Frage von DasRegime, 53

Wie atmet ein Wein?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von RayAnderson, Community-Experte für Genuss, 4

Hallo,

zu Deiner Frage:

Wie atmet ein Wein?

Wein atmet, wenn er Sauerstoff ausgesetzt wird. Kohlenwasserstoff­mo­le­küle, Säu­ren und Ester gelten als wich­tige Geschmacks­trä­ger. Sie gehen bei dem Prozess Ver­bin­dun­gen mit Sau­er­stoff ein. Weine werden dadurch zugänglicher und weicher, verlieren jedoch an Fruchtigkeit.

Das kann in einem Glas geschehen, aber auch in einem Dekanter.

Ein Dekanter ist eine bauchige Karaffe.

Teilweise wird aktuell auch der Begriff karaffieren verwendet. Dann soll damit zwischen dekantieren und karaffieren unterschieden werden.

Damit möchte man einen Unterschied zwischen dekantieren im eigentlichen Sinn, also einen Wein von Bodensatz trennen und einer Belüftung von Wein
herleiten.

Eine Belüftung würde demnach in einer Karaffierkaraffe vollzogen werden. Der Duden kennt die Worte nicht und ich lehne sie auch ab.

Ich benutze den Begriff dekantieren sowohl für die zusätzliche Belüftung eines Weines, als auch um ihn vom Bodensatz zu trennen.

Eine Belüftung macht nur bei hochkarätigen, jungen Weinen Sinn. Es ist kein must be. In großvolumigen Weingläsern können sich Weine auch entfalten. Das dauert etwas länger, dafür kann man die Verwandlung miterleben.

Bei älteren Weinen ist es nicht nötig Wein zusätzlich atmen zu lassen. Es ist sogar sehr gefährlich. Manche alten Weine holen nur noch ein letztes Mal tief Luft.

Würde man ältere Weine in einem Dekanter zusätzlich belüften, könnte der Wein ungenießbar sein, bevor man ihn anfängt zu trinken.

Älteren Weinen fehlt das nötige Tannin, um sich erfolgreich gegen den Sauerstoff zur Wehr zu setzen. Sie oxidieren.

Einen alten Wein kann man einen Tag vorher stehend lagern. Dann setzt sich der Bodensatz unten ab. Das erleichtert das Einschütten. Notfalls kann man auch ein Sieb verwenden.

Ich lehne das zusätzliche Dekantieren von Wein grundsätzlich ab. Es ist ein Erlebnis die Entwicklung eines hochkarätigen Weines im Glas mitzuerleben.

Gruß, RayAnderson  😏

Kommentar von RayAnderson ,

Danke für das Sternchen.

Antwort
von kgsbus, 12

Wenn Wein mit Luft (Sauerstoff) in Berührung kommt, findet Oxidation statt: das kann man atmen nennen.

Wenn Wein aus der Flasche vorsichtig in ein bauchiges Gefäß
umgefüllt wird, um ihn zu belüften, nennt man das Karaffieren.

Dabei wird der Wein nach und nach in eine bauchige Glasflasche gegeben: Langsam fließt der Rebsaft an der Innenseite des Gefäßes (bauchig) hinab und kommt dabei mit Sauerstoff in Kontakt – der Wein atmet und entfaltet nach und nach seine Aromen. Er altert also schneller.

Junge, frische Weine wie viele Sommerweine sind allerdings keine Kandidaten für das Karaffieren – im Gegenteil. Sie haben eine leichte, prickelnde Kohlensäure, die ihnen durch das Karaffieren genommen würde.

Auch ältere Rotweine können das nicht in jedem Fall vertragen.
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Das Dekantieren meint hingegen, den Wein von Trubstoffen zu trennen. Vor allem bei gereiftem Rotwein der ersten Lagen oder Likörweinen wie Vintage-Portwein setzen sich Schwebstoffe mit der Zeit ab, die nicht im Glas landen, sondern in der Flasche bleiben sollen. Daher wird der Wein aus der Flasche vorsichtig in eine Karaffe (schmal - nicht bauchig) umgefüllt.

Hilfreich ist dabei eine Lichtquelle. Damit kann man beobachten, wann die
Trubstoffe vom Flaschenboden mit dem Wein zum Flaschenhals fließen. Sobald sie am Übergang zum Flaschenhals ankommen, ist das Umfüllen beendet.

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Aber das alles ist auch umstritten. Einschenken in ein
großes Glas kann die bessere Lösung sein.

Doch die Show ist natürlich großartig.

http://www.zeit.de/lebensart/essen-trinken/2010-06/wein-wahrheit-dekantieren


Antwort
von Grillmax, 1

...vergleichbar mit dem Braunwerden des angebissenen Apfels oxidiert die Weinoberfläche ...sie reagiert mit dem Luftsauerstoff. Je grösser die Oberfläche (schwenken von bauchigen Weingläsern oder karaffieren) desto mehr. Es kann bei älteren Kandidaten durchaus sein, das sie (obwohl zuvor einwandfrei) gerade nach dem karafieren "umgekippt" sind.

Für die flüchtigen Aromen wird der Prozess der Mikrooxidation ebenfalls als besser wahrnehmbar empfunden ... der Wein "öffnet sich", wird etwas intensiver im Duft....es kommen ursprünglich zurückhaltenere Aromen stärker zum Vorschein.

Antwort
von Kuifje, 21

Mit der Lunge, womit sonst?

Antwort
von businessman10, 43

am besten in einem dekanter

Antwort
von Commentix, 22

Ganz normal eigentlich ...
Ein - aus - ein - aus ...
Dazwischen jeweils kurze Pausen.

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