YuLy42 am 08.07.2008 um 18:49 Uhr
In kaum einem Land der Welt werden die Menschenrechte so mit Füßen getreten wie in China. Und doch wurden an diese Folterknechte die olympischen Spiele vergeben und die Funktionäre des IOC relativieren mit wachsweichen Statements die staatliche Gewalt. Ich bin eigentlich ein begeisterter Sport-Gucker, stehe für besondere Ereignisse sogar manchmal nachts auf.
Diese "Spiele" werde ich jedoch wohl boykottieren, auch wenn mir bewusst ist, dass ich damit keinen Einfluss auf die Stuation in China nehme. Der Gedanke an die Millionen Menschen, die unter dem Regime leiden, würde mit komplett den Spaß versauen. Wie werdet ihr das handhaben? Und was sind die Gründe für eure Entscheidung?
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Welch Diskussion. Diese hat schon alleine den Pferdefuss das die Fragestellung nicht objektiv ist. Ich antworte aber trotzdem. Ich lebe in China und muss sagen das ich mir die Spiele HIER (das suggeriert die Frage nämlich, ob man sie in China ansieht) nicht ansehen, da ich mir nicht sicher bin ob ich bis dahin mein Visum verlängert bekomme. Was mich ebenfalls bedenklich stimmt ist die Vermischung von Sport (==Olympia) und dem Gastgeberland (==China). 1,3Mrd. Menschen als Folterknechte zu marginalisieren mag man bei uns noch als Meinungsfreiheit gelten lassen, ich pers. finde es aber eine nicht überlegte Unterstellung. Die Chinesen sind, und das kann ich sagen da ich a) hier lebe und b) eine Menge chinesische Freunde haben, extrem Stolz die Sommerspiele austragen zu dürfen. Vielleicht sollte man sich das so schlimme Land mal näher ansehen oder sich ein dt. Geschichtsbuch, welches ja Objektiv genug sein dürfte, ausleihen oder kaufen. Die Chinesen waren vor 35 Jahren noch in der Steinzeit und haben, bis anno 2008, eine Entwicklung durchgemacht für die wir in Europa 200 Jahre brauchten. Damals galt das Individuum bei uns wohl weniger als nichts, was aber, angesichts der jetztigen Lebenssituation, als legitim betrachtet wird. Außerdem muss ich noch anmerken das unsere so freie westliche Presse oft den Kritikern nach dem Mund schreibt, bzw. ab und an auch mal Bildmaterial so zuschneidet das die Aussage verfremdet wird. Das lässt bei uns auch die gelbe Gefahr wieder aktuell werden.
Genug der Worte, jedem die seinige Meinung, kos818

Da stimme ich zu. Außerdem interessieren mich die Olympischen Spiele allerdings eh nich sonderlich.
YuLy42 am 8. Juli 2008 19:05 Danke für die zahlreichen Antworten.
Ein Däumchen für jedeN.

Ich bin voll und ganz Deiner Meinung und werde die Spiele aus den selben Gründen boykottieren.



Würde sie mir auch nicht ansehen wen sie in den USA oder sonstwo ausgetragen werden.

Ich schaue sie mir nicht an. Ich schaue mir nie sowas an. Einfach aus dem Grund, weil ich es für blöd, langweilig und langatmig halte.
Und in die Politik Chinas mische ich mich nicht ein, weil ich nicht in diesem Land wohne.
Denn ansonsten müsste ich es erlauben, dass sich andere Länder in unsere Politk einmischen.
Formatter am 8. Juli 2008 18:56 Denk mal 65 Jahre zurueck - manchmal ist Einmischung gar nicht so schlecht...

Kein Bild!

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

DH

Mein Interesse an den Olympischen Spielen ist sowieso nicht besonders groß, und aus den o.g. Gründen werde ich schon gar nicht schauen.
ich schaue mir sie trotzdem an. der sportsgeist sollte nicht unter politischen einflüssen leiden.
Was hat 'Olympische Spiele im Fernsehen angucken' mit "Sportsgeist" zu tun? Ich mache lieber selber Sport, als anderen dabei zuzugucken.

Mich interessiert Olympia nicht besonders - und die meisten Dinge fallen wohl eh in die Nachtstunden, oder?
Daher werde ich nicht gucken.
Nein, die werde ich mir in China nicht anschauen, da fahre ich nicht hin!

Kein großes interesse,wird vilt mal reinschaun.
Habe einen Bekannten, der aktiv teilnimmt, und das möchte ich dann doch nicht verpassen.

was interessiert es China, ob wir uns das anschauen oder nicht? Ausgestrahlt wird es so oder so...


Die Olympische Spiele sind eine Sportveranstaltung! Warum soll der Sport immer die Probleme der Politik ausbaden? Ich schaue soviel wie möglich!
ich schaue mir sie trotzdem an. der sportsgeist sollte nicht unter politischen einflüssen leiden.
Die Sportler können nichts dafür. Sie sind es mit ihren Leistungen wert, im TV angeschaut zu werden.


Ich habe Freunde die nach dem Studium hier geblieben sind. Sie haben dadurch keine Möglichkeit ihre Eltern etc. zu besuchen. Sie laufen sonst Gefahr noch am Flughaven festgenommen zu werden.

Vergesst nicht die Fußball-WM in 2010, da werden wohl viele von Euch auch nicht einschalten.

hm.. ich glaube nicht, dass es etwas bringt, wenn niemand sich die Spiele anguckt... dass muss anders geregelt...
Niiina am 9. Juli 2008 12:13 uups... ich hab am Ende das "werden" vergessen^^ tschuldigung...
Was können die Sportler dafür? Der ursprüngliche Gedanke war es, die politischen Umstände völlig aus Olympia rauszuhalten. Im antiken Griechenland wurden während der Spiele alle Kriege unterbrochen, um den Sportlern die Teilnahme zu ermöglichen und die Sportler zu ehren. Für mich ist das heute so ähnlich. Mir geht es um die Sportler. Das Menschenrechtsproblem Chinas kennt man doch nicht erst seit diesem Jahr. Nur ist es jetzt in den Medien. Wo waren all die Leute (v.a. die Politiker), die das jetzt boykottieren wollen in den letzten Jahrzenten? Da setzt sich dann nur eine kleine, wirklich engagierte Gruppe für die Menschenrechte ein. Also, ich werde mich mit den Sportler freuen.

Die Sportler haben mit der Politik in China, die ich auch verachte, nichts zu tun. Deshalb schaue ich wenn ich kann.

Mit einem Boykott werden wir an der Politik Chinas nichts ändern.
Wenn wir uns aber Berichte der Olympischen Spiele ansehen, können wir anhand der gezeigten Bilder eine gewisse Einschätzung vornehmen und zudem möchte ich einige der mir bekannten Sportler bei ihren Wettkämpfen sehen.
Die olympischen Spiele werden von China als Propaganda-Aktion missbraucht. Sowas darf nicht unterstützt werden!
Die Spiele haetten nicht nach China vergeben werden duerfen. Die Problematik, die jetzt logischerweise entstanden ist, hat aber nichts mit den Sportlern zu tun, die schon jahrelang dafuer trainieren. Ich wuerde es gut finden, wenn die deutschen Sieger darauf bestehen, bei der Ehrung die olymp. Hymne abzuspielen anstatt der Nationalhymne. Das waere ebenfalls eine grosse Ehre und haette RICHTIGE Symbolkraft.

Hätte mich auch nicht interessiert, wenn sie in Deutschland stattgefunden hätten. :)
Bedenkenswert und ein Beweis, dass auch ich nicht gegen einseitige Berichterstattung immun bin.
Danke für deine ausführliche und differenzierte Antwort.