Frage von Bodesurry, 188

Weshalb nimmt Saudi Arabien keine Flüchtlinge auf?

Die Frage ist schon gestellt worden, aber es haben keine Muslime geantwortet. Bis jetzt habe ich in den Medien nie gesehen oder gehört, dass diese Frage bei den Muslimen ein Thema ist. Weshalb? Eigentlich müsste doch die Wiege des Islam der ideale Ort für muslimische Flüchtlinge sein. Dass man keine Christen aufnehmen möchte, kann ich verstehen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Panazee, 69

Die Grundthese, dass Saudi-Arabien gar keine Flüchtlinge aufnimmt stimmt gar nicht. Das wird nur von unseren Medien gerne so verbreitet.

Wie viele Syrer aufgenommen wurden, darüber gehen die Zahlen
auseinander: Während saudische Zeitungen schreiben, dass bis 2010 rund
500.000 Syrer in Saudi-Arabien lebten und daraus durch den
Familiennachzug nun 2,5 Millionen geworden seien, ist in einem
Regierungsbericht von nur 100.000 neuen Aufenthaltsgenehmigungen die
Rede. Andernorts heißt es, 100.000 syrische Kinder seien kostenfrei in
das saudische Schulsystem integriert worden.

http://www.amnesty.de/journal/2016/februar/fluechtling-bin-ich-nicht-oder-doch

Das Ganze könnte auch damit zusammen hängen, dass Saudi-Arabien die UNO-Flüchtlingskonventionen nicht unterschrieben hat und die Syrer offiziell nicht als Flüchtlinge gelten. Saudi-Arabien hat so etwas wie ein Asylrecht offiziell gar nicht.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass viele Syrer einfach die Nase gestrichen voll haben von religiösem Fundamentalismus und deshalb gar nicht nach Saudi-Arabien wollen. Das ist aber nur so eine Vermutung von mir.

Kommentar von Nunuhueper ,

O je, wenn sich die Zahl der 500 000 Syrer innerhalb von 6 Jahren auf 2,5 Millionen vervielfacht hat, dann können wir uns ausrechnen, wie das bei uns nach 6 Jahren aussieht.

Kommentar von Dummie42 ,

Mittlerweile bekommen die meisten Syrer nur noch den subsidiären Schutz zugesprochen, da ist erst mal nichts mit Familiennachzug.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-fluechtlinge-in-den-golfstaaten-sin...

Kommentar von Bodesurry ,

Vielen Dank Panazee für diese Informationen. Gemäß diesen Informationen nimmt Saudi Arabien doch recht viele Flüchtlinge auf. 

Antwort
von Nunuhueper, 98

Die Migranten nehmen sich das (falsche) Recht heraus, sich ihr Asyl-Land selber auszuwählen. Und da gilt für sie Europa am sozialsten.

Die Saudis lassen immer andere für sich arbeiten, deshalb wollen nur wenige dort hin.

Die Saudis sind eben geschickter in der Politik und im Geschäft als die demokratischen Europäer. So lange deren Öl verkauft wird, erhalten sie Waffen und Geld. Mit letzterem können sie ihren Einflussbereich gut ausdehnen.

Antwort
von furkansel, 24

Die Frage wurde schon mal gestellt und da haben auch Muslime geantwortet, weil ich selbst mal dazu vor langer Zeit einen Beitrag verfasste. Grobe Zusammenfassung: Saudis und Syrer sind zwar Araber, verstehen sich aber trotzdem nicht so gut. D.h. Saudis wollen keine Syrer in 7 stelliger Höhe aufnehmen und Syrer wiederum wollen nicht nach Saudi Arabien. Zweitens: Saudi Arabien hat eine traditionell sehr strenge und eingeschränkte Einwanderungspolitik, die auch für Syrer gilt. Da ist es für normale Migranten schwer und für Flüchtlinge unmöglich, einzureisen (zumindest legal). Drittens: Daesh und Qaida haben dem saudischen Königshaus den Krieg erklärt. Die Saudis sind regelrecht paranoid in dieser Hinsicht (also Terror im eigenen Land) und würden nie Leute ins Land lassen,über die wenig bis nichts bekannt ist. Viertens: Sie nehmen zwar keine Flüchtlinge auf, gehören aber mit anderen reichen Golfstaaten zu wichtigen Geldgebern von UN-Hilfsorganisationen, die in der Region tätig sind.

Antwort
von Andracus, 85

Erstens wollen die meisten Flüchtlinge da gar nicht hin, zweitens will Saudi Arabien nicht, dass dort die ganzen politischen Diskussionen um die Situation der Nachbarländer losbricht und sie am Ende noch zum Handeln gezwungen werden.

Kommentar von Nunuhueper ,

Es geht nicht darum, dass sich Flüchtlinge das Land ihrer Wahl aussuchen dürfen, was völkerrechtlich nicht geht, sondern, dass die Saudis das nicht wollen.

Kommentar von Andracus ,

Naja sie können schon "entscheiden" dass sie sich auf den Weg z.B nach Griechenland, Österreich, Deutschland machen. Natürlich können sie nicht sagen "ich will aber" und alle springen dann. Die machen das natürlich heimlich. Und bisher haben wenig Flüchtlinge ihr ganzes Geld an Banden ausgegeben, die sie nach Saudi-Arabien einschleusen.

Antwort
von saidjj, 17

Hallo

Saudi-arabien hat Flüchtlinge aufgenommen nur wird in den Medien nicht davon gesprochen .

Kommentar von vonGizycki ,

Grüß Dich saidjj!


Saudi-arabien hat Flüchtlinge aufgenommen nur wird in den Medien nicht davon gesprochen.

Dazu möchte ich was sagen:

Das hier ist eine Aussage aus Riad abgedruckt im kurier.at vom 12.9.2015. Die aussage lässt sich mit Recht bezweifeln, was unten zu lesen ist unter Amnesty Journal


Riad verteidigte sich gegen Kritik, in der syrischen Flüchtlingskrise zu wenig zu tun.


Saudi-Arabien hat sich gegen Kritik verteidigt, in der syrischen
Flüchtlingskrise zu wenig zu tun. Es gebe in den Medien viele falsche
Anschuldigungen gegen das Königreich, zitierte die Saudische
Presseagentur (SPA) am Freitag einen ranghohen Mitarbeiter des
Außenministeriums. Tatsächlich seien seit Ausbruch des Konflikts 2011 fast 2,5 Millionen Syrer nach Saudi-Arabien gekommen.

Sie seien aber weder als Flüchtlinge behandelt noch in
Flüchtlingscamps untergebracht worden und könnten sich frei im Land bewegen. Die Menschen erhielten unter anderem eine kostenlose Gesundheitsversorgung und Zugang zum Arbeitsmarkt, zitierte SPA den Mitarbeiter. Saudi-Arabien habe zudem rund 700 Millionen Dollar an humanitärer Hilfe für Syrer gezahlt und diverse Krankenstationen in Flüchtlingscamps aufgebaut. Auch würden mehr als 100.000 syrische Studenten kostenlos im Königreich ausgebildet.



https://kurier.at/politik/ausland/saudi-arabien-2-5-millionen-syrer-aufgenommen/...

Hier die Stimme von Amnesty International, die man getrost als seriös ansehen kann:


Amnesty Journal Februar 2016

"Flüchtling bin ich nicht. Oder doch?"

Viele Syrer haben in Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten ein neues Zuhause gefunden. Sie sind aber nicht unbedingt Flüchtlinge.

Hier weiterlesen:

http://www.amnesty.de/journal/2016/februar/fluechtling-bin-ich-nicht-oder-doch

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von saidjj ,

Vielen dank für deinen Beitrag , mit Medien meine ich natürlich die Nachrichten die man im Fernsehn zu sehen bekommt .

Antwort
von xxalia, 85

In manchen Teilen in Arabien ist auch Krieg und an diesen Orten bist du auch nicht sicher. Okay hier mitlerweile auch nicht mehr richtig aber wesentlich mehr.

Antwort
von vonGizycki, 54

Grüß Dich Bodesurry!

In Saudi Arabien ist der Wahhabismus, eine besonders strenge und fundamentalistische Auslegung des Islam, Staatsreligion. Dieser Glaube ist entscheidend dafür verantwortlich, warum es diesen Glaubenskrieg im Nahen Osten gibt. Natürlich auch die Person von Assad in Syrien.

Saudi Arabien würde sich selbst an den Pranger stellen, wenn es Flüchtlinge aufnehmen würde, das es selbst verschuldet hat. Und der Staat würde sich sozusagen mit den Opfern ihrer Machenschaften eine Laus in den eigenen Pelz setzen. Und das will Saudi Arabien auf keinen Fall. Dieser Staat ist zudem im Krieg im Nahen Osten verstrickt, besonders im Jemen.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von Bodesurry ,

Die Gründe, die Du genannt hast, kann ich gut nachvollziehen.

Ich denke, dass es jedoch viele Flüchtlinge gibt, die ins Glaubensschema des Wüstenstaates passen, weshalb nimmt Saudi Arabien diese Menschen nicht auf?

Kommentar von saidjj ,

Was jemen angeht stimme ich dir zu aber das ist ein anderes Thema hast du denn Beweise dafür das Saudi-arabien in anderen Kriegen im nahen Osten abgesehen von dem in Jemen mitwirkt oder sind das wiedermal nur Gerüchte die du als Fakten verkaufst ?

Kommentar von vonGizycki ,

Grüß Dich sadijj!

Saudi-Arabiens Machtkampf in Syrien

Prinz Saud al-Faisal, saudischer Außenminister, tritt
bei der Friedenskonferenz für Syrien für das Ende des Assad-Regimes ein.
Doch warum engagiert sich Saudi-Arabien so sehr in dem Konflikt?


Hier weiterlesen:

http://www.dw.com/de/saudi-arabiens-machtkampf-in-syrien/a-17383634

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von vonGizycki ,

Zusatz:

Die Seite (Link)  ist zwar vom 23.01.2014, ist aber trotzdem immer noch stimmig!

Kommentar von vonGizycki ,

Saudi Arabien unterstützt den IS und ist damit auch so schon Kriegsteilnehmer.

Kommentar von vonGizycki ,

Grüß Dich Bodesurry !

Gemäßigte Moslems sind dort in Saudi Arabien dem Verdacht ausgesetzt, sich nicht mit dem fundamentalistischem Islam zu indentifizieren, eben allein schon wegen der Erfahrungen mit dem IS und anderen Gruppen, die ihn verkörpern bzw. die Religion vorschieben, um grausame Macht auszuüben. Das reicht schon, sie nicht bei sich haben zu wollen. Die Saudis sind übrigens reichlich bigott.

Selbst die Oppositionellen (also Gegner der arabischen Monarchie) in Saudi Arabien, wenn man sie überhaupt Opposition nennen kann, weil keine Oppsition in der dortigen Verfassung vorgesehen ist, haben es sehr schwer in ihrem Land, obwohl sie Bürger ihres Landes sind und ebenfalls Moslems. Viele können und wollen sich nicht mit dem Wahhabismus anfreunden. Sie werden aber verfolgt, gefoltert, ausgepeitscht, geköpft und die Hände abgehackt und anderes mehr oder Frauen eben gesteinigt, ganz wie es den Monarchen und deren Helfershelfer so beliebt. Damit wird die Scharia als Gerichtsbarkeit ausgeübt.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von saidjj ,

@Rüdiger
Warum sich Saudi-arabien in dem Krieg so "engagiert " ist klar denn Assad ist aufkeinen fall gut für das Land .
Und wir wissen alle das in Syrien frieden geherscht hat bis die Usa dort für "Demokratie " gesorgt hat und damit Assad an die macht gekommen ist .
Ein Diktator unter dem Suniten keine Rechte haben und wir wissen alle das es in Syrien auch Oppositionen gibt die nichts mit dem IS zu tun haben aber dennoch Assad stürtzen wollen .

Deswegen wieder meine Frage :
Welche beweise hat man denn das Saudi-Arabien den IS unterstützt ?

Kommentar von vonGizycki ,

Der Staat Saudi Arabien duldet die Unterstützung von reichen Privatleuten.

Auszug aus der ZEIT vom
25. Juli 2014. Ist aber immer noch gültig!

Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union wissen seit Langem, dass die gekrönten Häupter von Kuwait, Qatar, den Emiraten und Saudi-Arabien alle Augen zudrücken, wenn superreiche Privatleute, salafistische Stiftungen und Moscheevereine sunnitische Gotteskrieger finanzieren, damit sie gegen Bashar al-Assad in Syrien und Nuri al-Maliki im Irak kämpfen
können. Beide arabischen Regime sind schon lange Gegner der sunnitischen Emiren und Königen am Golf, weil sie schiitisch dominiert sind und enge Kontakte zum Erzfeind Iran pflegen.     

Hier weiterlesen:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/islamischer-staat-gotteskrieger-finan...

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von vonGizycki ,

Auch wenn sich die Situation in der Zwischenzeit geändert haben sollte, so hat die Unterstützung des IS stattgefunden und ihn am Leben erhalten. Saudi Arabien ist damit Kriegsteilnehmer, weil sie die Aktivitäten eigener Leute wissentlich geduldet hat oder sogar noch tut.

Kommentar von Bodesurry ,

Meine Frage an Dich saidjj: Es ist mir nicht bekannt, dass Assad dank den USA an die Macht gekommen ist. Hast Du dazu Belege?

Antwort
von DieSchiiten, 30

Saudi Arabien unterstützt IS. Warum sollten sie Flüchtlinge aufnehmen, wo sie doch die Täter sind?

Antwort
von sirahHD, 19

Saudi-Arabien ist nicht die Wiege des Islams. Es ist traurig, dass die Leute, die in den heiligsten Stätten der Muslime Leben, am meisten sich vom Islam entfernt haben.

Sklaverei und Unterdrückung von Frauen und Minderheiten, zeigen schon den unislamischen Charakter.

Verbot anderer Religionen in Mekka ist auch lächerlich, da damals zu Zeiten des Propheten, jeder Mensch dorthin durfte.

Antwort
von marylinjackson, 29

Weil Saudi Arabien selber die Flüchtlingsströme  verursacht. Deren Dauerkonflikte mit den Schiiten hindert die Saudis nicht, mit dem Westen zu koalieren. Denn sämtliche Waffengeschäfte sichern ihren Machtanspruch.

Während des "Arabischen Frühlings" schickten die sunnitischen Saudis sogar Truppen ins benachbarte Emirat Bahrein um die schiitischen Proteste zu unterdrücken. Ähnliches geschah in Syrien, indem die dortige Opposition plötzlich bewaffnet war. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Proteste\_in\_Bahrain\_ab\_2011

Die Saudis wollen keine Schiiten mehr aufnehmen, sie haben Angst vor neuen Unruhen. 

Antwort
von 1988Ritter, 42

Das passt nicht zum islamischen Plan. Die Verbreitung des Islam geht homogen mit der Nichtaufnahme von Flüchtlingen aus dem islamischen Raum.

Zusätzlich sind die Saudis auch so intelligent, dass sie unterscheiden wer vor einer Gewalt flieht, und wer sich nur als Flüchtling aus wirtschaftlichen Gründen behauptet.

Antwort
von hummel3, 27

Es ist schon ein krasser Widerspruch, dass gerade Saudi Arabien, als ein fundamentalistisches sehr reiches islamisches Land die eigenen "Brüder" und "Schwestern" nicht aufnimmt. Umgekehrt bleibt natürlich auch die Frage, warum Muslime nicht wenigstens versuchen dort Zuflucht zu suchen, sondern im Lande der Ungläubigen ihr Heil suchen. Beschämend für den Islam, wie ich meine! 

Ich kann aus dem Verhalten nur den Schluss ziehen, dass die Flüchtlinge ihnen nicht gut genug sind, und das selbst religiöse Staaten ein falsches, unehrliches Spiel treiben. 

Kommentar von AriZona04 ,

Ich empfinde dasselbe. Es ist mir unverständlich!

Antwort
von Tige8822, 70

Weil es in Europa sicherer ist

Antwort
von Kuestenflieger, 44

Warum? : falsche auslegung des islam !  s a ist herkunft der is anführer .

nach außen starker finanzklotz der weltwirtschaft , innen marode gesellschaft . konfessionelle diktatur .

deshalb will da kein freiheitsliebender mensch hin .

Antwort
von GGninetynn, 12

Die Türkei ist auch ein Islamisches Land und hat eine Menge an Flüchtlingen aufgenommen. Also sag hier nicht das ein Islamisches Land keine Flüchtlinge aufnimmt

Kommentar von Bodesurry ,

Es geht bei meiner Frage um Saudi Arabien. Ich habe nicht angedeutet, den islamischen Staaten würden  generell nichts für die Flüchtlinge tun. Im Gegenteil, ich bewundere Jordanien und den Libanon für ihren Einsatz zu Gunsten dieser Menschen. Gemessen an ihren Möglichkeiten unternehmen sie viel mehr als Europa. Bei der Türkei hast zu zumindest zum Teil recht. 

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