Frage von TUAKA, 43

Weshalb entsteht ein Nachbild?

Wenn man beispielsweise auf eine farbige Fläche für eine gewisse Zeit konzentriert anschaut und dann auf eine weiße Fläche blickt, entsteht ja auf der weißen Flächen ein Nachbild in der Komplementärfarbe des vorigen Bilds. Warum ist das so? Also was passiert im Auge? Was ist der physikalische Hintergrund bei diesem Phänomen?

Danke :)

Expertenantwort
von TomRichter, Community-Experte für Chemie & Physik, 16

Da passiert zweierlei.

Erstens gewöhnt sich das Gehirn an die Farbe und nimmt sie dadurch weniger intensiv wahr. Diesen Gewöhnungseffekt sieht man auch beim Betrachten farbstichiger Fotos, nach kurzer Eingewöhnungszeit kommen einem die fast normal vor.

Wenn danach im weißen Bild die eine Farbe nur noch abgeschwächt wahrgenommen wird, bleibt die Komplementärfarbe übrig.

Ein zweiter Effekt: Beim Farbensehen wird das Sehpigment "verbraucht" (es reagiert bei Lichteinwirkung):

https://de.wikipedia.org/wiki/Farbwahrnehmung#Sehpigmente

Da es einige Zeit dauert, das ursprüngliche Sehpigment wiederherzustellen, sinkt bei hellem Licht der Vorrat, wodurch dann dieselbe Lichtmenge einen geringeren Reiz verursacht.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Wobei man sehr vorsichtig sein sollte, wenn man bestimmten Teilen des Gehirn irgendwelche Funktionen zuschreibt.

Denn ontogenetisch ist das Auge ein ausgestülpter Teil des Gehirns.
Und in der Netzhaut wird viel "verrechnet".

Und da sind auch Zweifel an Haeckels "Biogenetischem Grundgesetz" angebracht, dass die Ontogenese eine kurze Rekapitulation der Phylogenese ist.

Auch wenn in anderen Tierstämmen das Auge wirklich nur ein Sinnesorgan ist, und die Netzzhaut nicht revers ist, sind es wunderbarerweise doch die gleichen Gene, die die Augenentwicklung steuern.

Die Biologie ist halt eine eigene Wissenschaft, über die hinweg man nicht einfach chemisch oder physikalisch argumentieren kann.

Das macht deine Antwort nicht schlecht, aber angreifbar.
Nur ist es nicht im meinem Sinne, gute Antworten anzugreifen.
Wenn du verstehst, was ich meine.

Kommentar von TomRichter ,

> bestimmten Teilen des Gehirn

Stimmt - ist aber in dem Fall doch egal, ob die Gewöhnung girekt in der Netzhaut oder erst in der Sehrinde oder vielleicht auch ganz wo anders erfolgt.

Antwort
von JTKirk2000, 27

Das ist wohl eher ein biochemisches Problem, welches sich auf die Sehnerven selbst (besonders die für das Farbsehen) und entsprechende Botenstoffe bezieht. Um ins Detail zu gehen, fehlt mir jedoch das dafür notwendige Wissen.

Antwort
von ThomasJNewton, 10

Schon drollig, dass dir viele Themen einfallen, aber nicht das eigentliche: Biologie!

Kommentar von TUAKA ,

Ups :D

Antwort
von andreasolar, 19

Schau mal hier unter "Lokaladaption und Nachbilder":

https://books.google.de/books?id=cvC0BgAAQBAJ&pg=PA269&lpg=PA269&dq=...

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