EU?
  • Oder stützen sie die Linken und legen sich mit den Reichen und Mächtigen an?

Denn die sogenannte "Mitte" existiert nicht. Hat sie nie; doch jetzt wird es auch den Einfältigeren unter den Wählern immer offensichtlicher. Und die Zeiten für eine "scheinbare Mitte" werden nicht besser, solange die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft. Doch genau das war, will man ihr nicht jahrzehntelange Inkompetenz unterstellen, der "Plan" der Politik...

Die "goldenen Zeiten", in denen sich Politik und Wirtschaft Hand in Hand aus dem Staat - also der Gesellschaft - bedienten und dabei gegenseitig deckten, nähern sich ihrem Ende. Zumindest die Zeiten der völlig unverfrorenen Selbstbedienung. 

Fischer, Clement, Schröder, von Klaeden, Pofalla, Bangemann, Fahrenschon, Beck, Wissmann, Mappus, Röstel, Späth, Schily, Koch, Rösler, Bahr, Reiche, Kampeter, Rudolph, Asmussen, Wöller, Breitner, Dauke, Paul, Lange, Niebel, Koch-Mehrin, Grundmann, Suder, Meinhardt, Mücke, Homburger, Ilka, Stadlmaier, Fricke, Hempelmann, Birk, Häfner, Heimbach, Schlotmann, ... die Liste der Politiker aus allen Bundestags-Parteien (außer der Linkspartei; zumindest kann ich keinen finden), die sich dank willfähriger Politik einen guten Posten in der Wirtschaft sicherten, ist schier endlos. 

Und auch die aktuelle Politiker-Riege sah (und sieht) sich schon in den warmen Vorstands- und Aufsichtsratssesseln der Konzerne, die sie so großzügig mit Gesetzen, Subventionen und ihrer Politik unterstützen.

Beispielhaft sei nur unser Verkehrsminister Dobrindt genannt: Während in den USA Käufer von VW-Betrugs-Autos bis zu 10.000 Dollar Schadenersatz bekommen; bedenkt man den deutschen betrogenen Autokäufer mit einem feuchten Händedruck und einem kostenlosen Rückruf. Und obendrein wollte Dobrindt auch noch ein Gesetz machen, das den Betrug legalisiert hätte; um eventuell kommenden Klagen gegen die Konzerne vorzubeugen. ... Wo, glaubst du, wird der wohl seinen Alterssitz haben? ;)

DAS ist es, was die eigentliche "Katerstimmung" repräsentiert.

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Und weil man sich derzeit noch völlig unsicher ist, wie man es wieder hinbekommen kann, dass die "guten, alten Zeiten" wiederkommen, schickt man die Medien erst mal gegen den "Brexit", also gegen die Rechten in Europa. 

Damit kann man nicht viel falsch machen, denn die Linken hat man weitgehend im propagandistischen Griff. Nur die Rechten sind in fast ganz Europa heillos entglitten...

Antwort
von 1988Ritter, 27

Ich bin ein Befürworter, allerdings nicht in dem gewohnten Rahmen.

Ich bin der Ansicht, die EU ist eine gute Sache, da sie unter anderem auch ein Garant für den Frieden in Europa ist.

Was dann total aus dem Ruder gelaufen ist, die politische "Elite" hat mit aller Macht versucht die Landkarte blau zu malen. Damit haben wir uns absolut unnötigen Ärger eingehandelt.

Wenn man Europa richtig machen will, dann hätte man erstmal ein funtkionierendes Europa, bestehend aus Staaten auf Augenhöhe, kreieren müssen. Dazu hätten sich aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Strukturen die mitteleuropäischen Staaten anbieten können.

Das was wir jetzt haben ist ein absolut wirtschaftliches und soziales Ungewicht.

Zusätzlich wird die bedenkliche Auslegung noch weiter betrieben, in dem man jetzt die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei beschleunigen will.

Ich denke die EU sollte erstmal in der bestehenden Form eingestampft werden um dann einen planvollen Neueinstieg anzustreben.

Und damit kommen wir zur brittischen Katerstimmung.

Das in der EU etwas nicht stimmt, dass haben die Britten nach meinem Empfinden richtig erkannt. Was dann mal wieder nicht bedacht ist, wie macht man es planvoll. Der Brexit ist für mich ähnlich chaotischer Ausstieg wie der europäische krampfhafte Versuch die Landkarte blau zu malen.

Eigentlich kann man auch sagen, die "Deppen" machen da weiter wo sie aufgehört haben.

Antwort
von martinzuhause, 68

warum muss man die stimmung dort beurteilen??

damit nicht noch mehr länder austreten sollte vllt mal etwas reformiert werden

Kommentar von CamelWolf ,

Es gibt in jedem EU - Land ein paar Leute, die glauben dass sich mit einem EU Austritt alle Probleme (auch die, die mit der EU nix zu tun haben) in Luft auflösen. Aber das scheinen eher einige Wenige zu sein, die zudem nicht in der Lage sind, einfache wirtschaftliche und politische Zusammenhänge zu erkennen. Aber von Ländern die austreten wollen kann man da ja nun wirklich nicht reden.

Kommentar von martinzuhause ,

"Aber von Ländern die austreten wollen kann man da ja nun wirklich nicht reden."

da warten wir dann noch mal 6 monate.

Kommentar von FragaAntworta ,

Ich glaube nicht Martinzuhause, dass es so lange dauert bis GB in Brüssel steht und um Einlass bettelt, weil deren Wirtschaftskraft auf Null heruntergefahren ist.

Kommentar von martinzuhause ,

warum sollte die wirtschaftskraft auf 0 fallen??

bisher können sie nicht um "einlass" betteln da sie ja noch nicht mal einen antrag auf austritt gestellt haben

Kommentar von FragaAntworta ,

Och, dann war Dein "Warten wir dann noch mal 6 monate" nicht als Zeitangabe zu sehen?

Kommentar von martinzuhause ,

natürlich. aber es kann kein land bitten einzutreten wenn es nicht mal ausgetreten ist.

es weiss bisher auch keiner ob es GB dann ohne EU überhaupt schlechter geht

Kommentar von Waldfrosch10 ,

@martinzuhause und @CamelWolf

Du hast wohl noch nicht mitbekommen dass etwa in Oberösterreich schon seit über 10 Jahren austrittbestrebungen  im Gange sind ?

Aber macht nichts die meisten  Oesterreicher ja auch nicht .

 Zitat :

___________die zudem nicht in der Lage sind, einfache wirtschaftliche und politische Zusammenhänge zu erkennen. Aber von Ländern die austreten wollen kann man da ja nun wirklich nicht reden.___________

absolut witzig !!

Kommentar von CamelWolf ,

Oberösterreich ??? Austrittbestrebungen ??? 

Klar doch, schließlich will der Klein-Süd-West-Kongo auch seine Unabhängigkeit vom Zentralkongo.....

Kommentar von Waldfrosch10 ,

https://www.youtube.com/watch?v=YS-kM-C8LmE

anfangen selbst zu denken bitte !

Antwort
von Waldfrosch10, 33

Abgesehen davon ,dass ich meine dass das Volk in England der Agenda gemäss  wieder mal ganz richtig "abgestimmt" hat ,konnte ich von den Brexit Initiatoren keine Katerstimmung erkennen .

Auch hier wurde das Stimmvieh wieder mal ledigliche  instrumentalisiert .Damit man am Ende eine Legitimation für das geplante  Ergebnis hat ...

Kasperletheater eben und schlechtes noch  dazu ...

Bringe mal Bitte Belege zu deiner  Aussage .Danke .

Kommentar von Waldfrosch10 ,
  • Zu den Suggestionen im Artikel zu den anderen Ländern sage ich besser nichts .
  • ES ist kein Zufall das keine Anderes Land über wirklich abstimmen darf .
  • So war etwa in Griechenland im Jahre 15 niemals auch nur die Rede von einem Exit aus der EU .Es wurde darüber auch gar niemals abgestimmt Wie es hier suggeriert wird .
  • Was Britannien darf ,darf noch lange kein anderes Land .England  hatt e  wohl nicht aus Zufall niemals einen EURO .
Kommentar von PatrickLassan ,

konnte ich von den Brexit Initiatoren keine Katerstimmung erkennen .

Mittlerweile sind zwei der führden Bexit-Iniatoren zurück getreten (Boris Johnson und Nigel Farage). Warum wohl?





Kommentar von Waldfrosch10 ,

Das  ist teil des Verwirrspiels ..des kasperltheaters .

Aber solange Leute wie du das Kasperl Ernst nehmen und das Krokodil ,das sich dann davon stiehlt ...wird der Vorhang nie fallen .

Leute... die Vorstellung langweilt uns zu Tode !!

Tretet ab und sucht euch einen anständigen Job.

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