Frage von CracxZ, 96

Wichtige Frage zum Unterhalt?

Hallo, ich bin 16 Jahre alt und gehe nebenbei auf 450,- arbeiten.

Mein Vater, von dem sich meine Mutter getrennt hat ist nun zum Anwalt gegangen. Ich weiß nur, dass er jetzt alles versucht damit er weniger Unterhalt bezahlen muss.

Ich habe natürlich nicht jeden Monat 450,- und von dem Geld möchte ich mir gerne meinen Führerschein finanzieren.

Meine Frage jetzt: Kann er meiner Mutter damit den Unterhalt kürzen?

Antwort
von hertajess, 7

Ich habe Dir hier eine interessante Diskussion gefunden. 

http://www.forum.jurathek.de/archive/index.php/t-364.html

Urteile solltest Du online finden können. Speichere sie bestenfalls in einer eigenen Linkliste ab. 

Steht noch die Frage im Raum wie es denn mit rechtlichem Beistand ist. Nun, Minderjährigen steht selbstverständlich auch rechtlicher Beistand in dem Fall zu in welchem er benötigt wird. 

In Deinem Fall ist zunächst mal Deine Mutter dafür zuständig Deine Rechte gegenüber Deinem Vater auch auf dem Rechtsweg zu vertreten. Beistandschaft vom Jugendamt kann eingefordert werden. Allerdings haben deutsche Jugendämter nicht gerade einen Spitzenruf. 

Sollte sich also der berechtigte Wunsch ergeben einen eigenen Rechtsbeistand zur Seite zu haben als Minderjähriger so kann beim Familiengericht ein entsprechender Antrag sowohl mündlich als auch schriftlich gestellt werden. 

Bitte beachte:

Gehe niemals ohne Zeugen zu einer Behörde oder einem Gericht!!! Achte bei dem Beistand - scheint neudeutsch so zu heißen - bzw. Begleiter darauf dass die Person volljährig ist und möglichst nicht verwandt. Die begleitende Person schweigt zur Sache es sei denn Du möchtest dass sie FÜR DICH  spricht. Anders ausgedrückt: Jede Äußerung einer Dich begleitenden Person wird als Deine eigene Äußerung zur Kenntnis genommen 

es sei denn Du widersprichst sofort. 

Du kannst bei jeder Behörde und jedem Gericht nach einem Gesprächsprotokoll fragen. Wird es gleich erstellt ist es mit Datum, Unterschrift und dem Stempel der von unseren Steuergeldern bezahlten Person zu versehen. Alle Anwesenden unterschreiben. 

Lehnt die amtliche Stelle ab so ein Gesprächsprotokoll zu erstellen und auszuhändigen sollten bitte so schnell als möglich ein Gedächtnisprotokoll angefertigt werden welches von den Zeugen auf jeden Fall mit Datum und Unterschrift versehen werden sollte. 

Wendest Du Dich schriftlich an eine Behörde dann bitte 

per Einwurfeinschreiben - Nachweis unbedingt aufheben

oder Du lässt Dir von einer gerne fremden Person den persönlichen Einwurf auf einer Kopie bestätigen inklusive dann natürlich Adresse, Datum und Unterschrift. 

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Mir würden dann noch persönliche Worte zur Frage einfallen. Die lasse ich einfach mal weg. Äußerungen, vor allen Dingen öffentlich dargestellt in Wort oder Schrift, fallen ja auf den Ursprung zurück. 

Expertenantwort
von DFgen, Community-Experte für Unterhalt, 16

Sobald jemand - auch ein minderjähriges Kind - ein regelmäßiges Einkommen erzielt, muss er/ sie es für seinen eigenen Lebensbedarf einsetzen. Dadurch vermindert sich sein Anspruch an die für ihn unterhaltspflichtige(n) Person(en).

Ein noch minderjähriger Azubi muss sein Ausbildungsentgelt (bis auf einen Freibetrag für seine Fahrtkosten) also den Eltern zur Verfügung stellen für seinen Unterhalt...

Bei getrennt lebenden Eltern teilt sich der Unterhalt in zwei Hälften:  "Naturalunterhalt" und "Barunterhalt". Derjenige, der den Barunterhalt zu leisten hat, muss also um die Hälfte des regelmäßigen Einkommens des Kindes weniger an Unterhalt zahlen....

Wärst du also kein(e) Schüler(in) mehr und hättest bereits ein regelmäßiges Einkommen, so gälte für dich:

  • Deine Mutter, die den "Naturalunterhalt" leistet (Betreuung, Kochen, Wäschewaschen...), würde also also dein Einkommen (bis auf den möglichen Freibetrag), erhalten, um ihn für dich zu verwenden.
  • Vom Vater, der den "Barunterhalt" zahlen muss, bekäme sie dann um die Hälfte deines Einkommens weniger Unterhalt als bisher.

Wenn ein unterhaltsberechtigtes Kind aber (noch) nicht verpflichtet ist, seinen Unterhalt selbst zu verdienen (z.B. noch als Schüler oder als bereits Vollzeit-Student), so darf von seinen "Nebeneinkünften" nur die Hälfte auf seinen gesamten Unterhalt angerechnet werden.

  • Deshalb müsstest du die Hälfte deines Nebeneinkommens der Mutter überlassen (die andere Hälfte könntest du für deinen Führerschein sparen...) und die Mutter hätte Anspruch auf ein Viertel deines Einkommens weniger Unterhalt vom Vater....
Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Geld, 41

Ja hat er !

Auf den Unterhaltsanspruch werden alle Einkommen angerechnet ggf.Freibeträge berücksichtigt.

Wenn du aber Hauptberuflich noch die Schule besuchst bzw.studieren würdest,dann bist du nicht verpflichtet nebenbei zu arbeiten,deshalb darf von deinem Verdienst auch nicht alles angerechnet werden.

In der Regel solltest du dann ca. 50 € - 60 € als Pauschale für Aufwendungen wie Fahrkosten abziehen können oder aber auf Nachweis die tatsächlichen Kosten und vom Rest dürften dann 50 % mindernd auf deinen Unterhaltsanspruch angerechnet werden.

Würdest du also 450 € verdienen,dann sollten max. 200 € vom Unterhalt gekürzt werden können.

Aber das muss am Ende sehr wahrscheinlich eh von einem Gericht individuell entschieden werden,wenn keine einvernehmliche Lösung gefunden wird.

Kommentar von ichweisnix ,

vom Rest dürften dann 50 % mindernd auf deinen Unterhaltsanspruch angerechnet werden.

Allerdings verteilt sich das auf den Bar- und Betreuungsunterhalt. So das effektiv bei überobligatorischen Tätigkeiten von minderjährigen wenn nur 1/4 anzurechnen ist.

Kommentar von isomatte ,

Korrekt !

Antwort
von ichweisnix, 15

Das kommt darauf an. Tendenziell dürfe es aber eher noch nicht angerechnet werden.

Zunächstmal geht es nicht um den Unterhalt der Mutter, an den ändert sich dadurch nichts, sondern um den Unterhalt für dich.

Dabei ist die Frage, was "nebenbei" heißt, also was in der Hauptsache gemacht wird. Gehst du z.B. noch zur Schule ist eine Nebenbeschäftigung überobligatorisch. D.h. sie kann wenn nur zum Teil (1/3 - 1/2) auf den Unterhalt angerechnet werden. Dazu kommt das bei minderjährigen Kindern das Einkommen grundsätzlich auf den Betreuungs und Barunterhalt hälftig aufzuteilen ist.

Ich habe natürlich nicht jeden Monat 450,- und von dem Geld möchte ich mir gerne meinen Führerschein finanzieren.

Das ist ein Grund es insoweit nicht anzurechnen, als den Einkommen ein nicht durch Unterhaltsleistungen gedecker Bedarf entgegensteht. Außerdem ist das Einkommen immer jahresweise zu betrachten.

Auf der anderen Seite kommt es natürlich auch auf die Verhältnisse des Unterhaltsschuldners an. Wenn dieser nach den Unterhalt nur knapp über den Selbstbehalt kommt, oder der Unterhalt gar auf fiktiven Einkommen basiert, sind Nebentätigkeiten eher anzurechnen als wenn er über ein solides Einkommen verfügt.

Bei einen echten Mangelfall wäre hingegen zu beachten, das Einkommen den Bedarf und nicht auf den Unterhalt anzurechnen ist.

Antwort
von blumenkanne, 24

da du einkünfte hast, hat er natürlich auch die möglichkeit den unterhalt zu kürzen. die differenz zahlst du dann an deine mutti jeden monat in form von mietanteil, strom und wasser etc.

Antwort
von Deepdiver, 51

So weit wie ich es kenne, zählen ALLE Einkünfte. Also auch dein eigenes.

Danach hätte er die Möglichkeit den Unterhalt für dich zu kürzen.

Aber das entscheiden eh die Gerichte.

Antwort
von Elfi96, 30

Ja, eventuell kann er den UH mindern, weil du eigenes Einkommen erzielst.

Anbei mal ein Link. (Die aktuelle Summen sind mW nicht mehr 'up to date')

http://www.finanztip.de/kindeseinkuenfte/

LG 

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