Frage von EmmaHinrichs, 85

Wie Berechnet sich das Erbe?

Meine Stiefmutter (bin von ihr nicht adoptiert) ist vor 5 Jahren Gestorben. Meine Vate ist nun letztes Jahr verstorben. Die beiden hatten ein "Berliner Testament" und ich stehe nicht im Testament. Sodern nur mein Sohn. Trotzdem bekomme ich ja einen pflichtteil als einzige (lebende) Tochter... Wie hoch ist Dieser? Ich war nach dem Tot meiner Stiefmutter schon bei einem Anwalt der meinte damals ich würde als Tochter 50% bekommen da aber nur 1 Elternteil das leibliche ist nur 25%. Nun war mein Sohn Selber auch beim Anwalt und heraus kam das mir in dieser Konstellation sogar nur 17,5% zustehen (Berliner Testament und Stiefkind..) versteh das allerdings alles nicht. Kann wer helfen?

Antwort
von imager761, 19

Ich war nach dem Tot meiner Stiefmutter schon bei einem Anwalt der
meinte damals ich würde als Tochter 50% bekommen da aber nur 1
Elternteil das leibliche ist nur 25%. Nun war mein Sohn Selber auch beim
Anwalt und heraus kam das mir in dieser Konstellation sogar nur 17,5%
zustehen (Berliner Testament und Stiefkind..) versteh das allerdings
alles nicht.

Ich auch nicht - fehlt da etwas in deiner Sachverhaltsdarstellung? Die Nachlässe deiner "Eltern" werden getrennt betrachtet. Im gesetzl. Güterstand der Zugewinngemeinschaft gehört jedem das, was er vor der Ehe besaß und durch Erbe erwarb, bei notarieller Gütertrennung oder Gütergemeinschaft ist es etwas komplizierter (Vorgehaltsgut).

Am Nachlass deiner Stiefmutter warst du nie erbberechtigt. Am Nachlass deines Vaters bist zu deiner halben gesetzlichen Erbquote in Geld pflichtteilsberechtigt, wenn er seinen Enkel als Erben einsetzte.

Meint: Dein Vater erbte als längstlebender Vorerbe das Vermögen seiner Frau und vererbte dies wie sein eigenes durch gemeinsames Testament an dein Kind als Nacherben.

Du bist als einziges Kind des Verstorbenen dessen gesetzliche Alleinerbin, sofern dein Vater nicht neu heiratete und hast mit deiner Enterbung durch Berliner Testament der Eheleute einen dazu hälftigen Pflichtteilsanspruch, mithin 1/2 oder 50% seines Reinnachlasses gegen deinen Sohn als gewillkürten Nacherben zu fordern, sofern die Ehe deines Vaters im gesetzl. Güterstand der Zugewinngemeinschaft bestand.

G imager761

Kommentar von EmmaHinrichs ,

Danke für diese gut geschriebene Antwort. 

Heißt von der gesamt Erblassen würden mir in Geld 25% zustehen ?!...  Noch ein paar Sachen die evtl. Weiter helfen. Ja sie lebten immer in einer Zugewinngemeinschaft. Er hat nicht neu geheiratet. Habe gestern mit meinem Sohn telefoniert. Er sagte es sind sogar nur 12,5% die mir rechtlich zustehen. Und meinte (das fehlt in meiner Frage Stellung) das es daran liegt das nicht nur er sondern auch meine 2 Enkelkider mit im Testament stehen. Und die eheliche Konstellation meiner Eltern "leiblicher Vater, Stiefmutter mich nie adoptiert bzw. Anerkannt...." und die Machart des Testaments "Berliner" es nun mal so wiedergibt (laut seines Notars u. Eines Anwaltes bei dem er sich beraten ließ.)... hoffe das hilft evtl. Noch zur Klärung. 

Danke.

Kommentar von imager761 ,

Ohne wörtliche Kenntnis des Berliner Testaments ist eine zielführende Antwort leider nicht möglich. Es wäre denkbar, das beide Testierenden jeweil bestimmte Peronen als ihre Nacherben ihres Vermögens bestellten, also nicht dein Vater alles als Vorerbe bekam, sondern nur einen Teil, den er deinem Sohn als Nacherben zusprache.

An deiner Pflichtteilsquote ändert das aber nichts, nur an der Höhe.

Als gesetzliche Erbberechtigte geht dir das irgendwann in Kopie einmal zu, vlt. stellts du dann die Frage erneut und fügst es lesbar als Foto mit ein.

Derzeit nur soweit:

  • § 1924 (1) BGB bestimmt: "Gesetzliche Erben der ersten Ordnung sind die Abkömmlinge [Kinder] des Erblassers." Absatz 2:  "Ein zur Zeit des Erbfalls lebender Abkömmling schließt die durch ihn mit dem Erblasser verwandten Abkömmlinge von der Erbfolge aus."Meint: Du bist seine gesetzliche (!) Alleinerbin, sofern dein Vater weder andere (auch ungeborene) Kinder gezeugt noch adoptiert hätte und würdest von ihm alles erben, gäbe es keine gewillkürte Erbregelung durch das Berliner Testament.
  • Durch gegenseitige Erbeinsetzung sind aber andere zur Erbfolge gelangt, § 2269 BGB
  • "Ist ein Abkömmling des Erblassers durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen, so kann er von dem Erben den Pflichtteil verlangen. Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils", § 2303 BGB.Meint: Du kannst 50% des Reinnachlasses deines Vaters (Vermögen ./. [Verbindlichkeiten + Bestattungskosten]) gegen jeden der eingesetzten Erben noch drei Jahre nach Kenntins deiner Nichtberücksichtigung  geltend machen (1/1 : 2 =) 1/2 oder 50% Pflichtteil.
  • Das die andere Hälfte an drei Erben einer Erbengemeinschaft geht, nicht nur deinen Sohn, spielt hierbei keine Rolle.

Ich würde da an deiner Stelle:

  1. Zunächst per Einwurf-Einschreiben gegen jeden der Miterben  "meinen Pflichtteilsanspruch in zunächst unbekannter Höhe zzgl. Verzugszinsen geltend machen"
  2. Gem. § 2314 BGB "ein bewertetes Verzeichnis über  Verbindlichkeiten und Vermögensposten des Nachlasses, dass durch die zuständige Behörde oder durch einen zuständigen Beamten oder Notar aufgenommen wird" sowie "Auskunft über lebzeitige Schenkungen des Erblassers innerhalb der letzten 10 Jahre" gegen jeden der Miterben beanspruchen.
  3. Als gesetzl. Erbberechtigte mit Peronalausweis und Abstammungsurkunde beim Nachlassgericht am Amtsgericht, dass für den Sterbeort deines Vaters zuständig ist, eine Kopie des Berliner Testments anfordern

Dann kan man den Reinnachlasswert und damit seinen Pflichtteil berechnen, ggf. um Schenkunsgwert lebzeitiger Schenkungen n. § 2325 Abs. 3 erhöht.

G imager761

Antwort
von Dynah, 43

Hallo such dir einen Anwalt für Erbrecht da jetzt beide Elternteile verstorben sind werden die Prozente neu aufgeteilt da ja nun beide Eltern verstorben sind.

Es kommt auch drauf an was im Testament deines Vaters steht wenn er eins gemacht weil das erste Testament ja nun verbraucht ist nachdem den Enterbt wurdest.

Kommentar von EmmaHinrichs ,

Es gibt ja nur das eine Testament ein "Berliner Testament" (Gegenseitig sind die Ehegatten als vorerben eingetragen) und mein Sohn ist alleiniger Nacherbe.

Antwort
von robi187, 16

also ich denke das vater der erbe war von mutter und damit ist es sein eigentum was er dann all seine kinder vererbt und damit ist es unwichtig von welcher mutter die kinder sind?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten