Frage von DeinBetriebsrat, 44

Wie sollen wir - die Mitarbeiter einer Genossenschaftsbank uns bei einer Fusion - die niemand von uns will - verhalten?

Wir sollen fusionieren - die aordnung kommt von oben. Unser alter Vorstand soll in den vorgezogenen Ruhestand, der vom Verband übernommene Revisor wird Vorstand und wir bekommen neu „ Zielvorgaben“
Hier eine kleine Kostprobe: "Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit auf die Zukunfts Strategie" Das heißt wir sollen unsere Kunden / Mitglieder auf die Fusion vorbereiten und selbst dahinterstehen…., obwohl unsere bank wirtschaftlich gesund ist und jede Menge Rücklagen hat

"Übereinstimmung von Werte- und Normensystem mit dem Verhalten der Führungskräfte" Das heißt: wer nicht mitmacht sucht sich besser einen anderen Job - wir werden gleichgeschaltet.

"Ausschöpfung des vollen Potenzials des FinanzVerbunds" Das heißt verkaufe Versicherungen, Versicherungen, Versicherungen

"Sicherstellung nachhaltiger Wirtschaftlichkeit im Kundengeschäft" das heißt wirtschaftlich schwache Kunden. Kunden mit erhöhten Risikopotential werden aussortiert.

Was können wir machen, das hat doch nichts mehr mit Genossenschaft zu tun?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von laclape, 17

Ist doch ganz einfach wie ihr euch verhalten sollt.   Sagt einfach allen Mitgliederkunden die ihr gut kennt und denen ihr vertrauen könnt, dass ihr gegen die Fusion seid und die Mitglieder euch unterstützen sollen.

Die Fusion wird doch schließlich nur gemacht, weil der Verband nicht will, dass für den ausscheidenden Vorstand ein neuer eingestellt wird. Und der verbleibende Vorstand wird mit sogenannten Sondervorteilen geködert. Das heißt, sein Gehalt wird angepasst. Und dieses Anpassen kann sich dann schon in Größenordnungen von 5.000 € und mehr pro Monat  bewegen.
Wen interessieren denn da noch die Angestellten oder die Mitglieder.

Um gegen die Fusion zu sein brauchst du nur 25% der anwesenden Mitglieder die mit dir gegen die Fusion stimmen. Und wenn du und deine Kollegen genügend Mitglieder kennt, dürfte das doch kein Problem sein.

Manchmal hat so etwas auch mit Zivilcourage zu tun. Denn wenn ihr euch nicht wehrt, aus Angst entlassen zu werden, dann stinkt es euch später gewaltig, wenn ihr im Zuge von Rationalisierungsmaßnahmen als Folge der Fusion entlassen werdet.  Aber dann ist es zu spät.

Antwort
von Ranzino, 29

Bleibt nur die Kündigung, sofern ihr da keinen Einfluss nehmen könnt.

Kommentar von DeinBetriebsrat ,

die Kündigung wäre doch genau das, was die Arbeitgeberseite erreichen will, ich bin froh Kündigungsschutz zu haben...

Antwort
von schwarzwaldkarl, 29

was sollten die Mitarbeiter einer Genossenschaftsbank machen, gute Frage, nächste Frage...  Letztendlich werden wohl die Mitglieder entscheiden, ob es zur Fusion kommt... 

Letztendlich können wir als Außenstehende nicht beurteilen, ob die Bank wirklich wirtschaftlich so gut da steht, denn nur in ganz wenigen Fällen rät der Verband zu einer Fusion... 

Kommentar von DeinBetriebsrat ,

Danke Dir Karl, aber die Mitglieder winken genau das ab, was Ihnen unser alter Vorstand vorgibt, der geht dann in den vorgezogenen Ruhestand - die Pensionsrückstellungen sind schon durch....

Die wirtschaftliche Lage der Bank ist aus der Bilanz zu entnehmen, den Mitgliedern werden auf der Generalversammlung relativ geringe Überschüsse vorgestellt - die kennst ja die Zinsentwicklung, schlecht Margen etc)  vorher wurde aber ein kleiner 2 stelliger Mio Betrag im Fond für allgemeine Bankrisiken versteckt..., da liegen zusammen mit den anderen Rücklagen,  knapp  40 Mio Mitgliedervermögen rum. Dieses Vermögen sollen wir jetzt -auf Empfehlung/Vorgabe des Verbands - im Rahmen der Übernahme verschenken. Unser Genossenschaft wird im Register gelöst - wir sind sozusagen Asylanten die in der übernehmenden Genossenschaft aufgenommen werden, sorry aber das kann doch nicht wahr sein.

Der Verband schreibt uns übrigens alles vor - auch wie intern mit dem Betriebsrat umzugehen ist - der ist ja eigentlich überflüssig in einer großen Familie...

Kommentar von schwarzwaldkarl ,

mir ist schon klar, dass der Verband sehr viel vorschreibt und trotzdem geht die Fusion nur dann durch, wenn die Mitglieder einverstanden sind...  Gerade durch den Niedrigzins werden die Zinsspannen immer geringer... Es ist -das wirst Du selbst wissen- auch im Sinne des Verbandes, dass es genügend Rücklagen gibt. 

Letztendlich könntet Ihr noch über die Mitglieder die Fusion verhindern...

Antwort
von Fischmehl, 26

du machst, was den chef sagt oder suchst dir halt nen neuen job

so ist es im berufsleben

Kommentar von DeinBetriebsrat ,

danke Fischmehl, aber 1) hat der Chef nix zu sagen, denn er ist der Angestellte der Genossenschaft und die gehört nun mal ihren Mitgliedern...

b) Dein  Vorschlag mit der Jobsuche sagt mir, dass du nicht in einer Gewerkschaft organisiert bist, als Betriebsrat genießt du einen Kündigungsschutz und zwar ganz einfach weil Du sonst sofort rausfliegen würdest...

und nun privat  du bist Fischmehl? warst du vielleicht früher ein Fischkopp - ich habe mal gehört, die werden zu Fischmehl verarbeitet...wenn ha haben wir ja doch etwas gemeinsam

 

Kommentar von Fischmehl ,

ach, jung, stimmt, das mit dem betriebsrat wusste ich sogar, aber ich bitte dich, wer hat so etwas direkt auf dem schirm?

ich bin selbstständig und in meinem laden gibt es keine gewerkschaft

nur mich und mein wort ist gesetz

ja, ich finde das gut so und das ist auch richtig, weil ich chef, ihr nix

genossenschaft, betriebsrat

alleine bei den worten bekommt man doch schon ausschlag!

gewinn, kgv, dividende, das sind schöne worte!


Kommentar von DeinBetriebsrat ,

Liebes Fischmehl, ich habe nicht gegen Gewinn, Dividende und auch nichts Gesetze. Auch Chefs haben ihre Berechtigung. Etwas höher gestellt sind für mich sogar die Eigentümer, vor denen habe ich auch echt Respekt, vor allem wenn diese selbst etwas aufgebaut haben. Aber wir reden hier von einer Genossenschaft - die ihren Mitgliedern gehört. Der Vorstand der Genossenschaft gönnt sich ein Gehalt von 250.000 € meine Kollegen und ich müssen um den Verdi Tarif kämpfen. 

Genossenschaften sind keine Aktiengesellschaften oder GmbH`s und erst recht keine Privatunternehmen, die dem angestellten Vorstand gehören.

Wir die Mitglieder, können sogar den Vorstand nach Hause schicken, wenn es uns gelingt eine Satzungsänderung durchzubringen - aber das ist für heute zu kompliziert...

Ganz nebenbei Genossenschaften haben auch nicht mit DDR oder Sozialismus zu tun, es ist einfach nur eine Betriebsform in der grundsätzlich alles Allen gehört und jeder mitmachen oder es sein lassen kann. Mitglieder einer Genossenschaft, früher Genossen genannt, können enorm von einer Genossenschaft profitieren, da sind wir dann wieder bei Gewinn.. beste Grüße

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