Frage von Leo4thewin, 119

Wie bekommt man einen klaren Verstand?

Ich möchte gerne einen klaren Verstand haben, und dies in jeder situation zu 100 prozent.

Kennt ihr das Gefühl nach dem Meditieren, Selbsthypnose oder nach der Sauna, wo man in einem Zustand der vollkommenen Entspannung gerät und einem nichts aus der Fassung bringen kann.

Ich hätte gerne genau diesen Zustand, und das den ganzen Tag.

Mein Verstand wird (leider) immer wieder von unnützlichen Gefühlen gestört, wie Zweife, Angst, Stress und, ich nehme viel zu viele Sachen persönlich, wenn mich einer auslacht oder jemand schlecht über mich redet usw, kann es dazu kommen dass ich mich eine Zeit lang richtig mies fühle.

Was ich mir dabei denke ist: Es muss nicht sein, und es bringt mich auch nicht weiter.

Mein Ziel ist es irgendwann diesen Bewusstseinszustand zu erlangen, und ich arbeite auch daran, Ich meditiere (nicht oft genuch), hypnotisiere mich selbst mit autosuggestionen, gehe in die sauna, observiere meine Gefühle, und ich nehme kalte duschen (diese 4 sachen sind jedem zu empfehlen)

Ich bemerke langsam, dass ich meinem Weg näher komme und verändere meine Art zu denken, aber habt ihr vielleicht ein paar tipps was mir dabei helfen könnte diesen Bewusstseinszustand zu erreichen?

Meine Tipps als gegenleistung (die sind Gold wert):

  1. Jeden Tag morgens eine kalte dusche, man fühlt sich stundenlang richtig richtig gut und ist ebenfalls gesund für die Haut und das Immunsystem.

  2. Meditation, lernen wie man sich auf etwas fokussieren kann

  3. Seine Gefühle observieren und hinterfragen.

Aber nun reicht das leider nicht aus um effektiv diesen bestimmten Bewusstseinszustand zu erlangen, ich freue mich auf eure Antworten.

Expertenantwort
von DottorePsycho, Community-Experte für Hypnose & Psychologie, 54

Es gibt keine unnützen Gefühle. Anders gesagt, Gefühle wie Zweifel, Angst, Stress oder Überempfindlichkeit gegenüber den Äusserungen Dritter sind ganz natürlich und möchten bitteschön von Dir "erobert" werden.

D.h. es gilt, diese Gefühle zu bemerken (das kannst Du schon), zu akzeptieren, zu hinterfragen, zu untersuchen, auszuhalten, nochmal zu untersuchen ... um sie dann - irgendwann - loslassen und verabschieden zu können.

Und dann kommen sie wieder, und Du machst den gleichen Prozess nochmal durch - solange bis Du Meisterschaft erreicht hast.

Alle von Dir aufgezählten Techniken basieren darauf, dass Du die Sache mit Dir selbst ausmachst. Wie wäre es, wenn Du stattdessen mal Gespräche suchst mit anderen Menschen, die mit denselben Gefühlen umzugehen haben (das sind meiner Erfahrung nach ungefähr ... alle), und im gegenseitigen Austausch Deinen und deren Horizont erweiterst?!

Haben wir es bei Dir mit einem gewissen Maß an Perfektionismus zu tun, wäre die Betrachtung dessen sicherlich auch hoch interessant und würde womöglich sogar ein paar Stunden mit einem Psychotherapeuten nahelegen - nicht weil mit Dir etwas nicht in Ordnung wäre, sondern eher zum Einpendeln auf ein gesundes und realistisches Maß von Erwartungshaltung Dir selbst gegenüber.

Kommentar von Leo4thewin ,

"Man muss in den Himmel zielen um die Baumwipfel zu erreichen"
Ich mache bereits Fortschritte und habe glaube ich auch die richtige Einstellung um die Sache anzugehen.
Ich habe mir natürlich ein sehr hohes Ziel gesetzt, aber ich bin nicht am verzweifeln um es zu erreichen, ich bemerke nur, das ich meinem Ziel näher komme aber es warscheinlich nie ganz fertigbringen werde. Jedoch bringen mir die Fortschritte Vorteile im "Leben", und solange Fortschritte noch machbar sind werde ich daran arbeiten.
Deswegen denke ich ist ein Besuch bei einem psychotherapeuten noch nicht Notwendig.
Deine Antwort hat mir auf jedenfall geholfen, dankeschön.

Kommentar von DottorePsycho ,

Natürlich ist der nicht notwendig. Du hast ja weder eine psychische Störung noch ein ernsthaftes Problem.

So ein Psychotherapeut könnte aber der ideale Gesprächspartner sein. Sieh ihn als das, nicht als Seelenklempner.

Antwort
von ESAFILM, 26

Viele Gute Antworten und auch ich meine, Du bist auf dem richtigen Weg. Es ist immer ein Weg und kein Zustand, der für immer bleibt. Mein Tipp ist Zeobent. Das wir auf Nahrungsergänzung angewiesen sind, liegt ja mehr an der Lebensmittelwirtschaft, als an unserer guten Ernährung.

Antwort
von tose25, 53

Ausdauersport vor allem Ausdauerlauf hilft. Nach einer bestimmten Anzahl von Kilometern (etwa 15-20 km) kommt das Glücksgefühl. Deswegen laufen ja einige Leute gerne einen Marathonlauf. Es soll auch Leute geben, die dies durch Musik spielen erreichen. Es geht aber nicht darum, keine unangenehmen Gedanken oder Gefühle mehr zu erleben, diese gehören zum Leben dazu. Negative Gefühle wie Trauer oder Angst haben auch durchaus ihren Nutzen. Es geht eher darum, damit besser umgehen zu könne, aber ich glaube, das meinst du auch? Der Vorteil an Meditation ist eben, einen entspannten Zustand zu erreichen, sich dadurch besser zu fühlen und dadurch negative Emotionen und Gedanken nicht mehr als so belastbar wahrzunehmen.

Kommentar von Leo4thewin ,

Danke für deine Antwort, Ausdauersport finde ich ist eine sehr gute iddee, nur da gibt es leider ein Problem für mich:
Ich mache Bodybuilding (hilft auch ein wenig) und ich habe ziemliche Schwierigkeiten damit genügend kalorien zu mir zu nehmen, und noch mehr zu verbrennen währe kontraproduktiv, wenn ich eine Lösung zu diesem Kalorienproblem finde, dann versuche ich es definitiv mit ausdauersport.
Ich schreib es mir auf jedenfall auf.

Antwort
von NewKemroy, 46

Also, was ich weiß, dass eine Geisteshaltung des "erreichen wollens" die Sache komplett verhindert. Sobald da ein "um zu" im Kopf ist - also z.B. ich meditiere, UM klarer im Kopf ZU werden, stellt sich die Klarheit mit Sicherheit nicht ein. Zwischen drin gibt es im Kopf aber auch kurze Phasen der Selbstvergessenheit. da ereignen sich solche "Umstellungen" eher. Das Dumme ist, dass mit solchen Mini-Methoden oder Kurz-Strategien eine permanente Veränderung nicht zu erreichen ist. Sie taugen dazu mal einen Vorgeschmack zu bekommen und sind in dieser Hinsicht auch wertvoll. Weitere Kurz-Strategien wären: Exzessive Gehmeditation oder Gedanken-Fangen (Spiel). Aber ich denke die Traditionen von Zen, Vipassana und einigen Yoga-Techniken würde es nicht geben, wenn man das Ganze so einfach in Nullkommanix hinbekommen würde. - Das ändert natürlich nichts daran, dass es auch besonders begabte Menschen geben soll, denen vielleicht das Auto geklaut wird und die in Folge eines Blickes auf den leeren Parkplatz dann eine Erleuchtungserfahrung haben.

Kommentar von Leo4thewin ,

Du behauptest also, dass diese Methoden nicht wirklich etwas bringen, und das es so etwas wie eine perfekte Methode nicht gibt?
Was ist denn deiner Meinung die beste Methode?

Kommentar von NewKemroy ,

Meiner Meinung nach, isses das Beste über das Jahr, bzw. täglich das zu üben, was fehlt oder noch mehr geübt werden muss - sei es Konzentration oder Achtsamkeit oder beides. Vielleicht so 10 min. täglich. Und dann einmal im Jahr ein zweiwöchiges Retreat oder Sesshin zu machen. Also unter Anleitung in einem Kurs sich für ca. 10-14 Tage zurück zu ziehen und in der Summe  ca. 10 Stunden am Tag zu meditieren. Und das bei den besten Lehrern, in der besten Tradition, die man finden kann. Die Religion welcher diese Tradition entspringt ist da einigermaßen egal - obwohl der Buddhismus ist schon nicht schlecht.

Was Du willst, ist vermutlich aus einem Zentrum heraus zu sprechen und zu handeln, ohne zaudern, zweifeln oder "abwesend" zu sein. Einfach straight klar Du selbst sein und aus Dir selbst zu agieren. Das ist ein Zustand, der bekannt ist und den viele wollen. Es ist eine kleine Erleuchtung. Manche nennen es das "Ich bin" andere nennen es das JETZT, weil es sich so anfühlt, als ob man plötzlich im Hier und Jetzt lebt und die bisherige Zeit irgendwie als Zombie gelebt hat. Die Entsprechung im Christentum bzw. in der Bibel heißt "der neue Mensch". Leider ist dieser Zustand, als etwas Permanentes nicht so einfach zu haben. Ich glaube im Zen käme dies dem Satori gleich.

Aber es gibt das! Und man kann das anstreben. Aber es ist im Endeffekt auch nicht das Gelbe vom Ei und wird die Sehnsucht nicht völlig stillen.

Kommentar von Leo4thewin ,

Ja genau diesen Zustand will ich erreichen. Du verstehst was ich meine, ich habe nämlich genau dies gemeint und auch schon davon gehört, jetzt kann ich weiter recherchieren :)

Antwort
von triunitas3in1, 47

Ich denke, hier spielt dir der Verstand einen Streich, indem er begierig auf diesen "positiven“ Zustand wird und sich dafür bestimmte Methoden zurechtbastelt. M.E. machst du schon genug, wenn nicht sogar zu viel. Manchmal ist weniger auch mehr.

Es genügt schon Achtsamkeit auf das Hier&Jetzt (tägliches Meditieren nach dem Aufstehen kann als Einstieg dienen), auch wenn das Anspannung oder Gefühle von Verletztheit beinhaltet. Du schreibst "Gefühle
observieren und hinterfragen", aber fühlst du sie auch ganz? Spürst du sie
unmittelbar als bestimmte Körperempfindungen? Ohne Bewertung in "positive" und "negative" Gefühle? Das wäre mein einziger "Tipp"...

Kommentar von Leo4thewin ,

Danke, ich werde versuchen, meine Gefühle "stärker" beobachten, vielleicht ist das ja auch die Lösung.

Kommentar von Kristall08 ,

Du sollst sie fühlen, nicht noch stärker beobachten. ;)

Antwort
von SibelAk, 42

Schau dir mal das Besuch von Detlef Rathmer an: 7 Wege zu dir selbst.
Beispiel: Das Beobachten von Gedanken und Gefühlen.
Hier wird aber auch viel auf den inneren Körper eingegangen.
Ich weiß, dass das Buch einen sehr weit bringt, nur steht mir mein Verstand ständig im Weg. Im Buch wird aber auch gesagt, dass der größte Schritt darin liegt, gegen seinen "Verstand" anzukommen, weil dieser die Übungen für banal einstuft.

Antwort
von wobfighter, 40

The Way of Zen. Meditieren und den Rest ausblenden...

Wollen wohl viele Menschen ist aber sehr schwer...

Kommentar von Leo4thewin ,

Ich tue es manschmal, aber ich habe es noch nicht so mit dem meditieren :/ ich werde mir vornehmen müssen jeden tag nach dem aufstehen zu meditieren

Kommentar von wobfighter ,

Am Anfang ist es mir passiert das ich eingenickt bin oder der Kopf mit Gedanken geflutet wurde. In Asien wird dann teilweise durch leicht schmerzende Pose und dauerhaftes sitzen versucht dadurch die Gedanken auszublenden mit Atmung und Bio Feedback sich zu beruhigen und so innere Ruhe zu finden... nur meditieren wird aber nichts bringen Zen und die asiatische Kultur ist ein Lifestyle und eine Reise zum eigenen Ich im Innern um ein guter Mensch zu werden und sich zu befreien..

Antwort
von AlphaundOmega, 17

Erst mal Wow,  zu so wenig gesagt ^^... aber die Beantwortung dauert etwas ;)...

1.) Verstand wird vom Ego-Bewusstsein gesteuert , Das bist aber nicht du ! ...Es sind deine Erfahrungen deine Erziehung und Prägung...

( Wurde vom Gehirn erfunden und vergreift sich jetzt an dein Unterbewusstsein um dagegen zusteuern...)

Ich bemerke langsam, dass ich meinem Weg näher komme und verändere meine Art zu denken, aber habt ihr vielleicht ein paar tipps was mir dabei
helfen könnte diesen Bewusstseinszustand zu erreichen

Die Art deines Denkens, ist auch deine innere Ansicht des Aussen  ...

Ich würde sagen du blockierst dich selbst .... Du bist so positiv , aber genau deine Kontrolliertheit  kann dich nicht einfach mal fallen lassen , damit du siehst , das Vertrauen in deinem Bewusstein existiert... Spüre in der Spontanität das lebensgefühl , ...das sich niemals nach der (uhr)zeit sehnt...

Kommentar von AlphaundOmega ,

Ps.

Wie bekommt man einen klaren Verstand?

Der Verstand versteht nichts , und schon gar nichts, was du verstehen willst ...

Nur dein Bewusstsein  ist in der Lage , alles für dich verstehen zu können...

Kommentar von Leo4thewin ,

Ich glaube ich verstehe ein wenig was du meinst. Im englischen nennt man das "enlightenment" und das basiert daran, dass unser Ego nur ein Gedanke ist. "Wir" existieren nicht, genau so wie unsere Seele, aber die Frage ist wie man das erreicht (ohne 1000 000 stunden meditation hinter sich zu haben)

Kommentar von AlphaundOmega ,

Nun das Bewusstsein braucht kein Denken , aber denken braucht Bewusstsein...und das ereichen wir am besten , wenn wir dieses Ich -Bewusstsein "Ego " beobachten , was wir schon aus "Erkenne dich selbst " , im Stein gemeiselt wiederfinden...

Um so weniger Gewicht unser Ego bekommt, desto mehr  kommt das wahre Selbst hervor ...Ein "Ich", löst sich dabei langsam wieder auf ...

Was du unter klaren Verstand bezeichnest , ist in wirklichkeit , eine freie Geist seele ohne physischen Körper in der Astral Dimension

...dort ist es der Zustand der reinen Wahrnehmung mit dem Bewusstsein ...das Sein des Selbst hat mehrere Ebenen , die wir dort erreichen können...

Manche brauchen  länger als andere  und andere schaffen es auf Anhieb ..., das liegt daran, wie stark wir hier auf Erden gefestigt sind oder durch unsere materielle Vorstellung geprägt wurde... Dann würde ich Übungen, die das Loslassen beinhalten vorschlagen ...

Kommentar von AlphaundOmega ,

aber die Frage ist wie man das erreicht (ohne 1000 000 stunden meditation hinter sich zu haben)

Nein ich halte davon auch nichts , ...ein freier Geist schwingt nicht in einem Wiederholungs-t-akt besser ;) das wäre nur wie Schulwissen mit dem man nicht weiterkommt ...Entfaltung fängt mit deiner Intuition, Inspiration , Visionen und Eingebungen an...

Kommentar von AlphaundOmega ,

folge der leisen Stimme in dir  , was sich auch Ge-wissen nennt... :)

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