Wie als 2-Tage-Betreuer in schwieriger Familie erfolgreich helfen?

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5 Antworten

"dass die Krankheit der Mutter nicht das eigentliche Problem in dieser
Konstellation ist, sondern sie in meinen Augen schlichtwegs grenzenlos
überfordert mit jeglichen Stress"

Sieh es bitte nicht als Kritik, sondern als wichtigen Hinweis:

Das IST ihre Krankheit, mit MS ist man nicht eben der Ausbund an Stressresistenz, sondern die mangelnde Fähigkeit, mit Stress klar zu kommen, ist sehr häufig eines der Symptome der Krankheit.

Man kann versuchen, daran zu arbeiten, das ist aber nicht eben einfach (und btw. nehmen selbst behandelnde Fachärzte das nicht unbedingt wirklich ernst).

Das macht es jetzt für Dich auch nicht einfacher, ist schon klar. Aber vielleicht ist es etwas besser, weil Du weisst, dass ist nicht ihre.., sondern es ist durchaus ein Symptom ihrer Krankheit.

Man ist mit MS oft, manchmal auch erst bei Fortschreiten der Krankheit, echt oft mit Sachen überfordert, die sonst kein Akt waren. Das macht es einem selber auch nicht einfacher, einfach weil man weiss, das lief mal fiel besser.. und jetzt..

Alleinerziehend ist in der Situation natürlich auch nicht einfach.. sie muss für die Kinder funktionieren und hat doch ihre eigenen Baustellen. und niemanden (außer DIR! Repekt für die Arbeit!), der sie unterstützt und entlastet.

ich weiss zufälligerweise, dass die Situation für viele MSler sehr belastend ist (Krankheit, alleinerziehend,..).

Ach ja, und das mitd em Streß und so?

Ähem.. ich hab meine Diagnose seit 2008, ich hab früher Mahnkunden telefoniert, auch 10-Stundenschichten in Gastgewerbe (und Gäste sind nicht immer kuschelig) gearbeitet. Null Problem, immer korrekt, höflich, ausgeglichen.

Mittlerweile hab ich nen viel unstressigeren Job.. und merke da schon, dass ich da mal an meine Grenzen komme. Wo ich früher zuu doofen Gästen korrekt und nett war, könnte ich heute Kollegen, die nur halb so zippig sind, an die Wand tacken und aus dem Fenster schmeissen.

Stolz bin ich da beileibe nicht drauf  :-(

Ich erzähl das nur, damit Du es vielleicht irgendwie besser verstehts, Du bist ja verständig und einfühlsam.

Hast Du keien Supervision?

Das ist bei solchen Jobs nämlich meist sehr hilfreich, cih kenne das von einer Ex-Kollegin/ Freundin, die in familienentlastendem Dienst arbeitete bzw. von schwager/ Schwester aus Jugendarbeit. (ich bin auch nen Pädagoge und Bürokauffrau)

Kommentar von Psycholoe
27.01.2016, 11:45

Leider ist keine Supervision gegeben. Aber für deine Information danke ich dir ganz herzlich. Ich habe mich schon öfter gefragt ob die Krankheit der Auslöser für dieses Verhalten ist - oder das Verhalten bereits ansatzweise zuvor gegeben war und nur verschlimmert wurde. Natürlich ändert dies aber wenig an der Situation, schafft aber mehr Verständnis. Die Mutter ist auch sicherlich kein schlechter Mensch - aber auch das mindert ja den Druck und Stress den zB die Kinder dadurch erleiden keineswegs :( 

Und im Gegensatz zu dir ist die Mutter leider wirklich vollkommen häuslich und arbeitet gar nicht mehr und setzt auch außer zu Arztbesuchen keinen Fuß vor die Türe. Die sonstige Tagesbeschäftigung, sofern gerade nicht wieder etwas "ganz ganz schlimm ist" besteht in Browsergames. Ich vermute, dass dies zusätzlich dazu beiträgt, dass die Fokus auf die Kinder und Probleme so stark ist, da schlichtwegs keine andere Beschäftigung vorhanden ist. Aber auch hierbei möchte/kann sie nichts daran ändern. Weder Lesezirkel noch andere Dinge die auch innerhalb der eigenen vier Wände stattfinden können, finden Anklang. Leider. Vielleicht ist es ja auch eine Fehlannahme, dass dies ggf hilfreich wäre.

Aber vielen Dank für deine Schilderungen, die noch mehr Verständnis schaffen.

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Aushilfsjob neben Studium sagt schon alles. Du wirst völlig ausgenutzt und kannst nichts ändern. Such dir was anders. Sorry für meine kurze, aber deutliche Analyse.

Der Junge sollte in der Familie nicht mehr leben und wenn die Mutter nicht nur überfordert ist, sondern auch solche extremen zwischen verschiedenen Erziehungsstilen schwankende Einstellung vertritt, dann ist nicht nur eine freiwillige, sondern ggf. auch im Zwangskontext von Jugendamt intervenierte Unterbringung umzusetzen. Das kann man nicht einer Studentin überlassen. Wenn ambulante Hilfen, und es sind ja anscheinend noch Familienhelfer oder Co im Einsatz, dann geht es nur noch in Richtung Stationär. 



Aushilfsjob neben Studium sagt schon alles. Du wirst völlig ausgenutzt und kannst nichts ändern. Such dir was anders. Sorry für meine kurze, aber deutliche Analyse

Das Sozialamt von dem die Familie ihre Mittel bezieht ist ebenso über diese Situation informiert wie das Jugendamt - plant aber wohl außer der Bereitstellung von Betreuern wohl nicht weiter zu intervenieren, da glücklicherweise zumindest Gewalt kein Thema ist.

Keiner der Betreuer (obwohl ich auch dies vorgeschlagen hab) hat eine entsprechende pädagogische Ausbildung, auch wenn jeder von uns bereits einiges an Erfahrung in sozialer Arbeit hat.

Wer hat noch gute Ideen - Vorschläge - kann aus Erfahrung sprechen? Was für Möglichkeiten stehen noch offen um irgendetwas an dieser verzwickten Familiensituation zu ändern? Absprache zwischen den Helfern ist vorhanden - aber keiner von uns kann verhindern, dass (vornehmlich) Mutter und (beizeiten) Sohn vollkommen am Rad drehen wenn man sie alleine lässt.

Kommentar von SiViHa72
27.01.2016, 11:39

F*.. habt Ihr keine Supervision? Das ist schon bei "fachpersonal" sinnvoll.. und bei "Laien" umso mehr. Eeben Euch auch mal beraten, auch auch mal schulen (ich nenn das jetzt mal Anleitung zum emotionalen Selbstschutz).

Die Situation da ist echt nicht einfach, da könnte schon nen Päd dran knacken.. und nun sollt Ihr das gebacken kriegen. Hut ab, dass Ihr das tut. aber Unterstützung von oben wäre echt sinnvoll.

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IHR SPIELT DOCH ALLE MIT!!!

Warum sollte sich irgendwer in dieser Familie ändern, solange sich DREI (!!!) Leute für sie den A... aufreißen?

Beim nächsten Besuch sagst du einfach, dass du dieses Theater nicht mehr mitmachst. Dass du sämtliche SMS gespeichert hast und damit zum Jugendamt oder auch einfach nur zum Vater gehst, wenn sich nichts ändert. (Wenn er regelmäßigen Kontakt hat, kannst du bestimmt über die Kinder an seine Nummer kommen...)

Lass eine Liste mit Notrufnummern da (Telefonseelsorge, Polizei, Jugendamt, Krankenwagen usw.) und geh in deiner Freizeit einfach nicht mehr ans Telefon!

DU bist mit der Situation genauso überfordert wie die restliche Familie. Sieh es ein, und ziehe die "richtigen" Konsequenzen!

Kommentar von Psycholoe
27.01.2016, 11:54

Ich glaube du übersiehst, dass diese Helfer vom Sozialamt bereits beauftragt sind - und das Jugendamt informiert ist. Der Vater weiß über die Situation bescheid - ebenso das restliche familiäre Umfeld der Kinder.

Mir liegt auch nichts daran die Familienmitglieder für ihr Verhalten zu "strafen" - was in dem Falle wohl durchaus so wäre, da natürlich auch von deren Seite ein gewisses Vertrauensverhältnis aufgebaut wurde. Zudem schaden sie nicht MIR... sondern sich gegenseitig (wenn man so möchte).

Desweiteren möchte ich anmerken, dass die Situationen unter Betreuung eben NICHT eskalieren - die Mutter gerne dann bei beratenden Gesprächen "Ja und Amen" sagt (und es vergisst sobald man weg ist "Aus den Augen aus dem Sinn") und auch die Kinder sich brav geben und durchaus folgsam sein können. Dass ein 12-Jähriger Junge mal aufgedreht ist halte ich für soweit normal.

Das Problem ist vielmehr die betreuungsFREIE Zeit in der alles was die Helfer regeln konnten wieder ad absurdum geführt wird und ins Gegenteil verkehrt wird. 

Das ist es vornehmlich, was mir so leid tut - da man so selbstredend keine dauerhafte Besserung erwarten kann und es mehr oder minder stets der Tropfen auf dem heißen Stein ist.

Allerdings hast du natürlich recht, dass die dauernde Verfügbarkeit auch außerhalb vermutlich nicht das Rechte ist... das ist halt die Crux daran wenn man die Gestalten eben doch gern hat.

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