Frage von BigKing123459, 6

Weshalb verließ Siddhartha die Asketen?

Welche Sinnlosigkeit, des Fastems erkannte er bei den Asketen.

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion,

Ich bin Buddhist und gebe mal meinen Senf ab. :-)

Zusammenfassung

Siddharta erkannte, das sowohl die luxuriöse Befriedigung körperlicher Bedürfnisse als Fürstensohn, als auch die völlige Ablehnung körperliche Bedürfnisse ihm seinen Ziel nicht näher gebracht hatte.

Falls du deine Lehrer beeindrucken willst, hier zwei Auszüge aus buddhistischen Texten zum Thema;

Erklärung im Dhammacakkappavattana Sutta

In seiner ersten Lehrrede nach seiner Erleuchtung, erklärte der Buddha seinen Schülern den richtigen Weg

Zwei Extreme sind, ihr Mönche, von Hauslosen nicht zu pflegen. Welche zwei?

Bei den Sinnendingen sich dem Anhaften am Sinnenwohl hingeben, dem niederen, gemeinen, gewöhnlichen, unedlen, heillosen; und sich der Selbstqual hingeben, der schmerzlichen, unedlen, heillosen.

Diese beiden Extreme vermeidend, ist der Vollendete zum mittleren Vorgehen erwacht, das sehend und wissend macht, das zur Beruhigung, zum Überblick, zur Erwachung, zum Nirvāna führ

Erklärung im Sona Sutta

In der buddhistischen Schrift "Sona Sutta" spricht der Buddha mit seinem Schüler Sona Kolivisa, der vor seiner Begegnung mit  dem Lehrer, oft die indische Laute (vina) gespielt hatte.

Sona war unzufrieden, dass ihm die harte Disziplin seiner Übungen nichts brachte. Der Buddha erklärte ihm seinen Fehler.

…Sag, Sona, du hattest dich doch wohl früher, als du noch im Hause lebtest, auf den Saitenklang im Lautenspiel verstanden?

Ja, o Herr.

Sag, Sona, wenn die Saiten deiner Laute zu straff gespannt waren, gab dann wohl deine Laute einen vollen Klang und war sie zu gebrauchen?

Nein, o Herr.

Wenn nun aber die Saiten deiner Laute zu lose gespannt waren, gab dann wohl deine Laute einen vollen Klang und war sie zu gebrauchen?

Nein, o Herr.

Wenn nun aber, Sona, die Saiten deiner Laute weder zu straff noch zu lose gespannt, sondern auf mittlere Tonhöhe abgestimmt waren, gab dann wohl deine Laute einen vollen Klang und war sie zu gebrauchen?

Ja, o Herr.

Ebenso auch, Sona, führt allzu straffe Anspannung der Willenskraft zur Aufregung, allzu schlaffe Anspannung aber zur Trägheit. Darum, Sona, halte dich an ein Ebenmaß deiner Willenskraft, erwirb dir ein Ebenmaß deiner Fähigkeiten und strebe dann nach dem Ziel…

In dieser Rede erklärt der Buddha also, dass keines der Extreme - weder Luxus noch Askese - dem Menschen dauerhaft bei seiner Suche nach Selbstverwirklichung und Erlösung helfen kann.

Der Buddhismus nennt die richtige Herangehensweise aus diesem Grund auch den "Mittleren Weg" - zwischen allen Extremen.

Das ist ein besonderer Unterschied zum Hinduismus. Dort wird alles Weltliche als Illusion (Maya) angesehen, die unbedingt überwunden werden muss.

Der Buddhismus akzeptiert, dass es körperliche Bedürfnisse gibt und lehnt die Verleugnung dieser Bedürfnisse durch Askese ab.

Kommentar von Enzylexikon ,

Ein Buddhist muss also nicht unbedingt in Armut leben, keinen Spaß haben und sich nicht amüsieren. Er soll es nur nicht übertreiben.

Es spricht also grundsätzlich nichts dagegen, einen attraktiven Partner zu haben, an einer großen Party teilzunehmen, eine teure Stereoanlage und einen Sportwagen zu besitzen

Natürlich kann man sein Geld aber sicher sinnvoller ausgeben.

Der Unterschied im Buddhismus ist, dass man durch die Übung der Meditation lernt, keine Anhaftung zu entwickeln.

Wer glaubt "ich kann ohne meinen Partner nicht leben", oder ohne teure technische Geräte nicht glücklich sein zu können, hat ein Problem, denn diese Dinge sind vergänglich.

Viele Menschen machen ihr Glück von äußeren Dingen abhängig und sind deshalb nicht dauerhaft im Reinen mit sich.

Es gibt aber auch Menschen die nur dann glücklich sind, wenn sie als Einsiedler, ohne großen Kontakt zu Menschen, in der Wildnis leben und täglich nur eine handvoll Reis essen.

Auch das festhalten an Askese und die Flucht vor dem Materiellen, in Spiritualität, ist eine Form von Anhaftung.

Sobald der Asket ein Gläschen Sekt trinken, oder ein Stück Fleisch essen würde, wäre sein Glücksgefühl, durch Askese etwas besonderes zu sein, weg. Auch das ist also vergänglich.

Ein Buddhist kann also wohlhabend sein, oder arm - der Unterschied liegt nicht im materiellen Besitz, sondern an der Einstellung dazu.

Hoffe, die Erklärung war hilfreich. :-)

Antwort
von gottesanbeterin, 3

Er saß an einen Baum gelehnt mit dem Blick auf einen Fluss, als zwei Männer auf einem Boot darauf vorüberfuhren. einer der beiden Männer spielte auf einem Instrument ähnlich einer Gitarre. Als die beiden an ihm vorüberfuhren riss eine der Saiten des Instrumentes, weil sie zu stark gespannt gewesen war.

Da erkannte er, dass extremes Verhalten und Leben zerstörerisch ist und gab das Asketentum auf.

Antwort
von Emma60, 6

Es hat ihm Gott nicht näher gebracht?

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