Frage von Schneeballwiese, 47

Werde ich meinen Job verlieren?

Hallo. Ich arbeite seit gut 8 Monaten in einem neuen Betrieb. Es gefällt mir sehr gut dort, doch es ist für mich sehr viel Input und somit immer noch immer schwierig gewisse Aufgabengebiete alleine zu bewältigen, die ich eigentlich schon bewältigen sollte. Mir macht das unendlich viele Sorgen, da es fast nicht möglich ist, dass mir jemand helfen kann wenn ich Schwierigkeiten habe, da selbst alle mit ihrer Arbeit beschäftigt sind und ich, wenn ich trotzdem frage, natürlich gemeine Blicke oder patzige und genervte Antworten bekomme. Da fällt es mir schon schwer noch irgendein Wort raus zu bekommen, weil mir dann nicht's mehr dazu einfällt. Und Mal zu Mal werde ich unsicherer. Ich habe es auch schon angesprochen, dass es mir Leid tut, dass ich vielleicht länger brauche bis ich es drauf habe, als andere im Vergleich. Bisher kam auch "Respekt" entgegen, dass ich mich dem Thema so geöffnet habe, aber es ist leider dennoch keine Entschuldigung für alles und daher nur ein sehr kurzweiliges Gefühl der Entlastung gewesen. Denn das "genervtsein" der Kolleginnen nimmt wieder zu. Ich habe nun fast täglich das Gefühl für die Kolleginnen zu blöd zu sein und das macht mich fix und fertig. Ich traue mich auch kaum noch zu fragen und mein Vertrag ist erst einmal ein Jahr befristet und soll danach unbefristet sein, sofern sie mich weiterhin nehmen. Ich weiß nicht was mit mir los ist! Ich verzettel mich wahnsinnig schnell, auch wenn ich mir Abläufe aufschreibe, ich muss immer erst den Hintergrund verstehen bevor ich etwas annehmen kann und meistens ist auch nicht die Zeit da, um nachzusehen was ich mir dazu mal aufgeschrieben habe, weil die Zeit dazu nicht gegeben ist und ich jedes Mal zu oft nachlesen müsste wie dies oder jenes nochmal von statten geht. Das sehen die anderen natürlich und geben Kommentare dazu ab, die ich nicht ertrage. In einem genervten Ton, in abwertender Ghestik, auf eine Art: Wir mögen dich ja schon, aber du kannst es einfach nicht! Ich wurde von einer auch mal gefragt was eigentlich mit mir los sei ich sollte dies doch jetzt eigentlich mal wissen! Ich solle mich mehr konzentrieren! Mir kamen die Tränen, mich macht das so fertig! Ich weiß nicht mehr wem ich dort trauen kann und natürlich wird auch hinten rum über mich gesprochen. Das ist mir so peinlich! Aber ich mag diesen Job mehr als jeden anderen bisher! Ich weiß nicht mehr was ich tun soll!! Ich komme jedes Mal später raus als die anderen, weil ich das Gefühl habe, wenn ich Sachen liegen lasse, die die anderen aber in jedem Fall bis Feierabend erledigt haben, dann gibt es wieder Ärger bzw. es werden wieder Vergleiche gestartet.

Antwort
von Linde357, 19

Hmm, das klingt wirklich problematisch. Es stellen sich mir zwei Fragen: 1. Bist du generell fachlich überfordert? 2. Sind die Konzentrationsschwierigkeit neu oder kam das schon immer vor?

Vorab: Ich kann gut verstehen, dass du dich immer unsicherer fühlst. Damit wärst du nicht allein. 

Du sagst, dass du neu in dem Betrieb bist. Hat denn (objektiv gesehen) eine gute Einarbeitung stattgefunden? Falls nicht, liegt es ja nicht nur an dir, dass es nicht so gut läuft. Das soll dich u.U. etwas trösten.

Sind die komplexen Abläufe bei deiner Arbeit wiederkehrend? Dann wäre es hilfreich, eine Art Handbuch anzulegen. Nur für dich, mit allen Abläufen und Hintergrundwissen. Was machst du denn? Sachbearbeitung? 

Bitte deinen Chef oder Chefin darum, noch einmal alle Prozesse durchzugehen und Notizen zu machen. 

Falls es aber so ist, dass du generell überfordert bist, dann wäre es besser, die Ursachen hierfür zu suchen. Vielleicht bist du überlastet und hattest länger keinen Urlaub. Leider schreibst du dazu nichts. Hier wären weitere Infos hilfreich. Was gefällt dir an dem Job? Eigentlich klingt es ja gar nicht schön und trotzdem gefällt dir deine Arbeit. Das ist ja eigentlich eine gute Voraussetzung für ein erfülltes Arbeitsleben.   

Kommentar von Schneeballwiese ,

Hallo,

erst mal vielen Dank für die Antwort. Ich habe absichtlich nichts zum Inhalt meiner Arbeit geschrieben um relativ anonym zu bleiben. Es ist zwar unangenehm, aber es kann tatsächlich sein, dass ich fachlich überfordert bin. Die Konzentrationsschwierigkeiten kamen immer wieder mal vor, auch in Schulzeiten. Ich kann meine Einarbeitung nicht gut einschätzen, sollte sie auf mich persönlich zugeschnitten sein, fände ich sie nicht optimal. Aber dadurch, dass drei Monate vor mir noch eine andere neue Mitarbeiterin hinzukam, die ebenso eingearbeitet worden ist und in wesentlich kürzeren Zeitabständen mehr lernte als ich, mache ich mir natürlich Vorwürfe. Zumals ich es so auch schon gesagt bekommen habe. 

Die Abläufe sind wiederkehrend, teilweise werden sie aber je nach Lage dich wieder anders bearbeitet als mal aufgeschrieben. Teilweise werde ich mit Infos versorgt, die mir aber für das nächste Mal nicht für mein Problem ausreichen um alleine damit fertig zu werden. Ich versuche ja alleine voran zu kommen und denke nach, aber das nimmt mir zum einen wieder Zeit die ich nicht habe und zum anderen werde ich gefragt was ich da wider mache, weil es eben auffällt. Zum Teil werden mir solche Problemchen echt zum Verhängnis, da ich nicht mal wusste, dass ich mir das mal aufgeschrieben haben sollte, so viel ist das. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich dann gar nicht mehr wonach ich suchen soll und denke mir ich hab mir das nie aufgeschrieben. Oder ich habe es so aufgeschrieben, dass ich gar nicht mehr weiß, dass mein jetziges Problem, durch mein "Aufschrieb" von vor vier Monaten, hätte gelöst werden können. 

An dem Job gefällt mir die Lage, die Räumlichkeit, die abwechselnd praktische und theoretische Tätigkeit. Mein Urlaub ist auch bald in Sicht, doch dieser wird an der gemeinen Sachlage nichts ändern. Ich bin echt verzweifelt.

Kommentar von Linde357 ,

Oh Mann, das ist echt doof. Also angenommen, dass es dabei bleibt, dass es an dir liegt und du halt überfordert bist, dann ist die Frage wie man damit umgeht. Letztlich sollte ja das Ziel sein, dass man morgens gerne zur Arbeit geht und mit einem Lächeln wieder nach Hause. So wie du es beschreibst, ist dieser Zustand weit entfernt. Wahrscheinlich gibt es jetzt diejenigen die sagen, man solle sich durchbeißen. Ich tendiere eher dazu abzuwägen, wie man wieder glücklich wird. Und wenn dazu gehört, etwas abzubrechen, werden es manche Menschen als aufgeben bezeichnen. Ich sage dazu "achtgeben". Das ist auch wichtig. Kein Mensch ist perfekt. Manchmal fühlt sich das Eingeständnis, eben nicht allen Anforderungen gerecht zu werden, wie eine Niederlage an. Das mag nach außen auch so sein, aber wichtig ist, dass die Berufstätigkeit nicht krank macht. Solltest du keinen Weg finden, die Anforderungen im Job zu erfüllen, würde ich einen Schlussstrich ziehen und mir einen anderen Job zu suchen. Viel Glück! 

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