Frage von Everflow, 41

Werden wir abgezockt von unserem Ex-Vermieter?

Bis April haben wir noch in einer ca. 30qm Wohnung gelebt, deren Boden mit Laminat verlegt war. Trotz sorgsamen Umgangs waren Teile des Laminats durch billige Plastikstühle eingerissen, sodass der Vermieter den Boden nach unserem Auszug erneuern musste. Er ließ uns wenig später eine saftige Rechnung zukommen; ganze 600 Euro für den Bodenbelag! Dass er dort Laminat verlegt hat, kann ich mir kaum vorstellen. Ist es rechtens, dass er einen deutlich teureren Boden verlegt und wir ihn bezahlen sollen? Der Typ droht jetzt auch schon mit ernsten Mitteln. Was sollen wir tun? So viel Geld haben wir ja nicht mal...

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Everflow,

Schau mal bitte hier:
Mietrecht Vermieter

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 25

600 € für 30 m² Fußboden ist völlig normal. Ihr wisst nicht, ob es wirklich Laminat war, was zerstört wurde und selbst wenn es PVC war und dort wieder PVC verlegt wurde, sind 600 € nicht ungewöhnlich. Niemand hier kennt das Zimmer und was alles sonst noch Kosten bei der Verlegung verursacht hat.

Aber die Frage ist doch eigentlich noch eine ganz andere?

Habt ihr den Schaden nicht Eurer privaten Haftpflichtversicherung gemeldet? Diese hätte ggf. vorher schon jemanden geschickt, der sich den Schaden anschaut. Er hätte ggf. mit dem Vermieter festgestellt, wie alt der Boden schon war, der in der Wohnung war, welche Art und Wert und wieviel Schadensersatz demzufolge dem Vermieter zusteht. Genau das hätten die gezahlt und ihr wärt nicht in der Pflicht gewesen ggf. Differenz zwischen dem, was die Versicherung bezahlt und der Vermieter gerne haben will, noch drauf zu legen.

Ist das alles nicht erfolgt, stelle ich fest: "Billige" Plastikstühle, gesparte Haftpflichtversicherungsprämie und nun jammern wegen immer noch günstigen 600 € für den Ersatz des von Euch beschädigten Fußbodenbelags.

Mal polemisch gefragt: Wollt ihr Euch noch zu Tode sparen?

Selbst wenn ihr keine Privathaftpflichtversicherung habt, dem Vermieter kein neuer Fußboden zu, wenn der vorherige auch nicht mehr neu war. Je nach Art des Fußbodens muss er Abschläge für jedes Jahr der Nutzung hin nehmen. Bei "billigen" Belägen geht man von ca. 10 Jahren Nutzungsdauer aus. Wenn also sein Boden ursprünglich schon 600 € gekostet hat und er war 5 Jahre alt, stehen ihm maximal 300 € Schadensersatz zu. Ganz unabhängig davon, welchen neuen Bodenbelag er verlegt hat. Wisst ihr an dieser Stelle nicht weiter, geht mal zu dem Handwerker, der den neuen Boden verlegt hat, zu einer Versicherungsagentur, die Euch eine Haftpflichtversicherung gerne anbieten würde und Euch auch hierzu schon beraten wird oder zu einem Rechtsanwalt (Achtung: Letzterer kostet Geld!)

Antwort
von Interesierter, 41

Ein Gesamtbetrag von 600 € für 30 m² Fläche macht 20 € pro m² incl. Material, Lohn und Entsorgung des Altmaterials.

Um ehrlich zu sein, ich halte das in Summe für nicht übertrieben. Das Material kostet schon rund 8 - 12 € pro m², wenn du was halbwegs ordentliches willst.

Wenn du das vom Fachmann erledigen lässt, wird es deutlich teurer. Deinen Vorwurf der Abzocke kann ich anhand des Preises nicht nachvollziehen.

Ob der Boden wirklich raus musste und ob ihr dafür zu 100% verantwortlich seid, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Um das zu beurteilen, reichen die Informationen, die du genannt hast, leider nicht aus.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 21

Wenn ihr bei Herausgabe der Wohnung an den Vermieter bereits anerkannt habt, dass ihr für die Schäden im Fußboden verantwortlich seid, dann hätte der Vermieter euch zu diesem Zeitpunkt zur Behebung der Schäden unter Fristsetzung auffordern müssen. Solltet ihr jedoch dem Vermieter mitgeteilt haben, dass er die Instandsetzung an eurer statt vornehmen möge, dann ist die Forderung des Vermieters von der Sache her richtig, die Summe allerdings kann wohl nicht den Zeitwert des beschädigten Fußboden darstellen.

Nun besteht noch die Möglichkeit, dass ihr von jeglicher Zahlung freizustellen seid, wenn der Vermieter ohne eure Genehmigung und ohne euer Schuldbekenntnis die Instandsetzung in Auftrag gegeben hat und seit dem Ende des Mietverhältnisses mehr als 6 Monate vergangen sind. Dann wäre die Forderung "verjährt". Gibt es ein Übergabeprotokoll als Beweis für die zur Rede stehenden Schäden?

Antwort
von implying, 40

habt ihr bilder von den schäden am boden gemacht? kann mir aber auch kaum vorstellen dass laminat durch plastikstühle reißt? o.ô

600euro für 30m² ist aber wirklich enorm übertrieben. selbst wenn man arbeitszeit mit einberechnet. würde damit auf jedenfall zu einem anwalt gehen.

Kommentar von Everflow ,

Die Plastikstühle waren eben billig. Wenn man darauf saß, haben sich die Stuhlbeine nach außen zur Seite geschoben. Und da Laminat (vielleicht war es auch pvc, ich kann das nicht auseinanderhalten) nachgiebig ist, sind die Löcher entstanden. Wir haben sogar versucht den Boden extra zu schützen.

Kommentar von implying ,

entweder seeehr billiges laminat oder eher pvc, ja ^^ umso unverständlicher wenn er jetzt teureren boden einbaut

Kommentar von bwhoch2 ,

Nein, es waren keine billigen Stühle. Sie haben jetzt nur an anderer Stelle Kosten verursacht.

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