Frage von msf32, 112

Kann ich trozdem zur Polizei gehen?

Nun vor kurzem bin ich dummer Weise bei einem Hausfriedensbruch erwischt worden. Auf eine Anzeige wurde verzichtet und auch der Staatsanwalt hat das Verfahren eingestellt. Kann ich trotz dieser Dummheit zur Polizei da ja verlangt wird das man noch nicht im Konflikt mit dem Gesetz gekommen ist .

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sirius66, Community-Experte für Polizei, 20

Ich werde meine - vielleicht nicht so nachvollziehbaren - Kommentare mal in einem Beitrag zusammenfassen.

Eigentlich hat furbo schon alles gesagt.

Du wurdest bei einem Hausfriedensbruch erwischt. Von der Polizei, nehme ich an. Die verständigt die Hauseigentümer und fertigt eine Vorgangsdokumentation mit einer Vorgangsnummer (bleibt abrufbar) an. Es kommt zu einer Strafanzeige durch die Polizei. Das bedeutet, die Polizei sagt; Hier ist eine strafbare Handlung erfolgt. Die Strafanzeige landet bei den Strafverfolgungsbehörden.

Die strafbare Handlung ist aber nun ein absolutes Antragsdelikt. Bedeutet, dass nur der Geschädigte selbst eine Strafverfolgung/einen Strafantrag stellen kann. Er hat ein Recht dazu, eine Pflicht gibt es nicht.

Ein Verfahren wird eingestellt, wenn dieser Strafantrag fehlt oder er erfolgt und laut Staatsanwaltschaft keine Schuld bewiesen werden kann. Dann gilt die Unschuldsbehauptung.

Die Einstellungsbehörden der Polizei interessieren aber die GESAMMTEN Umstände dieses Vorganges und sie haben auch ihre Mittel zur Recherche.

Ein Verzicht auf Strafantrag spricht nicht unbedingt für deine Unschuld. Es kann auch unter der Hand Vereinbarungen geben, mit denen man den Täter vor der Verantwortung schützt. Eltern machen das teilweise mit ihrem Einfluss, Geklüngel unter Geschäftsleuten, Freunden - soll es geben.

Für die Polizei bleibt es gedanklich und gesinnungsmäßig eine Straftat und man erkennt eben eine gewisse kriminelle Energie, deren Umfang für eine Einstellung eines Bewerbers eine Rolle spielt, egal wodurch das Verfahren eingestellt wurde.

Du musst es also a) in den Bewerbungsunterlagen angeben und b) wahrscheinlich dazu Stellung nehmen und wirst ggf  positiv bewertet werden, wenn du es NICHT verschweigst, nicht beschönigst, dich mit deinem Fehlverhalten auseinander gesetzt hast und eine Steigerung deiner Reife glaubhaft machen kannst.

SOOO sieht es aus - aber glaub was du willst. Lass dich erleichtern, nur weil jemand sagt, was du hören willst.

Es ist richtig, du kannst dich bewerben, du bist NICHT gerichtlich vorbestraft. Thema wird es aber werden. Es zu verschweigen, weil ja eh nichts "aktenkundig" ist, ist ein sehr schlechter Rat.

Gruß S.

Kommentar von msf32 ,

Super viel dank werde ich beachten hoffe das es trozdem was wird mit meinem Berufswunsch

Kommentar von Sirius66 ,

Wenn es was werden soll, musst du auch deine Rechtschreibung deutlich verbessern.

Kommentar von Sirius66 ,

Super, (,!. - irgendein Satzzeichen) V/vielen Dank, (,.! - irgendein Satzzeichen) W/werde ich beachten, (,.! - irgendein Satzzeichen) H/hoffe, (nicht irgendein Satzzeichen, hier gehört ein Komma hin!) dass es trotzdem was wird mit meinem Berufswunsch. (.! ...)

Wegen der Vorgänge (!) ist Polizeiarbeit viel Schreibarbeit! Deutsch ist wichtig und 1.Teil des EAV.

Gruß S.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Polizei, 19

Offenbar wurde ein Strafverfahren eingeleitet, aber der Geschädigte hat auf einen Strafantrag verzichtet. Da Hausfriedensbruch ein absolutes Antragsdelikt ist, kann die Tat dann nicht verfolgt werden. Die Einstellung ist die zwangsläufige Folge.

Das bedeutet zwar, dass kein BRZ-Eintrag vorhanden ist, dennoch ist der Vorgang in den polizeilichen Datenbeständen (ohne Verfahrensausgang) erfasst. Ein sauberes Führungszeugnis hilft da nicht immer. 

Solltest du zur Einstellungsprüfung geladen und gefragt werden, solltest du auf jeden Fall auf den Vorfall hinweisen. Wissen tun die Prüfer es sowieso schon, mit Verschweigen reitet man sich nur rein. 

Antwort
von tobihatnefrage, 39

Wenn das Verfahren eingestellt wurde bedeutet das, dass du unschuldig bist, bzw es nicht genug Beweise für eine Anklage gab o.ä. Dies wird dann NICHT in deinem Führungszeugniss festgehalten und somit ist eine Bewerbung bei der Polizei unproblematisch.
Du solltest dich aber Frühzeitig informieren was du alles machen musst...das ist wirklich einiges;)
Viel Erfolg!

Kommentar von msf32 ,

Soll ja nur zwischen Station zu meinem Traumberuf werden aber vielen Dank bin bereits hochmotiviert .

Kommentar von Sirius66 ,

Erstens heißt es Zwischenstation und zweitens funktioniert Polizei als solche nicht. Die wollen ihre Anwärter schon auf Lebenszeit verpflichtet. Wenn du vor Ablauf einer regulären Dienstzeit nach der (kostspieligen!!!) Ausbildung kündigst, musst du evtl. Anwärterbezüge zurückzahlen.

Warum blockiert man einen Platz für einen lebenslangen Job, wenn man weiß, dass es nur eine Zwischenstation sein soll?

Aber ich glaube sowieso nicht daran, dass du es schaffst. Die merlen, wenn jemand das eig. gar nicht will.

Gruß S.

Kommentar von tobihatnefrage ,

Bei mir war es auch so geplant...hat leider wegen einer angeblichen rot/grün Schwäche nicht geklappt. Hoffe bei dir läuft es besser!

Kommentar von msf32 ,

Schade bin guter Dinge(nur eine Aufgabe des Eignungstest macht mir noch Problemen habe aber noch einige Jahre Zeit ) und danke für deine Moralische Unterstützung 

Kommentar von furbo ,

Meinst du, dass die Polizei auf Führungzeugniseinträge angewiesen ist? 

Die polizeilichen Dateien sind wesentlich umfangreicher als die des BRZ.

Kommentar von Sirius66 ,

Richtig. Sehr gefährlich, diese "nö, nix im FZ gespeichert, alles gut" - ALS OB!

GF ist im Grunde voll von Ahnungslosen und die machen mich manchmal echt sauer. Aber wer´s einfach glaubt, ist selber schuld.

Gruß S.

Kommentar von tobihatnefrage ,

Hey Sirius ich weiß zwar nicht wie es bei msf32 ist aber ich meinte damit innerhalb der Polizei. Die Zwischenstation war quasi der streifendienst gemeint wo ja generell jeder nach der Ausbildung erstmal hinkommt. Also nicht nur Plätze blockieren;)

Kommentar von Sirius66 ,

Genauso unsinnig. Was denkst du denn, was Polizeiarbeit ist? Auch der ESD ist doch keine Zwischenstation. Es ist die Hauptarbeit eines Polizisten! Du wirst das ggf dein Leben lang machen. Du kannst aufsteigen und vom PM zum POM oder PHM werden. Im gD von PK zum POK oder auch PHK. Aber du wirst im Grunde immer die gleiche Arbeit machen.

Was stellst du dir denn vor? Ein SEK? Das klappt für die wenigsten. Kripo? Ebenso. Die meisten stellen sich außerdem was Falsches darunter vor.

Was willst du denn tun, wenn nicht den aktiven Polizeivollzug?

Gruß S.

Antwort
von PinguinPingi007, 34

Du bist bei der Polizei nicht registriert. Ohne Gerichtsverfahren gibt es kein Eintrag ins Führungszeugnis.

Kommentar von Sirius66 ,

So ein Schmarrn - JEDER Vorgang - völlig egal, wie er ausgeht - bekommt auch seine VN.

Außer einen Führungszeugnis gibt es noch andere Register und angeben muss man alles, auch eingestellte Verfahren.

Es muss nicht sein, dass es zum Nachteil des TE ausgelegt wird, da er nicht gerichtlich vorbestraft ist, aber hört auf, zu behaupten, da wäre nichts gespeichert, nichts registiert oder dergleichen.

Gruß S.

Kommentar von PinguinPingi007 ,

Bei einer Personenkontrolle wird auch durch den Funk gefragt, ob die Daten korrekt sind. Ich glaube nicht, dass die Polizei so viel Speicherplatz hat, jede Kleinigkeit zu speichern.

Kommentar von Sirius66 ,

Und wo glaubst du, gucken die "über Funk gefragten" dann nach? in ihrer Kladde in der Hosentasche?

Du hast einen falschen Glauben, ich habe richtiges Wissen (was DAS angeht ...)

Gruß S.

Antwort
von Halbammi, 48

Keine Verurteilung, kein Eintrag im Führungszeugnis. Also kannst du gehen

Kommentar von msf32 ,

Super danke bin sehr erleichtert 

Kommentar von Sirius66 ,

Dumm ist, wer Dummes glaubt.

Ich würde mich nicht auf so eine lapidare Aussage von jemandem, den man nicht kennt und dessen Fachkompetenz man nicht beurteilen kann, verlassen.

In den Bewerbungsunterlagen müssen ALLE Verfahren - auch EINGESTELLTE - angegeben werden. Ich will nicht behaupten, dass man dir einen Strick draus dreht, aber auftauchen wird es. Ein Führungszeugnis ist da nicht die maßgebliche Bibel.

Gruß S.

Kommentar von Halbammi ,

Dumm ist ausserdem, wer dummes schreibt. Ein eingestelltes Verfahren wird nicht dazu führen, dass jemand als untauglich eingestuft wird. "Auf eine Anzeige wurde verzichtet" schreibt der Fragesteller. Hausfriedensbruch ist ein Antragsdelikt. Wo kein Antrag, da kein Verfahren.

Wenn du bei rot über die Strasse gehst, und niemand merkt und meldet es, passiert auch nichts.

Kommentar von Sirius66 ,

Untauglich ist auch nicht die richtige Bezeichnung dafür.

Du kennst den Unterschied zwischen Strafverfahren und Strafantrag nicht. Das Ganze ist ein Vorgang bei der Polizei und bei der Staatsanwaltschaft. Auch ohne Strafantrag.

Soll mir aber wurscht sein, was der TE für brauchbare Infos hält.

Kommentar von Sirius66 ,

Ein Eingestelltes Verfahren - und als solches gilt es - wird spätesten im AC/SI Thema sein. Fertig.

Und wenn sich ein Bewerber drauf verlässt, dass ein Halbammi bei GF ja gesagt hat, dass würde NULL ausmachen, es vielleicht dehalb nichtmal angibt, kann er sehr hart in der Realität ankommen.

Seine Dummheit - nicht meine.

Kommentar von furbo ,

Sicher guckt die Polizei auch in das Führungszeugnis. Aber wer meint und schreibt, dass das BZR die einzige Auskunftsquelle für die Polizei ist, der ist nicht nur dumm, sondern täuscht sich auch gewaltig. 

Die Polizei hat einen eigenen Datenbestand und da steht der Hausfriedensbruch für die nächsten 10 Jahre drin. 

Tipp: bevor man sich zu solchen Themen äußert, sollte man sich über die polizeilichen Möglichkeiten schlau machen. 

Antwort
von palm3, 18

Keine Strafanzeige, alles gut. Solange es nicht schriftlich festgehalten wird. 

Gruß

Antwort
von healey, 19

Also wenn das Verfahren eingestellt wurde wird nichts zurückbleiben ! Du kannst dich schon bei der Polizei bewerben !

Kommentar von Sirius66 ,

Was zurückbleibt ist genau das: Ein eingestelltes Verfahren. Muss auch angegeben werden.

Sicher kann sich der TE bewerben. Ob er gehen kann, entscheidet sich nicht nur durch den Umstand eingestellt.

Gruß S.

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