Frage von mova00, 94

Wie am besten bei einbruch selbst verteidigen? Und bis wann ist es noch selbstverteidigung?

Antwort
von ES1956, 48

NOTWEHR wird geregelt in §32StGB, www.gesetze-im-internet.de/stgb/__32.html
danach darf man alles ! tun was "erforderlich" !!! ist einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.
Lass dir nicht einreden du dürftest erst reagieren wenn der Angriff schon im Gange ist,
bei einem Angriff mit Tötungsabsicht wäre das eindeutig zu spät.
Im §32StGB steht nichts von verhältnismäßig. Es kann auch Notwehr sein einen unbewaffneten Angreifer zu töten,
wenn kein milderes erfolgversprechende Mittel verfügbar ist.
Man muss sich auch keinesfalls auf einen Kampf mit ungewissem Ausgang einlassen. (Von wegen Angriff nur mit gleichen Mitteln abwehren).
Selbstverständlich endet das Recht auf Notwehr sobald der Angriff beendet ist.
Andererseits wird jede Körperverletzung nachträglich durch unser Rechtssystem im Einzelfall untersucht und
dann werden Unbeteiligte anhand der Fakten und Zeugenaussagen entscheiden ob die Tat "erforderlich" war oder bestraft wird.
Es gibt kein Rezept und keinen Freibrief für eine Situation die jemand von vornherein ein Recht auf ein bestimmtes Notwehrverhalten zuspricht.
Wenn du dir einen Überblick verschaffen möchtest was Gerichte für Urteile fällen lies hier:
https://dejure.org/dienste/lex/StGB/32/1.html
Ein besonders interessantes Urteil weil hier zur Notwehr eine illegale Schusswaffe eingesetzt wurde:
http://www.quellengrun.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1...
Oder hier mit einer legalen Schusswaffe gegen die Polizei:
http://www.stern.de/panorama/stern-crime/polizist-erschossen-bundesgericht-spric...

Kommentar von ES1956 ,

WIE du dich verteidigen kannst hängt von deinen Vorbereitungen ab. Ein paar allgemeine Tipps: Rückzug in ein sicheres Zimmer, Wissen wo Familie ist, Waffe raus und laden, oder Hieb/Stichwaffe bereit zu. B. einen Cold Steel Assegai Tür verschiessen, Lampe (n) bereit (zum Blenden) 110 rufen, NIEMALS versuchen den Einbrecher zu stellen oder zu suchen!!! Konfrontation nur wenn es garnicht anders geht

Antwort
von kevin1905, 34

Hausfriedensbruch oder Wohnungseinbruchdiebstahl sind Straftatbestände.

Werden diese unmittelbar gegen dich begangen darfst du dich dagegen verteidigen und zwar mit allem was erforderlich ist den Angriff zu beenden (Täter vertreiben, Täter kampfunfähig machen, Täter töten).

Die Notwehrsituation endet, wenn der Taterfolg nicht mehr eintreten kann.

Ich erinnere mich an ein Urteil wo ein Mann einen aus seinem Haus mit Beute fliehenden Einbrecher mit der Schrottflinte in den Rücken schoss. Staatsanwalt hatte angeklagt, Gericht entschied auf Notwehr.

Kommentar von DerHans ,

Das kann ein anderes Gericht aber auch komplett anders beurteilen.

Ein Strafprozess ist grundsätzlich eine Einzelfallbeurteilung.

Antwort
von exxonvaldez, 94

Selbstverteidigung ist es, wenn du angegriffen wirst!

Und am besten verteidigst du dich so, dass der Angriff wirksam abgewehrt wird!

Kommentar von kevin1905 ,

Die Unverletzlichkeit der Wohnung und des Eigentums ist ein Rechtsgut, was bei einem Wohnungseinbruchdiebstahl oder einem Hausfriedensbruch verletzt wird gegen dies darf ich mich zur Wehr setzen (§ 32 StGB).

Kommentar von exxonvaldez ,

So isses!

Das hab ich jetzt mal unter "Angriff" subsumiert.

Antwort
von Artus01, 39

Sofern der Einbrecher Dich angreift kannst Du Dich in Notwehr verteidigen, auch dann wenn der Angreifer dabei zu Tode kommt.

Kommentar von kevin1905 ,

Der Einbruch selbst ist schon ein Angriff auf ein geschütztes Rechtsgut.

Kommentar von Artus01 ,

Das ist durchaus zutreffend und wer mutig ist kann ja versuchen den Einbrecher dingfest zu machen. Ich halte es allerdings so daß ich, sofern kein Angriff erfolgt, die Polizei benachrichtige deren Job es ist sich um den Einbrecher zu kümmern.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 50

Normalerweise wird niemand einbrechen, wenn du zu Hause bist.

Dann hält man sich am besten wirklich zurück. Sachwerte sind versichert.

(Hoffentlich)

Kommentar von lokooj ,

Deswegen wird normalerweise auch nie nie niemals nachts eingebrochen... (Ironie aus).

Kommentar von GoimgarDE ,

Deine ironie kannst du dir tatsächlich sparen. Die meisten Einbrüche passieren im Winter um 17 uhr rum wenn es zwar schon dunkel ist aber viele eben noch zur Arbeit sind...

Kommentar von ES1956 ,

"Die meisten" sind nicht alle.

Antwort
von Schnoofy, 40

Am besten gar nicht.

Ein Einbrecher ist nicht an Dir interessiert sondern an Deinen Wertgeständen.

Wenn er die findet nimmt er sie mit und verschwindet. dann kannst Du die Polizei rufen.

Wertgegenstände sind ersatzbar, Gesundheit oder Leben selten.

Antwort
von Jawafred14, 71

Solange der Einbrecher keine unmittelbare Gefahr für dich darstellt, darfst du lediglich die Polizei informieren (was du immer machen solltest) und in festhalten, bis diese eintrifft. 

Sollte er dich angreifen, darfst du dich natürlich zur Wehr setzen. Jedoch nur verhältnismäßig und solange eine Gefahr besteht.

Kommentar von exxonvaldez ,

Notwehr muss nicht verhältnismäßig sein!

Kommentar von Jawafred14 ,

Selbstverständlich muss sie das! Ich darf doch nicht mein Gegenüber erschießen, weil er mir eine Backpfeife gegeben hat. Das wäre Mord. 

Es muss immer im Verhältnis stehen. 

Des Weiteren gibt es keine „Selbstverteidigung" im Recht. Sondern nur Notwehr und Nothilfe (§32 StGB)

Kommentar von exxonvaldez ,

Nein!

Notwehr muss nur "erforderlich" sein!

Von verhältnismäßig steht nichts im Gesetz!

Kommentar von Jawafred14 ,

„2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden." (§32, StGB) 

Das steht erforderlich ist, d.h. man darf nur das Mittel verwenden was erforderlich ist, um den Angriff abzuwehren. Wenn ein bloßes wegrennen schon ausreicht, ist dies das erforderliche Mittel. Dann darf ich keine Körperverletzung oder gar einen Totschlag begehen, da diese über dem erforderlichsten Mittel steht. 

Kommentar von exxonvaldez ,

Sorry. aber das ist falsch!

Es gilt der Grundsatz "das Recht muss dem Unrecht nicht weichen"!

Wegrennen ist weder erforderlich, noch eine Notwehrhandlung.

Kommentar von Jawafred14 ,

Was hat das denn bitte mit diesem Grundsatz zu tun? Mein Recht ist es ein erforderliches Mittel gegen den Angrif einzusetzen, um ihn abzuwehren. Wenn dieses Mittel nunmal weglaufen ist, dann habe ich mein Recht durchgesetzt. 

http://www.juraforum.de/forum/t/notwehr-verhaeltnismaessigkeit.437762/  Vielleicht solltest du dir das mal durchlesen. 

Kommentar von exxonvaldez ,

Vielleich solltest du dir mal das hier durchlesen:

Ebenso wenig ist er zu einer „schimpflichen Flucht“ verpflichtet, da das Recht dem Unrecht nicht weichen muss. Eine Abwägung der widerstreitenden Rechtsgüter findet – anders als beim rechtfertigenden Notstand nach § 34 StGB – nicht statt. Das heißt, dass der in Notwehr Handelnde keine Verhältnismäßigkeitsprüfung durchführen muss.

So muss beispielsweise niemand eine Körperverletzung hinnehmen, falls diese nur durch eine tödliche Abwehrhandlung zu verhindern ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Notwehr\_(Deutschland)#Erforderlichkeit_der_Notwehrhandlung



Kommentar von Jawafred14 ,

1. war Wikipedia noch nie eine verlässliche Quelle, aber ich zeige dir auch gerne an dieser Quelle wieder auf, dass du falsch liegst. 

„ So muss beispielsweise niemand eine Körperverletzung hinnehmen, falls diese nur durch eine tödliche Abwehrhandlung zu verhindern ist."

Damit hat es sich schon. Nur wenn mir kein anderes Mittel zur Verfügung steht, ich beispielsweise ein Querschnittsgelähmter bin, der im Rollstuhl sitzt und nur seinen Zeigefinger zum Auslösen einer Schusswaffe betätigen kann, dann darf ich einen Angreifer auch erschießen,auch wenn er mich nur leicht verletzen wollte. 

Da im allgemeinen aber der Mensch nicht querschnittsgelähmt oder anders stark beeinträchtigt ist, stehen ihm andere Mittel zur Verteidung zu. 

Ich darf also nach wie vor nicht einfach eine Person erschießen, die versucht mich zu schlagen. Ich muss immer das mildeste Mittel wählen und das ist, sofern man nicht stark körperlich beeinträchtig ist, nunmal nicht gleich die Schusswaffe.

Kommentar von exxonvaldez ,

Richtig!

Das hat aber mit Verhältnismäßigkeit nichts zu tun!

Diese gibt es bei der Notwehr nämlich nicht.

Kommentar von Jawafred14 ,

Naja da lässt sich jetzt drüber streiten. Ich denke schon, dass man von Verhältnismäßigkeit sprechen kann. Wenn mich jemand schlagen will und ich ihn töte, wäre das nicht verhältnismäßig. Wenn mich jemand schlagen will und ich ihn töte, weil es keinen anderen Weg für mich gibt, wäre das wiederum verhältnismäßig. 

Kommentar von exxonvaldez ,

Dann hast du deine eigene Definition des Begriffs.

Wenn du das gleich am Anfang gesagt hättest, hätten wir uns die Diskussion sparen können.

Kommentar von Jawafred14 ,

Mir war auch nicht ersichtlich, dass es jetzt um die Defiition des Begriffes ging, sonder darum, ob man immer das mildeste Mittel einsetzen muss. Aber lassen wir es einfach gut sein. 

Kommentar von exxonvaldez ,

Verhältnismäßigkeit bezeichnet nun mal eine Abwägung der Rechtsgüter.

Und die findet bei Notwehr nicht satt.

Kommentar von Jawafred14 ,

Doch im Nachhinein schon. Es wird ja grundsätzlich erstmal wegen Körperverletzung oder so ermittelt. Erst im weiteren Verlauf wird überprüft, ob es sich um Notwehr handelt. Stichwort: Erörterung der Verhältnismäßigkeit.

Kommentar von exxonvaldez ,

Nein.

Kommentar von GoimgarDE ,

Jawafred14 du hast keine Ahnung! Die Verhältnismäßigkeit ist in der Rechtsprechung nun mal ein KLAR definierter Begriff. Punkt.

Diese ist nicht erforderlich im Rahmen der Notwehr. Du musst nur das mildeste geeignete Mittel zur Abwehr nehmen. Das hat rein gar nichts mit Verhältnismäßigkeit zu tun.

Kommentar von Jawafred14 ,

Ich habe den Begriff „Verhältnismäßigkeit" auch nur als sprachliches Mittel zur Verdeutlichung genutzt. Es muss immer das mildeste Mittel gewählt werden, das dazu in der Lage ist, den Angriff abzuwehren. Damit besteht ein, vom Gesetzgeber bestimmtes Verhältnis von der Abwehrmaßnahme zum Angriff. Und das habe ich „Verhältnismäßigkeit" genannt. 

Kommentar von Apolon ,

Ich darf doch nicht mein Gegenüber erschießen, weil er mir eine Backpfeife gegeben hat.

Du kannst ihm ja die andere Wange auch noch hin halten!

Kommentar von Jawafred14 ,

Nein. Ich könnte geeignete Maßnahmen einleiten, um einen weiteren Angriff abzuwehren, wie es das Gesetz vorsieht.

Kommentar von exxonvaldez ,

EIn tödlicher Schuss ist durchaus geeignet den Angriff anzuwehren!

Kommentar von Jawafred14 ,

Nein! Es hält sicherlich den Angriff ab, jedoch wäre es auch mit einem milderen Mittel möglich gewesen (auf die Hand schlagen z.B.). Somit wäre das keine Notwehrhandlung (bei der immer das möglichst mildeste Mittel eingesetzt werden muss) mehr, sondern Totschlag. 

Kommentar von exxonvaldez ,

Mildestes Mittel hast du aber oben nicht erwähnt ;)

Kommentar von Jawafred14 ,

Habe ich auch nicht und das war hier auch nicht relevant. Es muss verhältnismäßig sein. Und einen Menschen zu erschießen, weil er dich schlagen wollte, ist sicherlich nicht verhältnismäßig.

Kommentar von exxonvaldez ,

Nochmal: Notwehr muss nicht verhältnsmäßig sein!

Und das steht auch nirgenswo.

Kommentar von Jawafred14 ,

Ja, im rechtlichen Sinne mag es nirgendwo stehen. Aber im sprachlichen Gebrauch kann man schon von Verhältnismäßigkeit sprechen, um es zu verdeutlichen bzw. anschaulicher zu machen. 

Kommentar von exxonvaldez ,

Dann hast du deine eigene Definition des Begriffs.

Wenn du das gleich am Anfang gesagt hättest, hätten wir uns die Diskussion sparen können.

Kommentar von Artus01 ,

Ich darf doch nicht mein Gegenüber erschießen, weil er mir eine Backpfeife gegeben hat. Das wäre Mord. 

Nein, wenn dann wäre es allenfalls Totschlag.

Kommentar von Jawafred14 ,

Ja sorry.

Kommentar von GoimgarDE ,

Nicht "ja sorry" sondern man merkt du hast genau GAR KEINE Ahnung. Du kennst die Begriffe und Definitionen nicht und solltest einsehen dass du dann nicht Antworten solltest. Jetzt müssen Menschen Zeit investieren um anderen klar zu machen dass du Schwachsinn schreibst...

Kommentar von Jawafred14 ,

Bleib mal auf dem Boden, Sheriff. Wenn du dir schon alle Kommentare von mir durchliest, solltest du das auch genau tun. Ich habe schon weiter oben geschrieben, dass das Erschießen einer Person im diesen Fall Totschlag wäre. Somit weiß ich sehr genau darüber Bescheid. Ich hab nur Mord geschrieben, weil es in dieser Diskussion vordergründig um etwas anderes ging und ich somit nicht genau auf meine Wortwahl geachtet habe. Daher habe ich mich auch entschuldigt. 

Kommentar von lokooj ,

Ist wohl ein Irrtum. Ein Einbruch an sich ist eine Verletzung der Privatsphäre, und zwar eine erhebliche.

Es ist schwer, einem Einbrecher gegenüber strafar zu werden. Das ist ja keine Situation im öffentlichen Raum, wo jeder die gleichen Rechte hat. Selbstjustiz ist aber natürlich auch hier strikt verboten.

Kommentar von Jawafred14 ,

Es gelten in der gesamten Bundesrepublik die gleichen Rechte, unabhängig vom Ort. Ich darf nur in Notwehr handeln bei unmittelbarer Gefahr. Ein Einbrecher, der mir nur gegenübersteht ist noch lange keine Gefahr. Er muss mich schon tätig angreifen; oder es versuchen.

Kommentar von lokooj ,

Bei einem Konflikt im öffentlichen Raum (z.B. Ladendiebstahl) müssen die Persönlichkeitsrechte des Diebes gewahrt werden.

Dies gilt innerhalb der eigenen vier Wände nicht mehr. Ein Einbrecher stellt natürlich von vorneherein eine Gefahr dar.

Wenn er nicht sofort abhaut, kannst du ihn ohne weiteres ruhigstellen im angemessenem Rahmen. Du darfst ihn sogar verfolgen und ruhigstellen, um eine Festnahme sicherzustellen. 

Kommentar von Jawafred14 ,

Ja, da stimme ich dir zweifelsfrei zu. Es kam nur so rüber, als ob du meintest, dass ich in meinen vier Wänden den Einbrecher plötzlich ohne Grund angreifen darf und in der Öffentlichkeit nicht. Was natürlich totaler Quatsch währe. 

Kommentar von lokooj ,

In diesem Fall ist es besser hinterher ein schlechtes Gewissen zu haben, als vorher.

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