Frage von charis2016, 64

Wie ist das mit dem Wertewandel und Erziehungsgrundsätzen nach denen man seine Kinder erziehen sollte?

Komme bei einer Aufgabe nicht weiter und bräuchte mal Eure Hilfe & Denkanstöße.

Aufgabe: der Wert "vorsichtig sein" ist in den letzten Jahren gesunken. Die Aufgabe besteht darin herauszufinden warum dies so ist. Durch welche Gegebenheiten, Bedingungen. Was hat sich verändert von vor ein paar Jahren zu Heute, dass ich meinem Kind diesen Wert nun nicht mehr so vermittle bzw. das es mir nicht mehr so wichtig ist wie andere Werte?

hier die Statistik: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/ERZIEHUNG/wertewandel.jpgv

Das was ich jetzt habe ist: 1. Sicherheitsstandards haben sich verbessert Bsp. Klemmschutz an Türen, Kindersicherung an Steckdosen Internet usw 2. Wir sind mutiger und selbstbewusster lassen den Kindern mehr Freiraum um sich selbst auszutesten geben ihnen wenig Grenzen um sich selbst auszuprobieren zb am Klettergerüst 3. Fast jeden Kind hat ein Handy wo es im Notfall anrufen kann, oder geortet werden könnte dadurch eben das unvorsichtige man fühlt sich sicherer

über ein paar Hilfreiche Antworten wäre ich sehr Dankbar :)

Antwort
von Gerneso, 24

“Was ein Kind lernt”

Ein Kind, das wir ermutigen,
lernt Selbstvertrauen.
Ein Kind, dem wir mit Toleranz begegnen, lernt Offenheit.
Ein Kind, das Aufrichtigkeit erlebt,
lernt Achtung.
Ein Kind, dem wir Zuneigung schenken, lernt Freundschaft.
Ein Kind, dem wir Geborgenheit geben, lernt Vertrauen.
Ein Kind, das geliebt und umarmt wird, lernt zu lieben und zu umarmen und die Liebe dieser Welt zu empfangen.“

Verfasser unbekannt

Antwort
von conelke, 25

Ich kann Dir nicht sagen, ob sich dieser Wandel wirklich vollzogen hat. An was wird das festgemacht?

Ich würde eher meinen, dass die Ängste um das eigene Kind größer werden, da man durch die Vielzahl der Medien, die es heute gibt, ständig darüber informiert ist, was den Kindern passieren kann. So z. B. Entführung, Kindesmissbrauch, Unfälle etc..

Vielleicht lässt man sie heute eher ein wenig an der langen Leine, weil das Bewusstsein entstanden ist, dass man sie zu mehr Selbstständigkeit anleiten muss. Das war früher eher nicht notwendig, da die Kinder gezwungen waren, selbstständig zu werden, um ihren Stand in der Familie zu haben.

Das die Kinder heute zum Teil schon sehr früh ein Handy haben und benutzen dürfen, bedeutet zwar, dass man sie unter Umständen ständig erreichen kann, aber deswegen ist die Angst um sie nicht unbedingt weniger geworden. Daran ändert auch der Besitz eines Handys nichts. Aber das ist nur meine Meinung, vielleicht sehen das andere auch wieder anders.

Kommentar von charis2016 ,

Also ich muss sagen, dass ich mich durch mein Telefon was ich meistens dabei habe sicherer fühle und mich mehr traue irgendwo hinzugehen als ohne. Obwohl ich mir natürlich genauso Gedanken darüber machen würde ganz klar. 

Antwort
von adianthum, 10

Trau keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast!

Die jetzigen Mütter haben nicht umsonst den Ruf "Helikoptermütter" zu sein. Ständig kreisen sie über oder um ihr Kind um es bei der kleinsten Abweichung in die "richtige Richtung" zu lenken.

Vorsichtig zu sein, das bekam ich als Kind auch immer mit auf den Weg. Aber ich hab auch solche Dinger gebracht, wie ganz alleine, kilometerweit weg von zuhause, mitten in der grünen Natur, wildfremde Pferde auf der Weide zu reiten, im Fluss zu schwimmen, auf 15 Meter hohe Pappeln zu klettern, Groschen auf Schienen zu legen, damit der Zug sie plättet, Höhlen in Sandberge zu buddeln, die groß genug waren, dass wir uns zu dritt darin versteckt haben...usw. usf.

Und nichts mit Handy und jemanden anrufen, wenn mal wirklich was passiert.

Heute ist das alles verboten. 600 m Schulweg zur Grundschule ein Erstklässlerkind alleine laufen lassen? Versicherungstechnisch unmöglich. Ich bin 3 Km zum Kindergarten alleine gegangen und lebe tatsächlich noch immer. Schön am alten Friedhof entlang, weil es da gruselig sein sollte, was ich bis heute nicht nachvollziehen kann.

Gruselig war es nur, wenn ich nicht alleine war oder mir jemand begegnete.

Sparsamkeit? Als ich klein war gabs das nicht, dass man Jeden anrief um sich zu verabreden. Ein Anruf kostete nämlich 30 Pfennig, und das war teuer, dafür bekam man schon 15 Brausestäbchen im Kiosk! Wir fuhren mit dem Rad oder den Rollschuhen (natürlich ohne Helm und Knie/Ellbogenschutz) und trotzdem sehen meine Knie und Ellbogen besser aus, als die Arme vieler Teenager/innen heutzutage.

Mutiger und selbstbewusster? Wenn ich mir die unzähligen Teenager ansehe die sich die Arme zerschneiden, sich fast zu Tode hungern und sich nur dann wertvoll fühlen, wenn sie das neueste Handy und eine bestimmte Anzahl "Likes" auf einschlägigen Seiten haben, alle die gleiche Mode/Frisur tragen...ich wage daran zu zweifeln.

Heute werden die meisten Werte von Medien vorgegeben und ungefiltert übernommen, weil "man" das so macht- unter berücksichtigung vieler verschiedener Strömungen natürlich. War früher auch nicht anders.

Es hat sich zwar verändert, aber wirklich anders geworden ist es trotzdem nicht.

Kommentar von charis2016 ,

Ja da gebe ich dir Recht. Nur löst das gerade nicht meine Aufgabe. :/ Kann an der Statistik leider nichts ändern damit soll ich eben arbeiten. 

Antwort
von MonikaDodo, 43

Das sehe ich ganz anders!
Ich erlebe täglich, dass Eltern sehr viel vorsichtiger und ängstlicher sind in Bezug auf ihre Kinder!
Alles und jedes wird abgesichert!
Kinder sind dadurch oft ängstlich und selbst trauen sich wenig zu.

Kommentar von charis2016 ,

Ja der Meinung bin ich eigentlich auch. Aber laut dieser Statistik ist dies ein Wert der weit unten steht. Es wird mehr darauf geachtet seinem Kind Ehrlichkeit, Ordnung, sparsam sein zu vermitteln 

Kommentar von adventuredog ,

Ehrlichkeit, Ordnung, Sparsamkeit, Fleiss......

das sind doch veraltete Tugenden (leider). 

Ich denke, das kommt auf die Gesellschaftsschicht und den Bildungsgrad der Eltern an.

Antwort
von meini77, 26

4. Helikoptereltern. Kindern wird eben nicht mehr beigebracht, selbst auf sich (und den Verkehr etc.) zu achten. Kinder werden mit dem Auto in den Kindergarten und zur Schule gebracht und lernen so nicht mehr, mit dem Straßenverkehr umzugehen, auf direktem Wege nach Hause zu kommen und selbständig zur Schule zu gehen.

In meiner Kindheit bin ich alleine in den Kindergarten gegangen (ca. 700 m) und in die Schule (1 km). Das machen heute viele Kinder nicht mehr.

Ebenso wird in vielen Wohnungen alles desinfiziert, Teppiche ausgelegt und auch draußen das Kind ständig beaufsichtigt.

In meiner Kindheit konnten wir noch Sand essen. Und wenn mal einer hingefallen ist, hat er halt ein "Loch im Knie" gehabt. Man hat sich auch prügeln können, ohne daß Eltern gleich mit dem Anwalt gedroht haben.

Kommentar von beangato ,

Kommt mir soooo bekannt vor :)

Antwort
von beangato, 23

Diese Statistik wage ich anzuzweifeln.

Gerade dadurch, dass Kinder ständig "überwacht werden, können sie nicht selbständig werden und ihrer eigenen Urteilskraft vertrauen.

Sichwort: Helikoptereltern.

Antwort
von adventuredog, 31

Vorsichtig sein bedeutet auch auf etwas oder jemanden Rücksicht zu nehmen. Rücksichtnahme ist jedoch heutzutage nicht mehr gefragt - es zählt nur noch die Ellenbogenmentalität. 

(es gibt allerdings auch Ausnahmen, aber die werden immer seltener)

Kommentar von charis2016 ,

Ahhh danke :) 

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