Frage von skkhsh, 31

Weshalb hätte Bernhard von Clairvaux keinen Erfolg im 13. Jahrhundert und umgekehrt Franz von Assisi keinen Erfolg im 11. Jahrhundert (historische Einordnung)?

Wie können die zwei Heiligen historisch eingeordnet werden und welchen Bezug hatten sie zu den Ketzern?

Antwort
von andreasolar, 18

Bernhard gehörte quasi zum mächtigen kirchlichen "Establishment", Franziskus gründete eine "Laienbewegung", die Kreuzzüge sahen beide völlig unterschiedlich; zur Ketzerproblematik solltest du dich mit der "Armutsbewegung" auseinandersetzen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Armutsbewegung

Antwort
von Fontanefan, 22

Die Frage ist so gestellt, dass man dazu seine eigene Meinung entwickeln sollte, nicht einfach richtige Aussagen wiedergeben kann.

Trotzdem lässt sich wohl ein Unterschied zwischen den beiden formulieren, der von einer gewissen Allgemeingültigkeit ist.

 Bernhard glaubte, Askese sei das Wichtigste, Franziskus, das Wichtigste sei die Zuwendung zur anderen Kreatur. Bernhard wirkte in einer Zeit, wo die Geistlichen glaubten, die Weltlichen auf den rechten Weg führen zu müssen. Franziskus in einer Zeit, wo die Kirche weniger selbstsicher war und einem Abweichler ermöglichte, einen anderen Weg zu beschreiten und neue Ideale zu setzen. 

Jetzt kommt es darauf an, Belege und Gegenbelege zu diesen Aussagen zu finden und zu differenzieren.

Antwort
von Firmian, 4

Ohne beckmesserisch erscheinen zu wollen: Franziskus konnte im 11. Jahrhundert keinen Erfolg haben, weil er erst im 12. Jahrhundert geboren wurde.

Aber ich würde von keinem der beiden behaupten wollen, sie hätten keinen Erfolg gehabt. Insbesondere Franziskus konnte sich ja vor neuen Ordensmitgliedern - trotz der extrem strengen Regeln damals - kaum retten. Nebst der Tatsache, daß die ganze verweltlichte Kirchenführung "aufgewacht" ist.

Kommentar von Firmian ,

Ah sorry, schlecht gelesen, war ein Konjunktiv.... Vergeßt meinen Beitrag bitte.

Antwort
von skkhsh, 14

Danke für die schnellen Antworten. Ich habe mich bereits sehr ausführlich mit der Thematik befasst, doch ich habe Schwierigkeiten zu erläutern, weshalb Bernhard keinen Erfolg gehabt hätte zu Franziskus Zeit und umgekehrt. Könnte eine Begründung darin liegen, dass Bernhard zu streng war und die Zisterzienser zu wenig Bezug zum Volk hatten und im 13. Jahrhundert die Stadt immer mehr in den Fokus kam und sich verbreitete, sodass Bernhard zu weit aus dem Geschehen wäre und nicht der Entwicklung entsprochen hätte. Franz jedoch eventuell zu radikal und grundelegen anders war, was zu Beginn der Reformation nicht akzeptiert worden wäre, da er als Herätiker gegolten hätte?

Antwort
von nowka20, 1

sie hatten keine erfolge, bis die seelenlage der menschen sich änderte

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