Frage von TheDarkestSun, 80

WG: Aggressiven Besuch der Wohnung verweisen, wenn nötig auch polizeilich?

Hallo, Ich habe leider ein paar Probleme in meiner wg. Wir sind beide Hauptmieter und meine Mitbewohnerin weigert sich anfallende Rechnungen zu begleichen (Strom, Internet, Heiz-und Betriebskosten von letztem Jahr), außerdem gehört die Küche mir und damit geht sie um wie sie sich im Moment verhält. Jetzt ist etwas an meinem Kühlschrank durch sie kaputt gegangen und ich habe ihr die Nutzung untersagt. Nun hat ihr Freund mir mitgeteilt, wenn ich das tatsächlich durchziehen sollte, würde er vorbeikommen und mit mir "reden". Da er allerdings sehr aggressiv werden kann und mich bereits öfter angeschrien hat würde ich gerne wissen ob es möglich ist ihn aus der Wohnung zu schmeißen, wenn nötig auch polizeilich, da ich einfach Angst habe das die Sache dann eskaliert. Oder reicht ein Verweis von den Beiden auf das Besuchsrecht damit er trotz Geschrei bleiben kann?

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Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 21

Das Verhalten Deiner Mitbewohnerin und ihres Freundes ist inakzeptabel. Gar keine Frage. Das musst Du Dir nicht gefallen lassen. Andere haben schon geschrieben, was ggf. zu tun wäre.

Aber dazu noch:

Jetzt ist etwas an meinem Kühlschrank durch sie kaputt gegangen und ich habe ihr die Nutzung untersagt.

Du hast Küche samt Kühlschrank zur gemeinsamen Nutzung eingebracht. Ihr habt sozusagen einen Vertrag darüber geschlossen. Wenn Du ihr die Nutzung Deines Kühlschranks oder sogar der ganzen Kücheneinrichtung/-ausstattung untersagen würdest, die immerhin in einem gemeinschaftlichen Raum eingebaut ist, müßtest Du ihr ggf. Gelegenheit geben, in den gleichen Gemeinschaftsraum oder in einen anderen ebenfalls eine Küche zur alleinigen Nutzung durch sie einbauen zu lassen.

Ich glaube, es ist nachvollziehbar, dass Du ihr jetzt nicht einfach die Mitnutzung des Kühlschranks versagen darfst, nur weil einmal was kaputt ging.

Stell Dir mal vor: Du hast einen Führerschein und damit die Erlaubnis ein Auto auf öffentlichen Straßen zu benutzen. Nun fährst Du versehentlich ein Straßenschild um. Meinst Du es wäre gerecht, wenn Du nun die Straße nicht mehr benutzen darfst "nur" weil ein Straßenschild beschädigt wurde?

Der Umgang mit einem solchen Schadensfalls geht ganz anders:

Wer etwas beschädigt hat, muss dem anderen den Schaden ersetzen. Deine Mitbewohnerin muss Dich also so stellen, als wäre der Schaden nicht passiert. Ging etwas zu Bruch, muss das durch ein Ersatzteil ersetzt werden. Handelt es sich um ein Teil, das nicht zu reparieren ist, muss Dir die Mitbewohnerin ggf. den Zeitwert des Kühlschranks ersetzen. Dieser errechnet sich in etwa so:

Kaufpreis 500 €, gekauft vor 5 Jahren, Lebensdauer 10 Jahre dürfte normal sein.

Somit ist der Kühlschrank jetzt noch 250 € wert und da eine Reparatur nicht möglich ist, sind diese 250 € von ihr zu bezahlen.

Klingt ziemlich unangenehm, aber Du hast die Möglichkeit, zwischen 0 und 250 € alles mit ihr zu vereinbaren. Auch abhängig davon, was an dem Gerät vielleicht sonst noch alles defekt oder unansehnlich geworden ist im Lauf der Zeit.

Noch besser wäre es aber, Deine Mitbewohnerin würde die Sache ihrer Privathaftpflichtversicherung melden und diese entscheidet dann, wieviel sie bezahlt. Wichtig: Bei einem Schadensersatz nach Restwert ist es nicht nötig, dass Du reparieren läßt oder austauschst. Du kannst den jetzigen Kühlschrank, soweit das sinnvoll möglich ist, weiter nutzen und hast den Ersatzbetrag als Beteiligung an einem Neukauf, wenn ein solcher doch früher oder später mal nötig wird.

Antwort
von tuedelbuex, 32

Wenn er Dich bedroht, kannst Du ihn ""polizeilich" entfernen lassen. Ich beziehe mich dabei darauf, dass auch z.B. Männer, die ihre Frau schlagen der eheichen Wohnung verwiesen werden können. Dann doch wohl ein nicht mal dort gemeldeter , gewalttätiger Gast erst recht. Auch könntest Du dann ein Näherungsverbot gegen ihn erwirken.....dann dürfte er die Wohnung nicht wieder betreten.

Wegen der ausstehenden Geldforderungen könntest Du ein Mahnverfahren gegen Deine Mitbewohnerin einleiten......

http://www.verbraucherzentrale-rlp.de/Mahnverfahren

Antwort
von Jerne79, 43

Bei aggressivem Verhalten könntest du selbst deine Mitbewohnerin zeitweise der Wohnung verweisen lassen, ihren nicht im Mietvertrag stehenden Freund sowieso.

Allerdings würde ich mich dringend nach einer langfristigen Lösung umsehen. Einer von euch sollte sich zügig eine neue Wohnung suchen, es klingt nicht, als könnte aus eurer Situation heraus nochmal ein sinnvolles Zusammenleben möglich werden.

Kommentar von TheDarkestSun ,

Sie ist zur Zeit dabei sich nach einer Wohning umzusehen und der Antrag darauf das ich alleiniger Mieter bin liegt dem Vermieter bereits vor. 

Jetzt verhält sie sich aus trotz einfach so nehm ich an. 

Aber Danke :)

Kommentar von Jerne79 ,

Dann beiß die Zähne zusammen und freu dich auf die Zeit, wenn sie zur Tür draußen ist.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 4

Diesem Besuch darfst du Hausverbot auf Grund seines Verhaltens aussprechen. Das kannst du notfalls mit Hilfe der Polizei durchsetzen.

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