Frage von boy1213, 62

Werden Pferde krank wenn nicht mit denen geritten wird?

Hallo, viele beschweren sich warum ihre Pferde krank werden, liegt es nicht daran das die Pferde einfach keine Bewegung haben, die stehen ja nur auf der Weide. Man muss ja auch mal mit den galopieren und die Pferde auspowern damit sie nicht krank werden oder stimmt das nicht?

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 33

Nein, auf das geritten werden kann jedes Pferd gerne verzichten. Was ein Pferd braucht ist genügend Auslauf (mindestens 16 Stunden am Tag).

Binde mal einem Pferd einen Schrittzähler an das Bein, du wirst überrascht sein wieviel ein Pferd das "nur auf der Weide steht" in wahrheit läuft.

Ein Pferd in der Natur läuft den ganzen Tag im Schritt umeinander, sucht sich hier und da ein paar Hälmchen trockenes Gras und läuft ein mal am Tag zu einer Wasser stelle und ein mal am Tag zu einer Salzlecke. Nur bei Gefahr traben oder galoppieren Pferde überhaupt. Eine Pferdegruppe macht sich in der Regel nicht im Galopp auf den Weg zur Wasserstelle, das wäre Vergeudung von Energie.

Krank werden Pferde dann, wenn man sie all diese natürlichen Dinge nicht machen lässt, sie in Boxen einsperrt, schert und mit Decken zudeckt, sie überfüttert mit ungeeignetem Kraftfutter und unnatülich sie überforderert beim Arbeiten.

Für ein Pferd gibt es nichts gesünderes, als sich die Beine nach eigenem Gusto zu vertreten und das am besten 24 Stunden lang.

Das sogenannte "Auspowern" ist auch nicht gesundheitsförderlich, das machen Pferde nur im Notfall.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 37

normalerweise, wenn sie artgerecht gehalten werden, stimmt das nicht.

es kann sogar geschehen, dass ein altes pferd oder pony verkümmert, aggressiv wird oder recht schnell eingeht (nicht mehr frisst und trinkt), wenn man ihm die aufgabe wegnimmt.

vor allem pferde, die viel gereist sind, oder auch schulpferde kann man nicht so einfach "wegstellen". da ist keine koppel gross genug. sie müssen beschäftigt werden.

ein pferd, das sein leben auf einem gestüt verbracht hat, hat dort in der pferdegruppe seine ganz eigenen aufgaben. du kannst beispielsweise aus einer stute, die zehn oder mehr jahre nur in der zucht war, kein reitpferd mehr machen, weilches in dieser aufgabe aufgeht.

es gibt natürlich immer auch ausnahmen. aber genau diese seelische fehlbelastung ist der grund, weshalb pferde auf gnadenhöfen oft noch leicht gearbeitet, aber in jedem fall beschäftigt werden. sie brauchen das, weil sie es so gewohnt sind und weil es ihre aufgabe ist.

Antwort
von nudelwurm, 62

Hallöchen,

ich geb mal meinen Senf dazu. Ich kann von mir behaupten, dass ich mich viel mit dem Thema Pferde beschäftigt habe, unter anderem mit der Haltung.

Nur mal so, Ich selbst reite auch, und ich hatte eigentlich auch nicht vor aufzuhören :)

Pferde sind Herdentiere, wie wohl jeder wissen dürfte. D.h sie leben in freier Wildbahn immer in Gruppen. Es gibt für jedes Pferd in der Herde ein Rolle und eine zugehörige Aufgabe.

In der Natur sind Pferde 16 Stunden lang in leichter Bewegung, d.h sie wander praktisch durch die Gegend und grasen.

Wenn ein Pferd nun in der Box gehalten wird braucht es logischerweise mehr Bewegung. Kommt ein Pferd 2-4 Stunden am Tag mit Artgenossen auf eine Wiese oder ein Paddock, ist es absolut keine Tierquälerei danach 'nur' eine Runde Bodenarbeit zu machen. Bodenarbeit ist wichtig für die Mensch-Tier Bezihung, stärkt das Vertrauen und fördert die Aufmerksamkeit und die Konzentration.

Kommt ein Pferd einen Tag nicht auf einen Platz o.ä. reicht es nicht, nur ein Runde Schritt zu führen, dann muss es wenigstens die Gelegenheit haben, sich an der Longe einmal auszubuckeln oder unterm Sattel gearbeitet zu werden.

Ich persöhnlich halte nichts vom allüblichen Stehtag einmal die Woche, Pferde brauchen Luft und Bewegung. Wenn man schon keine Lust hat sich mit dem Pferd zu beschäftigen sollte es wenigsten raus kommen.

Liebe Grüße und ich hoffe dass ich dir weiter helfen konnte:)

Kommentar von friesennarr ,

Kommt ein Pferd 2-4 Stunden am Tag mit Artgenossen auf eine Wiese oder ein Paddock, ist es absolut keine Tierquälerei danach 'nur' eine Runde Bodenarbeit zu machen.

Sorry, aber das ist viel zu wenig Auslauf.

Kommt ein Pferd einen Tag nicht auf einen Platz o.ä. reicht es nicht, nur ein Runde Schritt zu führen, dann muss es wenigstens die Gelegenheit haben, sich an der Longe einmal auszubuckeln oder unterm Sattel gearbeitet zu werden. 

Ausbuckeln sollte sich ein Pferd niemals oder sich gar an der Longe ausrennen - schon gar nicht wenn es frisch aus der Box kommt. Eine Stunde reiten reicht da auch nirgends hin.

Antwort
von StanleyYelnats4, 46

Also Pferde sollten schon ausreichend Bewegung haben, wenn sie einen Offenstall haben, dann können sie sich da ja frei Bewegen. Solange die Koppel groß genug ist. Wenn sie aber nur im Stall stehen und nicht bewegt werde, dann ist das wieder was anderes. Dadurch können sie tatsächlich krank werden.

Und um eins klarzustellen, zu der Antwort weiter unten, Reiten ist nicht in allen Fällen Tierquälerei. Natürlich gibt es viel zu viele, die ihre Pferde bis ans Äußerste ihrer Kräfte reiten, oder ihnen so im Gebiss rumziehen, bis sie bluten. Von Wettkämpfen will ich mal gar nicht anfangen...

Aber wenn ein Pferd einem vertraut und einem zum Beispiel ohne alles hinterherläuft (ohne dass man es mit Leckerlis lockt), was ein Beweis seines Vertrauens ist, dann muss man es ja auch nicht zu Tode reiten. Bodenarbeit ist auch gut für Pferde und sonst kleinere Ausritte, bei denen sich niemand überanstrengt, merkt ein Pferdeliebhaber auch, wie sich sein Pferd freut...

Antwort
von Boxerfrau, 27

Hast du eine Ahnung :-) Ja ein Pferd wird krank wenn es nicht bewegt wird, aber dann liegt es an der Haltung. Ein Pferd das ordentlich gehalten wird, ist auf das reiten nicht angewiesen! Es bewegt sich selbst und powert sich auch aus wenn es das Bedürfnis dazu hat. Ich glaube du hast noch nie Pferde in einer Herde über einen längeren Zeitraum beobachtet. Sie bewegen sich eigentlich ständig. Sie spielen, laufen zur Wasserstelle, laufen zum Schatten, laufen wieder zum grasen und und. Das geht den ganzen Tag so. Wenn die Koppel groß genug ist haben die Pferde schon ausreichend Bewegung.

Antwort
von Isildur, 30

Nein, natürlich ist es was anderes wenn das Pferd nur in der Box steht oder beschränten Weidegang hat. Ein Pferd das aber in einem gut geführten (!) Offen- oder Aktivstall steht, wird nicht krank nur weil es nicht geritten wird. as würden denn sonsnst Brumnys, Namib Pferde, oder Mustangs machen?

Antwort
von Viowow, 33

völliger quatsch. pferde werden krank wegen falscher haltung(box) , falschem futter(zu viel ,zu fett), falschem umgang (runterriegeln, ausbinden, bandagen dran machen) etc. die liste ließe sich beliebig fortsetzen....

Kommentar von annilusi ,

Warum sollen Bandagen krank machen? Klar wenn sie Tag und Nacht dran sind oder zu eng...Aber nur kurz, wenn man reitet doch nicht. Die sind ja zum Schutz? Bitte Antwort ;)

Kommentar von Viowow ,

was bitte sollen die schützen? überleg mal genau, warum du die dran machst...wenn ein pferd sich reintritt, hat es entweder ausbildungsdefizite oder stellungsfehler o.ä. alles ursachen, die bearbeitet werden sollten, anstatt das symptom zu vertuschen. und gamaschen beim springen? 5mm plastik, die 500 kg "schützen" sollen, die ungebremst gegen eine vollholzstange knallen? unter einer bandage/gamasche 7 wird es knalleheiß, was über kurz oder lang zu sehnenschäden /verklebungen führt. und schwupp, ist das pferd krank;)

Kommentar von Viowow ,

und wie "kurz" reitest du? wenn man von vernünftigem aufwärmen und abkühlen ausgeht, reitet man minimum ne stunde, wenn nicht sogar 1,5...

Antwort
von issu3s, 44

Pferde bewegen sich, wenn sie wollen war früher auch nicht anders. Klar, wenn das Pferd den ganzen Tag in ner Box wäre kannst sein, aber sonst auf ner Koppel eig nicht

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