Frage von moonchild1972, 147

wie befreie ich mich aus einer Beziehungsabhängigkeit?

Sehr geehrte Community,

Zuvor bin ich mal ganz offen und ehrlich und erzähle Euch, wie mein Leben verlief:

Meine Mutter hat meinen Vater nicht geliebt und wollte mich, bevor ich das Licht der Welt erblicken sollte, abtreiben lassen. Da es Anfang der 70er die Abtreibung noch nicht gab, musste sie mich austragen.

Ein Jahr später heiratete sie meinen Stiefvater. Dieser Mann missbrauchte mich über zwei Jahre im Kleinkindalter von 2 bis 4 Jahren und ich erlitt ein Trauma, bekam eine Epilepsie mit Sprechverlust.

Als ich vier Jahre alt und krank war, ließen sie sich scheiden. Meine Mutter empfand mich als Last, schlug mich und hänselte mich, machte davon Fotos, die ich später fand. Aber gleichzeitig bedauerte sie mich. Sie war total ambivalent. Sie streichelte mich, umsorgte mich und sie gab mir an allem was meinen Stiefvater und Vater betrifft die Schuld!

Ich lernte wieder sprechen und kam auf eine anthroposophische Sonderschule, dem Heilpädagogischem Therapeutikum.

Dann kam der zweite Lebensgefährte meiner Mutter und missbrauchte mich bestialisch für ganze 7 Jahre bis ich 18 wurde.

Später war ich (1990) im Mädchenwohnheim im Diakoniezentrum Heiligensee. In dieser Zeit lernte ich meinen richtigen Vater kennen und auch meinen ersten Freund als ich 19 war. Ich wurde wieder gesund und holte mit 18 meine Schule nach und hatte sehr gute Noten.

Mein erster Freund A. war ein Machtmensch und sehr intelligent. Ich war verliebt doch hatte Angst. Er führte mich zärtlich und behutsam in die körperliche Liebe ein und ich sah in ihm einen Retter und vergötterte ihn. Er war 3 1/2 Jahre älter als ich und studierte Jura.

Ich wusste nicht, dass ich uns mit meiner Vergötterung ihm gegenüber geschadet hatte. Später (1992-2002) geriet ich auf die schiefe Bahn und ging nicht täglich unter 800 D-Mark nach Hause. Ich bestrafte mich und alle anderen mit meinem Tun. Meinen damaligen Freund, dem ich hörig war, verlor ich nach 4 Jahren und 4 Monaten.

Später kam dann P der 20 Jahre älter war als ich (er ähnelte L. und meinem leiblichen Vater). Mit ihm war ich von Sept. 1996 bis März 2003 zusammen. Er war Rocker und kriminell. Er nahm mich so wie ich war und ich hielt es für Liebe. Es war die Hölle.

2003 im Sept. lernte ich J. kennen und verliebte mich in ihm. Wir waren bis 2010 zusammen, danach waren wir Freunde bis heute.

Ich war leider immer devot. Je mehr man mir schadete und ich litt, rannte ich dem Mann hinterher, in der Hoffnung, wenn ich ihn genug liebe und ihm beweise, dass in mir was steckt, so wird er mich doch noch heiraten und Kinder mit mir zeugen. Ob es nun körperliche oder seelische Erniedrigungen waren.

Danach kam mein Ex Freund (M).

Sehnsüchtige Liebe, Angst vor Zurückweisung, Respekt vor ihm und seiner Gegenwart, Bewunderung für seinen Scharfsinn und Hass bei Ablehnung prägen meine Beziehungen.

Unabhängig vom Entschluss jetzt Verhaltenstherapie zu machen, bitte ich um Rat.

Ich würde mich gerne selbst besser verstehen, um auszubrechen :(

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Seanna, 67

http://www.hilfetelefon.de/aktuelles.html

Hier kann dir sofort und rund um die Uhr kompetent geholfen werden. Da kann man auch alles erzählen, die sind speziell ausgebildet.

Was die Therapie betrifft rate ich bei so schwerer Traumatisierung zu tiefenpsychologischen Therapien, da die meisten Traumatherapien darauf basieren und sie sowohl gegenwartsbezogen (was tun damit es JETZT besser wird?) als auch vergangenheitsbezogen (was war früher und weshalb habe ich diese Symptome jetzt?) arbeiten.

Verhaltenstherapie sind auch nur max 80h, das wird vermutlich zu wenig sein. Dann muss man 2 Jahre warten ehe man weitere 80h bekommt.

Evtl wäre ja auch ne stationäre Traumatherapie was für dich. Da müsstest du mich mal mit Wohnort/Gebiet anschreiben, dann kann ich dir welche nennen.

Kommentar von moonchild1972 ,

Vielen Dank.

ich war beim BIPP (Berliner Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse). Sie haben mich an Tiefenpsychologische Therapeutinnen vermittelt.

Ich habe für mich eingesehen, dass eine VT nicht wirklich etwas ändern kann.

Auch bei den anderen Community - Mitgliedern möchte ich mich trotzdem noch recht herzlich bedanken für Ihre Ermutigungen. Und dass sie mir zu einer Tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie geraten haben.

Freundliche Grüße,

moonchild1972

Antwort
von BellaBoo, 74

Du fragst dich, ob du eine Therapie brauchst ? Eigentlich kennst du die Antwort doch schon : ja !

Etwas anderes wird dir nicht helfen. Du musst deinen eigenen Wert erkennen, feststellen, das man dich lieben kann, ohne das du dich abhängig machst. Das Liebe nicht mit Unterdrückung, Schlägen und Herabwürdigung zu asoziieren ist. Du musst lernen, dich selbst zu lieben.

Ich wünsche dir viel Kraft auf diesem sehr harten und schmerzhaften Weg ! Aber er ist es wert ihn zu gehen !

Antwort
von Kitharea, 45

Ich bin kein Therapeut und kein Arzt aber für mich liest sich das so krass dass ich von einer Verhaltenstherapie abraten würde. Ich würde eher eine tiefenpsychologische Therapie machen. Da gibt es unendlich viel zum aufarbeiten. Nur indem du dein Verhalten änderst und etwas mehr über dich selbst weißt - ich weiß nicht ob das ausreichend ist auf Dauer. Aber ich finde es gut dass du was tust und dir helfen lässt. Egal wie - ich wünsch dir viel Kraft

Antwort
von oppenriederhaus, 48

das sind alles Themen für Deinen Therapeuten.

Würde Dir im übrigen raten, keine Verhaltenstherapie, sondern eine analytische Psychotherapie in Angriff zu nehmen.

Du musst nicht Dein Verhalten ändern, Du musst Deine Erlebnisse verarbeiten sonst werden sie Dich Dein Leben lang begleiten.

Kommentar von Seanna ,

Analyse? Scheint mir schon aufgrund des Schreibstils und der Anamnese irgendwie kontraindiziert. Jegliche Traumatherapien die ja offensichtlich nötig ist, basieren eigentlich auf der tiefenpsychologischen Ausrichtung und das wäre auch mein Rat.

Antwort
von PetraCornelia, 24

Hallo moonchild... dein Name passt schon zu dir... Wenn du noch etwas von diesem Leben haben willst, dann begib dich in Therapie!!! Das was dir passiert ist, ist schrecklich! So sollte es keinem Menschen gehen! Meist muss man auf einen Therapieplatz warten, aber es lohnt sich!!! Du lebst noch, hast eingesehen, dass was falsch läuft und willst dir helfen lassen: Bessere Voraussetzungen gibt es nicht. Geh los und lass dir helfen und du wirst sehen, dass der lange Weg der vor dir liegt, sich lohnen wird. Versprochen!!!

Antwort
von moonchild1972, 15

ich weiß nicht, ob irgendeine Therapie mir wirklich helfen kann :(

denn:

kennt ihr dieses Buch (unterer Link)

http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.antipsychiatrieverlag.de/images...

ich habe Dir nie einen Rosengarten versprochen. Von Hannah Green.

Unter uns gesagt, ich habe schon mehrere Therapien gemacht. Sie haben mich eher kränker gemacht. Ich wurde eingewiesen musste Tabletten nehmen. Ich breche jetzt aus.

Ich will gesund werden. Ich möchte leben. Ich weiß nur nicht, ob es jetzt mit 44 schon zu spät ist....

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