Frage von InvestmentStar, 72

Wie bekomme ich dieses Problem in den Griff & ist das überhaupt noch normal?

Also als ich klein war, war noch alles normal, bis ich in der Grundschulzeit die (hoffentlich) falsche Diagnose Asperger Syndrom erhalten habe. Ich hatte damals noch viele Freunde und meine Entwicklung verlief völlig normal. Die Diagnose interessierte mich vorerst nicht. Als ich später auf dem Gymnasium immer öfter mit dieser konfrontiert wurde (durch Nachteilausgleich und Selbsthilfe), blendete ich sie größtenteils aus und verdrängte sie. Ich war damit nicht mal unglücklich, wobei es dort glaube ich schon meine Entwicklung beeinflusste (ich hatte nicht mehr soviel Freunde wie auf der Grundschule). Der Punkt, ab dem ich fast Depressionen wegen der Diagnose bekam, war der, als mir klar wurde, das ich mein späteres Berufziel niemals mit AS erreichen könnte. Dann kamen aber auch schon die ersten Zweifel an der Diagnose (was der Ursprung des unfangreichen Nachdenkens über mich selbst und über meine Fähigkeiten und meine Charakter darstellte), und im Handumdrehen hatte ich bei einem Termin bei einem Psychater, welcher mich Autismusspezialisiert testen ließ. Ich hatte beim ADOS in jeder Kategorie 0 Symtompunkte, womit für meinen Psychater die Sache endgültig klar war. Vorerst war ich auch unglaublich erleichtert und froh, "kein Autist mehr zu sein", doch später stellte sich Herraus, dass Thema Autismus bei mir immer noch ein unglaublich wunder Punkt ist, über den ich noch nicht hinweggekommen bin. Das ist auch der Grund für die ausgiebige Analyse meiner eigenen Persönlichkeit, welche sich seit langen schon als Zwangsgedanke herausgestellt hat. Manchmal könnte ich weinen, das bei mir mal Autismus festgestellt wurde, weil es mich so zwanghaft beschäftigt und ich es einfach kaum verarbeiten kann, und manchmal in sozialen Situationen oder so, wenn ich daran denke, könnte ich einfach nur lachen.

Es läuft dann halt so ab: ich lese etwas über Autismus, was mit etwas rumgedrehte und rumgeschraubte auch bei mir zutrifft. Ich steiger mich dann so in diesen irrationalen Gedankenstrudel herein, das ich irgendwann wieder fest davon überzeugt bin, Autist zu sein, und in eine leicht depressive Phase zurückfalle, bis ich mich irgendwie wieder vom Gegenteil überzeugen kann. Beispiel: Wenn ich in "the Big Bang Theory" eine Szene mit Sheldom mal nicht verstanden habe - das ist so ein typischer Auslöser, ich bin da echt meeggaaa sensibel

Auch macht es mich auf Dauer für die Klapse reif, das ich aus meiner Perspektive nicht beurteilen kann, welches Denkmuster und welche Wahrnehmung normal Autistisch ist, ich habe nur dieses eine fachärztliche Attest, an welches ich mich immer wieder Klammern kann.

Auch ist für mich persönlich das Thema Autismus, wenn es z.b. In der Schule angesprochen wird, ein absoluten Tabuthema. Ich merke dann immer wie ich rot werde und mein Herz schneller schlägt, weil es mir einfach mega unangenehm ist, auch wenn niemand davon weiß.

Danke, LG :-))

Antwort
von JustKnowledge, 32

Ich kenn mich zwar nicht so gut mit Autismus oder dem   asperger Syndrom aus , aber glaube du solltest das nicht so zu Herzen nehmen. Du solltest dich nicht runter machen, dafür das du "Autist" bist, was du  ja eigentlich ja nicht mehr bist. Du kannst dich eigentlich als jemanden besonderes bezeichnen, denn du kannst normal Freundschaften knüpfen oder denken ( beurteilen kann ich es durch diesen Text ) etc... 

Glaube du brauchst einfach noch bisschen Zeit um das zu verarbeiten, aber glaube irgendwann wird es dich nicht mehr so treffen wenn jemand das Thema anspricht. Klammer dich nicht mehr daran fest und mache das was dir Spaß macht und gut tut ! 👌🏻

Und das mit bis bang theory : man muss nicht alles verstehen :D ich hab kein Autismus und vieles versteh ich nicht. Und ich bin mir sicher wir sind nicht die einzigen 👍🏻 

Antwort
von Pantom0008, 26

Erseinmal Respekt dafür dass du solche persönlichen informationen preisgibst hier auf dieser Plattform. 

Ich kann dich gut verstehen das ist ein heikles Thema. Aber Authist zu sein ist überhaupt nicht schlimm. Wenn du dich mit oder ohne Authismus wohler fühlst ist das völlig ok. 

Doch zwischen nicht und doch Authist hin und her zu wandern ist ziemlich schwierig. Wenn du schon das ärztliche Attest bekommen hast dann sag dir dass du kein Authismus hast. Denn immer zu denken ob du es hast oder nicht macht einen selber verrückt. Entscheide dich für ein Stadium. 

Das verarbeiten mit dieser Situation dauert einfach seine Zeit. Das legt sich wieder. Mache dir also keine Sorgen.

Wenn dich die ganze Situation zu stak belastet kannst du ich auch mal bei einer Vertauensperson (deinen Eltern etc. aussprechen). Denn geteiltes Leid ist halbes Leid.

P.S 

Man kann trotz Authismus alle Berufe ausüben. Man braucht dann ur etwas Hilfe. Das ist überhaupt nicht schlimm.

Antwort
von Marc8chick, 20

Als hauptsymptom sehe ich immer, dass man teilweise ein Rückzug/ruhebedürfnis hat (wegen sozialen geschichten, geräuschen, zu vielen, überraschenden Informationen auf einmal, teilweise weiß man auch selbst nicht warum).

Antwort
von kiniro, 14

Was ist denn dein Berufsziel?

Autismus gibt es ja in den verschiedensten Abstufungen.
Somit gibt es auch nicht den typischen Autisten.

Wer hatte denn die Diagnose im Grundschulalter erstellt?

Kommentar von Gangsta987 ,

Berufsziel ist Immobilienspekulant und generell unternehmerischer Handel, weil es mir ziemlich Spaß macht

Die Diagnose wurde nicht von einer Fachkraft gestellt und ohne genug Diagnostik damit diese offiziell gültig werden dürfte, einfach nur ADOS und fertig.

Antwort
von Ostsee1982, 16

Ich finde die Diagnose in der Hinsicht seltsam, dass du deine Entwicklung als völlig normal beschreibst. Irgendwie muss diese Diagnose ja zustande gekommen sein und das orientiert sich ja vorwiegend an den ersten 5 Lebensjahren, an den kognitiven Fähigkeiten, am Sozialverhalten, an der Empathiefähigkeit, eventuellen nicht alterstypischen Spezialinteressen, häufig wird zusätzlich ein Faux-pas-Test angewendet, ein Intelligenztest gemacht und aus den ganzen Testergebnissen ergibt sich ein Gesamtbild.
Was mir unklar ist, warum du dein späteres Berufsziel mit der Diagnose nicht erreichen könntest. Du bist ja nicht gezwungen die Diagnose anzugeben.

Kommentar von Gangsta987 ,

Naja ich sag mal so: Diagnstik beim Dorfpsychologen, welcher im Nachhinein nach EIGENER AUSSAGE keine Spezialkenntnisse zum Thema Autismus hat, fehlende Differenzialdiagnostik, kein Elterninterview nach Auffälligen ADOS oder sonstige Versicherungen. einfach ADOS gemach und gesagt ich bin Autist

Kommentar von Gangsta987 ,

Also kein 3 Stunden Elterninterview oder so, maximal ein zwei Fragebögen 

Kommentar von Ostsee1982 ,

Diese Diagnose von Psychotherapeuten/klinischen Psychologen (was auch immer das war) hat ohnehin keine große Gültigkeit wenn es dazu keinen Diagnosebericht, keine neuropsychiatrische Untersuchung von einem Facharzt gibt. Es ist mir auch schleierhaft wie du mit dem Befundbericht eines Psychologen einen Nachteilausgleich angesucht hast denn dafür braucht es schon eine fachärztliche Diagnose, dass das bewilligt wird. Scheinbar sind die Vorgaben bei euch andere. Du solltest froh sein, diese Diagnose nicht zu haben und stattdessen an den vorhandenen Problemen intensiv arbeiten anstatt nach Erkrankungsbildern zu suchen. Schlussendlich sollte das Endziel so oder so dies sein, dass man eine Lebensqualität hat.

Sich immer wieder in irgendwas hineinsteigern das bringt dich kein Stück voran.

Kommentar von InvestmentStar ,

Naja er hatte halt den ADOS gemacht und druntergeschrieben "Autismus", fertig

Kommentar von Ostsee1982 ,

Gibts heute die Antwort über den Zweitaccount.. Es ist unerheblich was ein Psychologe schreibt um Nachteilausgleiche etc anzusuchen braucht es einen Facharztbefund.

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