Frage von Ontario, 52

Weren die Banken demnächst Strafzinsen auf Guthaben berechnen?

Fast täglich liest man, dass einige Banken schon Strafzinsen von ihren Kundne verlangen die Geld auf Tagesgeldkonten oder Sparkonten haben. Man spricht von 0,4%. Wie alos sollte man reagieren, wenn diese Strafzinsen von der Bank verlangt werden ? Das Geld komplett abheben, um diesen Abzügen zu entgehen. Wohin dann mit dem Gesparten ? Anlagen sind derzeit auch nicht besonders renditestark. Es gibt bereits einige Banken die schon Strafzinsen verlangen. Andere werden sicher folgen. Unser Gespartes wird ohnehin kaum noch verzinst und Strafzinsen würden das Kapital zusätzlich reduzieren. Die Banken arbeiten aber mit dem Geld. Im TV kam, dass viele Banken satte Bilanzen vorweisen können. Wozu also diese zusätzliche Abzocke ?

Antwort
von marcussummer, 11

Nach aktuellem Stand weisen (fast) alle Geldhäuser die Idee von negativen Guthabenszinsen weit von sich. Gleichzeitig wird die Ertragsschere für die Banken aber mit auslaufenden alten (hochverzinsten) Darlehensverträgen immer geringer, sodass neue Verdienstmöglichkeiten gesucht werden müssen. Von irgendwas müssen die Mitarbeiter, Immobilien, Ausstattung usw ja auch bezahlt werden. Und Geldhäuser planen ihre Strategien sehr langfristig, sodass aktuelle Gewinne in ein paar Jahren möglicherweise gar nicht mehr so zu erzielen sind.

Wenn man die wenigen öffentlich gemachten Statements aus den Planungszentralen der Geldhäuser genau durchsieht, fällt auf, dass darin Negativzinsen (oder "Verwahrungsentgelte") durchaus thematisiert werden. Allerdings derzeit regelmäßig noch(?) mit der Einschränkung, dass kaum eine Bank die erste sein will, aus Angst dass die Kunden dann abhauen. Und es wird immer gleich betont, dass die Negativzinsen nur für Kunden mit hohen Einlagen anfallen sollen. Der bekannte Fall vom Tegernsee greift etwa erst bei Guthaben von mehr 100.000 Euro zu. Soviel haben Privatanleger eher selten auf dem Girokonto liegen.

Wenn deine Bank das einführen sollte, hilft eigentlich nur ein Wechsel des Geldhauses. Wobei die Banken, die Negativzinsen dauerhaft vermeiden (wollen), sich dann tendenziell eher mit höheren Gebühren beschäftigen. Kommt wirtschaftlich häufig auf das Gleiche raus.

Antwort
von DonCredo, 12

Hallo? Du widersprichst Dir komplett. Die Banken sind im Zweifel in der gleichen Falle wie Du: sie müssen Strafzinsen bei der Bundesbank für Deine Einlagen bezahlen (die bleiben nämlich nicht im Keller der Bank liegen und können es selbst genauso wenig gewinnbringend anlegen. Wie soll die Bank also bitte mit Geld arbeiten? Und dazu kommt noch das jeder meint, Banken müssen alles kostenlos machen. Bisher haben fast alle Banken die Strafzinsen übernommen, aber das kann man halt auch nur bedingt machen. Inzwischen ist der Zeitpunkt erreicht zu dem mehr und mehr über Verursachergerechte Bepreisung nachgedacht werden muss, weil man keine Quersubventionen mehr hat. Wer eine Leistung in Anspruch nimmt bezahlt sie halt - das wird m.E. die Zukunft in Bankgeschäft sein - und zwar mit Sicherheit auch bei den Onlinebanken. Beschwere Dich daher nicht bei der Bank vor Ort (die hat das nämlich schon lange von Dir ferngehalten) sondern bei denen, die das auf Biegen und Brechen und auch gegen die Wiederstände aus dem Markt weiter durchdrücken - nämlich bei der EZB. Gruss

Antwort
von Rolf42, 12

Solange du nicht mindestens ein sechsstelliges Guthaben bei der Bank hast, wird dich das nicht betreffen.

Antwort
von FrageSchlumpf, 9

Nirgends wird so viel gelogen und übertrieben, wie auf dem Planet Erde.

Mir wäre keine Bank bekannt, die "satte Bilanzen" vorweisen kann. Überall werden wahllos Leute rausgeschmissen und die Zahlen sind alles andere als gut.

Ein Problem ist die EZB, welche die Banken zwingt, mittlerweiel rd. 1.000 Mrd. Euro zu Minuszinsen bei ihr anzulegen.

So gesehen verständlich, dass die Banken das weitergeben.

Übrigens : Überall wollen die Kunden "Marktpreise". Und der "Markt" für kurzfristige Geld ist im Moment eben -0,40 zu -0,35. So what ?

Antwort
von schelm1, 15

Möglich wäre das bei größeren Guthaben.

Man könnte darauf mit der Auflösung des Kontos reagieren und das Geld in den "Sparstrumpf" stecken.

Antwort
von archibaldesel, 10
  1. Glaube ich nicht, dass Strafzinsen für Privatanleger mit einigermaßen normalen Guthaben kommen. dann passiert nämlich genau das, was du beschrieben hast, die Leute werden ihr Geld abheben und evtl. in ein Schließfach legen.
  2. Die Banken können eben nicht mit dem Geld der Anleger arbeiten. Wie denn auch? Sie bekommen ja auch keine Zinsen. Wenn sie selbst das Geld anlegen, zahlen sie bei der EZB Strafzinsen. Im Kreditgeschäft sind die Zinsen auch niedrig. Hypothendarlehen bekommt man inzwischen für knapp über 1% Zinsen.
  3. Wie "satt" die Bilanzen sind, kannst du an der Aktienkursentwicklung der beiden großen deutschen börsennotierten Banken ablesen. Die Commerzbank hat seit 2008 97% an Wert verloren, die Deutsche Bank 84%. Dieser Verlust an Unternehmenswert ist sicher nicht zustandegekommen, weil die beiden Banken so fürchterlich viel verdient haben.
Kommentar von grubenschmalz ,

Ein Schließfach kostet an Miete mehr als die Strafzinsen kosten würden.

Kommentar von archibaldesel ,

Das ist eine Frage der verwahrten Summe....

Antwort
von Zakalwe, 11

Auf normale Konten werden niemals Strafzinsen verlangt werden, sonst würde man sein Geld ja eben abziehen, und das wollen die Banken auch nicht.

Auch bei den Banken, die bereits Strafzinsen verlangen, zahlt man die nur, wenn man sehr viel Geld auf dem Konto gebunkert hat. Wenn ich zu diesem Personenkreis zählen würde, dann wären Strafzinsen allenfalls lästig, aber nicht etwas, über das ich mir Sorgen machen würde.

Antwort
von grubenschmalz, 12

Das betrifft nur die Banken, die sich über Zinsspannendifferenz finanzieren. Klassische Gebührenbanken sind davon nicht betroffen.

Strafzinsen wären für den Ottonormalverbraucher übrigens günstiger als ständig steigende Gebühren.

Aktienfonds, passive Indexfonds, sind für langfristiges Sparen, 15+ Jahre aufwärts, immer noch am sinnvollsten.

Antwort
von bronkhorst, 11

Frag doch mal die Deutsche und  die Commerzbank nach  ihren "satten Bilanzen" - da lachen und heulen die aber gleichzeitig!

Die Banken "zocken" in diesem Fall nicht "ab" - sie müssen für ihre Einlagen bei der EZB selbst ja auch 0,4% bezahlen und versuchen, das durchzureichen. Da kannst Du Dich bei Super-Mario Draghi bedanken, der alles tut, um die Schulden südamerikanischer Staaten wegzuinflationieren.

Im Moment ist das nur für sehr große Guthaben im Gespräch.

Sollte das länger andauern und Banken das auf "normal große" Privatkonten ausdehnen, ist Bargeldhaltung eine Möglichkeit ("zufälligerweise" wird ja auch gerade jetzt der 500 €-Schein abgeschafft und über sonstige Bargeldeinschränkungen nachgedacht.).

Joo... inflationäre Zeiten führen zur Zuflucht in Sachwerte, wobei das ja schon zu deutlich erhöhten Preisen von Immobilien geführt hat.

Da ist es schon eine gute Idee, von einem Teil des längerfristig verfügbaren Geldes sog. Indexfonds zu kaufen, also fast kostenlos gemanagten Fonds, die den Dax oder andere Börsenindizes nachbilden.

Hat Risiken, ist längerfristig aber besser, als sich das Geld mit Sicherheit wegfressen zu lassen...

Kommentar von bronkhorst ,

Sorry - im ersten Absatz ist natürlich von Staatsschulden südeuropäischer, nicht südamerikanischer Länder die Rede....

Kommentar von Ontario ,

Deutsche Bank und Commerzbank haben sich deutlich verzockt und sollten nicht als Beispiel für andere Banken gelten. Es gibt noch genug Banken deren Bilanzen satte Gewinne ausweisen. Die Banken sollten eher bereit sein Kredite zu vergeben. Da wäre doch Geld zu verdienen. Warum halten die sich so zurück und machen Probleme bei der Kreditvergabe. Ich denke da an den Mittelstand, vorallem an Handwerksbetriebe. Erfahre oft, welche Probleme die haben, um an einen Kredit zu kommen, obwohl Bonität und Sicherheiten gegeben sind. Mario Draghi macht eine Finanzpollitik, die am Ende in ein Desaster münden wird. Bislang haben seine Milliarden nichts gebracht, die er Monat für Monat auf den Markt wirft. Hat keinerlei Arbeitsplätze geschaffen, was ursprünglich angedacht war, mit diesem Geldregen Wirtschaften anzukurbeln. Man müsste Draghi abwählen, ihn seines Postens entheben.

Antwort
von Manfredt54, 14

Ich glaube nicht, dass seriöse und etablierte Banken Strafzinsen erheben werden, weil sie dann mit einem Ansturm von Geldabhebungen oder Kontoauflösungen rechnen müssen. Meiner Meinung nach werden Banken vielmehr Gebühren und Kosten erheben oder anheben, um bestimmte Defizite auszugleichen.

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