Frage von ChivasAufEx, 102

Werden China und Russland immer gefährlicher?

Kernkraft

Antwort
von Chriyovime, 60

China hat sich verpflichtet, niemals einen atomaren Erstschlag auszuführen, sondern diese Technik nur zu Verteidigungszwecken zu verwenden. Die USA haben zwei davon auf einen bereits besiegten Gegner geworfen, in eine Großstadt.

Weltmächte waren schon immer gefährlich.

Die Gefahr der Kernkraft liegt meines Erachtens darin, dass von den vielen Atombomben auf der Erde, eine an Terroristen gelangen könnte.

Kommentar von Sagedrake ,

Und genau aus diesem Grund würde ich mich auch eher fragen, ob die USA immer gefährlicher wird... 

Natürlich werden Russland und China immer von unseren deutschen Medien heftig angegriffen.

Antwort
von ocin1, 31

Nein, die russischen Kernkraftwerke neuerer Bauart haben aus den Unfällen bei Three Mile Island (0 Tote), Tschernobyl (ca. 50-60 Tote, RBMK-Typ, Ansätze dazu gab es auch mal in den USA) und jetzt auch Fukushima (0 Tote durch Strahlung) gelernt.

Grundlegend setzen die aktuellen Kernkraftwerskonzepte, nicht nur in Russland, auf vermehrte passive Kühlung der Nachzerfalls-Wärme um Unfälle wie z.B. in Fukushima auszuschließen. Unfälle wie in Tschernobyl sind durch sinnvoll konstruierte Reaktoren (z.B. flüssiger Neutronenmoderator, ...) bereits ausgeschlossen (siehe http://www.kernenergie.de/kernenergie-wAssets/docs/service/623tschernobyl_2014.pdf)


Schau mal unter ww.kernenergie.de/kernenergie/service/downloads/index.php , da gibt es jede Menge Infomaterial rund um die Kernenergie.


Zur passiven Kühlung in KKW:

Wenn man passiv kühlt ist der einzige
Antrieb die Dichtvariation durch Wärmeschichtung im Wasser. Diese
Schichtung bestimmt nun die Umlaufgeschwindigkeit. Wenn das
Kühlmedium zu träge ist weil z.B. der Reibungswiderstand zu hoch
ist, wird die Nachzerfallswärme nicht schnell genug abgeführt und
das Kühlmittel überhitzt und fängt an zu sieden. Das hat dann ein
Abreißen der Natur-Konvektion zur Folge. Dieser Fall ist beim
KKW-Unfall in Three-Mile.Island eingetreten.


Auszug aus dem Wiki-Artikel
Kernkraftwerk Three Mile Island: „Ein Kühlmittelverluststörfall
bahnte sich an, bei nur langsam fallender Wärmeleistung: eine Stunde
nach der Schnellabschaltung immerhin noch ca. 30 MW. Nach fast 80
Minuten langsamen Temperaturanstiegs begannen die Pumpen des
Primärkreislaufs aufgrund des steigenden Dampfdrucks zu kavitieren.
Die Pumpen wurden abgeschaltet und man glaubte, dass die natürliche
Konvektion den Wasserfluss aufrechterhalte. Doch die große
Dampfblase im Reaktordruckbehälter blockierte die Konvektion. Nach
insgesamt rund 130 Minuten begannen die Brennstäbe trockenzufallen
und zu überhitzen
."


Natürlich ist ein aktives Kühlen
immer besser zu kontrollieren als ein passives. Man kann eben beim
aktiven Kühlen an allen Variablen "schrauben". Beim
passiven Kühlen sieht es eben etwas komplizierter aus, jedoch ist es
bei weitem nicht unmöglich ;-). Man denke nur an die
Schwerkraft-Heizungssysteme Anfang des letzten Jahrhunderts (siehe
Wiki „Schwerkraftheizung"). Dort gab es keine aktive
Wasserumwälzung sondern nur den Ofen im Keller. Die Wärme wurde
dann Aufgrund der Wärmeschichtung in den relativ großen Rohren
bewegt.


Bei der klassischen Reaktortechnik
(heterogener Kern aus Feststoff - Brennelemente) ist das vielleicht
in erster Näherung vergleichbar.


Weit besser wäre ein Reaktor aus einer
flüssigen Kernzone, wo man unter Schwerkrafteinwikung den flüssigen
Kern im Schadensfall einfach in passiv zu kühlende, unterkritische
Gefäße ablassen kann. Solche Reaktoren sind z.B. der
Flüssigsalzreaktor (schau mal bei Wiki).


Die IAEA hat ein interessantes PDF zur
passiven Kühlung der klassischen Reaktoren erstellt. Schau mal unter
http://www-pub.iaea.org/MTCD/publications/PDF/te\_1624\_web.pdf
.

Weiter schau doch mal im Netz nach „passive cooling nuclear“.

Quellen:


ww-pub.iaea.org/MTCD/publications/PDF/te_1624_web.pdf
Passive Safety Systems and Natural Circulation in Water Cooled
Nuclear Power Plants


ww.td.mw.tum.de/tum-td/de/forschung/pub/CD_Mayinger/130.pdf
TJ-Einspeise-System für Siedewasser-Reaktoren oder RCIC-System


ww.nrc.gov/reading-rm/basic-ref/teachers/03.pdf
Seite 8 -
Reactor Core Isolation System RCIC-System (zu deutsch TJ-System)


ww.cne-nasa.com.ar/noticias_adjuntos/26.ppt
Folie 12, TJ-Einspeisesyste im Fukushima Daiichi Siedewasser-Reaktor


ww.kta-gs.de/d/versch/ktags_66.pdf
Zusammenstellung
anlageninterner Notfallschutzmassnahmen und die Pruefung ihrer
Regelung im KTA




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