Frage von xDroodie, 56

Weswegen halten die Beziehungen der letzten Generationen länger als die heutigen?

In der heutigen Zeit ist alles sehr schnelllebig. Wieso halten die Beziehungen unserer Großeltern so lange. Oder war das früher verpönt sich scheiden zu lassen, was genau sind die Gründe ?

Antwort
von autmsen, 5

So pauschal stimmt Deine Behauptung nicht. Das will ich gerne näher erläutern:

Sehr viele Frauen starben früher rund um Geburt. Dann waren die Männer verwitwet und nahmen sich eine neue, wenn möglich jüngere Frau. Hier ist also schon mal ein Grund warum früher längst nicht alle Ehen so lange dauerten wie gerne behauptet wird. 

Der letzte Krieg ist noch gar nicht so lange her. Kriege sind Massenmorde. Politisch begründet, aber sie bleiben Massenmorde. Auch hier starben also Menschen eines frühzeitigen Todes und hinterließen in der Regel Frauen, oft auch Kinder. 

Heute haben wir seit einigen Jahrhunderten die längste Friedenszeit in Mitteleuropa. Machen wir so weiter werden wir bald so lange Friedenszeit haben wie die letzten 2.000 Jahre nicht mehr. 

Das hat vielerlei Folgen: Wir sind also nicht mehr mehrheitlich damit beschäftigt unsere Existenzugrundlage neu aufzubauen. Die haben wir. Wir brauchen uns auch nicht mehr belastend mit Kriegsfolgen abzumühen. Wir haben zwar noch einige Kriegsfolgen zu beachten, diese sind aber so gering dass sie den einzelnen Menschen nicht mal mehr bekannt sind. Damit schwindet das Bewusstsein des Preises von Krieg, die Notwendigkeit den nachfolgenden Generationen existentielle Grundlagen mit auf den Lebensweg zu geben. 

Nicht nur die Industrielle Revolution sondern auch die medizinischen Möglichkeiten lassen uns länger leben. 

Unsere Ernährung gewährt uns die Möglichkeit uns länger gesund zu halten. 

Wir leben also durchschnittlich länger. Damit besteht auch die Möglichkeit länger durchschnittlich verheiratet sein zu können als viele Jahrhunderte vorher. 

All die genannten Punkte haben unsere Gesellschaft verändert. 

Ich erschrecke zunehmend welche Haltung unsere Gesellschaft zu den verschiedenen Rollen heute hat. 

Früher war es gesellschaftlich selbstverständlich die Eltern für jugendliches Versagen verantwortlich zu machen. Mütter waren für die Zukunft ihrer Töchter hauptsächlich verantwortlich, ein Vater der seinem Sohn keine Ausbildungsreife vermittelt hatte wurde missachtet. Aktuell stehen zehntausende Ausbildungsplätze unbesetzt leer weil es den jungen Menschen an Ausbildungsreife fehlt. Und Das obwohl die Deutsche Wirtschaft seit Jahrzehnten diese Folge von Verantwortungsverweigerung der Eltern ihren Kindern gegenüber lautstark öffentlich bemängelt. 

Gewerkschaften haben die Löhne so sehr abgesenkt in ihren Verhandlungen dass es nicht mehr ausreicht wenn ein Elternteil arbeiten geht um eine Familie mit mehreren Kindern gut versorgen zu können. Es müssen also beide Elternteile arbeiten gehen. Eine angemessene Kinderbetreuung wird aber von der Gesellschaft nicht zur Verfügung gestellt. An dieser Tatsache beißt keine Maus einen Faden ab. 

Würde nun der nachwachsenden Generation wenigstens aufgezeigt wie sie ihre freie und unbeaufsichtigte Zeit sinnvoll nutzen können ginge es vielleicht noch. Denn Kinder lernen sehr gerne durch Nachahmung. Unsere Medien triefen aber von Konsumzwang bis hin zu sehr aggressiv beworbener Promuskuität über. Die Wegwerf-Gesellschaft ist zum gesellschaftlichen Idol erhoben worden. 

Das Ansehen der Frauen in diesem Staat hat einen bemerkenswerten Tiefstand erreicht. In den Führungsetagen verdienen sie heute immer noch durchschnittlich 23% weniger als ihre männlichen Kollegen. Und müssen in der Regel besser qualifiziert sein und bemerkenswert bessere Arbeit leisten um überhaupt da hinkommen zu können. 

Ganz selbstverständlich werden vor allen Dingen Männer bei Verantwortungsverweigerung gegenüber ihren - heute wirklich absolut freiwillig - gezeugten Kindern unterstützt. Vor allen Dingen. Es ist noch gar nicht so lange her dass die damals zuständige Bundesministerin in einem Interview im Radio mit höhnisch lachender Stimme erklärte dass selbstverständlich die Jugendämter keinen Unterhalt von Vätern einfordern. 

Wir verlangen von Frauen selbstverständlich dass sie mindestens die gleiche Leistung auf dem Arbeitsmarkt erbringen. Dabei lassen wir sie nicht nur bezüglich Betreuung sondern auch Beratung so sehr im Stich wenn es um ihre Kinder geht wie wohl noch nie in unserer Geschichte. Denn früher halfen Verwandte einander oder auch Nachbarinnen, Arbeitskolleginnen. Ich selbst habe es so noch als selbstverständlich erlebt. 

Dabei haben heute BEIDE Elternteile bedeutend mehr Rechte wenn es um die Wahrung der Interessen ihrer Kinder geht. Sie werden ihnen nur nicht ohne Abstrafung bis hin zum Arbeitsplatzverlust zugestanden. Und dann heißt es vor Gericht ziehen. Da aber haben sich sogenannte Rechtsanwälte darauf spezialisiert die Eltern ins Unrecht zu setzen. 

Ein Baby ist wie ein leeres Gefäß. Im Verlauf von gut 20 Jahren wird dieses Gefäß von Eltern und Gesellschaft mit Inhalt gefüllt. Welchen Inhalt bieten wir den nachwachsenden Generationen heute denn öffentlich lautstark an? Konsumzwang. 

Eine Ehe zu führen ist aber sehr weit entfernt von Konsum und noch weiter entfernt von Zwang. 

Es wird noch schlimmer werden wollen wir relativ neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen Glauben schenken: 

Die heutige Mode Kinder mit Kaiserschnitt zur Welt zu bringen schafft tatsächlich nachweislich bedeutend mehr Sozialautisten. Und diese sind ganz gewiss unfähig eine lang andauernde Ehe zu führen. 

Belege meiner Ausführungen findest Du online in Statistiken und zahlreichen Facharbeiten, Veröffentlichungen von wissenschaftlichen Studienergebnissen. 

Antwort
von WebThoWeb, 11

Das wundert mich überhaupt nicht.

Wie soll man z. B. Lebenserfahrung, Verstand, Urteilsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und Einfühlsamkeit erwerben, wenn man ständig damit beschäftigt ist, irgendwelche belanglosen Fotos oder Nachrichten zu verschicken oder solche von anderen zu lesen?

Besonders krass finde ich es, wenn Paare im Café an einem Tisch sitzen und jeder nur an seinem Smartphone herumfummelt. Das ist schon fast zum Lachen.

Wie soll man irgend ein Thema aus eigener Kraft vertiefen oder verinnerlichen können, wenn man schon vorher in der Schule "gelernt" hat, dass Wikipedia und Co einen Großteil der Hausaufgaben erledigen können?

Oder wie soll man die Körpersprache eines Mitmenschen deuten, wenn man gar nicht hinguckt?

Zum Glück gibt es aber auch genug junge Menschen, die sich nicht davon beeindrucken lassen, was die meisten tun, sondern ihren eigenen Weg gehen wollen.

Antwort
von feirefiz, 14

In den alten Ehen gab es oft noch eine klare Rollenverteilung - die bis 1978 sogar noch im Familienrecht stand. Bis dahin konnte keine Frau ohne Zustimmung ihres Gatten eine Arbeit annehmen.

Die Rollen waren klar - und die meisten haben das nicht hinterfragt. So hat der Mann bestimmt, auch, wann es zu Intimitäten kommt und wie. Viele Frauen der alten Generation kennen keinen Orgasmus - weil der Partner sich genommen hat, was er brauchte.

Es wurde auch nicht unbedingt mehr geredet als heute, Probleme wurden gelöst, indem das Familienoberhaupt eine Entscheidung gefällt hat. Und natürlich musste auf das Familienoberhaupt Rücksicht genommen werden - die Kinder hatten still zu sein, das Essen auf dem Tisch, die Gattin schon morgens um 6 Uhr als Augenweide frisch geschminkt am Frühstückstisch (das Frühstück hat sie auch noch gemacht, klar)...

Und natürlich - Scheidung war eine Schande, bis 1978 wurde man auch noch schuldig geschieden, die Frauen standen ohne Beruf und Auskommen da.

Traditionen brachten früher Sicherheit - und mehr haben sich viele auch nicht gewünscht.

Die jüngeren Generationen heutzutage lebt nach dem Prinzip der Selbstverwirklichung um jeden Preis. Wir wollen das beste - zunächst für uns. Und wir alle nehmen uns die Freiheiten - Frauen stellen die Rollenverteilung in Frage, erwarten Mithilfe im Haushalt und bei der Kindererziehung. Sie wollen sich auch sexuell verwirklichen - viele Frauen bemerken jenseits der 30, was sie sich diesbezüglich wünschen - und wenn der Partner nicht passt, wartet an der nächsten Ecke schon Ersatz.

Unsere Ansprüche an den Partner sind ins Unermessliche gestiegen, wir selbst sind aber nicht bereit, zu viel in eine Beziehung zu investieren.

Auch früher haben sich die Paare am Anfang durch eine rosa Brille gesehen, wie heute auch. heute nimmt man sich Zeit vor der Heirat, zusammenzuwohnen und sich zu erproben. Früher war man schwanger und hat geheiratet (gar nicht so selten!) oder wollte zusammenziehen und musste vorher heiraten. Das hat aber die Ansprüche an das persönliche Glück gedämpft, das war nicht so wichtig. heute steht das persönlcihe Glücksempfinden für viele ganz oben - und eine Ehe und Familie bescheren nicht nur Glück, sondern sind harte Arbeit.

Antwort
von Welfenfee, 22

So einfach ist es sicherlich nicht zu beantworten - oder doch?
Meine Eltern sind sicherlich älter als Deine Großeltern. Es war früher eine Schande, wenn Eheleute sich getrennt haben. Doch das Leben war auch früher härter und entbehrungsreicher. Dann noch der Familiensinn, der uns ein wenig durch die soziale Marktwirtschaft verloren gegangen ist. Es wurde auch mehr gearbeitet. Wir haben heute eine Waschmaschine, einen Trockner usw. und das gab es damals nicht. In meiner Kindheit hatten wir drei Fernsehprogramme und die auch nicht 24 Stunden. Es waren viel mehr Kinder da und darum auch die Verantwortung größer. So sozial war früher auch die Absicherung nicht. Ich glaube, dass mein Vater mit 14 Jahren in die Lehre gegangen ist und danach war er im Krieg. Meine Mutter war 10 Jahre jünger und ist als junges Mädchen mit ihrer Mutter und Geschwistern (wenn die denn noch nicht wehrfähig waren von Schlesien hierher geflohen und sie sind gelaufen. Sie wissen was Hunger bedeutet und zwar richtiger Hunger und Kälte. Eine harte Zeit und natürlich prägt die und man bekommt Werte vermittelt. In guten wie in schlechten Zeiten waren nicht nur hohl gesprochene Worte. Eine Scheidung nicht so leicht zu vollziehen. Die wenigsten Frauen hatten ein eigenes Einkommen und Freizeitgestaltung war wohl eher ein Fremdwort. Heute sind wohl viele junge Erwachsene eher noch im Windelalter und wollen das spielen und versuchen sich daran und sind sich der Bedeutung nicht bewusst.

Antwort
von Deepdiver, 29

Wir "Alten" sind eine ganz andere Generation. Bei uns standen ganz andere Ideale im Vordergrund.

Es lief auch nciht alles "Rund", aber man hat sich zusammengerauft und die Probleme GEMEINSAM gelöst.

Das kennen die meisten nicht. Deswegen gehen die meisten Beziehungen auch so schnell wieder zu Ende.

Antwort
von hocai, 14

Früher haben die Paare gekämpft, heute geben Sie direkt auf, weil die Auswahl zu groß geworden ist und Sex leicht zu haben geworden ist.

Antwort
von herakles3000, 19

Das hat einige gründe 1 meistens hat nur einer gearbeitet und sich um die kinder hat sich dan die frau gekümmert der arbeistplatz war früher bis in den 80er sichere danach kann jerder Plötzlcih arbeitlos werden Dazu kommt das deren eltern einem gepredigt haben eine scheidung ist eine schande egal was ist..Damit wurde Früher dan auch mehr mit den kinder unternommen nicht wie später Wo die erziehung tv,Pc,Fenster bedeutet und beide Eltern arbeiten gehen musten.Auch war der famielien zusamenhalt ein ganz andere als heute der war damals besser.

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