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Wie bekämpfe ich meine Selbstzweifel?

gefragt von CaaroP am 18.10.2009 um 21:27 Uhr

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Schon seid meiner Kindheit hat mir mein Vater das Gefühl gegeben, das schwarze Schaf zu sein. Wenn mein Zimmer zum Beispiel nicht ganz ordentlich war, hat er mich angeschrien, obwohl das Zimmer meiner Schwester viel schlimmer aussah. Außerdem haben alle meine Freundinnen einen Freund, sind hübsch, haben schöne Haare und die perfekte Figur und das trotzdessen, dass sie so viel und das essen, was sie wollen. Ich dagegen habe eine stabile, große Figur, kaputte Haare, trockene Haut und so weiter, bin single und das schon mein ganzes Leben lang. Ich will diese Selbstzweifel ja bekämpfen, nur ich weiß nicht wie? Habt ihr eine Idee?

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Figur x 419 Selbstzweifel x 13

anonym
beantwortet von tichon am 18. Oktober 2009 23:41
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Hallo, CaaroP! Das ist nicht gut, wenn man mit Selbstzweifeln geplagt ist oder gar „Minderwertigkeitskomplexe“, wie man so sagt, hat. Das „Anschreien“ hat so und anders keinen Sinn. Da muss man einfach taube Ohren haben. Ein halbwegs vernünftiger Mensch hat andere Methoden, um das, was er erreichen will, durchzusetzen. Wenn jemand in jungen Jahren stets auf seine Fehler aufmerksam gemacht wird, anstatt dass man das Lobenswerte unterstreicht, ist es kein Wunder, dass man irgendeinmal depressiv wird. Das „schwarze Schaf“ in der Familie wird meistens dann ausgesucht, wenn z. B. der eine Teil des Elternpaares ziemlich anders als der andere ist. Man hört dann nicht selten: Du bist stur und unordentlich wie deine Mutter oder du bist verschwenderisch wie dein Vater. Also, unerwünschte Eigenschaften werden meistens dem anderen Erbteil zugeschoben. Das „schwarze Schaf“ spielen zu müssen, hat großteils weitreichende Folgen auf dem Weg der Selbstverwirklichung. Oft „erholen“ sich solche Charaktere erst, wenn sie sich durch eigene Kraft über die anderen emporzuheben versuchen und ein neues Leben außerhalb der Familie beginnen dürfen. Die Erzählung von Adalbert Stifter „Brigitta“ ist so ein Beispiel. Oder Franz Grillparzer untersucht in der Erzählung „Der arme Spielmann“, wie es möglich sein kann, dass ein schon etwas älterer Mann, der Lateinkenntnisse bzw. eine höherbildende Schule absolviert hat, zum Bettler wurde. Geschwister zum Vergleich heranzuziehen, bringt ebenfalls nichts, weil da immer der eine besser als der andere sein will. Literatur gibt es zu deinem Thema mehr als genug… Die Sachbücher „Kinder brauchen gute Eltern“ von Ruth Dirx wäre für die Eltern ein guter Ratgeber und „Selbsterkenntnis und erfülltes Dasein“ von Dr. med. Eustace Chesser wäre für das von dir genannte „schwarze Schaf“ eine gute Unterstützung. Das „Single-Dasein“ allerdings würde mich nicht aus dem Rhythmus bringen, denn wie heißt es doch in einem humorvollem Lied? „…..muss es denn auf dieser Welt stets zu zweien sein?“

Kommentar von tichon am 18. Oktober 2009 23:46

P.S.: .. in einem humorvollen Lied....

Kommentar von tichon am 19. Oktober 2009 07:06

Eigenkorrektur: Die Mehrzahl von Zweifel in der 1. Zeile des Kommentars muss natürlich auch wieder "Selbstzweifel", nicht "Selbstzweifeln" heißen, wie es ja bei der Fragestellung schon richtig geschrieben war.



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