Frage von coldwinterrain, 73

Werden Liebesromane nur in der Ich-Form des Erzählers geschrieben oder auch Er/sie/es?

Hi ich schreibe derzeit einen Drama-Roman über Geschwisterliebe. Ich schreibe jeden Namen (Da es viele Charaktere sind) aus. also in keiner Ich-Form. Wäre das Besser den Hauptprotagonist in der Ich-Form zu schreiben oder ist es egal? Irgendwie hab ich bei Fanfiktion unter Liebesromanen gesehen, dass nur Ich-Form gewählt ist :(

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Steffile, 44

Beides geht, oder verschiedene Kapitel aus verschiedenen Perspektiven.

Wenn du nur die Ich-Form waehlst, wird das ganze Erlebnis persoenlicher, aber auch auf diese eine Perspektive beschraenkt. Der "omnipotente Beobachter" weiss, wie es in den Herzen aller Beteiligten aussieht, was auch seine Vorteile hat.

Da du noch nicht so schreiberfahren zu sein scheinst, wuerde ich dir sogar empfehlen, das Ganze einmal aus der ersten und einmal aus der dritten Person zu schreiben und dann zu vergleichen. (Wenn du malst, waehst du ja auch nicht zufaellig Aquarell oder Oelfarbe, das ist nicht anders beim schreiben.)

Kommentar von coldwinterrain ,

Es geht ja um mehrere Charaktere, deshalb habe ich so gehandhabt das Daniel steht auf, um ins Bad zu gehen. Annika fragt sich was mit ihm los ist. Sowas zum Beispiel. Ich bin schon ein recht erfahrener Schreiber, schreibe sehr gern, aber eben noch unentschlossen was nun besser ist. 

Kommentar von Steffile ,

Ja, super. Wenn du nicht sicher bist, dann probier beides aus (Skizzen), den beide Faelle sind zwei ganz unterschiedliche Buecher/ Geschichten, verstehst du?

Kommentar von Deponensvogel ,

3. Person ist aber nicht nur der omnipotente Beobachter/Erzähler (der btw ein ganz gewöhnliches Wort ist, d. h. du brauchst keine Gänsefüßchen zu verwenden), lies dich mal durch moderne Belletristik.

In qualitativ etwas anspruchsvolleren Büchern, deren Autoren etwas Ahnung haben, liest man zu 99% 3. Person personal, nicht 3. Person auktorial.

Heutzutage entscheidet man sich zwischen personalem und Ich-Erzähler.

Antwort
von Rocker73, 50

Viele Liebesromane wie Eleanor und Park oder die erste Liebe nach 19 vergeblichen Versuchen werden in der dritten Person erzählt.

Es ist nicht notwendig, aber ich bevorzuge die Ich Form weil es so etwas persönlicher ist. Am Ende ist es aber dein Buch und du musst schreiben was dir gefällt!

LG


Kommentar von coldwinterrain ,

ich weiß, aber jetzt hab ich schon 3 kapitel fertig in den ich die Namen ausschreibe

Kommentar von Rocker73 ,

Wenn du es so schreiben willst dann schreib es so! Spezialisiere dich nicht zu sehr darauf was andere denken sondern zieh dein Ding durch!

Kommentar von Deponensvogel ,

Wenn das beim Schreiben eines Romans deine einzige Sorge ist, dann spring bitte drei Runden jauchzend im Kreis. Wenn es dir mit deinem Buch ernst ist und du tatsächlich Ahnung vom Schreiben hast, weißt du ja, dass man überarbeiten, überarbeiten, überarbeiten usw. überarbeiten muss. Da ist das noch die kleinste Übung.

Antwort
von Andrastor, 16

Die ich-Form ist deshalb sehr häufig, weil sie den Neuautoren einfacher erscheint. Jedoch schaffen es nur sehr wenige die Vorteile dieser Erzählperspektive richtig umzusetzen und die Ergebnisse sind langweilige, schlechte Erzählungen die besser "abgetrieben" worden wären.

Der Er-Erzähler hat seine eigenen Vorzüge gegenüber dem Ich-Erzähler.

Man kann schwer sagen welcher Stil nun besser geeignet ist. Es kommt ganz darauf an was du mit der Geschichte vor hast, was du darzustellen beabsichtigst.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

In Liebesromanen kann man sogar beide Stile kombinieren. Man schreibt die Rahmenhandlung in der Er-Sie-Form, aber gibt Gedanken und Gefühle aus der Ich-Perspektive an. Diese kann man dann zur Deutlichmachung kursiv stellen oder im Zeilenanfang einrücken.

Kommentar von Andrastor ,

Ist gar nicht so kompliziert nötig. Ich würde einfach die direkte Rede in Form eines inneren Monologes nutzen. Ist weitaus verständlicher als kursiv.

Antwort
von MarkusKapunkt, 31

Da gibt es keine feste Regel für die Perspektive. Es gibt Romane, die in der Ich-Form geschrieben sind, genauso häufig wie die, welche aus der Dritten Person erzählt werden. Es wurden sogar schon Geschichten aus Sicht einer Couch geschrieben, deiner kreativen Freiheit sind also keine Grenzen gesetzt.

Kommentar von Deponensvogel ,

Und aus der Sicht einer Couch ist es dann soundsovielte Person Couchular? 

Es ist genauso dritte oder erste Person Singular, das kann auch aus der Sicht Gottes sein, und trotzdem bieten sich einem nur die zwei Möglichkeiten – außer natürlich, man möchte ausgefallen sein und schreibt z. B. im Pluralis majestatis oder in der zweiten Person. Will man gelesen werden, rate ich aber davon ab.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Ach, da haben wir wieder einen Klugscheißer und Möchtegern-Witzigen entlarvt. Natürlich gibt es nur drei grammatikalische Personen, jeweils in Singular und Plural, so das man insgesamt auf sechs kommt. Jedem Grundschüler sollte diese Tatsache bekannt sein.

Natürlich kann man nur zwei davon, nämlich die 1. Person Singular oder die 3. Person Singular, in der Prosaliteratur verwenden, wenn man eine Erzählperspektive schaffen will. Es geht hier bei der Frage aber nicht um Grammatik, sondern eben um diese literarische Perspektiven, auch Point-of-View (POV) genannt, und die sind an sich nicht begrenzt. Man kann aus Sicht der Hauptfigur in der ersten Person schreiben, ja. Man kann aber auch aus ihrer Sicht in der dritten Person schreiben. Man kann auch aus Sicht mehrerer Personen, die sich von Kapitel zu Kapitel abwechseln, schreiben. Man kann aus Sicht eines unbelebten Gegenstandes schreiben. Oder man kann aus der Sicht eines übergeordneten Beobachters schreiben, wo dann die Gefühle und Gedanken der Figuren dem Leser selbst überlassen werden. Da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Es tut mir leid, wenn ich den oberen Teil ein wenig aus der Perspektive meines Popolochs geschrieben habe, aber ich kann Leute, die sich für schlauer halten, als sie sind, nunmal nicht ausstehen.

Kommentar von Deponensvogel ,

Ihre Frage hat sich aber ausdrücklich auf das Formale beschränkt. Und so, wie du beginnst, hört es sich auch zunächst so an, als würdest du nur darauf anspielen: Ich-Form, Dritte Person … sogar aus der Sicht einer Couch…

Es war mir schon klar, was gemeint war. Unpassend aber trotzdem. Und für so schlau halte ich mich auch wieder nicht, ich halte nur die anderen für nicht so schlau.

Hast du den Versuch bemerkt, witzig zu sein?

Kommentar von Deponensvogel ,

Lustig eigentlich, wie ich annehme, dass der Fragesteller eine sie ist. 

Antwort
von Zuckerwattemaus, 7

Du kannst ruhig in er sie es form schreiben, da kann man nemlich die gedanken eines jeden einzrlnen charakters beschreiben kann :)

Antwort
von dieMasterin, 21

Ja natürlich. Das liegt immer daran ,aus welcher perspektive der autor gerne schreiben möchte: )

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