Frage von jeanny13, 95

Wie begegne ich jemanden dessen Kind erst gestorben ist?

Hallo,

eigentlich eine blöde Frage aber ich werde nächste Woche meine Kollegin nach ein paar Wochen wieder sehen die erst ihren Sohn durch Selbstmord verloren hat.

Normal würde ich sagen "Hi wie gehts dir" oder so. Natürlich nicht mit einem Grinsen im Gesicht :/ hoffe ihr versteht wie ich es meine...

Aber mal ehrlich ist das nicht trotzdem geschmacklos nach dem was ihr wiederfahren ist? :S

Das ist echt schwierig!

Antwort
von blackforestlady, 27

Es tut mir leid was Dir passiert ist. Leider kann man sich nicht vorstellen, was Du zur Zeit durch machst, nur erahnen kann man Deinen tiefen Schmerz. (Wenn Du reden möchtest habe immer ein offenes Ohr für Dich).

Kommentar von jeanny13 ,

Ok danke das klingt aufrichtig!

Antwort
von BarbaraAndree, 41

Eine Kollegin von mir hat durch einen tragischen Unfall ihren Mann verloren. Als sie wieder ins Büro kam, trafen wir uns am Kopierer. Ich habe dann gesagt: "Guten Morgen Katrin, habe sie dann in den Arm genommen und ihr gesagt, dass mir das Gesehen so leid tut. Wenn du Hilfe brauchst, sage es mir, ich bin für dich da".

Wenn du sie nicht so gut kennst, reicht es, wenn du "Guten Morgen XXX" sagst und ihr dann dein Mitgefühl/Beileid aussprichst.

Kommentar von jeanny13 ,

Danke so in etwa werde ich es machen. Ja sowas ist echt schwierig :/

Kommentar von BarbaraAndree ,

Ja, das stimmt, ich habe es selbst erlebt, wie sich Nachbarn, Kollegen abgewandt haben, nur weil sie mit der Situation nicht umgehen konnten. Das ist für einen selbst noch schlimmer!

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Psychologie, 43

Hallo Jeanny13,

das ist überhaupt keine blöde Frage, sondern sogar eine sehr gute! Es geht nämlich vielen Menschen so wie Dir, in solch einer Situation unsicher zu sein und nicht zu wissen, wie sie sich am besten verhalten. Wobei, ein Patentrezept gibt es nicht ;-)

Deine Kollegin wird sich übrigens auch die Frage stellen, wie sie in der Begegnung künftig mit anderen umgehen sollte. Vielleicht macht sie sich auch Vorwürfe und rechnet mit ebensolchen aus ihrer Umwelt. Vielleicht hat sie sich auch eine Art 'Schutzpanzer' übergestreift und reagiert unerwartet hart und kühl.

Versuche, auch wenn es schwierig ist, Dich nur mal kurz in ihre Gefühlslage hineinzuversetzen. Das beantwortet Dir selbst viele Fragen. Unsicherheit wird auf beiden Seiten vorhanden sein.

Gehe am besten auf sie zu, begrüße Sie freundlich und schätze ihre Stimmung ein. Dann kannst Du entsprechend wie folgt weiter fortfahren: aufmerksam zuhören, achtsam und einfühlsam mit ihr sprechen und sie einfach wieder annehmen.

Wenn Du noch Fragen hast, kannst Du mir gerne einen Kommentar schreiben.

LG

Kommentar von jeanny13 ,

Das stimmt, möchte nicht wissen wie es ihr so geht und auch sie wird sich Gedanken über Begegnungen mit Menschen machen. Dankeschön!

Antwort
von xxlostmyselfxx, 48

Kannst sie ja fragen, ob sie Hilfe benötigt zum Beispiel im Haushalt und sie bisschen ablenken wenn sie möchte, ihr könntet in die Stadt gehen und einen Kaffee trinken und ihr ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit bieten. Fang bitte nicht von selbst an über ihn zu reden! Das könnte Wunden in ihr aufreißen und wenn sie weint, nimm sie bloß wortlos in den Arm und zeig ihr, dass du für sie da bist.

Antwort
von 2602Janine, 38

Quatsch. Es ist ein Zeichen von Mitgefühl. Sag ihr zu erst "Mein Beileid", nimm sie eventuell in den Arm. Frage sie, ob du ihr was gutes tun kannst. Sie wird wahrscheinlich nein sagen, aber das ist einfach ein Zeichen dafür, dass du sie unterstützt, wenn sie das möchte. Aber mehr würde ich da auch nicht machen/sagen. Weniger ist nämlich manchmal mehr

Kommentar von jeanny13 ,

ok also schon auch "Mein Beileid" sagen. Das hab ich ihr nämlich schon bei der Beerdigung gesagt. Hmm also sowas ist echt nicht einfach. Nicht jeder kann mit so einer Situation umgehen und ich tu mir da oft schwer. Das mit dem Hilfe anbieten find ich gut. Danke!

Kommentar von 2602Janine ,

Das ist einfach wichtig, dass diese Leute wissen, dass sie in solchen Momenten niemals alleine sind. Nur wie gesagt, niemals aufdrängen. Manchmal wollen sie natürlich auch noch etwas alleine sein, um alles zu verarbeiten. sprich nur dieses Thema niemals von alleine an. Erst wenn sie das tut, kannst du darauf eingehen. Finde es aber gut, dass du dir da Gedanken machst. Manche gehen einfach drauf los und denken nicht nach. Das geht dann meist in die Hose :/

Kommentar von jeanny13 ,

Sie ist auch nicht nur irgendeine Kollegin der ich nur ab und zu begegne. Ich war über 3 Jahre mit ihr in einer Abteilung und versteh mich sehr gut mit ihr. Mir tut die Familie so leid. War sogar mal bei ihnen zum Essen eingeladen. War auch bei der Beerdigung und hab ihr da schon mein Beileid ausgesprochen. Nach einen Monat sehen wir uns nun wieder und naja ... trotzdem sehr schwierig. Aufdrängen werde ich mich bestimmt nicht. Ich trau mich sowieso nicht dieses Thema anzusprechen. Danke für den Rat!

Kommentar von 2602Janine ,

Einfach locker bleiben :-) Verklemmte Situationen helfen ihr auch nicht. Besuche sie bald auch mal zu Hause oder geh mit ihr in ihr Lieblingsrestaurant. Das lenkt sie ab.

Antwort
von beangato, 11

Du kannst sagen: "Mein Beileid".

Und vlt. zur Tagesordnung übergehen - je nachdem, wie die Kollegin daruf reagiert.

Antwort
von sojosa, 14

Also ich bin nicht so für diese Floskeln, ich würde sie einfach in den Arm nehmen und leise sagen: Hey, wenn du Hilfe brauchst, ich bin da.

Antwort
von Virginia47, 5

Hi wie gehts dir wäre nicht angemessen.

Als erstes drückt man sein Mitgefühl aus, so man welches hat. Und fragt, ob sie darüber reden möchte.

Dann kannst du allemal noch zur Tagesordnung übergehen.

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