Frage von ghosty89, 40

Wie Aussagekräftig ist ein Grundsatzprogramm?

Guten Tag,

ich hatte in Facebook mit jemanden eine Diskussion. Es hatte jemand einer Partei etwas politisches unterstellt und ich habe im Grundsatzprogramm DAGEGEN argumentieren können.

Nun meint aber dieser, dass was im Grundsatzprogramm sogesehen überhaupt nicht wichtig ist, weil im Wahlprogramm was anderes steht und das was im Wahlprogramm steht, wichtiger ist.

Und das versteh ich jetzt nicht. Wenn im Grundsatzprogramm steht, dass 2+2 = 4 ist und dann steht im Wahlprogramm 2+2=5 , dass er dann behauptet im Wahlprogramm hat er das Ergebnis 5 gefunden und das ist richtig und die 4 nicht! (das Beispiel gilt zum Verständnis, dass man weiß, dass 2+2=5 falsch ist, weiß jeder, deswegen ist es nur ein Bsp.)

könnt ihr mir da sagen, wie das gewertet wird. ?

LG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dxmklvw, 15

Ein Wahlprogramm einer Partei muß nicht, aber ist doch meistens so etwas wie schönrednerische Fernsehwerbung für ein schlechtes Produkt.

Ein Grundsatzprogramm einer Partei ist das, was eine Partei aus Idealvorstellungen heraus gerne hätte, aber in der Praxis fast nie hat, weil dort zu viele andere Faktoren alles bis auf ein Mittelmaß oder noch tiefer herabziehen.

Dazu kommt, daß ein Parteigrundsatzprogramm auch regelmäßig dem ungeschriebenen Grundsatz unterliegt, daß alles spätestens dann zum Kaugummigebilde werden muß, wenn Wählerstimmenverlust droht.

Mit Zahlen als Gleichnis sollte man bei diesem Thema vielleicht besser nicht kommen, denn rechnen ist etwas ganz anderes als Politik.

Rechnen hat etwas mit Logik zu tun und Politik hat zu tun mit Machtgewinn und Machterhalt, wobei verwendete Strategien durchaus auch frei von Logik sein können, solange sie trotzdem zum Ziel führen.

Kommentar von ghosty89 ,

Ok um dich evlt. teilhaben zu lassen, was genau passiert ist. 
Vllt. kennst du das Lied der Band Jennifer von Rostock.
Wenn nicht, hier der Link dazu. https://www.youtube.com/watch?v=GICbuIHMGrQ

Ich habe daraufhin mit diesem Video geantwortet und gesagt, dass diese Frau sich besser informieren hätte sollen:
https://www.youtube.com/watch?v=eL88weKphjg

Dieser Youtuber, ob man ihn mag oder nicht spielt für mich keine Rolle, weil das ERGEBNIS für mich eine Rolle spielt, argumentiert mit dem Grundsatzprogramm der AfD. 
Natürlich bringt er den ein oder anderen ironischen Satz raus, was ich aber jetzt nicht weiter schlimm finde. 

Mein Diskussionspartner erwiderte dann mit der Frage ob ich studiert hätte und ich sagte, dass es keine Rolle spielt meinte er draufhin: 

"doch. also zumindest mit der art wie du mit quellen umgehst. eines der ersten dinge, die man lernt, zumindest in nem wissenschaftlichen studium, ist, dass man jede quelle in ihrem politischen, sozialen und ethischen kontext betrachten muss. 
zum beispiel ist völlig klar, wie sich eine abhandlung zur migration von jemandem, der bekannter migrationsgegner ist, lesen wird. 

das merkste bei grells video schon in den ersten zwei minuten. erstens bezieht er sich auf das grundsatzprogramm und nicht das wahlprogramm für mäck-pomm. und zweitens liest er seinen beweis genau so, wie ich das von jemandem von ihm erwarten würde.
es geht hier direkt um die aussage von jennifer weist, dass die afd alleinerziehende vernachlässigen würde. grell verneint das und zieht das grundsatzprogramm als beweis ran. während da tatsächlich dinge drin stehen, die vorteile für alleinerziehende bringen könnten, aber es ist auch explizit ein bekenntnis zur klassichen kernfamilie drin. nicht nur das, alleinerziehende familienkonzepte werdern als nicht erstrebenswert bezeichnet."

Ich habe dann gemeint, dass es mir vollkommen egal ist, was er für eine Einstellung zu Ausländern hat, weil das in dem Zusammenhang keine Rolle spielt, weil nicht er das Grundsatzprogramm geschrieben hat! 
"fußball. du glaubst also, dass eine spielbewertung von einem fan in keinster weise anders gelesen werden sollte, als die spielbewertung eines nicht-fans?" 

Ebenso dazu... Wenn der Youtuber von der AfD überzeugt ist, ist das immernoch kein Grund zu sagen, dass das Grundsatzprogramm nicht der Richtigkeit entspricht.

Sry für den langen Text, aber ich hoffe du kannst mir da helfen. 

Kommentar von Dxmklvw ,

Ich kann nur meine persönliche Meinung darstellen, quasi als Tipp, woran man auch noch denken könnte. Entscheiden mußt du alleine, auch z. B. darüber, ob die AfD gut oder weniger gut für Alleinerziehende ist.

Ich empfinde das Dargestellt so, als ob dabei intensiv versucht wird, die Diskussion objektiv und vielseitig betrachtet darzustellen, obwohl im Hintergrund eine festgefahrene Meinung besteht und es mehr um das Verteidigen dieser Meinung geht.

In deinen Argumenten meine ich mehr ein intensives Suchen zu erkennen, das sich nicht an Fremdvorgaben festgebissen hat.

Ich kann deshalb zu meiner Erstantwort nur noch hinzufügen, daß in Wahlprogrammen meistens eh nicht drin ist und drin sein kann, was draufsteht, und daß es sich bei Grundsatzprogrammen nicht genauso, aber oftmals ähnlich verhält.

Schau in die Parteidiskussionen und in die internen Querelen!

Irgend eine Gruppe wird sich schon durchsetzen, aber das ist meist auch mit Kompromissen verbunden, bei denen es dem Außenstehenden eigentlich nicht möglich ist, zu erkennen, was von solchen Kompromissen um des internen Friedens willen alles mitbetroffen ist.

Ansonsten ist vieles, was für den einen gut zu sein scheint, für den anderen trotz ähnlicher Situation vielleicht grottenschlecht. Abhängig ist so etwas von der jeweiligen Denke und von Zukunftsplänen, die gut sein könnten, die aber ebenso Illusionen sein können.

Zuletzt betrachte noch einmal das, was ich geschrieben habe. Du kannst da eine Menge herauslesen, aber du kannst nicht wirklich wissen, wie ich denke und fühle, denn zwischen den Buchstaben steht weder meine Körpersprache noch die Menge diverser ganz anderer Gespräche, mit denen man üblicherweise erst einmal herausfindet, wie ein Gegenüber tickt.

So ist das auch mit dir und em Youtuber. Da mußt du aufpassen, daß nicht mit den selben benutzen Worten etwas völlig anderes gemeint ist. Speziell die Betonung auf "erst einmal studiert haben müssen" drückt meiner Ansicht nach etwas sehr eindeutig aus:

Ich halte das für ein Ersatz-Totschlagargument, daß gerne benutzt wird, um leicht abwertend deutlich zu machen, daß der andere einer ganz anderen "Denkspezies" angehört und deshalb eine Einigung auf etwas nicht wirklich möglich ist.

Tatsächlich ist da auch etwas dran. Ein Studium bewirkt überwiegend und unabhängig davon, wie viel oder wie wenig gelernt oder verstanden wurde, daß ein (gedachter) höherer sozialer Rang eingenommen wird.

Im Extremfall könnte man auch sagen, ein Studium ist auch geeignet, um Dünkel zu schaffen. Diese sind in manchen Kreisen unverzichtbar als Erkennungszeichen dafür, dazu zu gehören.

Ich selbst meine, denken und logisch denken und objektiv sein kann man auch völlig ohne Studium usw., und oftmals sogar viel besser als mit, weil man dann bessere Chancen hat, die Dünkeltreppe zu vermeiden.

Wenn ich noch etwas ausgelassen habe oder den Kern deines Problems nicht gut getroffen habe, dann frage mich einfach erneut. Aber vielleicht kannst du ja auch von anderen Antwortern passendes entnehmen.

Antwort
von wfwbinder, 8

Nie wird mehr gelogen, als vor Gericht, auf der Jagd und vor Wahlen.

Im Grundsatzprogramm einer Partei stehen die Grundwerte, auf die diese Partei basiert.

So kann ein Wahlprogramm schon etwas abweichen.

Wenn es z. B. um die Wahl in MV geht, könnte eine Partei bezogen auf die Besonderheiten, oder speziellen Probleme des Landes vom Grundsatzprogramm abweichen, weil sich dort ein höherer Mindestlohn, ein höheres Wohngeld usw (nur mal als Beispiele) nicht finanzieren lassen.

Kommentar von ghosty89 ,



Ok um dich evlt. teilhaben zu lassen, was genau passiert ist. 
Vllt. kennst du das Lied der Band Jennifer von Rostock.
Wenn nicht, hier der Link dazu. 
https://www.youtube.com/watch?v=GICbuIHMGrQ
Ich habe daraufhin mit diesem Video geantwortet und gesagt, dass diese Frau sich besser informieren hätte sollen:

https://www.youtube.com/watch?v=eL88weKphjg

Dieser Youtuber, ob man ihn mag oder nicht spielt für mich keine Rolle, weil das ERGEBNIS für mich eine Rolle spielt, argumentiert mit dem Grundsatzprogramm der AfD. 
Natürlich bringt er den ein oder anderen ironischen Satz raus, was ich aber jetzt nicht weiter schlimm finde. 

Mein Diskussionspartner erwiderte dann mit der Frage ob ich studiert hätte und ich sagte, dass es keine Rolle spielt meinte er draufhin: 

"doch. also zumindest mit der art wie du mit quellen umgehst. eines der ersten dinge, die man lernt, zumindest in nem wissenschaftlichen studium, ist, dass man jede quelle in ihrem politischen, sozialen und ethischen kontext betrachten muss. 
zum beispiel ist völlig klar, wie sich eine abhandlung zur migration von jemandem, der bekannter migrationsgegner ist, lesen wird. 

das merkste bei grells video schon in den ersten zwei minuten. erstens bezieht er sich auf das grundsatzprogramm und nicht das wahlprogramm für mäck-pomm. und zweitens liest er seinen beweis genau so, wie ich das von jemandem von ihm erwarten würde.
es geht hier direkt um die aussage von jennifer weist, dass die afd alleinerziehende vernachlässigen würde. grell verneint das und zieht das grundsatzprogramm als beweis ran. während da tatsächlich dinge drin stehen, die vorteile für alleinerziehende bringen könnten, aber es ist auch explizit ein bekenntnis zur klassichen kernfamilie drin. nicht nur das, alleinerziehende familienkonzepte werdern als nicht erstrebenswert bezeichnet."

Ich habe dann gemeint, dass es mir vollkommen egal ist, was er für eine Einstellung zu Ausländern hat, weil das in dem Zusammenhang keine Rolle spielt, weil nicht er das Grundsatzprogramm geschrieben hat! 
"fußball. du glaubst also, dass eine spielbewertung von einem fan in keinster weise anders gelesen werden sollte, als die spielbewertung eines nicht-fans?" 

Ebenso dazu... Wenn der Youtuber von der AfD überzeugt ist, ist das immernoch kein Grund zu sagen, dass das Grundsatzprogramm nicht der Richtigkeit entspricht.

Sry für den langen Text, aber ich hoffe du kannst mir da helfen. 




Kommentar von wfwbinder ,

Ich glaube nicht, dass ich Dir helfen kann.

Ich mag zwar die AfD auch nicht, aber der Text der jungen Dame (ich kannte ihn schon, aber nur zum Teil, weil er mir zu blöd war und ich nach ca. 1:30 abgeschaltet habe), fällt unter den Bereich künstlerische Freiheit/Satire.

Da darfst Du keine Abstimmung auf Wahlprogramme erwarten.

Bei Programmen, wie dem zitierten Grundsatzprogramm der AfD kann man natürlich auch das Eine, oder Andere interpretieren.

Antwort
von vitus64, 4

Grundsatzprogramme legen wie der Name schon sagt, die grundsätzlichen Haltungen der Partei zu wichtigen politischen Fragen fest.

Wahlprogramme gehen mehr auf aktuelle Themen ein.

Widersprechen sollte sich beides natürlich nicht und muss es ja auch nicht.

Antwort
von MrHilfestellung, 15

Das Grundsatzprogramm stellt die grundlegenden Positionen der Partei dar, während Wahlprogramme meistens für einzelne Wahlen aufgestellt werden.

Die Positionen sollten sich eigentlich nicht widersprechen, ich würde dann entweder beides als Position der Partei sehen oder keines.

Wichtig sind Grundsatz- und Wahlprogramm.

Antwort
von lupoklick, 5

Programme werden von den

 Professoren Dr. Dagmar Schall und Dr. Dr. Eusebius Rauch verfaßt....

Ich befasse mich seit Jahrzehnten mit dem poltitschen Geschehen,

und lese keine Programme, sondern sehe mir Personen und TATEN  an !

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