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Werden Kinder in der Waldorfschule überhaupt richtig auf das heutige Leben vorbereitet?

gefragt von caeciliaBLT am 20.10.2007 um 12:39 Uhr

Der Erfolgsdruck nimmt in allen Bereichen enorm zu und gute Noten spielen immer mehr eine Rolle, vor allem bei der Arbeitssuche. Ist diese Schulform da überhaupt noch zeitgemäß?

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Schule x 23.163 Kinder x 17.906 Ausbildung x 5.406 Waldorf x 27

WolfRichter
beantwortet von WolfRichter am 20. Oktober 2007 12:50
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Weiß nicht, wie das heute ist. Ich erinnere mich aber an einen Kameraden aus der Grundausbildung, der von einer Waldorfschule kam: Er hatte immer die besten und gemeinsten Ideen, wie man versteckte Ladungen und Minen legt. Die Phantasie scheint also angeregt zu werden.

Heute dürfen allerdings solche Sprengfallen nicht mehr verwendet werden, da die Bundesrepublik Deutschland einem entsprechenden Abkommen beigetreten ist. Daher wird dieser Aspekt der Waldorfschule nicht mehr zeitgemäß sein. ;-))


demosthenes
beantwortet von demosthenes am 20. Oktober 2007 20:38
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Unsere sieben Kinder waren alle auf der Waldorfschule und sie haben beruflich nicht mehr Probleme, als ihre Altersgenossen.

Allerdings werden Waldorfschüler vorzugsweise Mediziner, Psychologen, Architekten, Künstler, Schauspieler oder Musiker, selten nur Betriebswirte, Juristen oder Ingenieure.

Kommentar von zoramaus am 2. Dezember 2007 11:52

ja, klar weil man solche fähigkeiten in einer waldorfschule auch nicht mit auf den weg bekommt.

Kommentar von 5f6812a7b0109fb9a1df11c834332c2csmalldemosthenes am 2. Dezember 2007 12:52

@zoramaus:

Die "Fähigkieten" bekommt man dort schon mit, aber auch ein Welt- und Menschenbild, das einem diese Berufe als nicht sonderlich attraktiv erscheinen lässt.

Kommentar von 4c3c9a97ba374dabe3e866d4ed2e1335smallglobalokritikus am 30. Juli 2009 11:35

erkläre mir doch mal,warum es denn weltweitagierende betriebe wie weleda gibt!?


anonym
beantwortet von Bergfeuer am 20. Oktober 2007 17:23
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Waldorfschule ist doch ok. Die Neue Mode ist "freie Schule" da haben Kinder nicht mal mehr einen Lehrplan. ich habe ein Gespräch gehabt über sog. FREIE SCHULEN. Was Kinder dort lernen und was nicht. Anhand folgender Schule bin ich mal durch den Tagesplan einer solchen "freien" Schule gegangen. Hier ist eine

Nicht das ich alles was die in ihrem Leitbild schreiben ablehne, aber was den Schulalltag angeht...aber lest mal selber.

Modern ist es geworden alles in freier Entwicklung um sich greifen zu lassen und Werte, welche gleichzeitig Tugenden sind, verfallen zu lassen unter dem Mantel, dass wir lokal wie global einen grundlegenden Wandel vollziehen müssen, um als Spezies auf der Erde überleben zu können. Überleben wegen des Egos wegen. Herrlich.

Unter Tugend (Herk.: 'taugen' im Sinne einer allgemeinen Tauglichkeit, lat. virtus, griech. αρετη, arete) versteht man eine Fähigkeit und innere Haltung, das Gute mit innerer Neigung (d.h. leicht und mit Freude) zu tun. Der tugendhafte Mensch hat sich das Gute gleichsam zur zweiten Natur gemacht. Im allgemeineren Kontext bezeichnet man mit Tugend den Besitz einer positiven Eigenschaft. Was sind positive Eigenschaften?

Als die vier klassischen Grundtugenden (Kardinaltugenden) gelten Klugheit (Weisheit), Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Als Rittertugenden galten Staete, Masze und Treue, was in etwa mit Aufrichtigkeit, Bescheidenheit und Verlässlichkeit übersetzt werden kann. Das allegorische Preisgedicht auf Kaiser Karl IV. von Heinrich von Mügeln „Der meide kranz“ (um 1355) enthält eine Tugendlehre, in der die zwölf Tugenden Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Friedfertigkeit, Stärke, Glaube, Mäßigkeit, Güte, Demut, Hoffnung und Liebe auftreten. Als preußische Tugenden gelten insbesondere Bescheidenheit, Tapferkeit, Gehorsam und Pflichtbewusstsein. Diese sind heute allerdings unmodern, weil der verblödete Massenkonsumbürger diese Tugenden als althergeholt und lästig ansieht. Auf die Frage, wo wir ohne Pünktlichkeit, Fleiss, Bescheidenheit und Pflichtbewusstsein wären gibt es keine Antwort. Soll es wohl auch nicht, wenn es nach den Alt 68er Ideoligien geht.

Die FREIE Schule Dreisamtal:

Die Schutzbehauptung, also wie Sie gleich lesen werden eine wirkliche Alibibehauptung um Gelder des Landes abzufassen steht folgendes da: „Klare Tagesstrukturen und Rituale geben Orientierung und Sicherheit.“

Dieser Satz ist richtig. Keine Frage. Kinder brauchen das. Aber wie wird das umgesetzt?

Die Kinder (dort Kids genannt; nach dem US-amerikanischem Spielfilm aus dem Jahr 1995 -?- oder Kids nach Kind(er) | Göre(n), ursprünglich: Kitze, Zicklein, auch in) kommen in der Zeit von 8 Uhr bis 8.45 Uhr. Ganz nach belieben. Später ist auch kein Problem. Von Pünktlichkeit keine Spur. Wieso auch? Wird sowieso nicht gebraucht. Was nur wenn ein Arzt beim Schichtbeginn auch so denken würde? Naja, so gg. 8.45 Uhr versammeln sich in dieser Zeit mit einem der LernbegleiterInnen zum (selbst mitgebrachten) Frühstück und zum Klönen. Lehrer unerwünscht. Und korrektes Schreiben auch. Also beginnt der unpüntkliche Tag mit einem Schwätzchen und dem Essen. Andere Kinder unterhalten sich woanders, widmen sich einer frei gewählten Tätigkeit, planen gemeinsame Aktivitäten oder tauschen Spielideen aus. An zwei Tagen finden sich Kinder und LernbegleiterInnen zusammen, um schulrelevante Dinge zu sprechen. Immerhin an zwei Tagen …

Von 9.00 Uhr bis 10.30 Uhr arbeiten, spielen und lernen Kinder alleine, im Zweierteam oder in Kleingruppen an selbst gewählten Aufgaben. Na wie man sieht, nach dem Frühstück dürfen die Kinder gaaanz modern machen was sie wollen. Einer legt sich hin, ein anderer spielt an der Gitarre, andere spielen Mensch ärgere dich nicht und wieder andere sind im Garten. Je nach Wetter. Vielleicht gibt es aber auch einen, der etwas lernen will. Sitzt der dann abgestaft in der Ecke und wird blöd angeguckt von den Lernbegleitern? Sind das überhaupt Lehrer?

Zum gammeln ste…nein zum lernen stehen ihnen mindestens zwei betreute Räume zur Verfügung: ein großer Raum mit Spielbereich, Bauecke, freiem Malatelier, Computer-Arbeitsplatz, Experimentierbereich, Tafel und reichlich unstrukturiertem Material mit Werkstatt-Charakter, einer Sandwanne und einem eigenen Leseraum. An manchen Tagen steht den Kindern die Holzwerkstatt und der Musikraum offen. Leseraum? Na, vielleicht nur wenn ein Kind (neudeutsch Kid?) lesen schon von zu Hause her kann. Oder die Kinder wählen für sich ein angebotenes Projekt, das zwischen 9 und 10.30 Uhr stattfindet, z. B. Filzen, Tonen, Origami, Knüpfen, Schreibwerkstatt, Holzwerkstatt.

Es soll ja nicht langweilig werden …

Um 10.30 Uhr läuft ein Kind mit einer Klingel durch die Räume. Dann wissen alle, dass die LernbegleiterInnen (oder auch die Kinder) frisches Bioobst und -gemüse bereitet haben. Dieses beliebte Ritual bietet auch Gelegenheit, weitere Aktivitäten zu planen.

Nach dem Frühstück haben die Kinder die Möglichkeit, an eigenen Projekten weiter zu arbeiten, draußen zu sein, Rollenspiele zu kreieren oder verschiedenste Fähigkeiten weiter zu entwickeln: Zum Kochen steht ihnen die Küche jederzeit zur Verfügung. Der Leseraum ist den ganzen Tag offen und bietet eine Möglichkeit zum stillen Rückzug. Für Musik, Rhythmus, Singen, Theater, Bewegungsspiele, Töpfern, Malen, Experimentieren, Bildhauerei, Phantasiereise, Holzwerkstatt, Nähen, Weben, Tanzen, kreatives Werken, Schulzeitung bringen LernbegleiterInnen und externe Fachkräfte persönliche Fähigkeiten ein und beobachten, welche Talente zum Vorschein kommen und sich entfalten wollen. Auch in der zweiten Vormittagshälfte werden Montessori-Materialien präsentiert.

Ja dann ist Mittag ...

Um 12.20 Uhr beginnen LernbegleiterInnen und Kinder mit dem Aufräumen. Von 12.30 bis 13.00 Uhr lesen die Erwachsenen den Kindern in zwei verschiedenen Räumen zwei verschiedene Bücher vor. Besonders, wenn viele über mehrere Tage tief in die Geschichte eingestiegen sind, ist dies die leiseste und kuscheligste Zeit des Schultages. Zur Zeit gibt es an zwei Tagen um 13 Uhr Mittagessen, das im Wechsel von einem Elternteil gekocht wird. Andere Eltern und Geschwisterkinder gesellen sich hier dazu. Nach dem Essen ziehen sich die LernbegleiterInnen zurück, um den Schultag zu dokumentieren. In Listen werden die Aktivitäten der einzelnen Kinder festgehalten. Währenddessen werden die Kinder von zwei anderen BetreuerInnen bis zum Ende der der Schulzeit betreut. Freitags ist die Schule oft leer oder nur von einer kleinen Zahl Kinder besucht, denn dann untersuchen und erleben wir die Natur und Kultur vor Ort, gehen wandern, schwimmen, an den Bach oder in den Wald, besuchen Firmen, Kultureinrichtungen, städtische Unternehmen, Freizeitanlagen, Museen, Bauernhöfe ... Wir überlassen es meistens den Kindern, Ausflüge zu initiieren, unterstützen sie allerdings bei der Ideenfindung und Realisierung. Haben mehrere Kinder keine Lust auf den Ausflug, können sie mit einem Erwachsenen in der Schule bleiben.

Freitags ist also immer frei. Wie schön. Ja, das ist eine Woche im Schulalltag. Nichts von Mathe, Chemie, Schreiben, Lesen, Bio und meinetwegen Religion. Nein ein Daueraufbewahrungsspielort für Kinder deren Eltern der 68er Generation abstammen und mit Menschenfeindlichen Gedankengut ihren eigenen Nachwuchs formen. Natürlich ohne Pünktlichkeit, Bescheidenheit, Lerneifer, Ordnungssinn und Zuverlässigkeit. Braucht man auch nicht.

„Üb' immer Treu und Redlichkeit bis an dein kühles Grab ...“ (Glockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche) war gestern – heute sind Egozentrikertum und der Sinn nach Gammelei stärker denn je. Die Gemeinschaft ist nichts – ich bin alles. Und so soll es geschafft werden … Zitat: „…dass wir lokal wie global einen grundlegenden Wandel vollziehen müssen, um als Spezies auf der Erde überleben zu können.“

Jawoll so ist es.


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