Werden Flüchtlinge bevorzugt behandelt als eigene Obdachlose?

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12 Antworten

Hallo!

Jetzt mach ich mir doch mal die Mühe, auf deine Frage zu antworten, weil ehrlich gesagt, hier viele Antworten vor gefährlichem Halbwissen, Unwissenheit und Vorurteilen nur so strotzen.

Ich habe viele Jahre in einer Einrichtung für Obdachlose ehrenamtlich gearbeitet, und ich arbeite bei einer gemeinützigen Gesellschaft, die auch Wohnheime und Übernachtungseinrichtungen für Obdachlose betreibt.

Also Fakt ist, dass die Zahl deutscher Staatsbürger die wirklich auf der Straße leben, und auch schlafen (Platte machen), seid den 90ger Jahren sehr stark zurück gegangen ist.

Nichtsdestotrotz haben wir seid Einführung von "Hartz 4" im Jahre 2005, eine steigende Anzahl von Menschen, die in Notunterkünften, Wohnheimen, Pensionen und ähnlichem untergebracht sind. Das ist sicherlich auch eine Folge der von dir schon erwähnten sozialen Wohnungspolitik. Aber da findet in der Politik gerade ein umdenken statt, was der "Flüchtlingskrise" zu "verdanken" ist, und wird sicher auch vielen deutschen Wohnungslosen zu Gute kommen.

Deutsche Obdachlose, haben einen Rechtsanspruch auf eine Übernachtungsmöglichkeit. Die Kommunen haben in diesem Fall den Gesetzesauftrag. was nichts anderes heißt, das kein deutscher Staatsbürger, dazu gezwungen ist, auf der Straße zu schlafen.

Die Form der Unterbringung kann von Kommune zu Kommune qualitativ schon sehr schwanken, ist aber in den allermeisten Fällen besser, als mit 200 Leuten in einer Turnhalle. Die größte Einrichtung, mit über 100 Plätzen, die mein Arbeitgeber betreibt, hat nur Einzelzimmer, und ist eigentlich eher mit einem einfachen Hotelzimmer zu vergleichen.

Aber trotzdem nehmen viele diese Hilfsmöglichkeit nicht in Anspruch, was vielerlei Gründe hat, und jetzt auch einfach zu weit führen würde, darauf einzugehen.

Obdach- und wohnungslose Deutsche, haben wie jeder andere Bürger, Anspruch auf ALG2, Grundsicherung, oder Leistungen nach SGB12. In fast jeder Stadt, gibt es soziale Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, wo sich Obdachlose eine Postadresse einrichten lassen können, und so die Zugangsvoraussetzung zum Sozialsystem erfüllen.

Viele Kommunen bieten auch die Möglichkeit, dass sich Obdachlose, sich relativ unbürokratisch den sogenannten Tagessatz, 1/30stel des monatlichen ALG2 Satzes, täglich auszahlen lassen können.

Es gibt natürlich auch Obdachlose die dieses Angebot nicht in Anspruch nehmen wollen, oder können. Das hat vielfältige Gründe, und würde hier auch den Rahmen sprengen.

Ich will hier nichts schön reden, und in vielen Kommunen, haben Obdachlose generell gewisse Schwierigkeiten, ihre Rechtsansprüche geltend zu machen. Und Anspruch und Wirklichkeit im Sozialsystem, gehen bei Obdachlosigkeit, oft auseinander. Aber wer Hilfe will, kann sie auch finden.

Aber die Schlussfolgerung zu ziehen, Flüchtlinge werden bevorzugt, oder besser behandelt, als deutsche Obdachlose, ist falsch, realitätsfern, und einfach nur "grober Unfug".

Ehrlich gesagt macht es mich verdammt wütend, wenn jetzt Menschen sagen, man sollte sich erst mal um die deutschen Obdachlosen kümmern, anstatt um die Flüchtlinge. Ich befasse mich seid 20 jahren mit Obdach-und Wohnungslosen, und würde die Leute gerne fragen: "Wo ward ihr die letzten 20 Jahre"? Plötzlich entdecken sie ihr Herz für Flüchtlinge?

Ich bin der festen Überzeugung, wer kein "Herz" für Flüchtlinge hat, der hat auch keins für Obdachlose. Und umgekehrt. Das jetzt von einigen versucht wird, diese beiden Gruppen unserer Gesellschaft, gegeneinander auszuspielen, finde ich echt verachtenswert.

Ich hoffe ich konnte etwas für Aufklärung sorgen!

LG :-)

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Kommentar von zippo1970
11.02.2016, 21:24
 "Wo ward ihr die letzten 20 Jahre"? Plötzlich entdecken sie ihr Herz für Flüchtlinge?

Ich wollte natürlich fragen: "Plötzlich entdecken sie ihr Herz für Obdachlose"?

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Kommentar von chokdee
14.02.2016, 11:05

Es gibt doch eh nur einen offensichtlichen Grund warum sich Leute aus dem rechten Lager für Obdachlose und Frauenrechte interessieren .....

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Kommentar von bachforelle49
18.02.2016, 14:30

es ist leider so, daß im Konsens " erklärte Hilfsbereitschaft " auch die Problematik der in unserer Gesellschaft " Benachteiligten " Zugang und Einklang findet bzw. finden muß. Sich dagegen zu sträuben mit intellektuell begründeten Begründungen sind " Ausflüchte ", denn sie betreffen unsere Gesellschaft. Deshab muß ich jetzt nicht auch in der Gosse liegen, um sozusagen fachkundig zu sein, sondern es genügt, die Hand in die Wunde zu legen, um das überhaupt erstmal anzuprangern?? Die Wohnungslosigkeit zum Beispiel!! Warum werden denn keine 1 Zimmer App. mehr in den Zeitungen angeboten? Warum setzen denn die Arbeitgeber so hohe Maßstäbe an die neuen Bewerber, wenn sie kaum das deutsche Alphabet beherrschen, und wenn, dann wird mal der 1e oder andere für irgendeine Produktionsstraße eingestellt...?!

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Schön, dass jetzt sogar an Obdachlose gedacht wird und sie als "eigene" geehrt werden. Nachdem die Deutschen seit Sylvester entdeckt haben,  dass es sexuelle Belästigung von Frauen gibt. Die Bewußtseinsentwicklung macht enorme Fortschritte.

Da soll noch einer sagen, wir hätten den Flüchtlingen nichts zu verdanken.

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Kommentar von Beutelkind
12.02.2016, 08:12

Welch wunderbar sarkastische Replik!

Danke für den in meiner Kehle steckenden Lacher!

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Der deutsche Obdachlose wird plötzlich bedacht, wie nie zuvor.....Einfach toll.....

  • Jetzt werden ja die Abnehmerzahlen von Obdachlosen-Zeitungen rasant steigern, die Auflagen werden explodieren.....
  • Des Deutschen Mitgefühl wird die persönlichen Patenschaften für Obdachlose erfinden.

Anstelle im Netz zu schwätzen kann sich jeder engagieren und die Bedürftigen, die ihm besonders am Herz liegen, helfen.

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Kommentar von Undsonstso
12.02.2016, 12:11

Korrektur: " den Bedürftigen"

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Das "gefällt" mir mal wieder: Eine mittellose Minderheit gegen eine andere mittellose Minderheit ausspielen.

Man hätte sich eher darüber aufregen sollen, dass die Milliarden für die Bankenrettung so schnell geflossen ist. Oder über die ganzen Steuerflüchtlinge!

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Obdachlosen bietet man viele Hilfen an aber die meisten wollen  unter der Brücke leben. Die meisten wollen nichts mit den Amt zu Tun haben und man kann die  ja nicht dazu zwingen.

Wenn sie sich helfen lassen dann lassen sie es auch zu aber die meisten wollen Nicht. Da es ihnen so besser geht.

Hast du schon mall überlegt warum die meisten Hunde haben weil sie dadurch etwas Geld bekommen um den hund gesund zu halten von diesen Geld holen sie sich auch bisschen Nahrung für sich. Und solange es den hund gut geht dürfen auch die Hunde bei ihnen bleiben.

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Kommentar von Missingo1996
11.02.2016, 14:49

Endlich mal ein ernstzunehmendes Kommentar :D

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Kommentar von bachforelle49
11.02.2016, 14:56

wer das vorzieht, ist psychisch krank oder zumindest schwer angeschlagen. die Frage ist, wie man dann helfen kann? Wenn alles eine Frage des Geldes ist, dann ist auch unsere Gesellschaft krank...

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Werden unsere Obdachlosen wenigstens auch in Turnhallen nächtigen können, bevor sie draußen verelenden?

ja, das können sie. Es gibt genügend Möglichkeiten. Unser Sozialsystem hat so ein engmaschiges Netz, daß keiner auf der Straße leben muss. Manche sind aber einfach nur zu bequem.

Es gibt Obdachlosenheime und jedem (!) steht eine Grundsicherung zu.

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Kommentar von Imperator12
11.02.2016, 15:23

Ja, warum gibt es dann noch Obdachlose?

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Nicht jeder Obdachlose konnte über seine Zukunft entscheiden das ist klar aber ein großer Teil der Menschen hat kein bock auf Arbeit oder Schule die Flüchtlinge würden nicht herkommen bräuchten sie nicht dringendst hilfe aber um ehrlich mit dir zu sein Menschen die hier unsere Frauen vergewaltigen leute abstechen und unser essen nicht annehmen gehören sofort wieder dahin zurück wo sie herkamen (meine Meinung)

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Kommentar von meini77
11.02.2016, 14:46

und wohin willst Du die Deutschen Vergewaltiger schicken?

Oder ist es ok, wenn ein Deutscher eine Deutsche vergewaltigt?

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Kommentar von bachforelle49
11.02.2016, 14:51

na, so krass wollt` ich,s eigentlich nicht hören... vielleicht normalisiert sich das ja auch wieder, wenn in Syrien Ruhe ist und viele in ihr Heimatland zurückkehren.. Aber das " in der Gosse liegen"  eine Alternative ist zu " kein Bock auf Arbeit haben ", das kann ich einfach nicht akzeptieren, weil das entwürdigend ist..

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die obdachlosen, die du meinst, haben die möglichkeit in ein wohnheim zu gehen und auch vom amt unterstützung zu bekommen.

wenn sie natürlich darauf verzichten und sich deutlich von der gesellschaft entfernen, weil sie mit dem sytem nicht zurechtkommen und keine hilfe möchten, kann man sie nicht zwingen.

wenn sich mal mit der vergangenheit beschäftigt, dann weiss man, das es immer obdachlose gab.

wir haben zuhause gerade wieder von den tippelbrüder gesprochen, die in den 50ziger jahren bei nachbarn meiner oma alle 2 wochen vorbeikamen und einen kanten brot udn einen kaffee bekamen.

zu der zeit mussten sie abends die stadt verlassen haben bzw. schauen, das sie nicht erwischt werden, wenn jemand ihnen seinen schuppen zum schlafen überlassen hat.

von daher haben sie es heute etwas besser, auch wenn es momentan eine schwierige zeit ist.

meine grosseltern und urgrosseltenr haben schwierige zeiten überstandne udn wir werden es auch schaffen

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Kommentar von chokdee
11.02.2016, 14:59

Wen du jetzt noch Groß- und Kleinschreibung benutzt hättest, wäre es eine Top-Antwort ;-)

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Kenne einige sogenannte "Obdachlose", die haben alle die Möglichkeit ne Wohnung vom Amt zu bekommen und haben wenn sie wollen jene schon. Mir wurde von denen aber viel zu oft erzählt dass sie darauf kein Bock haben weil sie eh draußen besser Geld erschnorren können.

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Das Wort sozial das kannste bei unserer Politik getrost vergessen, es wurden damals sogar in Ost Berlin viele Häuser abgerissen, weil sie angeblich zu viel waren und heute fehlen sie, das nennt man wohl peinliches Pech.
Man müsste heute wieder anfangen in ganz Deutschland Satellitenstädte zu bauen, wenn man die ganzen Migranten unterbringen will aber was das kosten wird.

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Kommentar von larry2010
11.02.2016, 14:49

die häuser wären heute nicht bewohnbar, da sie jahrelang leergestanden haben. zudem weiss ich, das es auch ferienheime udn ähnliches gibt, wo flüchtlinge utnergebacht wurden und die feuerwehr sagte, das sie keinerlei verantwortung übernimtm, wenn es dort brennt, weil dort zu ddrzeiten material verbaut wurde, das eher brandfördernd ist.

wenn du über das wort sozial sprichst, was du für die gesellschaft?

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Nein, werden sie nicht.

Deine Sorge um das Auskommen der Obdachlosen ist ja vorbildlich.  Dass diese Obdachlosen "unsere" seien, oder gar "eigene", war mir bisher ja gar nicht so klar. Du meinst, du vermutest, einige davon seien deutsche Staatsbürger, und das sind dann "unsere eigenen"? Überleg doch nochmal ... :)

Ach, noch was: Hast du dich eigentlich - wenigstens verbal - auch schon um diese Menschen so gesorgt, als du noch nicht wusstest, wie leicht du das Leid der einen ausspielen kannst, um Stimmung gegen die anderen zu machen?

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Kommentar von bachforelle49
12.02.2016, 16:45

ich seh das nicht so emotional, wie du versuchst. den Eindruck zu erwecken. Ist ne einfache Rechnerei zu Lasten der ohnehin schon Benachteiligten. Denn wohnungslos bedeutet ja schon obdachlos. Und während von den " Neuen " jeden Tag unendlich die Rede ist, ohne sich den Kopf über die Folgen zu machen + ob und weil wir sie angeblich für unseren Arbeitsmarkt brauchen, verschwinden die, über die wir zunehmend in unseren Bahnhöfen stolpern,  zunehmend in der Versenkung (der öffentlichen Beachtung)

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Den Obdachlosen wird nicht so stark geholfen wie den Flüchtlingen.

Unter den Obdachlosen gibt es viel Hochbegabte, Professoren, Fachkräfte usw.

Obbdachlos wird man nicht freiwillig. Viele haben sogar eine Firma gehabt.

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Kommentar von veritas55
11.02.2016, 22:56

Den Obdachlosen wird nicht so stark geholfen wie den Flüchtlingen.

Das stimmt nicht. Wie kommst du darauf ?

Jedem Obdachlosen steht Grundsicherung zu - das sind auf jeden Fall über 400 € im Monat für seine persönlichen Bedürfnisse.

Würde er eine Wohnung finden, dann würde das Sozialamt auch die Erstausstattung, die Miete und Nebenkosten übernehmen.

Ein Flüchtling bekommt dagegen zwar ein Bett in einem Mehrbettzimmer und Nahrungsmittel, aber nur ein geringes Taschengeld - kostet den Staat also insgesamt weit weniger als ein deutscher Sozialhilfe.- oder Hartz4-Empfänger.

Da ist Neid völlig unangebracht.

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