Frage von IsaSparkle, 25

Wie am besten Geschichten schreiben/guten Streibstil entwickeln?

Hallo :D Ich schreibe schon seit einiger Zeit Geschichten, die an sich ganz in Ordnung sind. Nur eben nicht besonders ...

Worauf muss man also achten? Ich meine nicht die Story, den Ablauf e.t.c., sondern den Schreibstil.

Es gibt ja diese eine ,Regel' ,Show it, don't tell it' und dass man statt 'lange Haare' 'ellenlange Haare' oder so schreiben sollte ...

Schön und gut, aber gibt es noch ein paar mehr Tipps?

Danke für deine Antwort im Vorraus :D

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Choclatelover12, 17

Hallo :)

Ich schreibe auch Geschichten^^ Aber ich kenne ehrlichgesagt nicht so Tipps und Regeln, wie du sie kennst :D Ich habe halt eben über die Jahre meinen eigenen Schreibstil entwickelt... aber ich finde man kann auch nicht so wirklich nach Tipps und Regeln gehen, weil ich finde man muss auch wirklich seinen eigenen schreibstil entwickeln, weil jeder einen anderen hat  und wenn man eigentlich viel ließt und viel Fantasie hat, kommt das Meiste ganz von selbst... 

Auf jeden Fall benutze ich persönlich immer viele Synonyme, um Abwechslung  in meine Geschichten zu bringen einfach statt 'sagen' z.B 'erwiedern', 'wispern' etc... aber das versteht sich eig von selbst^^

Dann benutze ich noch viele Vergleiche und Adjektive und achte darauf Landschaften und  Äußerlichkeiten so genau wie möglich bildlich zu beschreiben und benutze da auch oft viele Vergleiche  :) Ich finde Gedanken und innere Monologe auch sehr wichtig, einfach damit man sich in die Figuren hineinfühlen kann... Träume, Wünsche, Ängste und Bedürfnisse sollte man auch so oft wie möglich einbauen^^

Gefühle zu beschreiben finde ich manchmal am Schwierigsten aber ich beschreibe sie dann meist so wie ich sie in dem Moment als die Person empfinden würde...so banal, verständlich und lebhaft, wie möglich eben:)  Und wenn mir irgendwas witziges einfällt - ganz egal  wie lächerlich es ist - schreib ich es auch einfach. Einfach damit man beim drüber lesen schmunzeln muss:) 

"Show it, don't tell it" ist aber trotzdem eine tolle Regel :D wobei ich sie jetzt aber eig als verständlich erachtet hätte ...Du lässt die Protagonisten in der Geschichte einfach Handlungen ausführen, in denen sich der Charakter usw. von selbst für den Leser heraus kristalisiert und lässt die Katze nicht gleich aus den Sack, was Charakter, Aussehen usw. angeht :)

Hoffe ich konnte helfen :D

Lg


Antwort
von MarkusKapunkt, 15

"Ellenlange Haare" ist stilistisch ganz, ganz schwach, weil mit dem Längenmaß "Elle" heute niemand mehr etwas anfangen kann. Außerdem ist das kein Beispiel von "Show, don't tell", sondern nur eine andere Form von Beschreiben. Leider verwechseln das viele. Die Haarlänge kann man ganz anders und viel bildhafter beschreiben, indem man sie im Wind wehen lässt, nach einem Bad das Wasser aus ihnen über die Hüfte tropfen lässt, oder die Figur bindet sie sich zusammen, weil sie ihr bei der Hitze immer auf dem Rücken kleben bleiben. DAS wäre "Show, don't tell".

"Show, don't tell" bedeutet, die Figuen etwas in der Geschichte tun zu lassen, ohne etwas über sie auszusagen. Anderes Beispiel: Um darzustellen, wie stark eine Figur ist, ist es besser, sie eine andere Figur im Kampf besiegen zu lassen oder etwas wirklich Kraftaufwändiges tun zu lassen, statt einfach ihre Muskelpakete zu beschreiben. So ähnlich habe ich das oben ja auch schon bei den Haaren erläutert.

Stell dir einfach vor, du würdest beim Schreiben ein Bild malen. Lass dir Zeit, die Umgebung ausfürhlich zu beschreiben und benutze dabei viele bildhafte Umschreibungen. Statt "Es dämmerte bereits, als sie aus dem Wald nach Hause kam", schreibst du dann "Als sie heimkam, spürte sie die wärmenden Strahlen der Abendsonne auf ihrer Haut, welche in einem herrlichen Orange durch das Blätterdache der golden funkelnden Blätter des Waldes fielen."  So zu schreiben kostet Zeit, aber es ermöglicht dem Leser, einen Zugang zu der Welt zu finden, die ja sonst nur in deinem Kopf existieren würde. Lass den Leser daran teilhaben! Je schöner du malst, umso tiefer wird er in deine Geschichte eintauchen, umso gefesselter wird er von ihr sein und umso mehr Leuten wird er deine Geschichte auch empfehlen.

Kommentar von IsaSparkle ,

Ich meinte das jeweils für sich, nicht zusammen. Und ja, das war ein nicht wirklich gutes Beispiel, sondern eins, das mir gerade einfiel.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Hilft dir die Antwort trotzdem weiter? Ich hab mir echt Mühe gegeben. :-P

Kommentar von IsaSparkle ,

Ja, die Antwort tut ihre Arbeit :D

Antwort
von Andrastor, 17

Das Wichtigste an einer Geschichte ist ein guter Konflikt.

Eine Geschichte wird nur dann spannend wenn die Figuren klare Ziele, Träume und Wünsche haben und ihnen ständig von etwas oder jemandem Steine in den Weg gelegt werden, sodass sie kämpfen müssen um sich die Wünsche zu erfüllen.

Deinen Schreibstil verbesserst du nur durch harte Kritik. Die musst du entweder selbst ausüben oder du lässt deine Werke von anderen kritisieren. Verlange explizit nach destruktiver Kritik, daraus lernt man am meisten.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Destruktive Kritik ist einfach nur gemein. Da wird ja nur nach Punkten gesucht, um den Schreiber fertigzumachen. Was du meist, ist Konstruktive Kritik: Die kann auch hart formuliert sein, aber bringt den Schreiber voran. Kritik muss annehmbar ausgedrückt und klar formuliert sein, sonst tut sie das nicht. Der Kritisierte nimmt dann automatisch eine Verteidigerposition ein und dann kommt die Kritik nicht an, wenn sie einfach nur destruktiv ist. Verstehst du, wie ich das meine? Es gehört schon einiges an Selbstbewusstsein und Charakterstärke dazu, mit destruktiver Kritik konstruktiv umzugehen. Aber nicht jeder Autor ist charakterlich so gefestigt (wie wir beide ja zu genau wissen... Erinnerst du dich noch an dieses eine Mädel, das nicht mehr mit dir reden wollte, weil du ihr einen Kommentar geschrieben hast? xD)

Kommentar von Andrastor ,

Ich meinte schon destruktive Kritik ;)

Ich weiß dass diese besonders hart ist und es viel abverlangt damit umzugehen, aber um wirklich als Autor besser zu werden, ist das die beste Kritik die man sich wünschen kann.

Für mein letztes Buch hatte ich hier auf dem Forum extra um derartige Kritik gebeten, aber kaum bekommen :P

Man muss auch unterscheiden zwischen Beleidigungen und destruktiver Kritik. Denn Beleidigungen haben in einer solchen nichts zu suchen. Man sucht zwar akribisch nach jedem noch so kleinen Fehler, beleidigt aber nicht.

Ja, an die Möchtegern-Autorin erinnere ich mich XD

Kommentar von Deponentiavogel ,

Wenn du noch Interesse hast, dann zerfetze ich deine Geschichte.

Kommentar von Andrastor ,

Ist inzwischen nicht mehr nötig, ich werde sie heute oder spätestens Samstag auf Amazon als Ebook veröffentlichen. Aber mein drittes Buch ist schon in Arbeit, wenn es fertig ist, komm ich gerne drauf zurück.

Antwort
von Deponentiavogel, 13

Hier habe ich ausführlich erklärt, was einen guten Stil kennzeichnet: https://www.gutefrage.net/frage/woran-erkennt-man-genau-eine-grammatisch-und-sti...

Viel praktisches Wissen wirst du daraus aber nicht ziehen können.

_______

Ich fasse kurz zusammen, was in der Antwort drin steht:

Was einen guten Text ausmacht, sind zwei große Prinzipien: 

Show, don't tell: Es gibt so viele Fälle, auf die man dieses Prinzip anwenden kann. Und immer sieht der Text danach besser aus. Das Beispiel, das du gegeben hast, ist keins.

Fokus (inkl. Perspektive): Man lenkt den Blick des Lesers geschickt, sodass er auf das Wichtigste fokussiert. Unerlässlich ist dafür, dass man perspektivisch sattelfest ist.

Wenn man sich die kleinste Zelle ansieht, also gute Sätze, guten Schreibstil, läuft das darauf hinaus:

Formulierung: Will man gute Texte schreiben, muss man sich wie Hemingway jedes Wort ansehen, als sähe man es zum ersten Mal. Ist diese Formulierung passend? Ist sie zu overpowered, zu sanft? Passt sie zur Stimmung, die ich gerade schaffe? …

Alltägliches & Verzicht: In guten Texten lehnt man sich ganz an die Sprache des Alltags an. Damit fallen unnatürliche Geschwüre wie Schachtelsatztumore,  das Relativpronomen welcher oder hässliche Konstruktionen wie Er weiß zu gewinnen von vornherein weg. Gleichzeitig verzichtet man aber auf das zu Alltägliche: Beispielsweise verwendet man keine Attribute, …

Gut werden Texte nicht, wenn man ihnen weiß Gott was hinzufügt, sondern wenn man das Unwichtige weglässt.

Kommentar von IsaSparkle ,

Ich habe gar kein Beispiel für Show don't tell angegeben..

Kommentar von Deponentiavogel ,

Es gibt ja diese eine ,Regel' ,Show it, don't tell it' und dass man statt 'lange Haare' 'ellenlange Haare' oder so schreiben sollte ...

Kommentar von Deponentiavogel ,

Was meinst du dann mit deinen ellenlangen Haaren? Dass ausgelutschte Wendungen gut sind?

Kommentar von IsaSparkle ,

Wie du selbst zitiert hast, schrieb ich 'und' und nicht 'also' oder 'zum Beispiel'.

Was das mit den Haaren betrifft; Das war einfach nur irgendein Beispiel es ging nicht um gut oder schlecht sondern um das Prinzip.

Selbst wenn das deiner Meinung nach schlecht ist oder dir sonst was nicht passt, musst du auch nicht gleich so beleidigt schreiben, entschuldige bitte als ich dich korrigiert habe, nachdem du etwas falsch verstanden hast!

Kommentar von Deponentiavogel ,

Ich bin ja gar nicht beleidigt. 

Kommentar von IsaSparkle ,

Kam etwas so rüber, zumindest in die Richtung.

Antwort
von Fuchssprung, 12

In vielen Geschichten wird der Held hervorragend beschrieben. Aber auf den Schurken wird oft nur wenig Wert gelegt. Wenn er überhaupt vorkommt, dann ist er ein plumper Unsympath ohne Hirn und ohne Glanz. Wenn man sich mit dem Schurken genau so viel Mühe gibt wie mit dem Helden, wenn man ihm viele Facetten gibt und seine Motive irgendwo zwischen sehr edel und unglaublich teuflisch ansiedelt, wird die Geschichte interessant. Spannend wird sie dann, wenn der Leser bereits zu wissen glaubt, was passieren wird. Überrascht ist er dann, wenn alles ganz anders kommt.

Antwort
von Noidea333, 12

Ich finde, bevor man etwas schreibt, sollte man viel gelesen haben und keine Probleme mit der Grammatik und Rechtschreibung haben.

Beim schreiben merkt man, wenn man sich das paar mal durchliest (am besten mit Pause), was man besser formulieren könnte.

Beim Gedicht sollte man auch nicht krampfhaft versuchen, dass es sich reimt (= reim dich oder ich fress dich)^^

Der Schreibstil entwickelt sich. Man kann auch immer das Geschriebene von anderen Leuten lesen lassen und nach Verbesserungsvorschlägen fragen. Diese kann man dann Schritt für Schritt verinnerlichen :-)

Hilfreich kann auch sein, wenn man im Internet gezielt nach stilistischen Mitteln sucht und sich viele Beispiele dazu anschaut.

Ich habe zum Beispiel mal ein Buch gelesen, wo ich statt Wörtern fast nur Bilder gesehen habe, weil das so genial geschrieben war. Und ich konnte fast mitten im Satz aufhören mit lesen und später weiterlesen und wusste immer sofort, wo die Handlung war :-)

Andere Bücher hatten zig Rechtschreibfehler, wo man fast gar nichts mehr verstehen konnte...

Antwort
von Tini12, 7

Ich kann dir diesen Blog empfehlen: www.schriftsteller-werden.de

Ich schreibe selber und mir hat dieser Blog wirklich weiter geholfen, weil er irgendwie so einen Leitfaden gibt, an dem man sich orientieren kann, gleichzeitig aber auch immer sagt, dass das nicht bei jedem so funktionieren muss und man deswegen einfach für sich selbst ausprobieren kann, wie es für einen am besten funktioniert.

Einfach mal stöbern, was dir weiterhilft

Antwort
von Rocker73, 2

Was ist ein guter Schreibstil? Das ist vollkommen relativ, von Betrachter zu Betrachter.

Was es braucht: Es muss die Figuren lebendig werden lassen, die passende Ausdrucksweise audfgrund ihrer Herkunft, der Situation, des Hintergrunds etc.

Lies dir mal "Der Fänger im Roggen" von J.D.Salinger durch. Die Ausdrucksweise ist extrem derbe, mit vielen Schimpfwörtern, aber sie gibt der Hauptfigur etwas lebendiges!

Darauf kommt´s an!

LG

Kommentar von IsaSparkle ,

Das heißt, ich soll meine Charaktere sich gegenseitig verbal kloppen lassen? XD Nein im Ernst. Mit einem guten Schreibstil meine ich, dass sich etwas schön liest. Bei manchen liest sich alles einfach nur total platt, bei anderen ist das, was im Hirn ankommt, ein neon farbenes auf und ab hüpfendes, funktionierendes Etwas.

Antwort
von mssro2209, 11

Also ich habe seit einiger Zeit auch Spaß am Schreiben entwickelt und ich, für meinen Teil, achte immer sehr darauf, dass ich alles sehr bildlich beschreibe, also dass man sich das gut vorstellen kann. 

Antwort
von Zuckerwattemaus, 1

Der schreibstil entwickelt sich durch viel lesen, du siehtst in welcher kombination die worte gut aussehen und lernst mit ihnen zu jonglieren :)

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