Wichtige Aspekte zum Preußisch-Österreichischen (Deutscher) Krieg?

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3 Antworten

Der Krieg war von Preußen gewollt und provoziert.
Im Vorfeld gab es Konflikte zwischen Preußen und Österreich im Deutschen Bund, die verschiedene Themen betrafen.

Grundproblem war, dass mit diesen beiden Staaten zwei Großmächte in einem Staatenbund existierten und keiner die Vorherrschaft erringen konnte.

Noch 1864 hatte man gemeinsam Krieg gegen Dänemark geführt und Holstein und Schleswig (das damals noch nördlich bis fast nach Ribe reichte) erobert.

Hierüber gab es Streit zwischen Preußen und Österreich.

Preußen provozierte mit Hilfe der Schleswig-Holsteinischen Frage den Krieg, dem sich Österreich nicht mehr entziehen konnte, verbündete sich aber vorher mit Italien, dass ohnehin Gebietsansprüche im heutigen Norditalien (Venetien, ...) gegen Österreich hatte

Österreich hatte somit an zwei Fronten zu kämpfen.

Österreichs wichtigste Verbündete waren Bayern, Hannover, Sachsen und Württemberg, und einige vorwiegend süddeutsche Staaten, daneben der Deutsche Bund mit seinen Truppen (mit Ausnahme der Kontingente des Kriegsgegners). Preußens Verbündete waren einige Staaten in Nord- und Mitteldeutschland, sowie Italien.

Oberbefehlshaber waren Generalfeldzeugmeister Ludwig von Benedeck (Österreich) und Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke (Preußen). Benedeck hatte den Oberbefehl ablehnen wollen, da er nur Kampferfahrung in Italien hatte und absehbar war, dass er jetzt in Böhmen kämpfen sollte. Das wurde nicht gewährt.

Preußen hatte schon seit den 1840er Jahren damit begonnen, den Hinterlader einzuführen ("Zündnadelgewehr"), wogegen die Österreich verfügte nur über Vorderlader, die über eine wesentlich geringere Schussfrequenz verfügten und nur stehend (Soldat verlässt Deckung) geladen weden konnten.

Dagegen wurde die Artillerie der Österreicher gegenüber der preußischen Artillerie als etwas überlegen angesehen, da die Österreicher über einen höheren Anteil von Geschützen mit gezogenem (statt innen glattem) Lauf verfügten. Dies war aber allein schon deshalb nicht entscheidend, da die Preußen sich militärisch gesehen im Angriff befanden und die Artillierie eher eine Defensivwaffe war.

Darüber hinaus war die preußische Armee besser ausgebildet. In Österreich war es möglich, sich vom Wehrdienst freizukaufen, so dass die Soldaten meist aus ungebildeten Schichten kamen. In Preußen herrschte allgemeine Wehrpflicht für alle.

In Preußen hatten die Stäbe großes Gewicht, wohingegen in Österreich die Arbeit in Stäben wenig angesehen war und vernachlässigt wurde. Es existierten teilweise keine genauen Karten, weil die topographische Abteilung des Generalstabs nicht richtig funktionierte.

Preußen marschierte in Sachsen und später Böhmen ein ehe die Gegner noch richtig mobil gemacht hatten. Sachsen hatte sich mit seinen Truppen zwecks Vereinigung mit den Österreichern nach Böhmen zurückgezogen.

Die preußischen Truppen gingen in drei Verbänden von Nordwesten, Norden und Nordosten vor, wobei Eisenbahnlinien genutzt wurden. Nach einer Reihe von meist von den Preußen gewonnenen Gefechten wählte Benedeck eine Verteidigungsstellung bei Königgrätz (heute Hradec Kralove), in der die Artillerie effektiv eingesetzt werden konnte.

Die preußischen Truppen vereinigten sich bei Königgrätz, wobei die nordöstliche Armee des Kronprinzen auf Grund des Geländes und schlechten Wetters verspätet eintraf.

Der österreichische Druck auf das preußische Zentrum hätte fast zu einem Sieg der Österreicher geführt, aber die Armee des Kronprinzen hat mit ihrem Erscheinen den rechten österreichischen Flügel gebunden.

Die Schlacht und auch der Krieg waren somit gewonnen.

Auf dem westdeutschen Kriegsschauplatz konnte Preußen mit weniger Aufwand gewinnen.

Österreich musste als Folge des Krieges Venetien an Italien abtreten, verlor aber in Deutschland und Böhmen keine Gebiete.

Preußen annektierte u. a. Hannover, Schleswig-Holstein und Frankfurt und gründete den Norddeutschen Bund.

Österreich wurde auf Dauer ein unabhängiger Staat (darüber hinaus auch Liechtenstein und Luxemburg). Die anderen Staaten, die nicht dem Norddeutschen Bund angehörten, gingen 1871 im Deutschen Reich auf.

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Ein Aspekt ist, daß Bayern an der Seite Österreichs gegen Preußen in den Krieg eintrat und de facto bereits verloren hatte, als es seinen höchst nachlässig geführten Haufen Namens Bayrische Armee gerade mal zusammengetrommelt hatte. Man rieb sich verdutzt die Augen und wunderte sich, wie schnell man seine Unabhängigkeit verlieren kann, wenn man sich nur an die falschen Bündnispartner hält. Und so zahlt Bayern bis zum heutigen Tage kräftig Tribut an Berlin.

Ein weiterer Aspekt ist, daß den Triumphmarsch zur kriegsentscheidenden Schlacht ein gewisser preußischer Militärmusiker Namens Johann Gottfried Piefke geschrieben hat - den "Königgrätzer Marsch". Seitdem nennt der gemeine Oberdeutsche griesgrämig jedermann "Piefke", der von nördlich des Weißwurstäquators stammt. Den Königgrätzer Marsch spielt man übrigens in Österreich überhaupt nicht gern. Verständlich.

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Naja Preußen hat "gewonnen" was ja wegen des guten Militärs nicht gerade unwahrscheinlich war und dennoch gab es schnell Friedensverhandlungen nach dem Krieg.. 

Italien war ein Verbündeter von Preußen, wie immer und hervorgerufen wurde dieser von... tja 

der Herbstkrise von 1866 und dem Zollverein von Preußen aber ohne Österreich mit einzuschließen

Ich hoffe das Hilft die ein wenig... Der deutsche krieg ist nicht so meins.

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Kommentar von vitus64
07.11.2016, 19:09

So klar war der Ausgang des Kriegs zu Beginn nicht.

Praktisch die gesamte Fachwelt hat Preußen anfangs kaum eine Chance eingeräumt.

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