Frage von Philipphenri, 123

Wie äußern sich Depressionen/Midlife Crisis bei Männern?

Hallo, ich bin seit 16 jahren mit meinem Mann eigentlich glücklich verheiratet gewesen. Eine Ehe mit 2 Kindern, mit Auf und Abs, wie in jeder Ehe. Seit dem 50. Lebensjahr undn dann auch noch nach dem Tod seines Vaters meines Mannes ist er total verändert. Von einem Tag auf den Anderen sagte er mir, dass er jetzt auszieht. Er will komplett mit allem abbrechen. Er hinterlässt mich mit 2 verzweifelten Kindern. Eine Andere ist wohl nicht im Spiel. Er war immer ein absoluter Familienmensch und nun erkennen wir ihn nicht wieder. Er ist aggressiv, will uns keine Hilfe anbieten und will alles abbrechen. Das ist doch nicht normal. Ich würde ihm gerne helfen, bin aber wohl die Letzte, die das kann. Er beleidigt mich nur noch per whatsapp. Ein normales Gespräch ist nicht möglich. Unterhalt will er auch nur ein Minimum zahlen. Was kann das sein?? Äußert sich so die Midlife-Crisis? Oder sind das evtl. Depressionen? Auch unsere Freunde verstehen ihn nicht mehr, ER hatte hier alles und ich habe ihm sehr viel Freiheit gelassen. Jetzt wohnt er wieder wie in Student in eine miniwohnung, ist alleine, fährt auf einem klapprigen Fahrrad herum und geht allen Verpflichtungen aus dem WEg.... Er will mit nichts mehr was zu tun haben.

Wer kann mir da helfen?? Ich will keinen Rat wie ich ihn zurückgewinnen kann, aber was kann das wohl sein?

LG

Antwort
von Nashota, 77

Kam der Tod des Vaters deines Mannes überraschend oder war der Vater krank?

Die Midlife-Crisis kann schon ein Faktor sein. Allerdings ist sein von dir beschriebenes Verhalten schon etwas auffällig. War er vorher schon wegen gewissen Situationen gereizt oder laut? Manchmal hört man zwar die Zwischentöne, kann sie aber nicht immer genau zuordnen.

Wie alt sind die Kinder?

Antwort
von Shiftclick, 53

Ich bin da ratlos. Nach Midlife crisis klingt das nicht gerade, aber auch nicht nach einer Depression (organische Erkrankungen oder psychotische Erkrankungen kämen aber auch in Frage). Zumal es sehr plötzlich und heftig über ihn gekommen zu sein scheint. Vielleicht übersehen wir (und/oder du) auch Wesentliches. Den Beruf/Karriere erwähnst du nicht. Und nach Sexeskarpaden, zweitem Frühling oder homosexuellem Coming Out hört sich das auch nicht an. Der Tod des Vaters ist das Einzige, was aufhorchen läßt. War dieser dominant, erfolgreich und sein Sohn schwach und in allem nur auf Anerkennung seitens des Vaters fixiert? Wir werden es wahrscheinlich nicht herausraten können. Ein schlimmer Schlag für dich und die Kinder.

Antwort
von Hugito, 70

Du weißt also nicht, wie es ihm geht oder was er denkt ! 

Du schreibst:

ER hatte hier alles

Offensichtlich war das eben nicht so. Vielleicht war das eine der Ursachen für seinen Auszug. Vielleicht wollte er außer Familienmensch auch noch was anderes sein.

Vielleicht ist der Grund aber auch eine Depression. So was kann sich ganz unterschiedlich äußern. Auch durch eine gewisse Aggressivität.

Lass ihn mal in Ruhe. Offensichtlich braucht er das. Dränge ihm nichts auf. Mache ihm keine Vorwürfe. Wenn er was braucht in seiner neuen Bude, dann bringe ihm das. Vielleicht mal ein warmes Essen. ... Ganz ohne Gegenleistung. Ihr seid trotzdem seine Familie, auch wenn er gerade eine Krise hat. Gut möglich, dass er wieder zurück kommt.  

Kommentar von Philipphenri ,

Man kann bei ihm nicht sagen, dass er nur Familienmensch war. In den letzten Jahren hat er sich immer mehr von den Familienpflichten entfernt, arbeitete extrem viel und ging viel auf Parties.  Was hier lief interessierte ihn in den letzten Monaten immer weniger. Ich habe ihm, obwohl ich mich oft hier sehr alleingelassen fühlte, alle Freiheiten gelassen. Aber er kam in den letztne Monaten immer gereizt nach Hause und hat einen Rundumschlag gemacht. Überall fand er was zum Nörgeln. Danach setzte er sich aufs Sofa, TV an oder Handy an... Zu Gesprächen war er nicht mehr bereit.

ER ist jetzt seit 4 Monaten weg und macht auch keine Anstalten wiederzukommen. Im Gegenteil;: er steuert die Scheidung an und will noch nicht mal für uns sorgen, wie er sollte.

Wie gesagt: er ist wie verwandelt..

Ob trotz allem die Chance besteht, dass er wiederkommt? Legt sich so eine D epression von selbst oft wieder?

Antwort
von Sascha0707, 55

Hallo, vielleicht kann ich Dir etwas helfen.Ich bin jetzt selbst 54 Jahre alt, männl. und kann Dir sagen, dass sich ganz schön was tut zwischen dem ca. 48. und dem 54.Lebensjahr eines Mannes.Nenne es Midlife Crisis.Man denkt über seine Jugend nach, über Kumpels mit denen man viel erlebt hat, mal einen zuviel überden Durst getrunken hat, na ja das ganze Jugend Programm eben.so ist das bei Männern.16 Jahre sind natürlich auch nicht wenig.Ich bin selbst jetzt auch mittlerweile 15 Jahre mit meiner Lebensgefährtin zusammen und natürlich ist alles nicht mehr so "rosig", wie am Anfang.Aber ich habe mich in meiner Jugend "ausgelebt".Hat Dein Mann das auch? ..oder macht er das jetzt? Die Frage solltest Du Dir stellen.Wenn er das jetzt macht..mache doch einfach mit.Mach mal andere Sachen, als die letzten 16 Jahre.ich kenne Dich nicht, aber einfach so als Tip:Miete eine Harley und fahr mal zu ihm.Mach Dir ein kleines Tattoo und frage ihn, ob er auch eins will.Es gibt so viele Möglichkeiten, mal was anderes zu machen.Aber da solltest Du vorab etwas drüber nachdenken.Männer sind eben nicht einfach in der "Midlife Crisis".Zeig Dich einfach mal von einer anderen Seite und überrasche Ihn.Alles Gute und Viel Glück dabei!!!

Kommentar von Nashota ,

Das ist die Form eines Rates oder Vorschlages, den ich nie verstehen muss. Warum bitte soll Frau was tun, wenn Mann am Rad dreht?

Zumal ohne jede Erklärung von ihm.

Antwort
von Triangel74, 47

Aus der Entfernung ist es nur möglich Mutmaßungen anzustellen, aber ich kann mir schon vorstellen, dass es sich um eine Lebenskrise handelt. Vielleicht mußte dein Mann immer funktionieren und hat sich und seine eigenen Interessen außer acht gelassen.

Durch den Tod seines Vaters ist im die eigene Endlichkeit bewußt geworden und vielleicht auch ein wichtiger Halt weggebrochen. Seine Aggressivität bedeutet, dass er sich vielleicht erstmal über sich selbst im Klaren werden muss. Wenn Menschen Krisen haben, sind sie nicht immer fair ihrem Umfeld gegenüber, weil sie sehr mit sich beschäftigt sind. Vielleicht sind eure Kinder auch gerade in der Pubertät und es gab Konflikte.

Sicherlich stellt diese Situation für dich eine extreme Belastung dar und um mit diesem Scherbenhaufen umzugehen, geht es besser, wenn man Gründe nach dem Warum findet und verstehen kann. Wichtig ist sicherlich, dass du für die Kinder und dich Stärke beweist und so den Ruhepol bildest.

Leider hört man des öfteren, dass Menschen aus ihrem Alltag ohne große Vorwahnungen ausbrechen, weil sich sich eingeengt fühlen, weil sie nur noch rot sehen oder vielleicht wissen sie selber die genauen Gründe nicht.

Dir bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Mann sich nicht irgendwann mit dir an den Tisch setzt und redet.

16 Jahre sind eine lange Zeit , aber irgendwas muss in deinem Mann vorgehen, dass er leidet und keinen anderen Ausweg sieht.

Alles Gute dir und vor allem viel Kraft!

Antwort
von Miesepriem, 32

Es kommt mir gerade vor, als würde ich in einen Spiegel sehen.

Mein (Ex)Mann hatte das auch. Ganz genau so. Allerdings schon mit 38 Jahren.

Plötzlich ging er eigene Wege, hatte einen neuen Freundeskreis unser Kind und ich hatten kein Platz mehr in seinem Leben. Nach 12 Jahren Ehe. Warf das Geld mit vollen Händen aus dem Fenster. Jedes WE, Trallalla.

Auslöser war (so vermute ich) der plötzliche Unfalltot eines Freundes.

 Vielleicht dass ich auch nicht nur Ehefrau, sondern auch Mutter geworden war.

Aber auch das "Beschimpfen" kommt mir bekannt vor. Plötzlich war ich die Böse, bin es heute noch. Gelitten hab nicht nur ich, besonders unser Kind.

Da konnte ich kompromissbereit sein, es wurde immer gegen mich gearbeitet. Von ihm, und auch später von seinen Lebensabschnittsgefährtin(nen). Das Kind wurde aufgehetzt, manipuliert sogar das Jugendamt eingeschaltet. *Kicher*

Es ging vor Gericht, wo der Mitarbeiter des Jugendamtes sogar schriftlich bescheinigte, dass alle Vorwürfe unwahr waren und das Kind trotz das ich nun alleinerziehend sei, ein gefestigtes Umfeld und eine sehr gute Mutter-Kind Beziehung bestünde. Blöd gelaufen für einen Vater, der seinem RA sogar das falsche Geburtsdatum seines Kindes angegeben und den Geburtstag vergessen hatte....

Ausbaden musste es jedoch das Kind. Wir sahen in den ganzen Jahren, nur den Unterhalt von der Vorschusskasse, und ein 3/4 Jahr vor dem 18. Geburtstag. Sonst kam nicht ein Cent Kindesunterhalt.

Ich kann dir nur einen Rat geben. Es bringt absolut nichts, wenn du ihm jetzt ein Türchen offen lässt.

Hau ihm die Tür vor der Nase zu. Du willst ihn zurück? Ehrlich? Wollte ich auch.

Bis es "klick" gemacht hat und mein Kind mir erzählte als es von einem der seltenen WE Besuch kam, "Papa wohnt jetzt mit ...... in einer WG. Ich hab ein eigenes Zimmer, die Zwei teilen sich eins und das Bett".

Mein Rat an dich, Reisende soll man nicht aufhalten.

Selbst wenn es in dir aussieht wie in einer Trümmerbude, lass ihn laufen.

Entweder er besinnt sich, und kriegt die Kurve oder nicht.

Nimm dir einen guten RA, und verlange den Unterhalt der dir und deinen Kindern zusteht.

Gib ihm nichts aus der gemeinsamen Wohnung. Steht eh alles dir zu, wenn die Kinder bei dir sind.

Klingt jetzt böse, aber es bringt dich nicht weiter wenn du ihm entgegen kommst.

Nur so wird er evtl. sehen, was er alles verliert und was auf ihn zu kommt...

Und vielleicht wird er wieder klar in der Birne. Falls du ihn dann noch willst.

Denk an mich.... ich war lieb, nett, zuvorkommend und traurig und wurde vera**** und hab Jahre gebraucht damit klar zu kommen und hab ihn verloren.

Und iwann ist mir aufgegangen, dass wäre er nicht gegangen, wäre ich es einige Jahre später.

Und mit dem Gewissen, ein Kind zu haben um das er sich selten bis garnicht gekümmert hat muss er leben. Die Quittung hat er nun. Das Kind ist erwachsen geworden ohne ihn, und will nichts mehr mit ihm zutun haben.

Zu viele Enttäuschungen....

Wir zwei haben eine super Beziehnung, nicht nur Mutter und Kind, sondern beste Freunde und Vertraute zu 150%. *grins*

Was für ein Roman. o_O

Halt die Ohren steif, und lass dich nicht unterkriegen. Denk an dich und deine Schratzen. Die brauchen dich, und du sie.

Alles andere, ist es nicht wert.

Ganz liebe Grüße

Miesepriem.

Antwort
von Philipphenri, 46

Es war auf jeden Fall nicht so, dass er NUR-Familienmensch war. Im Gegenteil. Ich habe hier alles geschmissen, während er immer mehr geflüchtet ist und jede Einladungn angenommen hat. Meine Kinder sind 14 und 15. Klar, können sie abends alleine bleiben, aber ich kann ja nicht jeden Abend weg gehen. Sie brauchen ja auch mal einen Ansprechpartner. Jedenfalls ist mir aufgefallen, dass mein Mann in den letzten Monaten vor dem Auszug immer sehr schlecht gelaunt nach Hause kam und erstmal einen Rundumschlag gemacht hat. Überall nörgelte er herum, fand immer was zu Meckern. Sein Vater ist nicht plötzlich gestorben. ER war schon 4 Jahre dement und lag im Bett. Es war also ein Segen, dass er gestorben ist, was auch mein Mann immer sagte. Aber als er dann wirklich gestorben ist, ist wohl eine Welt in meinem Mann zusammengefallen. Diese Aggressivität ist mir allerdings schon Monate vorher aufgefallen. Auch chattete er immer mit jungen Frauen, war zu mir gefühlskalt und überhaupt erkannte ich ihn nicht wieder. Aber er betonte immer wieder, dass da keine andere Frau im Spiel ist. Das kann auch nicht sein. Er ist nun 4 Monate weg und wie ich von Nachbarn und Freunden hörte, ist er immer alleine und am Wochenenden geht er zu den Familien seiner Freunde, damit er nicht alleine ist. Was kann das nur sein? Ob ich ihn in Ruhe lassen soll in der Hoffnung, dass er wiederkommt? Aber es sieht sehr aussichtslos aus. Er will jetzt die Kontentrennung und steuert die Scheidung an. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Kann man ihm wohl helfen?

Kommentar von Nashota ,

Du kannst unter den dir gegebenen Antworten antworten.

Demenz ist in einigen Fällen vererbbar. Und nicht jede Form von Demenz tritt erst im hohen Alter auf. Es könnte also durchaus sein, dass dein Mann Angst haben könnte, auch daran zu erkranken.

Männer dazu zu bewegen, zum Arzt zu gehen, ist aber meist ein aussichtsloses oder zumindest nervenzehrendes Unterfangen.

Dass er mit jüngeren Frauen chattet, ist nun wieder typisches "Krisen"zeichen von Männern in der Lebensmitte, die meinen, ihre "alte Frau" hat ausgedient und ihren Reiz verloren.

Ich setze "Krise" deshalb bewusst in Anführungszeichen, weil es in meinen Augen nur ein abfälliges Verhalten gegenüber der Frau ist, die bisher an seiner Seite war.

Umgedreht würden Männer nämlich mächtig am Rad drehen, würde ihre Frau mit jüngeren Männern Kontakt haben.

An deiner Stelle würde ich ihn in Ruhe lassen und definitiv nicht hinterherrennen. Er ist gegangen, nicht du. Er hätte was zu erklären, nicht du.

Wenn er was ändern will, weiß er, wo er dich findet.

Den Kindern gegenüber solltest du offen sein. Sag ihnen, dass das Verhalten ihres Vaters nichts mit ihnen zu tun hat, sondern nur mit ihm selbst.

Will er die Kinder sehen?

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