Frage von HandyPotter, 42

Wie bekomme ich endlich mal mein Leben in den Griff?

Guten Abend,

eig. möchte ich solch persönliche Fragen nicht stellen, aber ich komm einfach nicht weiter! Ich versuche mich so kurz wie möglich zu fassen. Mein Leben ist ein komplettes Chaos, weil: ich keine Pläne habe, keine Wünsche, keine Ziele, keine Zukunft, ich komplett verplant bin, ich es nicht schaffe Ordnung und Struktur zu halten, ich ein faules Stück bin und meinen Hintern nicht hochkriege und mich zu nichts aufraffen kann. Mein Tag besteht daraus, morgen zu verschlafen, dann in die Schule zu hetzen, Hausaufgaben hab ich nicht, gelernt sowieso nicht, keine Ahnung was überhaupt los ist. Dann penn ich den ganzen Unterricht lang, bin frustriert wenn ich wieder eine schlechte Note kriege, gehe aggressiv und depressiv nach Hause. Dort sitze ich dann den ganzen Tag am PC, schaffe es nicht mich aufzuraffen oder IRGENDWAS zu machen. Die Wohnung sieht aus wie Sau, der Haushalt bleibt liegen, alles liegt und gammelt vor sich hin. Wenn ich es dann nach endlosen Diskussionen mit mir selbst endlich schaffe, mich an jemanden zu wenden und nach Ratschlägen zu fragen, werde ich aggressiv, weil ich es hasse wie die Pest wenn man mir Ratschläge und Tipps gibt. Selbst wenn ich danach gefragt habe. Dann werfe ich Teller an die Wand oder mache Dinge kaputt, die mir eig. was bedeuten. Dann fühle ich mich fett und hässlich und widerwärtig, weil ich es nicht mal schaffe mich wenigstens eine halbe Stunde draußen aufzuhalten bzw. ein bisschen sportlich zu betätigen. Dann versinke ich in stumpfer Resignation, dass ich eh nichts erreichen werde, geschweige denn nicht mal ansatzweise irgendwas habe was mir Spaß macht und woraus ich einen Beruf machen könnte. Ziele, Wünsche, Zukunft hab ich sowieso nicht. Ich denke über Prostitution nach, weil es ein einfach Weg ist wenigstens ein bisschen Geld zu verdienen. Ich finde mich damit ab ein wertloses, unnützes Stück Fleisch zu sein, dass dem Staat auf der Tasche liegt und vor sich hinvegetiert bis es irgendwann alleine in einer verschimmelten, vergammelten, verdreckten Assi-Wohnung verreckt, umgeben von gestreckten, billigen Drogen und leeren Vodka-Flaschen. Wäre ich schon volljährig würde ich mich jeden Abend ins Koma saufen. Mit diesem Gedanke sitze ich trostlos bis zum Morgengrauen am PC, schlafe dann zu wenig und der Tag beginnt von Neuem.

Ich hoffe, jemand kann mir helfen :-/

HP

Antwort
von emily2001, 17

Hallo,

ich bin der Meinung, daß du zu Hause anfangen solltest zu sortieren! D. h. alles unnötige in den Müll kippen!

Setz dich aufs Bett, rechts und links große Mülltüten/Kartons, rechts, das was du behalten möchtest, links alles, was du nicht brauchst.

Wenn du Ordnung geschaffen hast, hast du mehr Platz und du wirst automatisch ruhiger.

Du könntest z. B. eine Aufräumparty machen (ohne Alkohol, S.x oder Drogen) schmeißen, wo alle mithelfen beim Hören von guter Musik, danach wird eine Pizza gebacken oder/ und ein Salat gemacht...

Belohnung: gemeinsam Fernsehen oder Diskutieren beim Essen von einigen Snacks.

Gewöhne dich daran, zeitig aufzustehen und zeitig ins Bett zu gehen, immer zur gleichen Zeit, so daß es zur Gewohnheit wird.

Wenn das alles erledigt ist, kannst du anfangen, dich richtig zu organisieren. d.h. Planen, arbeiten (Hausaufgaben), kochen, putzen, ausgehen.

Kauf dir einen großen Kalender, wo du die zu machenden Aufgaben aufgelistet werden, nie mehr als 2 Tage hintereinander, nur eine bestimmte Aufgabe pro Tag (heute wird das Wohnzmmer gesaugt, morgen Wäsche gewaschen) und du hälst dich daran, egal was passiert. Eine kleine Belohnung muß dann her (1 Müsliriegel oder eine 1/4 Stunde Musik hören)!

Du mußt lernen, besser mit dir selbst umzugehen, und du mußt vor allem lernen, dich selbst zu mögen!

Nach und nach wird es dir besser gehen, wenn du dein Pensum erweitern kannst. anstatt 1 Aufgabe/Tag, dann zwei, usw...

Viel Erfolg, Emmy.

Antwort
von loema, 14

Fang langsam aber stetig mit winzigen Schritten an, etwas täglich für 2 Minuten zu tun, was dir ein gutes Gefühl gibt.
Beispiel: Räume jeden Tag eine 30x30cm große Fläche deiner Wohnung auf.
Du wirst in 2 Minuten fertig sein. Mache auf keinen Fall mehr!
Und das 2 Wochen lang.
Danach suchst du dir etwas, was du 3 Minuten täglich machst.
Zum Beispiel: Spülen. Nur 3 Minuten täglich.
Dazu besorgst du dir kleine Bohnen.
10 Stück füllst du in die rechte Hosentasche.
Immer, wenn du etwas klitzekleines Schönes erlebst, tust du eine Bohne von der rechten Hosentasche in die linke Hosentasche.
Abends zählst du die Bohnen in der linken Hosentasche und erinnerst dich nochmal genau, was dir genau Schönes passiert ist.
Nach den 4 Wochen wirst du schon bemerken, dass sich etwas verändert.

Antwort
von blechkuebel, 8

Nun ja, auch wenn du sagst, du hättest keine Ziele, geht für mich aus deinem Post hervor, dass du das so, wie es im Moment ist, nicht haben willst. Also weißt du schon, was du NICHT willst. Zweitens sagst du, du willst dein Leben in den Griff kriegen. Das ist natürlich noch unkonkret (denn was bedeutet das?), aber das geht eindeutig in Richtung eines Ziels. So planlos bist du also offenbar gar nicht. Da gibt es etwas in dir, das das so wie es jetzt ist, nicht will. Und da musst du drauf aufbauen!

Richte den Blick auf das, was du schaffst. Schreibe dir am Ende des Tages einfach mal auf ein Blatt auf, was du alles am Tag gemacht hast, und zwar möglichst präzise und detailliert. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass du dann siehst dass der Eindruck, dass du NICHTS machst, so nicht stimmt. Du bist z.B. in die Schule gegangen. Das ist nicht nichts!

Fang mit kleinen Sachen an, und überfordere dich nicht. Z.B. könntest du morgen den Müll raustragen, oder spülen. Kleine Sachen, keine großen Projekte. Jedes Mal, wenn du etwas geschafft hast, schreibst du dir das am Abend auf. Damit du siehst, dass du nicht nichts schaffst.

Antwort
von Hooks, 6

Tscha, irgendwo mußt Du anfangen. Mach aber kleine Schritte, so daß Du nicht in Versuchung kommst, alles wieder hinzuwerfen.

Früh aufstehen, Wecker an die Tür, mit Gewalt wach bleiben.

10 min raus, egal wann, wo, wie. Such Dir eine Marschierroute aus, die Du täglich abklapperst.

Früh ins Bett, drinbleiben, Augen zu, auch ohne Schlaf.

Antwort
von HandyPotter, 8

Wow danke, diese Antworten bauen mich ungemein auf!!! Ich fühle mich wie ein neuer Mensch aber ich bin eh schon davon ausgegangen, dass mir keiner glaubt. Warum auch? Ist ja alles happy-fappy supi dupi bei jedem Menschen auf dieser Welt^^ und wenn man korrekte Grammatik verwendet, kann es einem ja gar  nicht schlecht gehen :) Aber das ist okay, ist nicht so, als hätte mir das jeder schon gesagt und als hätte ich das nicht schon 100te Male gehört. Aber ein "stell dich halt nicht so an und hör auf rumzujammern" ändert natürlich viel und hilft mir wahnsinnig!

Schönen Abend noch

Kommentar von loema ,

Und was ist mit den anderen Antworten????

Kommentar von HandyPotter ,

die kriegen ein danke

Antwort
von DinoMath, 19

Auf die gefahr hin, dass dein Handy gleich an der Wand landet:

ein Psychologe könnte helfen.

Vor allem wenn es garnicht mehr ohne geht.

Antwort
von voayager, 6

Räum` schon mal dein Zimmer auf, dazu reicht es allemal, denn schließlich hat es auch gereicht hier nen langen Text reinzusetzen.

Versuche zudem nicht in Selbstmitleid zu verfallen. Steh einfach auf.


Antwort
von Akka2323, 14

Warum sollte Dir jemand helfen? Hilf Dir selbst, sonst wird das sowieso nichts.

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