Frage von zatschi,

Westernsattel passt?

Hallo,

Ich habe mal eine Frage. Woran sehe ich ob ein Westernsattel perfekt aufliegt und an keiner Stelle drückt? Also das er passt und macht man die Probe mit einem Pad drunter oder muss der Sattel auf dem blanken Rücken aufliegen? Worauf muss ich unbedingt achten?

Liebe Grüße

zatschi

Der Sattel wäre es, aus synthetik,also ohne leder nur die sitzfläche ist mit leder
Der Sattel wäre es, aus synthetik,also ohne leder nur die sitzfläche ist mit leder
Hilfreichste Antwort von koriander67,

Zunächst legen Sie den Sattel ohne Unterlage auf. Ziehen Sie den Sattel von vorne nach hinten und fühlen Sie, wo er „einrastet“. Der Sattelbaum, der etwa mit der vorderen Concha beginnt, sollte sich hinter dem Schulterblatt befinden, ein Punkt, der in der Regel deutlich an einer Vertiefung hinter dem Schulterblatt rückenwärts zu erkennen ist.

Liegt der Sattel korrekt, haben Sie nun einige Parameter zur Verfügung, um zunächst einmal optisch einen optimalen Sitz des Sattels erkennen zu können:

Zunächst wird die Lage des Sattels ohne Pad auf dem Pferderücken begutachtet. Der Widerrist sollte eine Freiheit von mindestens drei Fingern haben und die Winkelung des Sattels mit der der Schulter übereinstimmen. Zu enge Sättel drücken hinter dem Schulterblatt, zu weite fallen hingegen zu tief auf den Widerrist. Schiebt man die flache Hand unter den Sattel, kann man gut die Stellen erfühlen, an denen der Sattel eventuell drücken könnte. Insgesamt darf der Sattel nicht zu lang oder zu kurz sein. Wenn der Sattel zu lang ist, verlagert sich der Schwerpunkt zu weit in Richtung Lendenwirbelsäule, die dann einer zu starken Belastung ausgesetzt ist. Der tiefste Punkt des Sitzes sollte mit dem Schwerpunkt des Pferderückens übereinstimmen. Etwas längere Skirts stören hingegen weniger, wenn der Tiefpunkt stimmt. Bei Wendungen schieben sich die Skirts in der Regel gut über die Hüfthöcker hinweg, so dass hierin meist kein großes Problem besteht. Oft jedoch liegt der Schwerpunkt bei langen Sätteln eben zu weit hinten, was wesentlich bedeutender ist.

Wichtig sind der Rückenform angepasste Bars, die somit geschwungen sein müssen. Gerade Bars können auf keinem Pferderücken passen, weil jeder Rücken mehr oder weniger „Schwung“ hat.

Wenn der Sattel auf dem Pferderücken liegt, sollte dieser fest sitzen, auch ohne gegurtet zu sein. „Schwimmende“ Sättel hingegen liegen nicht gut auf, haben zu wenig Auflagefläche und große Brückenbildungen. Der Westernsattel muss auf beiden Seiten der Wirbelsäule – auf dem muskulären Bereich – plan aufliegen. Die knöchernen Areale hingegen dürfen nicht belastet werden. So muss auch die Wirbelsäule komplett frei liegen. Der Sattel muss für die Wirbelsäule einen genügend breiten Kanal freihalten, damit auch Biegungen ohne Einengungen durch den Sattel problemlos möglich sind und eine optimale Belüftung gewährleistet ist. Anschließend wird die Paßform des Sattels mit einer Unterlage überprüft. Hier ist wichtig zu bedenken, in welcher Jahreszeit bzw. in welchem Futter- oder Trainingszustand sich das Pferd befindet. Eventuell muß muskuläre Entwicklung einkalkuliert werden, so dass in diesem Falle der Sattel nicht zu eng gewählt werden sollte. Hier kann man mit dem Pad ausgleichend arbeiten. Nun überprüft man den Sitz des Sattels mit Reitergewicht. -Sind Wirbelsäule und Widerrist frei? -Ist die Lendenwirbelsäule frei oder drückt der hintere Rand des Sattels? -Bleibt der Sattel ruhig liegen, wenn der Reiter in den leichten Sitz geht oder kippt er deutlich?

Wichtig ist es, den Sattel, wenn er nach den optischen Kriterien für eventuell passend befunden wurde, einige Tage gemeinsam mit dem Pferd auszuprobieren. -Bleibt er auch bei Steigungen relativ ruhig liegen oder rutscht er? -Bewegt sich das Pferd ruhig und entspannt? -Kann es seine Dressuraufgaben gelöst erfüllen oder drückt es den Rücken weg? -Sind Seitengänge möglich? (gerade bei zu engem Sattelbaum bzw. Wirbelkanal sind Einschränkungen offensichtlich) -Zeigt das Pferd Empfindlichkeiten im Rückenbereich? -Wehrt es sich gegen das Satteln?

Ein Sattel, der alle Kriterien für eine gute Passform erfüllt, behindert das Pferd in seinen Bewegungen nicht. Zusätzlich muss er aber auch noch dem Reiter passen, so dass Sitzform und -größe ebenfalls entsprechende Aufmerksamkeit geschenkt werden müssen. Die Steigbügelaufhängung (die meist aber variiert werden kann) trägt ebenso zum korrekten Sitz bei, der wiederum insgesamt für die richtige Schwerpunktbelastung verantwortlich ist.

Viel Erfolg!

Sandra Louis / Bad Münstereifel

Antwort von outlawtrail,

Leg den Sattel ohne Pad etwas zu weit vorne auf, ziehe ihn dann nach hinten in seine Position. Jetzt kannst du mit der flachen Hand fühlen, ob die Winkelung in der Schulter mit der des Pferdes übereinstimmt und ob die Gulletweite passt. Die Unterseite der Bars solltest du sowohl auf der Aussenseite als auch auf der Innenseite abfühlen. Der Schwung sollte dem des Pferderückens entsprechen, und keinen Kantendruck erzeugen. Wenn das dein Turniersattel sein soll, darf soviel Luft sein, daß der Platz ausgefüllt wird, wenn der Rücken hochkommt. Jetzt sollte natürlich auch noch die Gurtposition passen.

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