Frage von Rodalis, 121

Wie an Antidepressiva kommen ohne Therapeuten?

Ich hatte bei meinem Arzt vorgegeben in Therapie zu sein, um an Antidepressiva zu kommen, da ich sonst keine bekommen hätte. Sie hat mir kein Rezept mitgegeben sondern nur eine Packung Duloxetin á 60mg, um zu gucken wie ich darauf reagiere. Und mit den AD´s komme ich sehr gut klar und sie helfen mir auch sehr, allerdings waren die halt schnell leer und dann wollte sie die Nummer von meiner Therapeuten, die ich natürlich nicht habe, um mit ihr das "weitere Vorgehen" zu besprechen.

Ich will keine Therapie, brauche aber unbedingt mehr AD´s. Gibt es nicht andere legale Wege um daran zu kommen? Würde das reichen wenn ich einmal zu einem, keine Ahnung, Neurologen o.ä gehen würde und würde dann da ein Dauerrezept bekommen?

Antwort
von WelleErdball, 34

Ein Dauerrezept gibt es nicht und es ist schon ein Ding, dass dir eine Allgemeinmedizinerin AD´s verschreibt ohne Vorbefund.

Bei mir wurden "mittelschwere" Depressionen diagnostiziert. Allerdings
würde ich nicht mit mir selber klar kommen, wenn ich zu einem
Therapeuten müsste. Ausserdem könnte ich sowieso nicht mit irgendeinem
Therapeuten über meine Probleme reden, zumal er nichts an den Problemen ändern kann.

Und jetzt glaubst du du kannst selber Doktor spielen und mit Antidepressiva experimentieren? Ich hoffe, dass deine Ärztin genauer hinschaut und dir nichts mehr verschreibt.

Du hast recht: Ein Therapeut kann nichts an deinen Problemen verändern dafür ist er auch nicht zuständig. Ändern kannst nur DU etwas und ein Therapeut kann dich begleiten, Wege aufzeigen und dir die Hand reichen. Wenn du das nicht annehmen möchtest musst du das auf deine Art regeln und zwar ohne Ärzte anzulügen und dir Medikamente zu erschleichen.

Expertenantwort
von dadamat, Community-Experte für Medizin, 13

Jeder Arzt mit einer Kassenzulassung kann dir Antidepressiva verschreiben. Eine (andere, zusätzliche) Therapie ist dazu nicht nötig.

Antwort
von Nightlover70, 27

Es hat natürlich einen Sinn das man AD nicht so einfach überall auf Zuruf bekommt.

Du solltest zumindest mit einen Therapeuten sprechen. Du musst ja vielleicht nicht unbedingt eine umfangreiche Therapie machen.

Antwort
von Silo123, 19

Auch ein Hausarzt kann sehr wohl Antidepressiva verschreiben. Aber mit solchen Unehrlichkeiten kommt man nicht unbedingt weiter.

Da Depressionen auch sehr stark stoffwechselbedingt sein können, ist auch gar nicht immer eine psychologische Therapie sinnvoll.

Aber welches Antidepressum für wen geeignet ist, das muß nichtsdestoweniger abgewogen werden..

Was Du einfach so bekommen kannst, ist Johanniskraut- rezeptfrei- kann man aber auch auf Rezept bekommen. Johanniskraut ist ein durchaus potentes Antidepressivum , welches bei bis mittelschweren Depressionen eingesetzt wird. Hilft nicht bei jedem, wie auch andere Antidepressiva nicht bei jedem helfen.

Nebenwirkungen Johanniskraut in erster Linie Photosensibilität (meist reichtein besserer Sonnenschutz) und nicht mit der Pille kombinieren.

Antwort
von nnblm1, 33

Ohne regelmäßige Kontrolle wird dir hoffentlich kein Arzt Psychopharmaka verschreiben.

Expertenantwort
von Chillersun03, Community-Experte für Medikamente & Medizin, 54

Ich hatte bei meinem Arzt vorgegeben in Therapie zu sein,

Brauchst du gar nicht. Die meisten Ärzte gehen mit Antidepressiva ziemlich locker um, da Antidepressiva sicher und gut verträglich sind (außer die ersten Tage). Rede einfach mit deinem Hausarzt, oder sprich bei einem anderen vor. Oder lass dir eine Überweisung zum Psychiater geben.

Gibt es nicht andere legale Wege um daran zu kommen?

Legal nicht, nein. Geh zum Arzt. Oder versuchs mit Johanniskraut.

Kommentar von beamer05 ,

da Antidepressiva sicher und gut verträglich sind


Sorry, aber GERADE bei Duloxetin ist ein relativ hohes Risiko für Leberschäden (auch bei zuvor völlig lebergesunden Pat.) beschrieben, so daß bei diesem Medikament eine relativ engmaschige Kontrolle u.a. der Leberwerte dringend empfohlen wird - was bei der Fragestellerin wohl eher nicht anzunehmen ist, wenn sie wie beschrieben vorgehen will.


Näheres s. hier:

http://www.arznei-telegramm.de/html/2005\_11/0511101\_02.html


Aber deinem Tip bezüglich Johanniskraut kann ich sehr gut zustimmen!

Muss nur ausreichend hoch dosiert werden.

Kommentar von Rodalis ,

Fragesteller*

Johanniskraut,Baldrian und noch irgendein homeopathisches Mittel dessen Name mir gerade nicht einfällt, hat mir meine Ärztin auch mitgegeben, weil ich gucken sollte ob ich drauf anschlage. Aber das hat nich geholfen

Kommentar von Chillersun03 ,

relativ hohes Risiko für Leberschäden

Relativ hoch? Mir sind darüber bis jetzt nur Einzelfälle bekannt. Aber mag sein, dass du Recht hast. :)

Kommentar von beamer05 ,

... bezüglich Leber habe ich leider ein Beispiel in der Familie erlebt (und bei einigen Patienten)

Kommentar von extrapilot351 ,

Diese sogenannte Expertenantwort der Community ist völlig daneben. Kein Arzt geht ziemlich locker mit Antidepressiva um. Ein Hausarzt wird auf jeden Fall einen Patienten psych. Problemen an einen Facharzt überweisen denn mit Antidepris wird die Störung nicht geheilt. Ähnlich wie bei Zahnschmerztabletten, das Loch bleibt im Zahn.

Kommentar von Chillersun03 ,

Kein Arzt geht ziemlich locker mit Antidepressiva um.

Doch. Schau dir einfach die Verschreibungszahlen an und von dem die Verordnungen rausgegeben werden.

denn mit Antidepris wird die Störung nicht geheilt. Ähnlich wie bei Zahnschmerztabletten, das Loch bleibt im Zahn.

.... Antriebsmangel und Ängste können durch Antidepressiva überwunden werden. Und die klassische Depressionshypothese ist diese, dass der Körper in aussichtslosen Situationen (bsp, Gefangenschaft oder starke psychische Belastung) in eine Depression verfällt u.a. um Energiereserven zu sparen und das Überleben zu sichern. (in der Tierwelt ist das bsp. sehr verbreitet) Ist die Situation überwunden, stellt sich der Neurotransmitterhaushalt nicht immer wieder direkt von alleine ein. In solch einem Fall wirken Antidepressiva Wunder und der Patient erfährt eine sofortige Remission der Krankheit. Aber es gibt auch noch andere Arten bei denen Antidepressiva zwar die Symptome verbessern, aber nicht heilen. 

Antwort
von extrapilot351, 73

Deine Probleme haben Ursachen. Diese Ursachen werden durch Antidepris nicht beseitigt. Sie müssen behoben werden durch einen Facharzt. Deshalb musst Du noch lange nicht stationär behandelt werden. Das geht auch ambulant. Übrigens von alleine geht das nicht weg. Im Gegenteil. Du kommst da alleine nicht raus. Nimm psychologische Hilfe in Anspruch.

Kommentar von Rodalis ,

Bei mir wurden "mittelschwere" Depressionen diagnostiziert. Allerdings
würde ich nicht mit mir selber klar kommen, wenn ich zu einem
Therapeuten müsste. Ausserdem könnte ich sowieso nicht mit irgendeinem
Therapeuten über meine Probleme reden, zumal er nichts an den Problemen
ändern kann.

Kommentar von Menuett ,

Aber er kann Deinen Blick auf die Probleme verändern.

Kommentar von extrapilot351 ,

@Rodalis mit dem Kommentar beschreibst Du Dein Hauptproblem, die Beratungs- bzw. Therapieresistenz. Solange Du Dich selbst nicht öffnest, und das geht am besten bei einem Therapeuten, wirst Du von Deinen Problemen nicht geheilt werden können. Es gibt viele wie Dich, die alles was die Psyche angeht viel besser wissen. Irgendwann werden sie dann so stark von ihrer Störung eingenommen, dass nur ein stationärer Aufenthalt -über eine lange Zeit- in der Psychiatrie Dich heilen kann.

Antwort
von Tripper, 56

Die Verschreibung solcher Medikamente, geht immer mit psychologischer Behandlung einher. Antidepressiva, wirken stimmungsaufhellend, bekämpfen aber nicht die Depression. Zudem machen viele davon auch abhängig, weshalb ich noch mehr dazu rate, sie nur zu nehmen, wenn sie einen Zweck im Zuge eine Behandlung erfüllen.

Kommentar von Rodalis ,

Bei mir wurden "mittelschwere" Depressionen diagnostiziert. Allerdings würde ich nicht mit mir selber klar kommen, wenn ich zu einem Therapeuten müsste. Ausserdem könnte ich sowieso nicht mit irgendeinem Therapeuten über meine Probleme reden, zumal er nichts an den Problemen ändern kann.

Kommentar von Tripper ,

Diese Schiene habe ich auch ca. 8 Jahre bis jetzt gefahren. Was hab ich davon? Ich bin ein seelenloser Zombie. Ich habe keinen Spaß mehr im Leben. Lass es nicht so weit kommen :/

Kommentar von Rodalis ,

Tut mir leid für dich, aber warum bist du dann noch nicht zu einem gegangen?

Kommentar von Tripper ,

"Allerdings würde ich nicht mit mir selber klar kommen, wenn ich zu einem Therapeuten müsste. Ausserdem könnte ich sowieso nicht mit irgendeinem Therapeuten über meine Probleme reden, zumal er nichts an den Problemen ändern kann."

Ich habe mir erlaubt dich zu zitieren. Ich denke halt genauso. Immer noch. Aber mein Umfeld und meine berufliche Situation drängen mich nun einen Therapeuten aufzusuchen. Ob etwas oder jemand helfen kann, das weiß man erst, wenn man es versucht hat. Ich weiß es kostet Überwindung, aber wie gesagt die Tabletten sollten wirklich das letze Mittel sein.

Kommentar von Rodalis ,

Weiß nicht, bin ziemlich fest überzeugt das ein Therapeut nicht viel ändern kann, aber die AD´s haben halt extrem geholfen. Meine lethargie und totale Antriebslosigkeit war weg, ich konnte wieder lachen, mich wieder konzentrieren etc. Klar lösen die nicht die Ursachen, aber sie lindern wenigstens den "Schmerz" bzw. die Symptome. Seitdem ich sie nicht mehr nehmen kann geht es mir sogar beschissener

Kommentar von Tripper ,

Das ist eben das zusätzliche Problem an diesen Dingern. Ich denke die anderen konnten dir hier viele Tipps geben, die dir spezielle bei deiner Fragestellung helfen. Ich wünsche dir alles gute und hoffe du findest einen Weg, das ganze in den Griff zu bekommen :)

Kommentar von extrapilot351 ,

Bravo, Du kennst die Wirkungsweise der Tabletten hast aber keinen Arsch in der Hose Dich behandeln zu lassen. Mittelschwere Depris sind meist mit latenter Suizidalität verbunden. Der Druck in Dir wird immer stärker werden und die Antidepris helfen dann nicht mehr. Solltest Du nicht in therapeutische Behandlung wird es, nach weiteren Auffälligkeiten, auch zu einer Einweisung kommen können. Dann kommst Du aber gleich in die richtige Station, geschlossen, ohne Besuch, keinen Ausgang usw. bis Du bereit bist Dich therapieren zu lassen.  Aber sicher kennst Du das ja alles viel besser.

Antwort
von Virginia47, 20

Du brauchst keinen Therapeuten, wenn du Antidepressiva willst. 

Allerdings hast du dich da nun selbst reingeritten, als du gelogen hast. 

Lass dich zu einem Neurologen/Psychiater überweisen. Der kann dir auch Antidepressiva verschreiben. Und kann dir am besten helfen. 

Ein Hausarzt kann nur 08/15-Antidepressiva verschreiben. Ob die gut oder schlecht sind, kannst du nicht beurteilen. Da wäre schon ein richtiger Psychiater oder Neurologe/Psychiater angeraten. 

Antwort
von psychofreak666, 50

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass es keinen Sinn macht nur Anti-Depressiva zu nehmen?

Ganz ehrlich wenn du keine Therapie brauchst, brauchst du auch keine Anti-Depressiva.

Das selbe wäre es, wenn ein Patient im Krankenhaus eine Narkosemittel für eine Operation verlangen würde, aber keine Operation durchführen lassen will,

Antwort
von Menuett, 17

Du gehst zum Psychiater.

Der wird Dir eine Therapie empfehlen, aber nicht aufzwingen. AD bekommst Du da.

Antwort
von jimpo, 16

Es gibt kein Dauerrezept. Bei solchen Tabletten stehst Du neben Dir. Ich weiß wovon ich spreche.

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