Frage von Lessuelsch, 75

Wie beruhige ich ein Hyperaktives Kind?

Ich arbeite zur Zeit als Babysitterin für zwei Kinder im Alter von 4 (Mädchen) und 5 (Junge) Jahren. Die Mutter ist alleinerziehend und vollzeit Berufstätig. Die Kinder sind von 8-17 uhr im Kindergarten und anschließend werden sie von Kindermädchen betreut. so ging es zumindest die letzten 1 1/2 Jahre. Die Kindermädchen haben oft gewechselt und waren teilweise mehr als unqualifiziert. Die eine hat noch nicht mal die Sprache beherrscht. ich habe sie bisher drei mal betreut und konnte rausfinden, dass sie ihre Nachmittage vor dem Fernsehr verbracht haben. Und zu Essen haben von den Kindermädchen jeden Tag Brot und Wurst vorgesetzt bekommen. Durch eine frühere Ausbildung (vor ca 8 Jahren) die ich aufgrund meines Entschlusses zu studieren abgebrochen habe, kenne ich mich zumindest theoretisch in der Kinderpsychologie etwas aus. Und auch privat beschäftige ich mich oft mit dem Thema psychologie. Z.B. positive Verstärker, Kinditionierung etc. Doch selbstverständlich liegen Theorie und Praxis doch etwas voneinander entfernt. Nun zu den Kinder der Junge, was mir erst aber später mitgeteilt wurde, wurde bereits als Verhaltsauffällig deklariert. Ich selbst allerdings vermute, dass sein Verhalten lediglich aufgrund der äußeren Einflüsse herrührt. Er wird schnell quengelig vorallem wenn er nicht seinen Willen bekommt. Dann ist es noch kaum möglich an ihn ranzukommen. Er wirft sich auf dem Boden und schreit was das Zeug hält. Ein Beispiel: Ich habe die beiden vom Kindergarten abgeholt und war dabei ihnen ihr Essen zuzubereiten. Habe ihnen einige Ausmalbilder zur beschäftigung gegeben doch das wurde ihnen schnell zu langweilig. Sie kamen mit in die Küche und der Junge wollte mein Handy zum spielen haben. Ich hatte es weggepackt. Ich erklärte ihm, dass das nicht ginge. Er könnte 5 min damit spielen, wenn er brav ist und aufisst. Als Belohnung dürfte er anschließend 5 min mit dem Handy spielen. Er allerdings gab sich damit nicht zufrieden. Ich konnte ihn aber ablenken und das essen war auch schnell fertig. Ich servierte das Essen und sie schalteten den Fernsehr an. Und auch da kostete es mich sehr viel Ablenkung und Überredungskunst bis ich sie vom Fernsehr wegbekam. Ich versteckte anschließend den Kabel, da sie sich mit der Technik zu meiner Überraschung, sehr gut auszukennen scheinen. Doch nun weigerten sie sich zu essen, sie wollten lieber einen Pudding haben, den sie zuvor im Kühlschrank entdeckten. Ein Nein wurde auch nicht akzeptiert. Sie suchten sich einen Stuhl um es zu holen. Bevor sie es sehen konnten, versteckte ich schnell den Pudding. Und das Geschrei ging erneut los. Er legte sich auf den Boden, er wolle jetzt sofort den Pudding und das Handy und der Fernsehr soll auch laufen. Er war kaum beruhigen. Es blieb mir nichts übrig als ihn schreien zu lassen. Als er sich beruhigte, sagte ich ihm, dass er mit Geschrei bei mir nicht weiterkommt. Wenn er etwas möchte muss er freundlich danach fragen und sich an die Regeln halten. Fortsetzung im Kommentarb.

Antwort
von teafferman, 24

Ich habe aufgehört zu lesen, als Du den Jungen beschrieben hast als ein werdendes Kind, welches schnell unwillig wird, wenn es seinen Willen nicht bekommt. Er wirft sich auf den Boden, es ist nicht an ihn heran zu kommen. 

Ok. 

1. Kinder brauchen Sicherheit und Geborgenheit. Da hat es wohl bisher massiv dran gefehlt. 

Entwickele also Rituale. Ich habe ja jetzt nicht gelesen, wie oft und wie lange Du bei den Kindern bist. 

Begrüße die Kinder. Lade sie ein, mit Dir den Tagesablauf mit Dir zu besprechen. Sorge hier für eine eindeutige Reihenfolge bei der Besprechung. 

Du hast Dir also z.B. vorgenommen, zunächst mit den Kindern ein Spiel zu spielen, danach vielleicht noch ein wenig nach draußen auf den Spielplatz zu gehen, oder mit ihnen ein Lied einzuüben. Danach machst Du essen. Sind sie brav gewesen, dürfen sie mithelfen. Anschließend dürfen sie noch spielen. Dann wird es Zeit, sich für das Bett fertig zu machen. Und dann bekommen brave Kinder noch eine Gute-Nacht-Geschichte. 

Als Beispiel. Der Junge vor allen Dingen wird Dich erwartbar ständig unterbrechen. Übergehe ihn. 

Er wird sich auf den Boden werfen und so fort. Überlege im Vorfeld gut, wie Du ihn mit seinem Anfall alleine lassen kannst. Komplette Ignoranz. 

Er zerstört Gegenstände? Aber nur dann, wenn er welche in greifbarer Nähe hat. Und wenn diese zerstörbar sind. 

Gute Vorbereitung ist also das A und O. In dieser seiner Phase. 

Du möchtest lieber reagieren? Gut. Worte ignoriere, wenn er Dich unterbricht. Körperliche Aktionen kannst Du beruhigend beantworten. Dazu solltest Du hinter ihm sein. Also möglichst nah an seinem Rücken. Will er sich auf den Boden werfen, so fasse in an seinen Oberarmen. Halte ich einfach fest. Mache Dich auf massiven Widerstand gefasst. Halte ihn. Strahle bitte möglichst Ruhe aus. Liegt an Deiner Einstellung dazu. Drücke ihn NICHT an Deinen Körper, wenn es sich vermeiden lässt. Halte ihn einfach. 

Du darfst damit rechnen, dass Du dieser Herausforderung mindestens vier Wochen standhalten darfst. 

Danach aber hast Du das Vertrauen zu diesem Kind im Ansatz gewonnen. 

Wesentlich ist: DU bestimmst den Tagesablauf. Und diesen hältst Du bitte unbedingt ein!!!!! 

Solche Tagesstruktur gibt den Kindern Halt. Zudem zeigst Du damit Zuverlässigkeit. 

Bitte bestrafe nicht. Das ist sinnfrei. 

Hat er Unordnung gemacht, kann natürlich der nächste Tagesplan nicht ausgeführt werden, bevor diese Unordnung beseitigt ist. Du hast sie nicht gemacht, also räumst Du auch nicht auf, sondern ziehst Deinen Tagesplan mit dem anderen Kind durch. 

Auch hier ist gute Vorplanung das A und O. 

Beide Kinder sind in der Ich-Entwicklungs-Phase. Diese erforschen zu wollen sollte nicht betraft werden. 

------------------------

Nein. das Kind ist weder hyperaktiv noch verhaltensgestört. Es ist sogar sehr gesund, denn es reagiert auf eine asoziale Umwelt entsprechend mit Protest. Denn Du nun also ausbaden darfst. 

Nein. Der Vorwurf richtet sich nicht gegen die Mutter. Sie hat schlicht immer Pech gehabt. 

In meinem persönlichen Umfeld gibt es Menschen, die solche Herausforderung erfolgreich gemeistert haben. Ungelernt und unbezahlt. So, wie von mir beschrieben. 

Glaube mir: Es wird nicht lange dauern, bleibst Du in einer klaren und verständlichen, auch jeweils angekündigten Struktur und verlässlich. 

Antwort
von Smin85, 18

Hört sich so an als würden sie dich testen wie weit sie kommen. Ist ja auch verständlich wenn du neu angefangen hast und die strategie erfolgreich bei den letzten kindermädchen aufging.

Wichtig ist das du standhaft bleibst. Ich finde das du mit belohnungen arbeitest sehr gut. Erklär den kindern immer wieder mit einfachen worten wie die regeln sind. Sehr gut funktioniert auch zu sagen : ich möchte/will das du zb. erst aufisst, aufräumst usw. und dann darfst du einen pudding, eine sendung anschaun usw..

Wenn kinder einen wutanfall bekommen und sich schreiend auf den boden legen/werfen ist an sie kein rannkommen. Lass ihn machen. Du kannst zwischendrin mal fragen ob er fertig ist und normal reden will aber sonst ignorier es. Mach ihm danach aber keinen vorwurf daraus oder bestraf das verhalten, mach einfach weiter wie davor..

Ich denke wichtig ist auch mit der mutter zu sprechen, schilder ihr zb die situation mit dem eis. Ihr müsst euch über solche sachen einig sein und nicht gegeneinander ausspielen lassen.

Ich denke das wenn sie zb heimkommt und er sie nach eis frägt sie dich zb erst fragen sollte ob er dich schon gefragt hat und was du gesagt hast. Er darf nicht das gefühl bekommen das es eh egal ist was du sagst weil wenn mama daheim ist darf ich eh mit eis, pudding und handy vor dem fernseher sitzen....

Wenn du konsequent und liebevoll an der sache bleibst, ihr euch absprecht und einfache und verständliche regeln aufstellt wird das schon.

Antwort
von Goodnight, 28

Du machst das super! Ich bewundere deinen Mut, das mit fremden Kindern durchzuziehen!

 Nur würde ich keines der Kinder an dein Handy lassen.

Die Kinder sind schlicht nicht daran gewöhnt, dass jemand die Regeln bestimmt und einfordert.

Wenn die Mutter dir nicht in den Rücken fällt, wird es mit euch klappen.

Ich wünsch dir was!

Kommentar von Lessuelsch ,

Was ich sehr schade fand war, dass die Mama ihm leider das Eis dann doch erlaubt hat. Nicht nur eine sondern zwei Portionen durfte er essen und das kurz vor dem Schlafen gehen. Ich vermute mal weil sie schlechtes Gewissen hat (was sie öfters auch erwähnt hatte), dass leider beruflich nicht so oft da sein kann, lässt sie den beiden vieles durchgehen. :/

Kommentar von Goodnight ,

Damit schadet sie den Kindern aber doppelt. einmal weil sie nicht da ist und nachher weil sie die Erziehung verweigert.

Fragt sich halt, ob du unter diesen Umständen da bleiben willst. Die Mutter führt dich ja regelrecht vor.

Da Energien zu investieren halte ich für sinnlos.

Antwort
von NameInUse, 11

Warum schreibst Du Hyperaktiv? Die Kinder sind schlicht und ergreifend nicht erzogen und nicht richtig aus der Omnipotenz-Phase heraus. Kinder können sehr nervig sein und ausdauernd, wenn sie ihren Willen durchsetzen wollen und es vorallem gewohnt sind, dass sie ihn bekommen. Hier hilft nur Konsequenz und dann aushalten, also starke Nerven behalten. Am besten mit der Mutter über mögliche Konsequenzen für die Kinder sprechen, sowieso sollte man sie informieren.

Bezieh die Kinder ein, erklären ihnen, was geplant ist und was sie tun könnten, d.h. auch, dass sie ggf bei der Essenszubereitung helfen. In dem Alter nicht mit ihnen diskutieren, denn dazu sind sie kognitiv noch nicht in der Lage. Du bestimmst wo es lang geht und das musst Du ausstraheln, vermitteln und auch durchziehen.

Antwort
von sdmk08, 37

Lass ihn doch bisschen machen. Du sagst bist Psychologin aber verstehst die Kinder nicht. Sie machen das was sie nicht dürfen. Ihnen wird es irgendwann langweilig denn es sind Kinder. Du kannst sie nicht wie Erwachsene behandeln und Nur macht demonstrieren. Lass sie machen es sind Kinder
Und langsam langsam formst du ihn wie du möchtest. Wenn er dich mag wird er viel lieber was tun was du sagst statt dass du ihn alles verbietet und er dich hasst

Kommentar von Lessuelsch ,

Verstehe nicht genau was du meinst. soll ich sie vor dem fernseher sitzen lassen mit Handy und Pudding in der Hand bis es ihnen zu langweilig wird?

Antwort
von Lessuelsch, 41

(die Uhrzeit muss ich korrigieren von 8-16 uhr und bitte entsculdigt evtl Fehler ich habe es eben sehr schnell geschrieben) Ich bekam die beiden endlich ans Essenstisch in dem ich sie mit einer Geschichte über Indianer (aufgrund des Indianerehrenwortes) ablenkte. Die Geschichte schien ihnen zu gefallen und das Mädchen hat sogar aufgegessen, aber der Junge hörte mittendrin auf und fragte wieder nach dem Handy. Hinzu muss man erwähnen, dass er auch schon einige Kilos abgenommen hat, weil er oft aus Prinzip mitten drin nicht weiterisst. Er meinte er hätte keinen Hunger mehr und wolle lieber aber den Pudding aufessen. Und war kurz davor wieder loszuschreien. Ich tat überrascht als hätte ich etwas in einer Tasche entdeckt und lenkte ihn wieder ab. Dann versprach ich ihm sobald er aufgegessen hat bekommt er seinen Pudding, aber wenn er schreit kriegt er weder Nachtisch noch das Handy und muss in Bett. er hat aufgegessen und ich hielt auch mein Versprechen doch er wollte einen weiteren Pudding und ging an die Eispackung im Kühlschrank wollte dazu noch Eis haben. Ich war gerade dabei ihm zu erklären, dass es keinen Eis mehr gibt und gott sei dank kam dann auch endlich die Mama. Aber ich muss sagen ich war fix und fertig danach. Ich weiß nun nicht ob ich mich richtig verhalten habe und wie ich es hätte besser machen können. Habt ihr Ideen, Vorschläge was macht ihr in solchen Momenten? Vielen Dank schon mal im vorraus.

Antwort
von sylvie82, 29

glaube nicht, dass der hyperaktiv ist. der scheint aber mit gebrüll und geheule immer seinen willen bekommen zu haben. wünsche dir gute nerven und finde deine reaktion richtig

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community