Wie alt wird das Universum werden?

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6 Antworten

Hallo Pramidenzelle,

zunächst als wichtige Vorabinformation: die wissenschaftliche Teildisziplin, die sich mit der Entstehung und der Entwicklung des Universums befasst, ist die Kosmologie. Während die Astronomie, auf physikalischem Wege versucht, genaueres über die Eigenschaften der Himmelskörper in Erfahrung zu bringen, befasst sich die Kosmologie als Wissenschaft eher mit dem Großen und Ganzen als mit dem kleinen im Großen...

Wie dem auch sei. In den letzten Jahrzehnten ist es in jenem Wissenschaftsfeld der Kosmologie, zu einigen überaus interessanten Entdeckungen gekommen. Möglicherweise sagen dir die Begriffe Dunkle Materie und Dunkle Energie etwas!? Wenn nicht, ist das ja auch nicht schlimm.

Fakt ist zunächst, dass die Kosmologie schon verhältnismäßig früh in Erfahrung brachte, dass der Expansionsverlauf des Universums und damit auch seine weitere Entwicklung von bestimmten Parametern und Zustandsgrößen abhängig ist. 

Gehen wir mal davon aus, das berühmt berüchtigte "Ende des Universums" ist physikalisch zunächst unklar definiert: Was spielt da eine Rolle?

Ohne diese Form der Definition nicht geklärt zu haben, ist eine eindeutige Antwort auf diese recht komplizierte Frage ohnehin nicht möglich. Im Allgemeinen fasst man aber oft genau den Zustand des Kosmos als sein Ende auf, der physikalisch von Strukturlosigkeit und Kälte geprägt ist. Letztere kommt ggf. dem absoluten Nullpunkt nahe.

Kosmologen beobachten, dass sich die Expansion des Universums seit gut 6 Milliarden Jahren selbstverstärkt. Selbstverstärkt bedeutet hier, dass eine ominöse Substanz mit dem Namen ,,Dunkle Energie", seit rund 6 Milliarden Jahren das Sagen im Kosmos übernommen haben muss, da anhand der Rotverschiebung weit entfernter Supernovae des Typs Ia, eindeutig eine Zunahme der Expansionsrate zu beobachten ist.

Offenbar, führt die Selbstverstärkung der Expansion dazu, dass mit zunehmender Entwicklung immer mehr Raum in sehr viel kürzeren Zeitintervallen zu expandieren beginnt. Wird sich an den bisherigen Beobachtungen und den daraus abgeleiteten Zukunftsberechnungen der Komponenten, die zum Expansionshaushalt des Kosmos beitragen nichts mehr ändern, so wird die Dunkle Energie in mehreren zig Milliarden Jahren, einen so starken Einfluss auf die kosmischen Strukturen haben, dass selbst kleinste Körper und Objekte in Form eines sogenannten Big-Rips zerrissen werden. Zusammen mit dem Big-Freeze, ist der Big-Rip heute im allgemeinen das aktzeptierte Standardmodell für das Ende des Universums. Was davon letztlich und vor allem wann zu trifft, werden wir ohnehin nicht mehr erfahren...

Lg Nikolai

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Kommentar von Pramidenzelle
12.03.2016, 07:50

Danke für die ausführliche Antwort - ja, von dunkler Materie hab ich schon gehört, inklusive Erklärung, von dunkler Energie nur dem Namen nach, aber was das nun eigentlich ist, scheint ja (noch) niemand so richtig genau zu wissen ...

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Das weiß man nicht. Da man noch nicht weiß, wie das Universum letztlich enden wird, kann man auch kein Alter berechnen.

Nur eines ist sicher, egal, welches Szenario man annimmt, zur Zeit befindet sich unser Universum allensfalls im Babyalter. Von der Gesamtlebensdauer ist bislang nur sehr wenig Zeit vergangen.

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Es wird sehr alter, aber bis dahin werden keine Lebewesen mehr existieren und das "Universum" wird 90% seiner Lebenszeit in Schwärze verbringen. Ob man das Existieren nennen können wird bezweifle ich.

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Kommentar von derkiesi
11.03.2016, 01:10

wie kommst du auf 90% ?

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Kommentar von Onix1025
11.03.2016, 06:54

Hab da ein mindestens vergessen :)

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Satz der Entropie hat seine Gültigkeit, aber man darf nicht vergessen, dass er nur auf abgeschlossene Systeme zutrifft; denn gälte er f.d. Universum an sich, dann hätte es garnicht erst entstehen können mit all seinen Konzentrationen an Energie.

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Kommentar von pflanzengott
12.03.2016, 02:13

Welche Konzentrationen an Energie sind hier gemeint?

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Universum = Gesamtheit alles Seienden, und wenn man reduziert, bleibt immer Energie übrig, die selber nicht mehr definiert werden kann.

Energie ist der altgriechische für das, was wirkt/bewirkt, aber selber nicht bewirkt wird, also der Ursprung des Seins.

Hier gilt immer noch uneingeschränkt der Energieerhaltungssatz, der erste Hauptsatz der Thermodynamik, also dass Energie weder erzeugt noch vernichtet werden kann, also immer besteht.

Daraus lässt sich ableiten, dass das Universum immer bestand und auch ewig weiter bestehen wird.

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