Frage von breadfish89, 41

Wie alt ist dieser schimmel?

http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/img20160929wa13eb4izutx.jpg

Ich bin Januar eingezogen diesen Jahres und in meinem ganzen Schlafzimmer schimmelt es. Vormieter hatte schimmel schaden und vermietet hat es damals beseitigt. Bei mir stinkt es und an jeder Ecke ist jetzt schimmel. Hinter dem Schrank habe ich dann das entdeckt was ihr in dem Foto sieht. Link ganz oben zum Foto.

Kann es sein das sowas in 9 Monaten entsteht. Vermieter sagt ich habe falsch gelüftet

Antwort
von Onki73, 2

Übler Geruch in der Wohnung ist oft ein Zeichen für (ggf. auch
verdeckte) Schimmelbildung. Schimmel ensteht, bei erhöhtem
Feuchteangebot auf einer nährstoffhaltigen Oberfläche. Die
Schimmelbeildung kann bereits nach wenigen Tagen einsetzen.

Lüften
ist wichtig, um Feuchte aus der Wohnung zu entsorgen. Die
Schimmelbildung in Raumecken und hinter Schränken jedoch ausschließlich
auf falsches Lüftungsverhalten des Mieters zurück zu führen ist nicht
richtig.

Um aus der Raumluftfeuchte eine Oberflächenfeuchte
entstehen zu lassen, die das Schimmelpilzwachstum ermöglicht, bedarf es
einer Raumluftfeuchte von dauerhaft mindestens 70% rF oder aber eine
Oberfläche, die (deutlich) kälter als die Raumlufttemperatur ist.
Letzteres ist viel häufiger der Fall.

An einer kalten Oberfläche
kühlt sich Raumluft aus, dabei steigt automatisch die rel. Luftfeuchte
an. Je nach Höhe der Ausgangsluftfeuchte kann sich der
Luftfeuchteanstieg an einer nicht allzu kalten Oberfläche unterhalb der
Schimmelgrenze halten. Die Schimmelgrenze kann aber auch bei hoher
Ausgangsluftfeuchte und/oder deutlich kälterer Oberfläche im Vergleich
zur Raumlufttemperatur überschritten werden.

Als Vermieter nun bei
Schimmelbildung an der Aussenwand auf falsches Lüftungsverhalten
hinzuweisen ohne sich mal an die eigene Nase zu fassen ist unseriös. Ist
die allgemeine Raumluftfeuchte zu hoch, schimmeln auch Innenwände. Das
ist ggf. in Badezimmern der Fall.

An der Aussenwand kommt die
kalte innere Wandoberfläche hinzu, die die Raumluftfeuchte im
Wandoberflächenkontakt ansteigen lässt. Hier liegt die Ursache in der
unzureichenden Heizwärmeverteilung zur gleichmässigen Erwärmung der
inneren Wandoberflächen. Da die Heizanlage jedoch Vermietersache ist,
liegen hier oftmals bauliche Mängel vor.

Der Fehler wird regelmässig eingebaut - in Form des stark warmlufterzeugenden Heizkörpers unter dem Fenster oder bei bodentiefen Fenstern auch gerne neben dem Fenster, was noch schlimmer ist. Die bessere Alternative ist ein wärmestrahlungsintensives Heizsystem. Das wirkt der Schimmelbildung entgegen.

Warmluft steigt naturgemäß nach
oben und kommt erst wieder runter, wenn sie sich auskühlt. Die Luft
kühlt sich an der Aussenwand ab. Hier sinkt sie nun neben dem Heizkörper
unter weiterer Wärmeübertragung an die Aussenwand (Luftauskühlung) zu
Boden.

In sich auskühlender Luft steigt aber die rel.
Luftfeuchte an. Das kann dazu fühlen, dass an der Scheuerleiste, in
Raumecken oder hinter Möbelstücken vor Aussenwände die Luftfeuchte durch
Luftauskühlung so stark ansteigt, dass sich - auf Grund der Feuchte -
Schimmel bildet.

Eine bessere Luftzirkulation - wie oft gefordert durch Abrücken von Möbeln von den Wänden - müsste hier mehr Wärme hinter die Möbelstücke oder in die Raumecke bringen, sonst bringt es nichts.

Die
einfachste, dauerhafte und billigste vermieterseitige Lösung ist die
Heizrohrschleife unten vor allen Aussenwänden. Diese sorgt für Abstand
zwischen Möbelstück und Wand und bringt von unten aufsteigende Wärme
direkt an die Wandoberfläche, was dort eine zu starke Luftauskühlung mit
der Steigerung der Luftfeuchte und damit verbunden der Steigerung der
Schimmelgefahr verhindert.

Falsches Mieterverhalten liegt vor,
wenn durch unterlassenes oder falsches Lüften die Raumluftfeuchte
dauerhaft an der 70%-Marke kratzt oder diese sogar übersteigt oder wenn
der Mieter unzureichend heizt, bzw. ein Zimmer (Schlafzimmer!) über ein
wämeres Zimmer "mitheizt". Dabei schlägt sich die Luftfeuchte aus dem
warmen Zimmer an den Wänden des kalten Zimmers nieder und verursacht
Schimmel.

Ebenfalls kann die Nachtabsenkung (vermieter- oder
auch mieterseitige Verantwortung) zur Schimmelbildung beitragen, denn
beim Wiederanheizen der Zimmer wird die Luft in der Regel schnell
erwärmt (warmluftlastige Beheizung). Die schweren und thermisch trägen
Wände erwärmen sich zeitlich stark verzögert - durch die sich davor
abkühlende und wärmeübertragende Raumluft. Hier ist bildet sich durch
die große Temperaturdifferenz (Raumluft zur Wandoberfläche) wieder eine
hohe Luftfeuchte durch Luftauskühlung vor der kühleren Wandoberfläche,
was zur Steigerung der Schimmelgefahr führt.

Richtig lüftet man
die Wohnung, wenn morgens alle Fenster ganz geöffnet werden und man für
wenige Minuten die Wohnraumluft so komplett austauscht. Diese
Stoßlüftung sollte mind. zwei Mal am Tage (morgens und abends), bei
hohen Luftfeuchtewerten (nahe oder über 60% rF) auch drei oder vier Mal
am Tag durchgeführt werden. Badezimmer sind nach jedem Duschen und
Küchen nach dem oder während des Kochens kräftig zu lüften.

Antwort
von lalifa, 15

ja und nein. wenn der schrank an einer außenwand steht, sollte er am besten 10 cm von der wand weg sein, damit ausreichend luftcirkulatiion gewährleistet ist. schon bei nur 5 cm kann es kritisch werden, wenn du im schlafzimmer bist und dort  durch den mehrstündigen aufenthalt ein bis zweier personen die luftfeuchtigkeit hoch ist - denn das wasser kondensiert an der kältesten stelle. viel lüften hilft - aber (und das sagt einem keiner) nur in kombination mit ausreichend heizen, damit die wände nicht so kalt sind.

wie alt der schimmel ist, kann ich dir nicht sagen, aber so kannst du ihn (nachdem du den deinigen beseitigt hast) in zukunft vermeiden. 

übrigens: wenn der vermieter die hausfassade dämmen lässt, wirkt sich das auch auf die schimmelbildung aus

Antwort
von magnetism24340, 11

Solch ein Schimmel kann auch schon in ein paar Wochen entstehen und Dein Vermieter ist, mit Verlaub, ein Spinner. Dieses "falsche Lüften, ist nur ein Vorwand, wenn man/frau keine Ahnung hat. Es/sie soll Dir dann bitte zeigen, wie man "richtig" Lüftet. Denn egal wie Du lüftest, es wird immer falsch sein.

Siehe hier: http://www.co2online.de/modernisieren-und-bauen/schimmel/einfuehrung-wie-entsteh...

Mich würde interessieren, was ein "Schimmelschaden" ist und wodurch dieser verursacht wurde.

Kommentar von Spiff123 ,

In diesem verlinkten Artikel wird in fast jedem Absatz erläutert, wie wichtig lüften und Luftaustausch sind, um Schimmel zu vermeiden. Falsches Lüftungsverhalten ist kein Vorwand eines Vermieters, sondern ein sehr häufiger Grund für Schimmel. Wer davon selbst nicht viel Ahnung hat (und auch nicht weiß, was ein Schimmelschaden ist), sollte andere nicht einfach so als Spinner bezeichnen.

Es braucht auch niemand aufzuzeigen, wie man richtig lüftet. Denn auch das ist in diesem oben verlinkten Artikel sehr gut beschrieben. Dazu einfach in diesem Artikel auf "Richtiges und regelmäßiges Lüften" oder auf "Schimmel vorbeugen" klicken, und simsalabim ist man schlauer. Man sollte eben nicht nur lesen können, sondern das Gelesene auch verstehen. Dann gibt es viel weniger Spinner auf dieser Welt. Wäre das nicht schön?

Antwort
von pharao1961, 3

Das kann in viel kürzerer Zeit passieren, aber das hier sieht nicht nach Schimmel aus.

Antwort
von herja, 14

Hi,

sowas kann auch in ein paar Tagen entstehen.

Lass dich dazu von einen Mieterverein beraten, die können dir helfen.

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