Also ich bin auf der suche nach einer analyse und einer Personenbeschreibung von Who´s afraid of virginia woolf..... Schreibe eine Klausur darüber und wollte mir einige anregungen und ideen dazu holen..also es wäre super wenn mir jemand helfen könnte!

ich kenne den filn in und auswendig..was möchtest du denn wissen?
also ich bräuchte so eine schriftliche analyse und auch so eine personenbeschreibung... wo finde ich sowas oder kannst du mir da weiter helfen?
du hast doch sicher das buch gelesen, dann solltest du doch die personen beschreiben können. aber ich schaue mal nach !
Edward Albee: "Wer hat Angst vor Virginia Woolf"
Immer wenn die Protagonisten dieses Kammerstückes das "Nonsense"-Lied mit dem Namen der bekannten Schriftstellerin anstimmen, bricht Not und Hektik aus Ihnen heraus. Dahinter steckt die Kinderangst vor dem "großen bösen Wolf", dem Unfaßbaren, der Wahrheit über das eigene Sein. Erst am Schluß gewinnt dieser Vers eine gewisse Abgekärtheit, gemischt mit Resignation vor der Leere der Wahrheit. Albee hat diese bitterböse Parabel auf die Unmöglichkeit des menschlichen Zusammenlebens im erstaunlich jungen Alter von Anfang 30 geschrieben. Sie enthält mehr Lebenserfahrung und Menschenkenntnis aber auch mehr Bitterkeit, als man von dieser Generation normalerweise erwartet.
Der Geschichts-Professor George kommt nachts mit seiner Frau Martha, der Tochter des College-Gründers und -Leiters, von einer College-Party nach Hause zurück. Unter bissigen Bemerkungen über ihn und seine Fähigkeiten teilt sie ihm mit, daß man jetzt noch Gäste erwarte, einen jungen, frisch zugezogenen Dozenten mit seiner Frau. George gibt in resignierender Erkenntnis der Unabwendbarkeit nach und mixt die Drinks.
Als die jungen Leute - neckisch mit Tiermasken kostümiert - erscheinen, beginnt Martha mit dem Spiel der psychischen Demontage. Mit langsam aber stetig steigender Intensität entdeckt sie den Gästen die Schwächen ihres Mannes, seine Unfähigkeit, seine gescheiterte Karriere, seine lächerliche körperliche Konstitution - kurz sie entwürdigt ihn bis auf Haut und Knochen. George kann sich dagegen nur mit der drängenden Bitte wehren, doch aufzuhören. Das junge Ehepaar steht diesem Höllenspektakel hilflos gegenüber, die Frau muß sich wegen des Alkoholgenusses gar erbrechen - wohl mehr ein Symbol für die Übelkeit erregende Infamie.
Im zweiten Akt schlägt George zurück und wendet Marthas Taktik auf die Gäste an, indem er intime Details der jungen Frau ausbreitet, die wiederum zusammenbricht. Daraufhin wendet sich Martha erotisch dem jungen Ehemann zu und verschwindet mit ihm in den hinteren Räumen.
Als George hört, daß Martha über den gemeinsamen Sohn gesprochen hat, reift in ihm der Entschluß, endgültig reinen Tisch zu machen. Im dritten Akt zwingt er sie vor den Gästen, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Die bis dahin weit stärkere Frau bricht zusammen, die Gäste gehen, und das Ehepaar bleibt zurück - leer, ausgebrannt und ohne Hoffnung.
Zentraler Punkt des Stücks ist die Auseinandersetzung zwischen George und Martha, Nick und "Sweetie" sind mehr oder weniger Zuschauer und Komparsen. Albee legt diese beiden jedoch nicht als die hoffnungsvolle neue Generation an, die zukünftig alles besser und moralisch glaubwürdiger angehen wird, sondern in ihnen ist ebenfalls bereits der Konformismus, die Einfalt und die Feigheit vor der Wahrheit angelegt. In dieser Auffassung der Jugend liegt die eigentliche Tragik des Stückes. Es läßt am Schluß keinen Schimmer der Hoffnung.
Martha und George haben bereits ein gutes Stück ihres gemeinsamen Lebensweges zurückgelegt, jeder enttäuscht von dem, was aus den Hoffnungen und Plänen geworden ist. In dieser Situation haben sie sich eine gemeinsame Lebenslüge geschaffen, die sie beide als solche zwar erkennen, sich aber gegenseitig wissentlich nicht eingestehen. Der Sohn als Konkretisierung der Lebenslüge ist als Allegorie auf die erfüllende Gemeinsamkeit zu sehen, die man nicht findet, sich aber einredet. Desillusionierend ist auch Albees Feststellung am Ende, daß selbst die Aufdeckung der Wahrheit nicht zu Reinigung - Katharsis - und Neubeginn führt, sondern daß nach Verlust der Lebenslüge gar nichts mehr bleibt.
Regisseur Thomas Krupa hat die stark wortlastige Handlung realistisch und sehr konzentriert umgesetzt. Eine Bühne auf der Bühne stellt das Wohnzimmer mit Rückwand, Couchgarnitur und Glasbausteinwand dar. Der Rand dieser "Kernbühne" geht direkt in den Bühnenboden über, die Schauspieler verlassen jedoch nie dieses begrenzte Areal. In dem über die gesamte Spieldauer unveränderten Interieur der 60er Jahre von Gabriele Wasmuth agieren die vier Personen mit- und gegeneinander. Mehrere Male scheinen sie zu straucheln und über den Rand - des bürgerlichen Lebens, der Wohlanständigkeit, der Sicherheit - auf den schwarzen Bühnenboden zu fallen, aber eben nur fast - metaphorische Spielereien mit dem Bühnenbild.
Martha ist bösartig-bissig, gnadenlos, aber hungrig nach einer starken Reaktion von George. Als diese kommt, vernichtet sie Martha. Elisabeth Krejcir begann langsam und steigerte sich kontinuierlich. Die beiläufig hinter der Zigarette abgelassenen Bosheiten kamen kurz, knapp und mit schmalen Lippen, das Lachen troff vor Bosheit und Verzweiflung. Erst im dritten Akt ließ sie etwas nach. Der Monolog vorne an der Rampe wirkte etwas zu besinnlich und einsichtig. Hier wäre etwas mehr Zynismus glaubwürdiger gewesen.
George schluckt all die Bosheiten von Martha, in der Hoffnung, sich durch Ignoranz und Dickfelligkeit ein wenig Ruhe im Leben verschaffen zu können. Erst als dies nicht mehr möglich scheint, greift er zum letzten Mittel. Till Sterzenbach stand vor dem Problem, die emotionellen Wechselbäder zwischen Herunterspielen, "Mitlachen", ironischem Konter und Aufbegehren darzustellen. Am Anfang gelang ihm das nicht immer, wenn der Zynismus im Verbalen stecken blieb und der Ausbruch zu unvermittelt erfolgte. Im zweiten und dritten Akt jedoch überzeugte er im selben Maß, wie seine Rolle mehr Aktion statt Reaktion ermöglichte.
Nick, der junge Dozent, laviert zwischen Anpassung, schwachen Ausbrüchen von Selbstbewußtsein und halbherzigen Versuchen, seine Frau zu schützen. Seine Karriere steht im Mittelpunkt, seine Frau ist lästige, wenn auch pekuniär attraktive Beigabe. Allerdings hätte man diese Rolle konsequenter ausbauen können. Michael Fuchs wußte offensichtlich nie, welchen Typ er herauskehren sollte. Mal war er Preisboxer, mal Liebhaber, mal feiger Karrierist. Hier hätte man sich eine deutlichere Charakterisierung gewünscht. Allerdings gibt auch der Originaltext keine eindeutige Aussage zu dieser Rolle. Andere Inszenierungen pflegten ihn als naiv-gutgläubigen Hinterwäldler darzustellen.
Katharina Hoffman als seine Frau hatte es da leichter. "Sweetie" ist etwas ländlich-dümmlich, trinkt zuviel und versteht keine Ironie. Selbst als George sie aufs Korn nimmt, merkt sie dies lange nicht. Ihre Zusammenbrüche bleiben temporär, da sie nicht wirklich darüber nachdenkt. Nach zehn Minuten im Bad kommt sie wieder fröhlöich-naiv daher. Katharina Hoffmann brachte diese Rolle mit einer gewissen Unbekümmertheit und Frische, die beinahe rührend zu nennen wäre. Man merkte ihr den Spaß an dieser Rolle an, und sie nutzte die Möglichkeit, in dieser Person die einzigen Lichtblicke von unfreiwilligem Humor ohne Zynismus zu setzen.