Frage von diddl, 38

Weshalb sterben Bakterien, wenn ihnen Ligasen fehlen?

Ich schreibe übermorgen mein Bio-Abi und habe noch einige offene Fragen, die mir leider anscheinend niemand beantworten kann...

In einem Fall wurden die Ligasen der Bakterien zerstört, woraufhin Großteile der Bakterienpopulation abstarben. Angeblich liegt das daran, dass die Okazaki-Fragmente nicht mehr verknüpft werden können, sich deshalb ablösen und im Cytoplasma abgebaut werden. Da stellen sich mir 2 Fragen:

1.) Liegt bei Bakterien nicht sowieso die gesamte DNA frei im Cytoplasma und ist das nicht ganz normal, dass alles früher oder später abgebaut wird und der Grund dafür, dass Bakterien nur so kurz leben? Oder werden die einzelnen Okazaki-Fragmente einfach schneller abgebaut als der "normale" Plasmid, weil sie kleiner sind und weniger "verknäuelt"?

2.) Kann man denn nicht theoretisch auch mit einsträngiger DNA überleben?

Vielen Dank! :)

Expertenantwort
von Agronom, Community-Experte für Biologie, 23

zu 1.) ich bin jetzt nicht ganz im Bilde über die Enzymausstattung zu DNA- und RNA-Abbau bei Bakterien, aber ein Plasmid wird in der Form sicher nicht einfach abgebaut. Ligasen verbidnen (in diesem Zusammenhang) Nukleotide durch Bildung der Phosphatbindungen, sie verbinden also RNA- und DNA-Stränge. Das ist essentiell für das Überleben.

zu 2.) Also für eineige Viren reicht das, bei komplexen Lebewesen hat sich aber nicht umsonst die doppelsträngige DNA bewährt, sie ist stabiler und erlaubt durch Vorhandensein der Informationen in zweifacher Form weniger Fehler und Mutationen.

Kommentar von diddl ,

zu 2.) Und wie ist es mit Bakterien? + Könnte diese "Stabilität" nicht auch die Lebensdauer erhöhen?

Kommentar von Agronom ,

Bakterien haben ja auch doppelsträngige DNA. Plasmide bestehen immer aus einem Doppelstrang.

Kommentar von Agronom ,

Länger leben ist bei Bakterien auch gar nicht nötig, da sie sich ständig teilen und dadurch vermehren.

Kommentar von voayager ,

Bakterien leben sogar "ewig", einfach durch ihre ständige Teilung.

Kommentar von Agronom ,

Theoretisch gesehen

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