Frage von hellow00, 73

Wie beschreibt man den Luftdruck am besten und wie beeinflusst er das Wetter?

Antwort
von Nepomuk22, 31

Der Luftdruck wird in einem Tief absinken, darum Tief, in einem Hochdruck ist es umgekehrt.

Starke Tiefs ( Sturm- und Orkantiefs ) haben niedriges Geopotential aufzuweisen und entstehen an der Grenze von hohem Kontrast des niedrigen und hohen Geopotentials.

In einem Hochdruckgebiet erwärmt sich die Luft meistens. Außer im Winter.

Durch die starken Gegensätze von Hoch und Tief (z.B. Tief über Dänemark 955 Hpa und Hoch 1035 Hpa über Spanien /Italien ) kommt es an der Südflanke des Tiefs über Dänemark in Mitteleuropa zu einem Sturm/Orkan !

Da über Mitteleuropa der Druck-Gradient sehr eng bei einander liegt ( 500 hpa Isobarenkarte )

Mit einer Differenz von zum Beipsiel 62 hpa Kiel / München.

Dabei würden selbst im Flachland Orkanböen von über 150 Km/h auftreten im Bergland über 200 Km/h.

Das Tief bringt meistens, zum Beispiel bei der gerade besprochenen Westlage auf der Vorderseite häufig den Warmfrontregen ( Aufgleitregen ), mit durchzug der Kaltfront kommt es dann zu kräftigen Schauern und Graupelgewittern wo auch die höchsten Windstärken gemessen werden, danach dreht der Wind auf Nordwest, entweder er nimmt sogar noch zu (Trogorkan) oder er nimmt ab  (Südwest-Sturm) und es wird etwas kühler mit Schauern im Bergland mit Schnee vermischt. Häufigstes auftreten dieser Wetterlage Oktober-April.

Tiefdruckgebiete können auch vom Mittelmeer durch einen Westeuropa-Trog nach Polen/Russland ziehen, im Frühjahr/Sommer haben solche VB-Lagen Hochwasser und Unwetter parat. Im Winter heftigen Schneefall über Südosteuropa bis Polen/Deutschland. ---> siehe  Daisy 9/10.Januar.2010. Oder auch Mai/Juni 2013 Hochwasser und August 2002 !

Bei einer VB-Lage strömt dagen heiße Luft aus dem Orient nach Russland.

Das Hoch befindet sich meist dann quer über Westeuropa.

Südwestlagen im Sommer bringen Hitze und Gewitter. Das Hoch ist meist südlich gelegen, mal über Nordafrika bis zur Türkei mit Brücke zum Russlandhoch, dagen herrscht ein Tief über Portugal/Frankreich, daher wird die atlantische Feuchte in die oberen sehr warmen Luftmassen aus Süd eingebunden, es kommt über Westeuropa zu heftigen Gewittern und Unwettern nicht selten mit Großhagel und Tornadogefahr !

Grund sind hohe Taupunkte und Cape Werte ( J/kg ) ganz besonders viel Schäden haben solche Wetterlagen vom 29.Mai.2008 bis zum 3.Juni.2008 angerichtet und vom 7.Juni.2014 bis zum 12.Juni.2014 auch bekannt geworden durch das große Orkan-Unwetter "Ela"  es war aber kein Orkantief !!! Wie in den Medien oft unkorrekt dargestellt wurde.

Es sei noch zu sagen das die Luft in einem Tief auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn strömt ( ---> Tief nördlich von Deutschland = Westwind ) und (---> Tief südlich der Alpen = Ostwind ) bei einem Hochdruckgebiet ist der Fall ganeu umgekehrt ! Auf der Südhalbkugel läuft das ganze Spiel wieder umgekehrt !

Den Luftdruck misst der Meteorologe mit dem Barometer, besonders wichtig sind diese Barometer auch für die Schifffahrt und den Flugverkehr.

Man kann sie fast überall kaufen.

Nepomuk22

Kommentar von seifreundlich2 ,

Grundsätzlich eine sehr gute Antwort, hinsichtlich der Frage allerdings etwas zu spezifisch.

Ein (starkes) Tief weist ein hohes Geopotential auf.

Antwort
von flori78, 11

Der Luftdruck, den wir an der Erdoberfläche messen, entsteht durch das Gewicht der Luftsäule. Wir leben praktisch am Grund des Luftozeans und über uns befindet sich jede Menge Luft - und wie viel Luft das ist gibt der Luftdruck an.

In der Meteorologie wird der Luftdruck in Hektopascal (hPa) angegeben. Pascal ist eine physikalische Druckeinheit. Auf Meeresniveau beträgt der Luftdruck im Mittel etwa 1013 hPa. Um eine Vorstellung zu haben wie groß dieser Druck ist: eine 10 Meter hohe Wassersäule erzeugt denselben Druck. Anders ausgedrückt: 10 Meter hohes Wasser übt denselben Druck auf den darunter liegenden Boden aus wie unsere Atmosphäre.

Jetzt ist es aber so, dass in der Natur der Luftdruck nicht überall gleich ist. Auf Wetterkarten kann man das sehen: Dort gibt es Tiefs und Hochs. Tiefs sind Gebiete, wo der Luftdruck vergleichsweise niedrig ist - umgekehrt ist es beim Hoch. Linien gleichen Luftdrucks, die auch in den Wetterkarten eingezeichnet sind, heißen übrigens Isobaren.

Wie groß sind die Unterschiede? Ein gängiges Tief hat vielleicht 970 hPa im Kern, wohingegen ein typisches Hoch 1035 hPa hat. Man sieht, dass der Unterschied im Luftdruck zwischen Hoch und Tief nur bei einigen Prozent liegt.

Dennoch ist die Natur bestrebt, Gegensätze auszugleichen. Daher "möchte" die Luft vom Hoch zum Tief strömen. Da die Erde eine Kugel ist, die auch noch rotiert, klappt dies nicht. Anstatt dass die Luft direkt vom Hoch zum Tief strömt, wird sie abgelenkt. In der Natur beobachtet man daher, dass sich die Luft in Hochs bzw. Tiefs um das Zentrum bewegt (das Stichwort heißt Corioliskraft).

Generell ist es so, dass die Luft in Tiefdruckgebieten eher aufsteigt, was Wolkenbildung zur Folge hat, und in Hochdruckgebieten eher absinkt, was Wolkenauflösung zur Folge hat. Daher ist das Wetter in Tiefdruckgebieten eher schlecht, d.h. Wolken und Regen und in Hochs eher gut. Ganz verallgemeinern kann man das aber nicht, denn Wetter ist sehr komplex. So gibt es bei uns im Herbst bei Hochdruckwetterlagen oft Nebel, so das es den ganzen Tag grau, kühl und ohne Sonnenschein sein kann.

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