Frage von PonyPia, 105

Wie bekomme ich ein faules Pferd an die Hand/ in die Anlehnung?

Hallo! ich habe eine RB auf einer Quarter Horse stute die sseeehhhhrr faul ist. Sie war einmal ein Westernpferd,heute wird sie klassisch geritten. Das Problem ist,ich habe jetzt schon viele Versionen davon gehört wie man ein Pferd in die Anlehung bekommt, aber ich möchte wissen was ihr von den Versionen haltet und welche ihr empfehlen würdet.

Ihr zweite RB hat folgendes gesagt: Äußeren Zügel fest halten und mit dem Inneren Paraden geben.

Meine Freundin hat gesagt: Zügel schon kürzer nehmen,auf die Tour gehen und verkleinern und vergrößern,dann stehen bleiben und das gleichen auch der anderen hand machen.

Dann habe ich wo gelesen: Zügel kürzer nehmen und immer wenn das Pferd den kopf hochreißt nachgeben und dann wieder annehmen.

Kennt ihr noch andere methoden? Welche würdet ihr empfehlen? Freue mich auf rasche antworten:) LG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von hupsipu, 105

Vergiss die "Anleitungen", keine davon lässt sich bei jedem Pferd umsetzen wie ne Gebrauchsanweisung beim Bügeleisen. Erstmal brauchst du ein Gefühl dafür, was bei deinem Pferd anatomisch passiert und wie du das beeinflussen kannst. Dann kannst du ganz individuell auf dein Pferd eingehen und es in Anlehnung bringen.
Und dann fängst du nicht mit den Zügeln an sondern von hinten her. Das Pferd ist faul? Dann arbeite am Fleiß - sonst verhungerst du obendrauf. Übergänge, und zwar nicht rundenweise sondern kurz (5 Tritte Trab - Halten - 5 Tritte Schritt - Angaloppieren - 3 Galoppsprünge - usw) machen das Pferd wach, ebenso Tempowechsel innerhalb der Gangart. Das Reiten in Stellung bringt es ans Bein: (Konter-)Schulterherein auf der Geraden und dem Zirkel in Schritt und Trab, Wechsel zwischen Innen- und Aussenstellung, Viereck verkleinern und vergrößern, Kurzkehrt.
Bei allen Übungen arbeitet dein inneres Bein mit deinem äußeren Zügel zusammen - innen zuppeln, ziehen und runterriegeln ist quark. Die innere Hand kann (!) zur kurzfristigen (!!) Korrektur mal den Schenkel unterstützen um die Stellung zu verstärken - sie gibt aber immer sofort wieder nach, so dass der innere Schenkel wieder maßgeblich ist.
Damit hast du im Idealfall schon gar nix mehr in der Hand sondern ein Pferd in wunderbarer Selbsthaltung und Anlehnung, das sich durch Beine und Kreuz reiten lässt.
Dieses "innen loslassen" wird leider fast immer falsch gelehrt und kostet wahnsinnig viel Mühe - 95% der Leute hängen am inneren Zügel als wärs ne Rettungsleine. Aber das ist der Schritt mit dem du vom Rumgekrebse zum Reiten kommst...

Kommentar von Dahika ,

Das ist eine schöne und korrekte Erklärung, aber du glaubst doch nicht, dass die Fragestellerin auch nur versteht, was du damit sagen willst.  Um das umzusetzen, braucht die Fragestellerin einen guten und langfristigen Einzelunterricht.

Kommentar von hupsipu ,

Natürlich braucht sie dazu Unterricht, aber ihr pauschal abzusprechen dass sie den Unterschied zwischen "aussen halten, innen Paraden geben" und korrektem anatomischem Reiten erkennt bringt sie doch auch nicht weiter... Das Grundprinzip zu verstehen geht auch alleine, und damit erkennt sie nen guten Trainer umso eher. Ich verstehe deinen Einwand, aber ich glaube dass ein gewisses Vertrauen und Tipps in die richtige Richtung oft mehr helfen und zum Denken anregen als ein pauschales "Kannste nicht, such dir Hilfe".

Antwort
von LyciaKarma, 93

Anlehnung ist für mich etwas anderes - die Anlehnung an den Zügel brauche ich nicht, mein Pferd lehnt sich an meinem Sitz an.  

Wenn das stimmt und ich richtig reite, kommt der Hals und damit auch der Kopf automatisch da hin, wo er sein soll.  

Die Zügel braucht man für eine Anlehnung meiner Meinung nach nicht. 

Ich würde erstmal schauen, warum das Pferd den Kopf hochreißt. Reitest du falsch, passt der Sattel, wurde die Zähne kontrolliert, war ein manueller Therapeut da.....? 

Kommentar von PonyPia ,

ja sie ist gesund und ich reite ja auch schon 5 jahre 

Kommentar von LyciaKarma ,

Wann war der Sattler denn zuletzt da?  

Wann war der manuelle Therapeut da?  

Wann der Zahnarzt?  

Wie oft nimmst du Reitunterricht und was sagt dein Trainer zu deiner Frage?

Kommentar von Dahika ,

5 Jahre ist nichts.

Kommentar von Dahika ,

"Die Zügel braucht man für eine Anlehnung meiner Meinung nach nicht."
Na ja, das sehe ich schon anders. Zur Anlehnung, die in der Tat das Pferd herstellt, gehören auch die Zügel, sonst bekommt man die positive Körperspannung nicht hin. Wie meine RL sagte: Man kann ein Pferd mit einem Bogen vergleichen. Man bekommt aber einen Bogen nicht rund und (positiv) gespannt, wenn vorne nichts ist.
Aber es ist natürlich richtig, dass nicht die Zügel die Anlehnung machen.
Ich werde nie vergessen, wie eine RB mir begeistert erzählte, dass ihr Pferd so toll gegangen wäre. "Ich hatte gar nichts in der Hand", sagte sie jubelnd. Ich habe nichts gesagt, aber spöttisch gedacht: "Dein Pferd ist auch zu 100% auf der Vorhand gelatscht."

Kommentar von LyciaKarma ,

Deswegen bringt man einem Pferd die korrekte Selbsthaltung bei.  

http://www.heinzwelz.de/bilder_und_photos/Eike%20ohne%20Halfter4.jpg

Ich sehe da einen super Spannungsbogen. 

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 78

Das, was du beschreibst, bzw. die Ratschläge der anderen "Reiter" ist klassisches von vorne nach hinten reiten. Wenn ich so gezwiebelt würde als Pferd, wäre ich auch faul.

Reißt das Pferd auch noch den Kopf hoch? Dann hat das arme Tier von lauter Zwiebelei auch noch Rückenschmerzen bekommen.

oh je...

Antwort
von nothingandme, 65

Das von der zweiten RB hört sich am sinnvollsten an

Kommentar von nothingandme ,

Alles andere würde keinen Sinn machen was die dir da erzählt haben

Antwort
von stracciatella33, 71

Alles Quatsch. 

Reitunterricht nehmen, sonst klappt es nie.

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