Frage von missionimpo, 111

Wie formuliere ich einen Widerspruch gegenüber einer Rechnung?

Wir haben eine Baufirma mit Sanierung unserer Küche beauftragt. Nach der Arbeit haben wir die Leute gefragt, ob ihre Firma auch unsere Entwässerungsrohre reparieren wollte, und schriftliche Schätzung der Arbeitskosten gefordert, wenn die Firma die Arbeit nehmen möchte. Der Leiter hat uns die Kosten von 1.200-1.500€ nur mündlich genannt. Darauf hin hat die Firma ohne schriftliche Zusage oder Mitteilung der Kosten die Arbeit erledigt. Heute ist die Rechnung bei uns eingegangen mit doppelter Summe von mehr als 3.000€. Wir können die Kosten nicht akzeptieren, und bereiten folgenden Briefen vor. Bitte ganz herzlich um Rat von Euch dazu.

Sehr geehrter Herr XXX,

Die letzte Rechnung ist bei uns eingetroffen, deren Summe uns eher überrascht hat. Vor Ihrer Arbeit haben wir um schriftliche Mitteilung der gesamten Arbeitskosten gebeten. Allerdings haben Sie mir die Kosten von 1.200 ~ 1.500 Euro mündlich genannt. Nun belaufen sich die Kosten allerdings auf mehr als doppelt so viel.

Aufgrund des sehr großen Unterschieds zwischen Ihrem mündlichen Angebot und der Summe in der Rechnung bitten wir Sie ausdrücklich um erneute Kontrolle der angegebenen Kosten und um Stellungnahme zur Erklärung der Erhöhung.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort
von Interesierter, 59

Ich denke, da solltest du etwas forscher rangehen. Grundsätzlich kann der Auftraggeber dagegen vorgehen, wenn der Kostenvoranschlag um mehr als 15-20% überzogen wird. Ich würde daher gar nicht danach fragen, warum überzogen wurde, sondern ich würde gleich darauf abheben, dass der Handwerker sich hätte bei einer deutlichen Überschreitung des Kostenrahmens euer Einverständnis holen müssen, was er ja nicht getan hat.

Weiter stelle ich mir noch eine ganz andere Frage: Habt ihr die Arbeiten an den Rohren überhaupt in irgend einer Art und Weise beauftragt? Von einer Beauftragung schreibst du nichts. Ohne Auftrag besteht gar kein Vergütungsanspruch. Wenn ihr keinen Auftrag erteilt habt und ihr während der Ausführung in eurem Garten nicht zuhause wart, ihr also von den Arbeiten gar nichts wusstet, könnt ihr die Rechnung komplett zurückweisen. 

Schau mal hier: http://www.finanztip.de/kostenvoranschlag-handwerkerrechnung/

Kommentar von AalFred2 ,

Ich kann nirgendwo einen Kostenvoranschlag erkennen. Die Aussage des Leiters, von was auch immer, ist zumindest kein solcher.

Kommentar von Interesierter ,

Der Leiter hat uns die Kosten von 1.200-1.500€ nur mündlich genannt.

Das ist in jedem Fall ein Kostenvoranschlag. 

Es stellt sich aber auch die Frage, ob überhaupt ein Auftrag erteilt wurde, denn den sehe ich nicht.

Darauf hin hat die Firma ohne schriftliche Zusage oder Mitteilung der Kosten die Arbeit erledigt.

Kommentar von AalFred2 ,

Das ist nicht in jedem Fall ein Kostenvoranschlag. Irgendjemanden auf der Baustelle nach einem Schätzpreis zu fragen, resultiert nicht in einem Kostenvoranschlag. Das hängt sehr stark von den Umständen ab.

Ob mündlich ein Auftrag erteilt wurde, ist tatsächlich nicht zu erkennen. Dass die Handwerker ohne jede Aufforderung die Arbeit gemacht haben, ist allerdings auch nicht sehr wahrscheinlich.

Kommentar von Interesierter ,

Aber sicher ist das ein Kostenvoranschlag. Spielen wir die Situation doch mal durch:

Ich frage dich: "Was würde der Austausch der Rohre kosten?"
Du antwortest mir: "So irgendwas zwischen 1.200 bis 1.500 €!" Ich erteile den Auftrag mit den Worten: "Dann mach das bitte mal!"

Wenn du nun an der Arbeit bist und du siehst, dass der vereinbarte Kostenrahmen nicht ausreicht, musst du mich darüber rechtzeitig informieren. Der Auftrag erstreckt sich auf die Vergütung bis 1.500 € zuzüglich eines Zuschlages für Unvorhergesehenes.

Ob wahrscheinlich oder nicht, die Beweislast, ob überhaupt ein Auftrag erteilt wurde, liegt beim Auftragnehmer.

Kommentar von AalFred2 ,

Oder vielleicht auch nicht. Spielen wir die Sitauation doch mal durch:

Du fragst den Handwerker, der gerade deine Baustelle bearbeitet: "Was würde der Reparatur der Entwässerungsrohre kosten?" Der antwortet: "Wahrscheinlich so 1200 bis 1500€. Müsste man sich mal angucken." Daraufhin sagst du seinem Chef: "Setzen Sie bitte noch die Entwässerungsrohre instand."

Auf einmal ist kein Kostenvoranschlag mehr zu erkennen. Nicht jede Preisschätzung ist automatisch ein Kostenvoranschlag.

Bzgl. der Beweislast dürfte der Frager allerdings ein Problem bekommen, zu erläutern, dass er zwar keinen Auftrag erteilt hat, aber nett dabei zugesehen, wie die Handwerker nur aus Lust und Laune seine Entwässerungsrohre reparierten. Eine Auftragserteilung bestreite er im Übrigen ja auch nicht.

Ihm fällt dafür die Beweislast zu, dass ein Kostenvoranschlag existierte. Das dürfte dann deutlich schwieriger werden.

Kommentar von Interesierter ,

Die Angabe 1.200 bis 1.500 € sind auch in diesem Fall ein Kostenvoranschlag. Wenn der Handwerker diesen überzieht, muss er sich melden. Mit deinem Zusatz: "Müsste man sich mal angucken" setzt er sogar noch einen drauf, denn dann hätte er die Kosten nach der Begutachtung und vor Beginn der Arbeiten nochmals genau nennen müssen.

Weiter unten hatte der Fragesteller etwas sehr interessantes geschrieben. Ich denke, das dürfte als Erläuterung reichen:

Wir waren überhaupt nicht zuhause. Diese Leute haben einfach die Arbeit im Garten ausgeführt. Wie konnten wir es verhindern?!

Kommentar von AalFred2 ,

Nein, das ist kein Kostenvoranschlag, auch wenn du es noch etliche Male behauptest. Und nein, auch ansehen hätte er sich das Ganze nicht müssen. Woher nimmst du diese Pflicht?

Also will der Fragesteller eine Arbeit bezahlen, die er gar nicht beauftragt hat. Warum tut er das? Und warum führt das Unternehmen Arbeiten aus, die nicht beauftragt wurden? Hier passt vieles nicht zusammen.

Antwort
von peterobm, 63

Darauf hin hat die Firma ohne schriftliche Zusage oder Mitteilung der Kosten die Arbeit erledigt. 

und ihr habt dem Tatenlos zugesehen; ihr hättet Einhalt gebieten und einen Schriftlichem Kostenvoranschlag fordern müssen. So habt ihr das Geduldet und damit ein Werkvertrag. Ihr habt aber das Recht eine Detaillierte Aufstellung mit Preisen zu fordern.

Kommentar von missionimpo ,

Ich habe Ihre Antworten nicht verstanden. Was meinen Sie mit "dem Tatenlos zugesehen". Wir waren überhaupt nicht zuhause. Diese Leute haben einfach die Arbeit im Garten ausgeführt. Wie konnten wir es verhindern?!

Antwort
von pharao1961, 36

Da wird das Schreiben nicht viel helfen. Da hat euch irgend ein Kaspar einen Preis genannt. Für was denn genau? Er hat vermutlich noch nicht einmal gesagt, was da alles dabei ist (und was nicht dabei ist). Was ist, wenn Unvorhergesehenes vorgekommen ist. Wie hätte das vergütet werden sollen? Wenn die Einheitspreise ortsüblich sind, habt ihr kaum eine Chance. Eine solche Arbeit kann man nicht auf die Art beauftragen: "Ein Stück Entwässerungsrohre reparieren".


Da muss jemand mit der Kamera rein und genau spezifiziert schriftlich anbieten, was gemacht wird und mit wieviel Geld zusätzliche Arbeiten ausgeführt werden.

Wenn man das so nicht macht, dann kommt genau DAS heraus, was ihr jetzt habt. Ich hoffe, ihr habt eine Rechtsschutzversicherung.


Antwort
von jaws71, 47

Eigentlich muss kosten Summe vor Ort berechnen und dann müsst ihr unterschreiben wen das euch passt oder nicht, die Sache jetzt muss über Anwalt laufen lassen oder Insolvenz beantragen 

Kommentar von missionimpo ,

Warum müssen wir Insolvenz beantragen?

Kommentar von jaws71 ,

Das war vorsch

Antwort
von rudelmoinmoin, 33

nicht zahlen, die sollen dir den schriftlichen Auftrag vorlegen 

Kommentar von Interesierter ,

Auch eine mündliche Auftragserteilung ist rechtswirksam!!

Kommentar von rudelmoinmoin ,



 >@ Interesierter<

>Falsch<
die jeder Rechtsgrundlage Wiedersprechen, denn es hat keine >Auftragserteilung< vorgelegen !! nur ein "Kostenvoranschlag"

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