Weshalb die Entdeckung von Übergangsformen entscheidend für die Evolutionstheorie ist. Begründung?

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1 Antwort

Hallo CookieZRK,

erst einmal: Vorsicht mit dem Begriff der "Übergangsform". Leider wird dieser Begriff eher von kreationistischen Webseiten propagiert.

Die Biologie kennt eher den Begriff der "Mosaikform". Das ist ein Phänotyp, der Merkmale verschiedener, auseinanderlaufender Stammbaumzweige in sich vereint. Genau solche Mischformen sagt die ET verständlicherweise voraus: Wir werden Fossilien (oder rezente Arten) finden, die die Merkmale verschiedener Reiche tragen und deren Phänotyp Merkmale verschiedener Stammbaumäste aufweist.

Die Bedeutung liegt natürlich darin, dass es sich um eine Vorhersage der ET handelt. Zu Darwins Zeiten waren sehr viel weniger Fossilien bekannt als heute. Die Suche nach solchen Mosaikformen also eine interessante Frage. Tatsächlich sind heute einige dieser Mischformen bekannt. Ichthyostega zum Beispiel, Archeopteryx,...

Warum ist der Unterschied so wichtig? Weil der Begriff "Übergangsform" suggerieren soll, dass es eine eindeutige Spezies gibt, die exakt an der Grenze zweier Reiche steht. Und das ist halt nicht so. Die Formen gehen fließend ineinander über und der Punkt, an dem die Stammbäume getrennt gezeichnet werden ist in gewissem Umfang willkürlich.

Der Kreationismus versucht nun existierende Mosaikformen als solche nicht enerkennen zu müssen, indem er sie dem einen oder anderen Reich zuordnet. Und das ist aus der Biologie vollkommen sinnlos. Es ist völlig unerheblich für die ET, ob Archeopteryx nun gerade noch eher Dino oder gerade schon Vogel ist. Für die ET und ihre Bestätigung wichtig ist nur, dass er die Merkmale beider Reiche trägt. Und das tut er - wie eben etliche andere Mosaikformen auch.

Grüße


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