Frage von Lilatsch, 146

Wie beruhige ich mich nach dem Sturz?

Ich bin vor einem halben Jahr vom Pferd gefallen. Nicht tief oder so, es war ein Pony, aber es tat ziemlich weh, da er über mich rüber lief. Nichts gebrochen, alles ok, hab mir den Köchel verstaucht. Aber am schlimmsten war der Schock, DAS er mich angeworfen hatte! Er ist ein stures bockiges Pony, doch mich mochte er und ich sollte ihn auch immer reiten. Ich weiß das es normal ist das Pferde einen abbocken, das passiert auch jedem Pferdebesitzer mit seinem eigenen Pferd. Aber egal, zur Zeit reite ich einen Haflinger (das Pony wir mir auch zu klein) und bei jedem Aufsteigen denke ich ,, oje, der buckelt mich jetzt ab, jetzt falle ich runter" und so. Auch das traben macht mir Angst und galoppiert bin ich seit einem halben Jahr nicht.... Hat jemand einen Tipp oder eine Idee wie ich wieder beruhigt reiten und aufsteigen kann?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 46

1.) lerne fallen. Geh ein paar mal in einen Kampfsport Club und mach dort Fallübungen. Oder Voltigieren; es gibt auch spezielles Falltraining für Reiter- selten zu finden und Teuer...Wenn du weißt, wie  du dich abrollen kannst, brauchst du sich vorm fallen nicht mehr fürchten.

2.) mach Dir klar., dass das Leben voller Gefahren ist - über die Du nie nachdenkst. Wieso also über die Gefahr beim Reiten nachdenken...? Denke mal dran, dass du das gefährlichste am Reiten schon geschafft hast, wenn du den Straßenverkehr dort  hin hinter dir hast.

3.) Frag dich mal, wieso der Haflinger dich abwerfen wollen sollte? ( er ist doch sicher brav?). Das Pony hatte es als Gewohnheit, Leute abzusetzen, ach ja, dann isr es ja nicht ungewöhnlich, dass es das mit Dir auch mal macht. Aber der Hafi tut so was normal nicht. Hätte er also irgendeinen Grund, dich abzusetzen? Nein. Also! Ihm kannst du mehr vertrauen als den Autofahrern auf der Straße...

4.) denk immer als vorwärts. Überleg dir mal, dass ein Pferd nicht zugleich rennen und Bocken kann. Wenn je etwas sein sollte, mach es wie das Pferd: such dein Heil in der Flucht. ;-) wer treibt, ist der Chef. Also immer vorwärts.

5.) wenn es dir zeitlich und finanziell möglich ist, mach mal irgendwo Reiturlaub, wo man die mir deinen Ängsten hilft. Ich wüßte da grade die Reiterpension Marlie, aber sicher gibt es auch andere. Einfach wo mal wieder mit Sitzlonge anfangen wäre bestimmt auch hilfreich.

6) Atmen. Atmen nicht vergessen, manchmal kann man Angst regelrecht " wegatmen."

Kommentar von Lilatsch ,

Vielen Dank für die nette und schnelle Antwort. Ich mache jetzt wirklich einen Kurs mit dem Schwerpunkt reiten. Es ist ein Horsenatlitykurs ( Parellie fürs reiten). Da ich den ersten Kurs schon mal mitgemacht habe und der mir wirklich UNGLAUBLICH weiter geholfen hat, möchte ich gerne einen zweiten machen. Der erste war allerdings nur Bodenarbeit und ich saß glaube ich nur 10. min ungefähr im Sattel ;) 

Kommentar von Urlewas ,

Super! Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg, und wieder richtig Freude beim Reiten!

Kommentar von Lilatsch ,

Hey :) die Frage ist zwar schon ein bisschen her aber dieses Wochenende war der Kurs. Der lief total gut, bin zum Schluss auch ohne jegliche Angst galoppiert :) Ps: die Anmeldung zum Fall-lern Kurs habe ich gerade zur Post gebracht ^^

Kommentar von Urlewas ,

Das freut mich sehr!

Weiter so!

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 24

NEIN, es ist NICHT NORMAL, dass einen Pferde abbocken! Normal ist, wenn das NIEMALS passiert. Die wollen damit sagen, dass sie ein erhebliches Problem mit dem reiten haben: Sei es die Art und Weise wie sie geritten werden, seien es schlechte Erfahrungen im Vorfeld oder sei es unpassende Ausrüstung oder auch ein gesundheitliches Problem, das ihnen so Schwierigkeiten macht, dass sie nicht auch noch arbeiten können. Wenn ein Pferd bockt, sucht man die Ursache und stellt die ab und vorher hat kein Mensch mehr aufzusitzen, bevor sichergestellt ist, dass die Ursache behoben ist. Wir wollen alle, dass die Pferde uns viele Jahre lang dienen und nicht im Alter nur noch auf die Weide humpeln können, also sollten wir ihre Bedenken ernst nehmen. Wären Pferde nicht grundsätzlich bereit, sich zur Verfügung zu stellen und so neugierig, dass sie das komische Zeug, auf das Menschen kommen, ausprobieren, hätten wir nie angefangen, sie zu domestizieren.

Stur und bockig und Menschen mögen - da hat man Dir ziemlich viel Unsinn erzählt in Deiner bisherigen Ausbildung. Pferden sind solche um-die-Ecke-Denkmuster völlig fremd. Pferde wollen einfach überleben: Dazu gehört fressen, schlafen, laufen in ausreichender Menge, der Schutz einer Herde und - in keiner Situation in gesundheitliche Gefahr kommen. Wenn sie glauben, dass Menschen das nicht sicherstellen können, übernehmen sie lieber selbst die Führung. Wenn sie ihre Gesundheit vom Tun des Menschen gefährdet sehen, wehren sie sich.

Wenn man weiß, wie Pferde denken und dass man alles tut, dass sie einen ohne Sorgen, Schmerzen oder ähnliches tragen können, muss man auch keine Angst haben, dass was passiert. Wenn ich so lese, wie Du das beschreibst, was Dir in diesem Betrieb widerfährt, würde ich dort mit Sicherheit nicht auf ein Pferd steigen, denn selbst, wenn ich mit meiner Erfahrung erreichen könnte, dass es sich nicht direkt bei mir wehrt gegen das, was gemacht wird, könnte ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, ein Pferd zu reiten, das so offensichtlich Probleme äußert.

Antwort
von sukueh, 19

1.) Wie Baroque bereits festgestellt hat, ist es definitiv NICHT normal, dass ein Pferd den Reiter willlentlich und willkürlich abbocken möchte, um den Reiter "loszuwerden". Sollte das passieren, wäre entweder in der Ausbildung was schief gelaufen und/oder die Ausrüstung und/oder der Gesundheitszustand passen nicht.

2.) Da der Mensch dazu neigt, Tiere zu vermenschlichen, bist du jetzt auch "schockiert", dass dich das Pony abgebuckelt hat, OBWOHL du geglaubt hast, es würde dich mögen.

Auch hier hat die Baroque bereits schon eine richtige Antwort gegeben. Pferde haben derlei menschliche Gedankengänge nicht. Ich glaub nicht, dass ein Pferd denkt, "die mag ich, deshalb buckel ich sie jetzt nicht ab". Sie respektieren dich vielleicht ein wenig mehr als andere Menschen.

Ich würde auf einem Reiterhof, wo Reitschulepferde, die derartige Probleme haben, dass sie ihre Reiter abbuckeln nicht mehr reiten, da ich dies als ein Anzeichen dafür sehen würde, dass nicht genau auf die Pferde und mögliche Probleme geachtet wird.

Zudem wirst du ja auch mit deiner Angst, die ja auch von der Reitschule "verursacht" worden ist, in dem sie mit solchen Pferden "arbeitet", auch alleine gelassen.

Ich würde Longenstunden - speziell dann auch im Trab und Galopp - empfehlen, bist du wieder ein sicheres Gefühl hast.

Ich glaube nicht, dass du jetzt komplett mit Reiten aufhören solltest, den natürlich tut man sich als nicht so ängstlicher Mensch beim Reiten erheblich leichter, ein quasi leichtes Trauma nach einem Unfall sollte einen aber eben nicht daran hindern, nicht wieder aufs Pferd zu steigen, sondern nach  VERNÜNFTIGEN Möglichkeiten suchen lassen, wieder ohne Angst aufs Pferd steigen zu können.

Antwort
von Holsteinaarin, 28

Wenn das wirklich so schlimm ist und alleine schon so lange her ist und du trotzdem noch Angst hast, solltest du vielleicht überlegen, ob du nicht aufhörst. Du tust dir nichts Gutes und den Pferden auch nicht.
Ansonsten, solltest dir dir vielleicht ein Pferd suchen, dem du vertraust, oder schnell vertrauen schenken kannst. 
Man sollte nie super dolle Angst haben, wenn man runtergefallen ist, ein wenig Respekt haben, ok. Es sollte sich eher in einen positiven Ehrgeiz umwandeln und du solltest schauen woran es lag. 
Ansonsten denke ich, ist die Reiterei nichts für dich. Denn durch Angst beschwörst du erst solche Situationen hervor, da sie Pferde sofort merken wenn du unsicher bist.
Lass es lieber und sich dann zu überlegen ein Pferd zu kaufen, ist auch wirklich nicht sinnvoll!

Kommentar von Urlewas ,

Stimmt schon - normalerweise kann man auch gut leben, ohne zu reiten. 

Aber wenn es eigentlich der Herzenswunsch ist , wäre es doch  schade, zukünftig darauf verzichten zu müsse. Noch dazu mit dem Gedanken immHinterkopf " etwas nicht zuende gebracht zu haben".

Antwort
von BabyBlueMoon, 14

Hey,
also. Wenn du reitest kannst du grundsätzlich nicht damit rechnen, dass nie etwas passieren wird, denn so schön dieser Sport auch sein mag, so gefährlich ist er auch.

Ich reite seit ca. 9 Jahren und mich hat es schon einige Male vom Pferd geschmissen. Das schlimmste was mir passiert ist, war eine Schultermuskelzerrung, verklebte Gelenke im Hals und eine Verletzung an den Wirbeln im Nacken auf einmal, aber weißt du was das wichtigste dabei ist? Du musst IMMER wieder aufsteigen.

Verliere da nicht den Mut.

Fange erstmal wieder langsam an.

Setz dich auf dein Pferd und frag halt jemanden, ob er es an die Longe nehmen könnte. Dann trabst du ein wenig an der Longe, bis du dich sicher genug fühlst und es dich wieder traust, allein zu traben. Genauso mit dem Galopp.

Wichtig ist, dass du nur so weit gehst, wie du dich wohl fühlst, denn das Pferd merkt, wenn ein Reiter nervös wird und das überträgt es dann automatisch auf sich.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen!

Kommentar von Urlewas ,

Reiten ist kaum gefährlicher als Fahradfahren - es kommt immer darauf an, wie man es betreibt.

Als junger Mensch bin ich auch oft ( seht oft!) runter gepurzelt. Aber ich hatte auch kaum Unterricht, schlecht ausgebildete Reittiere und eine gute Portion Abenteuerlust. Dank besagtem Falltraining habe ich trotzdem nicht eine einzige Verletzung davon getragen.

Jetzt, ein paar Jährchen älter, würde ich mich nicht mehr auf ein Pferd setzten, wo ich davon ausgehen müßte, vorzeitig den Erdboden wieder finden zu müssen!

Es gibt inzwischen soga viele Menschen, die sich im Rentenalter ihren Jugendtraum erfüllen und reiten lernen. Das wäre völlig unverantwortlich, wenn es so " normal" wäre, das jeder runter fliegt.

Antwort
von Hannybunny95, 34

Puuh wenn du sogar vorm traben Angst hast... Das Problem ist, dass reiten auf vertrauen basiert. Ich meine da interagieren zwei Lebewesen, die definitiv nicht dieselbe Sprache sprechen. Klar kannst du die Sachen ausprobieren, die dir hier einige Leute geschrieben haben, aber wenn auch das nicht hilft, solltest du vielleicht überlegen das reiten aufzugeben. Ich meine man muss nicht reiten um mit Pferden arbeiten zu können. Es gibt auch viele Leute, die sich über Mädchen, die ihre alten Pferde bedüdeln, freuen.
Möchte dir nur auch diese Option nennen, da alles andere schon genannt wurde :)

Antwort
von MyLife14, 38

Denke nicht so viel darüber nach. Sag dir einfach immer das wenn es passiert das es nicht so schlimm ist. Auch wenn es vielleicht weh tut. Wenn du dem Pferd vertrauen kannst dann vertraut es dir bestimmt auch. Versuche dich einfach zu beruhigen es passiert bestimmt nicht so oft. Viel Glück

Antwort
von I1L11, 36

Ich würde erst einmal langsam anfangen und mich an das Pferd und die bewegungen gewöhnen.Ich kenne das auch, weil ich voher ein sehr schreckhaftiges Pferd geritten bin und danach ein liebes, was ich voher noch nie geritten bin.Da hatte ich am anfang auch ein bisschen Angst,aber es ist gar nicht so schlimm,wie es aussieht

Antwort
von Agent013, 36

positiv denken! es passiert nichts, denk einfach, es passiert nichts

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