Frage von Feinel, 40

Werden Kapitalgewinne bei der Krankenkasse mit eingerechnet, wenn es darum geht anhand des Einkommens den Krankenkassenbeitrag zu berechnen?

Angenommen ein Student verdient nebenberuflich aus selbstständiger Tätigkeit 380 Euro pro Monat und kann deswegen in der vergünstigten Studentenversicherung bleiben. Nun macht er einmal im Jahr 4000 Euro Gewinn aus Kapitalvermögen. Rein theoretisch würde er dann oberhalb der Grenze liegen, um noch den vergünstigten Krankenkassenbeitrag zu bezahlen. Oder zählt für die Berechnung nur das Einkommen aus dem Nebenberuf?

Antwort
von kevin1905, 35

Also die studentische Krankenversicherung kennt keine Einkommensgrenzen. Hier geht es um den Status. Wer weniger als 20 Stunden pro Woche einer Erwerbstätigkeit nachgeht ist hauptberuflich Student und zahlt pauschal nur 80,- € für die KVdS (Immatrikulation vorausgesetzt, sowie noch keine Überschreitung des 14. Fachsemesters oder 30. Lebensjahres).

Eine Einkommensgrenze gibt es in der Familienversicherung (§ 10 Abs. 1 SGB V). Sie beträgt, ausgenommen beim Minijob, 1/7 der Bezugsgröße, aktuell also 415,- € im Monat.

Einkünfte aus Kapitalvermögen oberhalb des Sparerfreibetrags von 801,- € p.a. sind Einkommen i.S.v. SGB IV und werden berücksichtigt im Bezug auf die Familienversicherung oder eine freiwillige Mitgliedschaft. Nicht bei der KVdS, da dies Pflichtversicherung ist.

Kommentar von Feinel ,

Stimmt, ich habe noch mal nachgelesen und überall steht das Gleiche, nämlich, dass es für die studentische Krankenversicherung keine Einkommensgrenze gibt. In einem Beitrag der Süddeutschen habe ich gelesen, dass es eine Einkommensgrenze gibt im folgenden Fall: Dort steht, dass zum Beispiel, wenn man über die Grenze kommt von 30 Jahren bzw. 14 Fachsemestern, man dann den Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte zahlen muss. (2015 waren das 132,30 Euro) und die Einkommensgrenze liegt bei 945 Euro pro Monat.

Kommentar von kevin1905 ,

KVdS endet wie bekannt mit dem 30. Geburtstag oder dem Ende des 14. FS.

Danach wird man freiwilliges Mitglied, wenn kein vorrangiger Versicherungsschutz besteht, z.B.

  • Pflichtversicherung durch Anstellung von mehr als 20 Stunden pro Woche,
  • Familienversicherung z.B. über einen Ehegatten oder
  • private Krankenvollversicherung.

Wenn man freiwilliges Mitglied wird aufgrund von § 188 Abs. 4 SGB V, dann ist der Beitrag auf das gesamte Einkommen zu zahlen (§ 240 SGB V). Zum Einkommen zählen wie gesagt auch Kapitalerträge (§ 20 EStG) oberhalb des Sparerpauschbetrags.

Es gibt jedoch für nichtselbständige eine sog. Mindestbeitragsbemessungsgrundlage. Diese betrug in 2015 genau 945,- € im Monat, dieses Jahr sind es 968,33 € (1/3 der Bezugsgröße).

Als freiwilliges Mitglied bist du verpflichtet dein Einkommen unaufgefordert nachzuweisen (Einkommensteuerbescheid), sonst ist die Kasse verpflichtet davon auszugehen, dass du 4.237,50 € im Monat verdienst und muss darauf den Beitrag festlegen.

Beitragssätze:

  • 14% zur Krankenversicherung zzgl. kassenabh. Zusatzbeitrag (i.d.R. 1,1%). Hieraus besteht kein Anspruch auf Krankengeld.
  • 2,35% zur Pflegeversicherung (2,6% wenn über 23, unter 65 und kinderlos).

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