Frage von Flummy86, 130

Weshalb wird gesagt, in einem reichen Land wie Deutschland müsse man nicht hungern?

...wenn diverse Personengruppen von der staatlichen Absicherung der eigenen finanziellen/menschenwürdigen Existenz ausgenommen sind, z.B. Studenten - und sie sich zum Studienabbruch nötigen lassen müssen, um dieses Recht zu erhalten, unabhängig davon, ob sie danach komplett abrutschen? Während noch brauchbare Lebensmittel in abgeschlossenen Mülltonnen vergammeln?

Ich vermute, ich werde bis zum Ende meines Studiums selbst als psychisch Erkrankte hungern müssen, selbst Tafeln darf ich nicht nutzen, und den Rundfunkbeitrag muss ich noch bezahlen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von SchmuckmausShop, 33

Hungern muss man nicht. Aber dafür tatsächlich ggf. Nachteile in Kauf nehmen - wie in Deinem Fall den Studienabbruch. Es wäre ja für Dich evtl. zu überlegen, ob Du nicht erst daran arbeitest die volle Fähigkeit zu studieren zu erlangen, um dann erfolgreich das Studium im (für eine Förderung) vorgegebenen Rahmen zu absolvieren.

Möglicherweise wird jetzt von offizieller Seite auch hinterfragt, ob Du mit der Fähigkeit 10 Wochenstunden zu arbeiten überhaupt irgendwann in der Lage bist (ob mit oder ohne Studienabschluß), Dich selber zu ernähren (ohne aufzustocken) und inwieweit die Förderung Sinn macht.

Ich selber war ebenfalls in der Situation mein Studium abzubrechen, da ich es nicht mehr finanzieren konnte. Und das obwohl der Grund dafür, dass ich kein Bafög mehr bekam, nicht in meinem Verschulden lag (in einem der notwendigen Fächer für das Vordiplom konnte kein Schein erworben werden, weil kein Kurs angeboten wurde - ja sowas gibt es auch, man mag es nicht glauben). Mit drei Zusatzjobs (gleichzeitig) kam ich zu der Erkenntnis, dass es mir das nicht wert ist und ich zurückgehe in meinen erlernten Beruf. Insofern sind zwar finanziell schwächere bezgl. eines Studiums schlechter gestellt als finanziell gepolsterte - doch verhungern muss man in diesem Land definitiv nicht. Nur eben, wenn man Unterstützung möchte ggf. Nachteile in Kauf nehmen.

Kommentar von Flummy86 ,

Verständlich, ich bin mir auch sicher, dass Studienabbruch und Umorientierung in manchen Situationen die beste Option darstellen.

Ich habe allerdings über sehr viele Umwege mein Abitur gemacht, nur um da hinzukommen, wo ich gerade bin. Meiner strukturellen Probleme wegen habe ich immer länger gebraucht, als vorgesehen ist und der Durchschnitt braucht, obwohl ich rein vom Potenzial her eher hätte verkürzen können.
Aber ich habe mein Ziel schlussendlich erreicht. Aktuell hapert es nur an der Finanzierung.

Und ja, auch wenn das niemand hören will, ich finde es asozial, dass nicht einmal mit amtsärztlicher Bestätigung des Vorhandenseins psychischer Erkrankungen, die ein Studium zwar erschweren, aber nicht unmöglich machen, eine Verlängerung um ein oder zwei Semester möglich ist.

Gesundheit ist das höchste Gut, ja - aber Genesung ist nicht ohne Probleme möglich, da diese Erkrankungen, wie in einem anderen Kommentar erwähnt, chronisch sind und teilweise seit Jahrzehnten bestehen.

Ich meinte auch nicht, ich sei evtl nicht berufsfähig bzw. imstande, mehr als 10h/Woche zu arbeiten, wenn ich sonst nichts zu tun habe; es ging darum, dass ich parallel zum Studium, das mich inklusive Lernen bereits ca. 35h/Wochen kostet, nicht mehr als 10h arbeiten kann.

Selbst damit komme ich auf 45h, und so viel müsste ich bei weitem nicht arbeiten, um mir mein Leben finanzieren zu können. Mehr schaffe ich aber leider nicht, ohne wahnsinnig zu werden - leider erhalte ich nur den Mindestlohn.

Vielleicht sollte ich mir einen Werkstudentenjob im informatischen Bereich suchen, die sollen ganz gut bezahlt sein und stellen zudem eine gute Grundqualifikation auf dem Lebenslauf dar...

Kommentar von Flummy86 ,

Ach ja, es sollte erwähnt sein, dass ich nicht nur mies bezahlt werde, sondern es sich zudem um einen Job handelt, der mich psychisch extrem auslaugt... aber nebenbei nach was anderem zu schauen (arbeite aktuell 40h/Woche, da Semesterferien), wird schwer, da ich ja keinen Anspruch auf Grundsicherung habe. Zum Arbeitsamt könnte ich wohl mal gehen...

Kommentar von SchmuckmausShop ,

Der Ansatz mit dem Werksstudentenjob klingt doch gar nicht so schlecht. Vielleicht tröstet es Dich ein wenig zu hören, dass ich um über die Runden zu kommen z. Zt. drei Jobs mache (60 Std. Woche Minimum). Die Zeiten sind nicht leichter geworden. Der eine ist tatsächlich unter Mindestlohn, allerdings ist die Anforderung entsprechend, so dass ich das tolerieren kann bzw. die Vergütung dennoch für angemessen erachte.

Gerade wenn der Job Dich auslaugt, ist doch ein Wechsel wirklich empfehlenswert und erst recht einen Versuch wert. Und im Bereich Informatik sollte doch ein guter Nebenverdienst zu finden sein. Vielleicht kannst Du auch freiberuflich irgendwo tätig werden. Je nachdem, was Du kannst gibt es da bestimmt auch gut bezahlte Aufträge (kann ich aber nicht wirklich gut beurteilen, da ich wenig bis keine Ahnung auf diesem Gebiet habe). An der Stelle würde ich einhaken.

Das mit den 10 Stunden hatte ich anders verstanden. Im Zweifelsfalle (wenn Du das wirklich und unbedingt willst) verteile die Zeit ein wenig um, so dass Du etwas weniger ins Studium investierst (dieses damit zwar verlängerst, aber weiterführen kannst) und etwas mehr in die Sicherung Deines Lebensunterhalts. Die Meinungen hier resultieren sicher aus Deiner Eingangsfrage - wie gesagt verhungen muss niemand, aber ggf. Nachteile in Kauf nehmen. Einen Punkt sehe auch ich ganz klar als gegeben an: Es haben nicht alle Menschen die gleiche Chance auf eine gute Ausbildung.

Antwort
von SunKing33, 40

Hallo,

diese Aussage ist unter normalen Bedingungen korrekt.

Deine Bedingungen sind offenbar ungewöhnlich:

  • Du studierst - aber schon so lange, dass die mögliche Unterstützung ausgeschöpft ist.
  • Du kannst offenbar nicht arbeiten, weil Du (psychisch) krank bist

Kann Deine Erkrankung als eine Form der Behinderung verstanden werden, wegen der Du Hilfen zur Eingliederung erhalten könntest? Das müßtest Du allerdings nachweisen.

Sonst bleibt folgende Möglichkeit: Studium unterbrechen (Beurlaubung wg. Krankheit), Antrag bei der Arge (Grundsicherung), gesund werden, Studium fortsetzen und zügig abschließen.

Alles Gute!

Kommentar von Flummy86 ,

Danke. Leider handelt es sich bei mir um Probleme, die nicht binnen eines oder mehrerer Jahre(s) behoben werden können, es sind chronische Erkrankungen, die zum Teil schon seit der Kindheit bestehen. Ich studiere erst vier Semester, aber leider erhält man nicht automatisch bis zum Ende der Regeltudienzeit BAföG. Meine Erkrankung ist in der Tat eine Behinderung im Sinne des BAföG, was eine Verlängerung der Zeit bis zum Einreichen des Leistungsnachweises rechtfertigte, allerdings habe ich nicht einmal das dafür erforderliche Maß an nachweisbarer Leistung erbracht

Kommentar von SunKing33 ,

Dann rede mit Deinen Professoren, ob die Dir eine Bescheinigung ausstellen können, dass Sie Dich als lohnende und damit förderungswürdige Studentin erleben. Das hat was mit Begabung und nicht mit Leistung zu tun.

Das BaFöG-Amt ist ja keine vom Studienbetrieb unabhängige Behörde. Was Wort der Professoren hat da Einfluss.

Kommentar von Flummy86 ,

Gute Information, darüber habe ich in der Tat noch nicht nachgedacht, wird schwer, weil ich eben in der Uni auch nicht gerade glänzte, aber vielleicht finde ich jemanden, den ich mittels Nachweis meiner Erkrankungen überzeugen kann.

Antwort
von zenit2016, 19

Wenn du arbeitsunfähig bist, dann musst du erst mal genesen, dann Studium fortsetzen oder Ausbildung aufnehmen, viele Betriebe nehmen gerne Studienabbrecher. Die Finanzfrage muss wenn weiter studiert werden soll, unbedingt geklärt werden. Aber am wichtigsten ist die Gesundheit, die hat man nur einmal. Es gibt Beratungsstellen an der Uni, wende dich an die.

Antwort
von Eismensch, 25

Nachdem ich jetzt mal all deine Beiträge gelesen habe, muss ich leider zu dem Schluss kommen, dass du daran selber Schuld bist.

Du schreibst mehrfach, dass du unter Prüfungsangst leidest. ich habe keinerlei Ahnung wie sich das bei dir äußert, aber wenn du keine Prüfungen schreiben kannst, dann kannst du auch nicht studieren.
Keiner zwingt dich zu einem Studium. Du hast dich dafür freiwillig entschieden. Wenn du es nun aus Gesundheitlichen Problemen nun doch nicht schaffst, dann liegt der Grund bei dir. Nicht beim Bafög-Amt oder dem Staat.

Du bekommst kein Bafög mehr, weil du Leistungen nicht erbracht hast. Das ist vollkommen normal. Was könnte man nun dagegen tun, fragt man sich - zum Amt gehen und die Situation klären/versuchen eine Lösung zu erarbeiten. Aber das tust du ja auch nicht.

Ich frage mich, was genau erwartest du eigentlich von all dem? Informieren und recherchieren sind wichtig, aber ohne tatsächliche Handlungen wird sich an deiner Situation nichts ändern.

Du hast nun mehrere Möglichkeiten vorzugehen:

1. Zum Bafög Amt gehen und versuchen die Situation zu klären. Sollte deine "Krankheit" nicht Grund genug für einen Aufschub sein, dann ist die harte Realität eben so. Da bringt auch alles jammern nichts.

2. Einen/Mehrere Jobs suchen. Du brauchst Geld, also musst du dafür arbeiten.Bei 35h lernen pro Woche hast du noch genug Zeit um nebenbei zu Arbeiten. Ja du wirst wenig/keine Freizeit haben. Aber so ist die Realität nunmal. Du bist nicht die erste und auch nicht die letzte Person welche das macht...

3. Einen Studienkredit aufnehmen. Ja die Zinsen sind absurd. Da musst du selbst abwägen ob das Studium die kosten Wert ist. Immerhin können wir in Deutschland ja bereits kostenlos Studieren...

Kommentar von Flummy86 ,

Ich gehe nicht zum Amt, um die Situation klären, weil das massive Vorhandensein von Leuten wie dir mir klarmacht, dass nur wenige Leute überhaupte Verständnis zeigen. Ginge es nach meinem Therapeuten, bekäme ich als mehrfach psychisch Kranke ALGII.

Aber die meisten Leute meinen, Prüfungsangst würde nicht existieren - nein, man war immer nur zu faul.

Wozu zu faul? Klausuren zu schreiben, ernsthaft? Oder zu lernen? Dass ich gelernt bzw. verstanden habe, was ich zu lernen hatte, sieht man an erlangten Klausurzulassungen. 

Wenn du meine Beiträge genau gelesen hättest, würdest du wissen, dass sich meine Probleme durch meine Therapie bereits DEUTLICH gebessert haben. Einzig meine zeitliche Belastbarkeit ist weiterhin auffallend unterdurchschnittlich. Das ist allerdings ein Punkt, der keine Berücksichtigung findet. Ich benötige weit überdurchschnittlich viel Schlaf und Zeit für mich, da ist nix mit "Freizeit" und Party machen.

Kredite, für die ich inklusive Zinsen schlussendlich im hohen fünf-, wenn nicht gar im sechsstelligen Bereich liege, plus BAföG, versteht sich, damit ich irgendwelchen gut situierten Damen und Herren den Hintern finanziere?
Damit ich zehn oder mehr Jahre brauche, um meine Studienschulden zu begleichen, und danach so alt bin, dass ich stark Gefahr laufe, behinderte Kinder zu kriegen bzw. meine Kinder ihre Mutter später mal so früh verlieren werden, wie ich meine verloren habe? Nein, aber danke.

Und ja, es wird wahrscheinlich auf Arbeiten hinauslaufen - und Hungern, weil ich unter mehreren (!) psychischen Erkrankungen leide (die selbst einzeln betrachtet zum jahrelangen Sozialhilfebezug langten, also Vorsicht mit vorschnellen Urteilen!) und definitiv nicht mehr als einen Neun-Stunden-Tag in einer Fünf-Tage-Woche packe.

Selbst wenn der Staat sich weigert, mich zu unterstützen - mich unter Androhung von Diebstahl ideell hochwertiger Gegenstände und Freiheitsentzug zu nötigen, den Rundfunkbeitrag zu entrichten, während ich von weit weniger als dem lebe, wovon einkommensbedingt rundfunkbeitragsbefreiungsberechtigte Leute, die nicht einmal für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen, selbigen bestreiten, strapaziert meine Moral gewaltig über!

Die anschließende BurnOut-Therapie, die womöglich Jahre in Anspruch nimmt, zahlt die Gesellschaft, und das ist gerecht so.

Kommentar von Eismensch ,

Es tut mir leid dir das sagen zu müssen, aber es ist nicht die Aufgabe der Gesellschaft dich durch ein freiwilliges Studium zu schleifen. 

Du hast recht. Ich habe keinerlei Ahnung wie sich diese Krankheit äußert, aber im Endeffekt ist das auch gänzlich irrelevant. Entweder du bist Studierfähig oder eben nicht. Was genau hast du denn erwartet? Dass die Welt sich um dich drumherum beugt und dreht nur weil du unter einer Krankheit leidest?

Auch ich hab in meinem Studium schwere Zeiten gehabt und auch mal ein Jahr lang von 50€/Monat gelebt(nach Abzug der Miete,Strom,Versicherung etc). Das ist nicht schön, aber es geht. All dein Jammern hier wird dich auch nicht weiterbringen. Nicht die Welt ist dir im Weg, sondern du dir selbst, weil du der absurden Idee folgst, dass du etwas Besonderes bist und jeder für deine Lage Verständnis haben sollte. In der realen Welt ist das nämlich nicht der Fall.

Kommentar von Flummy86 ,

Meine Güte, ich habe nie behauptet, mich für etwas Besonderes zu halten, die Förderung, die ich hier als fehlend anklage, könnten andere ebenso für sich beantragen, tun sie aber nicht, weil sie sich duckmäuserisch ihrem vermeintlichen Schicksal ergeben und alles gefallen lassen.


Wenn die Gesellschaft jetzt nicht zahlt, soll sie eben für meine Behandlung aufkommen, wenn ich mein Studium selbst mittels Arbeit, der ich eigentlich gar nicht nachgehen dürfte, finanziert habe und vorerst beruflich nicht zu gebrauchen bin. Geht auch. :) Wer weiß, womöglich muss ich dann auch erst eine Privatinsolvenz durchlaufen, wenn ich einen weiteren Kredit habe aufnehmen müssen.

Antwort
von howelljenkins, 48

ich gehe davon aus, dass du die dir zur verfuegung stehenden moeglichkeiten nicht ausschoepfst.

Kommentar von Flummy86 ,

Doch, tue ich, leider.
Wohngeld gibt es keines, weil ich nicht alleine wohne,
BAföG erhalte ich der aus meinen Krankheiten resultierenden Probleme wegen nicht mehr,
Familie bzw. Eltern sind arm/tot,
eigenes Vermögen ist nicht vorhanden,
mehr als 10 Stunden des Arbeitens schaffe ich pro Woche nicht und von dem dabei verdienten Geld kann ich soeben meine Fixkosten decken,
ALGII und Sozialhilfe kann ich als Studentin (für mich selbst) so oder so nicht erhalten,
für Studienkredite ohne Wucherzinsen ist mein Studium bereits zu weit fortgeschritten.

Kommentar von howelljenkins ,

wenn du kein bafoeg mehr bekommst, bist du langszeitstudent/in? richtig?

du wohnst mit wem zusammen? was ist mit dessen finanziellen mitteln (bedarfsgemeinschaft?). kleinere wohnung? 

wieviel geld steht dir zur verfuegung und woher kommt das?

und oeffentliche tafel darfst du nicht, weil ...?

Kommentar von Flummy86 ,

Nein, ich studiere erst vier Semester, kann aber aufgrund meiner Prüfungsängste und diverser Probleme vor Beginn meiner Therapie den Leistungsnachweis nicht erbringen. Die andere Person hat genausowenig, Wohnung ist bereits so günstig, dass es günstiger kaum geht... Tafeln helfen zumeist nur mit BAföG-Bewilligungsbescheid :(
Könnte ich meine fehlenden Punkte in den nächsten zwölf Monaten nachholen und zwischenzeitlich weiter BAföG beziehen, wäre alles gut - aber wenn ich jetzt beim BAföG-Amt nachfrage, werden sie mir wahrscheinlich den Gerichtsvollzieher auf den Hals hetzen, weil sie der Meinung sind, ich hätte nicht "ordnungsgemäß" studiert, da ich meiner Ängste wegen in den ersten drei Semestern kaum Klausuren geschrieben habe. Mein Therapeut ist auf meiner Seite, aber auch das scheint nicht zu helfen

Kommentar von howelljenkins ,

ich gehe davon aus, dass 86 dein geburtsjahr ist. dann bist du jetzt 30 oder wirst es dieses jahr?

die andere person hat genauso wenig bedeutet ...? lebt ihr in einer bedarfsgemeinschaft? 

"helfen zumeist nur mit ..." heisst, du hast es gar nicht versucht?

entschuldige, aber das ist alles ein bisschen wischiwaschi und bestaetigt das, was ich anfangs schriebe, dass ich den eindruck habe, du hast nicht alles ausgeschoepft und scheust moeglicher weise auch vor behoerdengaengen zurueck. ist das so?

Kommentar von Flummy86 ,

Na ja, das hast du recht gut erkannt - ich meide Behördengänge (zum BAföG-Amt oder so), weil ich mich unterbewusst trotz mehrerer nachweislich vorhandener Erkrankungen, die faktisch Ursache für meine Verzögerungen sind bzw. waren, selbst schuldig fühle und eine Weiterförderung meiner Person trotz mittlerweile deutlich verbesserter Studierfähigkeit als Ressourcenverschwendung betrachte. Ich sehe mich ernsthaft schon in der Gosse liegen, aber diese Ängste kriegt man nicht aus mir heraus
Tafeln nehmen bei uns in der Tat niemanden ohne Nachweis des Erhalts von Sozialleistungen... und er hat noch weniger Geld als ich

Kommentar von howelljenkins ,

ja, sorry, aber dich beschweren, dass du nichts bekommst, wenn du die behoerdengaenge nicht vornimmst ... da beklagst du dich hier zu unrecht. 

man muss in deutschland nicht hungern, aber nachgeschmissen kriegst du hier auch nichts. was erwartest du denn? dass das sozialamt zu dir nach hause kommt?

Kommentar von Flummy86 ,

Ach ja, ich bin eigentlich 25.

Kommentar von Flummy86 ,

Wie bereits gesagt - ich habe mich sehr gut informiert und bei vielen Stellen online nachgefragt, das BAföG-Amt wird mir höchstwahrscheinlich den Gerichtsvollzieher auf den Hals hetzen. Ich habe die Wahl - möchte ich riskieren, dass mir z.B. Erbstücke meiner Großeltern oder Mutter weggenommen werden, während ich dennoch nicht weiter gefördert werde, indem ich einen mehr oder weniger hoffnungslosen BAföG-Antrag stelle?

Antwort
von Daria700, 37

Nun bei bestimmten ausgesuchten Menschen trifft es ja auch zu.

Unter anderen Flüchtlinge,wenn man manchmal sieht das alte Menschen mit kleiner Rente den Müll von Lebensmittelläden durchsuchen finde das schrecklich!

Kommentar von Flummy86 ,

Ja, ist es auch, aber ich finde es nur geringfügig weniger schlimm, wenn Menschen unnötigweise zum Abbruch ihrer Ausbildung genötigt werden, deren Absolvierungsrecht sie sich hart erkämpft haben

Antwort
von kenibora, 44

In einem "Sozialstaat" wie Deutschland...verhungert niemand. Jedem wird geholfen, ob mit oder ohne Arbeit!

Kommentar von Flummy86 ,

Interessant, an wen kann ich mich wenden?

Kommentar von Petz1900 ,

Sozialamt

Kommentar von Flummy86 ,

Die werden mich lachend wegschicken und mir sagen, ich solle mein Studium abbrechen, dann könne ich Hartz IV beantragen. Solange ich meine Ausbildung ernsthaft fortführe, habe ich keinerlei Recht auf finanzielle Unterstützung.

Kommentar von howelljenkins ,

aber ausprobiert hast du es nicht? fragen kostet nichts und die koennten dir womoeglich noch einen hinweis geben, wohin du dich wenden kannst.

Kommentar von Flummy86 ,

Doch, gefragt habe ich, aber selbst wenn ich trotz negativer Auskunft nun noch einen Antrag stelle und dem widrigerweise stattgegeben wird, wird der Fehler irgendwann erkannt und das Geld von mir zurückgefordert. In der Tat lautet in meiner Situation die einzige mir überall genannte Möglichkeit "Studienabbruch"

Kommentar von Yingfei ,

An der "Ernsthaftigkeit" deiner Ausbildung darf der Staat zurecht zweifeln, wenn du an anderer Stelle schreibst, dass du in deinem Studium noch nicht mal ein Mindestmass an Leistungen erbracht hast.

Kommentar von Flummy86 ,

Ich habe nicht gesagt, ich "habe Leistungen nicht erbracht", bitte genau lesen. Ich habe gesagt, dass man an der Nachweisbarkeit des Erbringenhabens dieser Leistung zweifeln KÖNNTE, weil ich Prüfungsangst habe und Klausuren nicht geschrieben habe. Wenn ich über erarbeitete Klausurzulassungen nachweisen kann, dass ich durchaus realistische Chancen hatte, die Klausuren zu bestehen, und Prüfungsangst per Amstarzt nachweisen kann, reicht es willkürlicherweise nicht. 

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