Frage von Stefaniedankt, 38

Wie behalte ich meine Unabhängigkeit als Mieterin nach Zuzug des Ehemanns, welche "Steine" kann uns der Vermieter in den Weg legen, was müssen wir akzeptieren?

Antwort
von ChristianLE, 11

Wie behalte ich meine Unabhängigkeit als Mieterin nach Zuzug des Ehemanns

In dem Du die alleinige Hauptmieterin bleibst und der Ehemann einfach nur einzieht.

welche "Steine" kann uns der Vermieter in den Weg legen

Eigentlich gar keine. Der Vermieter kann den Einzug nicht untersagen, wenn es sich um Familienangehörige handelt. Eine Ausnahme würde nur bestehen, wenn in der Person ein schwerwiegender Grund liegt, bzw. die Wohnung zu klein ist.

Antwort
von imager761, 16

Wie behalte ich meine Unabhängigkeit als Mieterin nach Zuzug des Ehemanns

Der Ehemann kann, darf aber nicht ohne deine ausdrückliche Zustimmung als gleichberechtigter Mieter in deinen unberändert fortbestehenden Mietvertrag aufgenommen werden.
Der VM sähe das gerne, hätte er damit einen weiteren Haftenden seiner Forderungen, an den er sich halten könnte. Unabhängig bleibt, wer den gleichwohl nicht ändert: Als Alleinmieter dürftest du deinen Gaten etwa mit 14tägiger Frist zum Verlassen der Wohnung auffordern oder mit Scheidungsantrag Zuweisung der Ehewohnung beanspruchen.
Andererseits schuldet dir dein Mann dann aber als Dauergast auch keine Kostenbeteiligung an Miete, Schönheistreparaturen, Kabelanschlus, ...

welche "Steine" kann uns der Vermieter in den Weg legen

Aufnahme von Eltern, Kinder und Ehepartnern bedürfen keiner Zustimmung des Vermieters. Der wäre allenfalls  - für seine Unterlagen schriftlich - unter Angabe des Namens über den Zuzug zu unterrichten.
Selbstverständlich hat der Zugezogene sich an die Hausordnung und Gepfogenheiten im Haus zu halten und sein Hund zöge bsplsw. nicht mit ein.

was müssen wir akzeptieren?

Eine Erhöhung der Beriebskosten: Die verbrauchs- oder personenabhängigen Kostenarten steigen natürlich: Würde etwa ein größeres Müllgefäß angeschafft werden müssen, zahlst du die Kostendifferenz zu dem bisherigen allein, nicht die Mietergemeinschaft anteilig die damit eintretenden Mehrkosten der Jahresentsorgungskosten einer größeren Tonne.

G imager761

Kommentar von Stefaniedankt ,

Kann ich den Ehemann auch aus dem Vertrag raushalten ? Gibt es dafür ein Urteil ? Und zahlt dann die Sozialhilfe, auf die wäre er für den Anfang noch angewiesen und ich bekomme auch nur sehr wenig Geld (Rente bei Erwerbsminderung und Freibetrag vom derzeitigen Arbeitsplatz) da ich beruflich eingeschränkt meinen Rückzug aus der pädagogischen Arbeit angetreten habe.

Kommentar von imager761 ,

Kann ich den Ehemann auch aus dem Vertrag raushalten ? Gibt es dafür ein Urteil ?

Selbstverstänbdlich, dafür braucht es kein Urteil, es gilt allgemein das Vertrags- und Mietrecht:. Ein bestehender Mievertrag darf nur übereinstimmend von den vertragschliessenden Parteien, also dir als Mieterin und deinem Vermieter, geändert werden. Wenn einer von euch beiden dem Änderungswunsch der/s anderen nicht zustimmt, bleibt alles wie es ist. Und sollte es in deinem Fall auch, wie ich mehrfach erläuterte. Als unbeteiligter Dritter hätte dein Mann in dieser Vertragsfrage weder Mitwirkungs- noch Zustimmungsrechte :-)

Und zahlt dann die Sozialhilfe, auf die wäre er für den Anfang noch angewiesen und ich bekomme auch nur sehr wenig Geld

Das kommt darauf an: Ihr geltet als Bedarfsgemeinschaft mit gemeinsamem Haushaltseinkommen, die Wohnung muss den Gesamtkosten und der Größe nach je nach örtlichen Sätzen/Vorgaben angemessen sein, ...

G imager761 


Kommentar von Stefaniedankt ,

Das tut sie alles. Eigentlich spricht alles für die Wohnung.Aber muss das Sozialamt seinen Teil der Miete zahlen, wenn mein Mann nicht im Vertrag drinne ist? Was sollen wir denen genau sagen ?

Darauf bitte nochmal antworten. Das wäre super. Aber nur wer ganz sicher ist bitte !!!

bzw. was für eine Vertragsform sollte dann gewählt werden, wenn das Sozialmamt nicht übernimmt ? Wenn er mein Untermiter wird, da gibt es doch dann auch wieder Schwierigkeiten (muss da nicht der Vermieter wieder seine Zustimmung abgeben ? Kriegen wir nie ! Was dann ??? Angemessen ist aber alles bis auf den letzten Cent. Wir sind paar €drüber werden aber toleriert...dürfen aus Regelsatz zufinanzieren...

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 35

Der Vermieter kann Euch keine Steine in den Weg legen. Er muß aber über den Zuzug informiert werden.

Das einzige was Ihr akzeptieren müßt, sind evtl. höhere Nebenkosten.

Kommentar von Stefaniedankt ,

Darf ich bitte noch erfahren, ob mein zukünftiger Mann mit in den Mietvertrag muss ? Und wie geht das ? Ich werde ihn immer schützen und es wird ihm nichts geschehen, aber ich MUSS vorsichtig sein, kann es mir nicht anders leisten. Wie gestalte ich es so, dass ich die Rechte behalte und worauf muss ich mich einlassen ? Ich will eigentlich keine Abstriche machen, und die Renovierung würde ich ja dann selbst zahlen, wenn es mal hart auf hart kommt ! Was ja auch fair wäre. Aber ich möchte meine Rechte an der Wohnung erhalten. Sind die gefährdet wenn er wieder ausziehen würde, z. Bsp. nach fünf Jahren weil ich evt. doch ausgenutzt worden sein sollte ? In diesem Fall würde ich wenigstens gerne in der Wohnung bleiben dürfen, ohne Mieterhöhung oder Kündigung...Auf was genau muss ich alles achten wenn ein Ehemann zuzieht damit ich mich so gut es geht selbst schütze ? (Vertrauen ist (hm - besser - tut- gut) Vorsicht ist besser ;-) bitte um zahlreiche Hinweise. Danke society...

Kommentar von anitari ,

Er muß nicht in den Mietvertrag aufgenommen werden. Das würde ohnehin nur mit Zustimmung des Vermieters gehen.

Kommentar von imager761 ,

Wie kommentiert, solltest du ihn nicht in deinen Mietvertrag aufnehmen lassen.

Das hätte nämlich zwei Nachteile: Ziehst du aus, haftest du auch allein und in voller Höhe für Forderungen des Vermieters, solange das Mietverhältnis bestht, weil er sich eurer zwingend erforderlichen gemeinsamen Kündigung verweigert und seine Zustimmung durch Gerichtsbeschluss ersetzt werden müsste. Das können 6-9 Monatsmieten plus Schadensbehebungskosten werden :-O

Als gleichberechtifgter Mieter darf er ebengleich 6 Wochen ungebetenen Besuch aufnehmen, bei Trennung sogar gar seine neue Freundin einziehen lassen. Will man sich das während der Trennungsphase und Wohnungssuche antun?

Antwort
von HansimGlueck911, 38

Solange du alleine im Mietvertrag als Mieterin stehst muss der Ehemann ausziehen wenn ihr euch trennen würdet. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch wenn du zB. stirbst hat der Ehemann kein Recht auf die Wohnung da er ja nicht der Mieter ist. Müllgebühren werden dann teurer ab dem Zeitpunkt wo der Mann einzieht. Werden Heizung und Warmwasser pauschal abgerechnet erhöhen sich diese auch ab diesem Zeitpunkt. Bei Abrechnung mit Wasserzähler und Warmemengenzähler für die Heizung werden diese dann in der Jahresabrechnung mit zum tragen kommen, was bedeutet es kommt dann wohl eine größere Nachzahlung, da die Nebenkosten ja Personemäßig  auch zum tragen kommen wie erhöhter Wasserverbrauch und Müll und eventuell auch die Heizkosten.

Kommentar von anitari ,

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch wenn du zB. stirbst hat der Ehemann kein Recht auf die Wohnung 

Doch, denn er erbt den Mietvertrag und wird so Mieter.

Kommentar von HansimGlueck911 ,

Das ist richtig, aber beide Parteien haben in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht und somit hat der Ehemann in diesem Fall kein Recht in der Wohnung zu verbleiben wenn es dem Vermieter nicht genehm ist.

Kommentar von imager761 ,

Falsch: Offenbar verwechselst du das mit dem Eintrittsrecht der Erben, § 563a II BGB :-O

Es darf dem VM nicht genehm sein, der MV wäre trotzdem unbefristet mit dem Witwer fortgeführt, solange nicht "in der Person des Eingetretenen ein wichtiger Grund vorliegt", § 563 IV BGB.

Antwort
von andfab, 26

Nein, du hast keine Probleme zu erwarten,

denn dadurch ändert sich das Mietverhältnis nicht...

Allerdings werden natürlich die Nebenkosten neu berechnet !

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