Frage von thekinokitty, 54

Widerrechliches Aufbrechen einer Tür oder nicht?

Im Privatrecht bearbeite ich gerade einen Fall zum Thema Schadensersatz. M verlangt von L Schadensersatz, da dieser die Wohnungstür von M aufgebrochen hat. L hat die Wohnungstür allerdings nur aufgebrochen, da Wasser aus der Wohnung von auf den Hausflur gelaufen ist und er das Wasser abstellen wollte, um einen Wasserschaden zu verhindern. Meine Frage ist nun, ob L widerrechtlich gehandelt hat.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Meandor, 27

A hat widerrechtlich gehandelt, aber kann sich auf Notstand nach § 228 BGB berufen.

Kommentar von furbo ,

Den Notstand hatte ich auch in Erwägung gezogen, ihn dann aber verworfen, weil nicht sicher war, ob der Geschädigte (der M) überhaupt eine Gefahrenabwehr wollte. 

Kommentar von Meandor ,

Bei Notstand ist die Einwilligung von M eben nicht erforderlich, und was er will oder wollte ist auch unerheblich solange L in dem Glauben der Gefahrenabwehr, bzw. des Notstandes handelt.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 25

Ich würde die Sache als Geschäftsführung ohne Auftrag würdigen (§ 677 BGB ff.).

Zwar steht der tatsächliche Willen des Geschäftsherrn gegen das Handeln des Geschäftsführenden, aber der entgegenstehende Wille war nicht erkennbar. Von daher ist eine Haftung nach § 678 BGB nicht gegeben. 

Andere Haftungsgründe sehe ich nicht.

Antwort
von newcomer, 37

L hat korrekt gehandelt weil er die Ausbreitung weiterer Schäden unterbunden hat. M wird vor Gericht nichts durchsetzen können

Antwort
von FachGoldAnwalt, 10

Das ist ein klassisches Beispiel für den Gefahr in Verzug. Dies ist im Verfahrensrecht, also einem zivilen Recht, und im Strafrecht eine gängige Praxis.

http://www.juraforum.de/lexikon/gefahr-im-verzug

Antwort
von konstanze85, 26

Nein L hat korrekt gehandelt.

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